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Gröbers

Ortsteil der Gemeinde Kabelsketal im Saalekreis in Sachsen-Anhalt
Gutshaus Gröbers
Umspannwerk Gröbers
Sankt-Marien-Kirche
Eisenbahnstrecken bei Gröbers
Schloss Gröbers
Hauptverwaltung der MITGAS

Gröbers ist ein Ortsteil der Gemeinde Kabelsketal im Saalekreis in Sachsen-Anhalt und Sitz der Gemeindeverwaltung. Zur Ortschaft Gröbers gehören die Ortsteile Benndorf (mit Bennewitz und Proitz), Gottenz, Gröbers, Osmünde und Schwoitsch.

Geografische LageBearbeiten

In der ehemaligen Gemeinde Gröbers leben etwa 2560 Einwohner. Insgesamt ist Gröbers durch seine Lage zwischen den nahegelegenen Ballungsräumen Halle (Saale) und Leipzig geprägt. Von Ost nach West fließt die Kabelske durch Gröbers. Im Ort bestehen in fünf Gartensparten insgesamt annähernd 600 Kleingartenparzellen.

GeschichteBearbeiten

Eine erste urkundliche Erwähnung Gröbers ist aus dem Jahr 1182 überliefert. Gröbers gehörte zum Amt Giebichenstein[1] im Saalkreis des Erzstifts Magdeburg. 1680 kam dieses als Herzogtum Magdeburg unter brandenburg-preußische Herrschaft. In der Zeit napoleonischer Besatzung (1807–1813) wurde der Ort dem Kanton Dieskau im Distrikt Halle (Departement der Saale) des Königreichs Westphalen zugeordnet.[2]

Bei der politischen Neuordnung nach dem Wiener Kongress 1815 wurde Gröbers im Jahr 1816 dem Regierungsbezirk Merseburg der preußischen Provinz Sachsen angeschlossen und dem Saalkreis zugeordnet.[3]

Die Eröffnung der Eisenbahnstrecke Halle-Leipzig und des Bahnhof Gröbers erfolgte am 18. August 1848. Zum 1. April 1938 erfolgte die Eingemeindung von Osmünde und Schwoitsch nach Gröbers. Am 1. Juli 1950 wurden die bis dahin selbständigen Orte Benndorf und Gottenz nach Gröbers eingemeindet.[4]

Im Herbst 1990 wurde ein Bebauungsplan für ein Gewerbegebiet aufgestellt. Die entsprechenden Erschließungsarbeiten begannen 1992. Ab 1995 entstand ein neues Wohngebiet. Ein Ausbau der Eisenbahnanlagen erfolgte ab 1998. Es entstand ein Verschiebebahnhof für Güterverkehr. Gröbers wurde ein wichtiger Knotenpunkt für die ICE-Strecke Erfurt-Leipzig-Berlin. Am 1. Januar 2004 wurde Gröbers gemeinsam mit Dieskau, Dölbau und Großkugel zur Einheitsgemeinde Kabelsketal zusammengeschlossen.[5]

Vereine und BürgerschaftBearbeiten

In Gröbers besteht der Sportverein SV Eintracht Gröbers sowie die Freiwillige Feuerwehr Gröbers. Ortsbürgermeister ist Reinhard Stahl (Stand 2011).

BauwerkeBearbeiten

In Gröbers befindet sich das 1857 entstandene sogenannte Schloss Gröbers. Ebenfalls denkmalgeschützt sind das Gutshaus Gröbers, das ehemalige Umspannwerk Gröbers, die Villa Hallesche Straße 16, die Villa Leipziger Straße 3, die Villa Lindenstraße 10 und das Wohnhaus Lindenstraße 18.[6]

Im Ort befindet sich die katholische Sankt-Marien-Kirche.

WirtschaftBearbeiten

VerkehrBearbeiten

Nördlich von Gröbers verläuft die Bundesautobahn 14, südlich des Ortskerns die Bundesstraße 6. Von Nord nach Süd führt die Landstraße 168 von Queis nach Raßnitz durch Gröbers.

Durch den Ort führt die Bahnstrecke Halle–Leipzig, Züge der S-Bahn Mitteldeutschland halten am Haltepunkt Gröbers (ehem. Bahnhof). Weiterhin wird die Eisenbahn-Neubaustrecke Erfurt–Leipzig/Halle hier mit dem Bestandsnetz verknüpft. An dieser liegt der Betriebsbahnhof Gröbers.

PersönlichkeitenBearbeiten

In Gröbers wurde der deutsche Arzt und für die Wandervogelbewegung prägende Hans Breuer (1883–1918) geboren.

Der deutsche Biologe und Pädagoge Otto Schmeil (1860–1943) besuchte in Gröbers zeitweise die Dorfschule. Der Landwirt, Agrarwissenschaftler und Rübenzuckerfabrikant Ferdinand Knauer (1824–1889) verstarb in Gröbers. Für ihn war die Villa Knauer, das sogenannte Schloss Gröbers, errichtet worden.

Von 1995 bis 2002 war der CDU-Politiker Torsten Koch Bürgermeister der Gemeinde Gröbers.

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Erwähnung des Orts im Buch "Geographie für alle Stände", S. 125
  2. Beschreibung des Saale-Departements
  3. Der Saalkreis im Gemeindeverzeichnis 1900
  4. Gemeinden 1994 und ihre Veränderungen seit 01.01.1948 in den neuen Ländern, Verlag Metzler-Poeschel, Stuttgart, 1995, ISBN 3-8246-0321-7, Herausgeber: Statistisches Bundesamt
  5. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2004
  6. Sabine Meinel, Birthe Rüdiger, Denkmalverzeichnis Sachsen-Anhalt, Band 5, Saalkreis, fliegenkopf verlag Halle, 1997, ISBN 3-910147-64-X, Seite 50 f.

WeblinksBearbeiten

  Commons: Gröbers – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien


Koordinaten: 51° 26′ N, 12° 7′ O