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Gärten der Welt
Erholungspark Marzahn
Coat of arms of Berlin.svg
Park in Berlin
Gärten der Welt
Basisdaten
Ort Berlin
Ortsteil Marzahn
Angelegt 9. Mai 1987
Neugestaltet 2000,
2013–2017
Umgebende Straßen
Blumberger Damm,
Eisenacher Straße
Bauwerke Pflanzenhallen, Restaurants
Nutzung
Nutzergruppen Fußverkehr; Freizeit, Veranstaltungen
Parkgestaltung Gottfried Funeck (Erstgestaltung; weitere Landschaftsarchitekten für alle neuen Teile in den 2000er Jahren)
Technische Daten
Parkfläche 430.000 m²
52° 32′ 22″ N, 13° 34′ 36″ OKoordinaten: 52° 32′ 22″ N, 13° 34′ 36″ O
Gärten der Welt (Berlin)
Gärten der Welt

Die Parkanlage Gärten der Welt (1991–2017: Erholungspark Marzahn) liegt am nördlichen Fuß des Kienbergs im Berliner Ortsteil Marzahn des Bezirks Marzahn-Hellersdorf. Der Park wurde am 9. Mai 1987 anlässlich der 750-Jahr-Feier Berlins nach Plänen des damaligen Stadtgartendirektors in Ost-Berlin, Gottfried Funeck,[1] als Berliner Gartenschau und Geschenk der Gärtner an die Hauptstadt der DDR eröffnet. Er umfasste damals rund 21 Hektar[2] und bildete ein Gegenstück zum Britzer Garten, der 1985 zur BUGA in West-Berlin eingeweiht worden war.

Zusammen mit den angrenzenden frei zugänglichen Erholungsflächen des Kienbergs und dem direkt östlich anschließenden Wuhletal ergibt sich eine Gesamtfläche von mehr als 100 Hektar. Betrieben wird der Park von der Grün Berlin GmbH, einer Gesellschaft des Landes Berlin, die auch weitere Gärten und Parks betreibt. Der Park kann nur gegen Eintrittsgeld besucht werden.

GeschichteBearbeiten

Eigentlich sollte im Diplomatenviertel südlich des Tiergartens im Rahmen der Bundesgartenschau 1995 ein Chinesischer Garten, ein Japanischer Garten, Türkischer Garten und ein Renaissancegarten entstehen, aber mit der politischen Wende im Jahr 1989 wurden alle diese Planungen wieder aufgegeben.[3] Zwischen den Jahren 1985 und 1987 wurde am Fuße des Kienbergs im Stadtbezirk Marzahn ein 21 Hektar großer Park für die Berliner Gartenschau (BEGA) gebaut. Bereits im Jahr 1977 begannen die Grünplanungen, es war geplant eine 200 Hektar große Parklandschaft mit Schwimmbad, Gaststätte, Sport- und Freizeiteinrichtungen sowie Kleingärten zu bauen, aber die konkreten Planungen für die Berliner Gartenschau begannen erst im Jahr 1985. Nach zweijähriger Bauzeit wurde die Berliner Gartenschau anlässlich der 750-Jahr-Feier Berlins am 9. Mai 1987 eröffnet.[4]

Von 9. Mai bis zum Herbst 1987 wurde die Berliner Gartenschau veranstaltet. Für diese Berliner Gartenschau 1987 wurden weitläufige Wiesen, großzügig geschwungene Wege und zahlreiche Themengärten sowie andere Attraktionen angelegt. Außerdem gab es noch einen Rhododendronhain, den Sprudel- und Quellgarten, den Karl-Foerster-Staudengarten, das Blumentheater, eine Findlingsgalerie, einen Kräutergarten, fünf (thematische) Kleingärten, einen Streichelzoo, Märchenfiguren des Berliner Bildhauers Gorch Wenske, zwei Bogenbinder-Membranhallen, ein Bierzelt und eine Blumenhalle die wöchentlich andere Hallenschauen zeigte. Die Tanzenden Fontänen, ein halbstündlich stattfindendes Wasserspiel mit Musik und farbigen Unterwasserscheinwerfern, ergänzte die Attraktionen. Nach der Gartenschau im Herbst 1987 wurde der Park durch das im Magistrat von Berlin angesiedelte Stadtgartenamt weiterbetrieben. Ab dem Jahr 1988 übernahm das Kombinat Stadtwirtschaft mit seiner Direktion Stadtgrün die Pflege des Parkgeländes. Nach der Wiedervereinigung der Stadt Berlin wurde im September 1991 die Verwaltung und Pflege des Parks auf die Britzer Garten GmbH übertragen, die zur Grün Berlin GmbH[5] gewandelt wurde. Anfang der 1990er Jahre wurde der Park in Erholungspark Marzahn umbenannt und es entstanden große Spiel- und Liegewiesen sowie neue Spielplätze und weitere Bäume wurden gepflanzt.

Am Ende der 1990er Jahre entstand das Projekt Gärten der Welt.[4]

Im Jahr 2008 beschloss der Berliner Senat sich für die Internationale Gartenausstellung 2017 (IGA) zu bewerben. Ein Jahr später im Herbst 2009 fiel die Entscheidung, dass Berlin die „IGA 2017“ auf dem Tempelhofer Feld werde ausrichten. Am 18. September 2012 hatte der Senat dann die Entscheidung gefällt die IGA statt auf dem Tempelhofer Feld, im Erholungspark Marzahn („Gärten der Welt“) zu veranstalten. Es begannen die konkreten Planungen, worauf das Gelände zwischen den Jahren 2013 und 2017 auf 43 Hektar erweitert und umgebaut wurde. In den Jahren 2014 und 2016 konnten sich die Besucher das Baustellengelände an Tagen der offenen Tür besichtigen.[7] Die Leitner AG baute von März bis September 2016 die Gondelbahn und sie wurde am 13. April 2017 eröffnet. Diese Bahn ist 1,5 Kilometer lang und führt in einer fünfminütigen Fahrt von der Talstation „Kienbergpark“ am U-Bahnhof Kienberg (Gärten der Welt) über die Mittelstation „Wolkenhain“ zur Bergstation „Gärten der Welt“ am Blumberger Damm, nahe dem dortigen Eingang.[8] Mit der Eröffnung am 13. April 2017 kam der Englische Garten, die Parkbühne (Arena), das Besucherzentrum mit Ausstellungsbereich und mit angeschlossener Gastronomie, die Internationalen Gartenkabinette aus fünf Kontinenten hinzu. Der seit Dezember 2003 bestehende Balinesische Garten wurde um eine neue Tropenhalle erweitert. Die IGA wurde vom 13. April bis 15. Oktober 2017 veranstaltet und in dieser Zeit feierten die Gärten der Welt am 9. Mai 2017 ihr 30-jähriges Bestehen.

Nach der IGA war eine 6-wöchige Umbauphase nötig. Danach standen den Besuchern die Gärten der Welt und die Gondelbahn am 1. Dezember 2017 wieder zur Verfügung. Ab Oktober 2019 startet das vorerst letzte Projekt: der Jüdische Garten.[6][9][10] Am 15. Juni 2019 wurde das Geburtstagsfest 40 Jahre Bezirk Marzahn-Hellersdorf mit einem bunten Rahmenprogramm in den Gärten der Welt gefeiert.[11][12]

ParkanlageBearbeiten

ÜberblickBearbeiten

Die große eingezäunte Anlage umfasst mehrere Gartenanlagen, die typische Pflanzen und Gestaltungen aus verschiedenen Teilen der Welt zeigen. Außer den Themengärten, die seit der Gründung weiterentwickelt worden waren, kamen zur Gesamtanlage weitere Teile hinzu.

Chinesischer GartenBearbeiten

Der Garten des wiedergewonnenen Mondes ist der größte Chinesische Garten Europas. Geburtsstunde war 1994 der Vertragsabschluss einer Städtepartnerschaft zwischen Berlin und Peking. Entworfen wurde der Garten nach Plänen des Pekinger „Instituts für klassische Gartenarchitektur“. Der gesamte Bau wurde mit Materialien aus China von Facharbeitern aus Peking ausgeführt. Als klassischer chinesischer Gelehrtengarten zeichnet er sich durch Schlichtheit und dezente Farben (Grau, Weiß und Rot) aus. Ein 4500 m² großer See und das Teehaus „Berghaus zum Osmanthussaft“ sowie eine Zickzackbrücke bilden die Elemente chinesischer Bauten.[13]

  • Größe: 27.000 m², davon 5000 m² Teichfläche
  • Eröffnung: 15. Oktober 2000

Japanischer GartenBearbeiten

Der Garten des zusammenfließenden Wassers ist als Japanischer Garten angelegt. Das Projekt entstand im Rahmen der Städtepartnerschaft zwischen Berlin und Tokio. Der Gartendesigner, Zen-Priester Shunmyō Masuno (枡野 俊明, Masuno Shunmyō) plante seit 2001 den Garten (Yū Sui En) und den Pavillon (Nyo Sui Tei) als geschlossene Gesamtanlage.

  • Größe: 2.700 m²
  • Eröffnung: 30. April 2003

Balinesischer GartenBearbeiten

Für den Garten der drei Harmonien wurde die Gartenphilosophie von Bali zugrunde gelegt. Der Garten in der Tropenhalle entstand aus der Städtepartnerschaft Berlin-Jakarta. Die baulichen Elemente des vom indonesischen Architekten I Putu Edy Semara entworfenen Gartens wurden zu großen Teilen auf Bali vorgefertigt und in Berlin von balinesischen Facharbeitern montiert. Die Gartenanlage ist im „Warmhaus“ der 14 Meter hohen Halle untergebracht, das benachbarte „Kalthaus“ wird im Sommer für Ausstellungen und im Winter als Orangerie genutzt. Im Rahmen der „IGA Berlin 2017“ wurde die exotische Anlage in der von „Haas Architekten“ errichteten energieeffizienten Tropenhalle neu gestaltet und die tropisch bepflanzte Fläche um den Balinesischen Garten herum auf 2000 Quadratmeter erweitert.[14]

  • Größe: 500 m² in einer Leichtbauhalle
  • Eröffnung: 18. Dezember 2003

Orientalischer GartenBearbeiten

 
Orientalischer Garten

Der Garten der vier Ströme wurde nach dem Muster eines Tschāhār Bāgh angelegt. Zum Orientalischen Garten gehört der „Saal der Empfänge“. Seit Frühjahr 2002 wurde die Anlage vom Garten- und Landschaftsarchitekten Kamel Louafi geplant und vom marokkanischen Gartenhistoriker Mohammed El Fai’z auf Authentizität geprüft. Der orientalische Garten vereint die Gartentraditionen verschiedener Länder des Orient. Er stellt ein Abbild des Paradieses dar. Zier- und Nutzpflanzen wurden kombiniert gepflanzt und erfüllen das in der Wüste vermisste Bedürfnis nach Schatten, Farbe, Duft und Geschmack.

  • Größe: 6100 m²
  • Eröffnung: 7. Juli 2005

Koreanischer GartenBearbeiten

 
Koreanischer Garten

Der Seouler Garten wurde nach der traditionellen koreanischen Gartenkultur als abwechslungsreich gestaltete naturnahe Landschaft mit vier von Mauern eingefassten Höfen (Ma-Dang), reichem Figurenschmuck und einem Pavillon am Wasser (Kye Zeong) gestaltet. Der Oberbürgermeister von Seoul hatte im September 2003 Berlin besucht und beide Bürgermeister sprachen sich für den Bau eines Koreanischen Gartens im Rahmen des Projekts „Gärten der Welt“ aus. Koreanische Handwerker haben den Garten im Jahr 2005 in Marzahn-Hellersdorf gebaut und dabei überwiegend originale Bauelemente aus Korea für den Pavillon, die Mauern und die Kunstwerke benutzt. Die Stadtverwaltung von Seoul entwickelte das Projekt und Geschenk der Stadt Seoul an Berlin anlässlich der Asien-Pazifik-Wochen 2005. Die Elemente des Gartens sind die reale Naturlandschaft Koreas mit Felslandschaft, Kiefern, Bambus, Eichen und Fächer-Ahorn. Die Höfe sind mit gestalteten Toren umgeben. Der auf Felsen gebaute Pavillon steht unmittelbar am Wasser und besitzt für Korea typische Wohnräume. Abstrakte Figuren (Zang Sung und Buk Su) an Wegen und vor den Mauern der Höfe gehen auf das schamanische Weltbild zurück. Die hohen Masten mit abstrahierten Vögeln an der Spitze symbolisieren den schamanistischen Geistermast (Sot Dä), sie tragen die Gebete zu den Geistern in den oberen Welten.[15]

  • Größe: 4000 m²
  • Eröffnung: 31. März 2006

Heckenirrgarten und PflasterlabyrinthBearbeiten

 
Pflaster-Labyrinth
 
Irrgarten

Nach dem Vorbild des Irrgartens von Hampton Court Palace aus England des 17. Jahrhunderts und des Bodenlabyrinths in der gotischen Kathedrale von Chartres aus Frankreich um 1230 wurde diese Anlage gestaltet. Beide Teile unterscheiden sich. Während es im Labyrinth nur einen Weg zur Mitte und wieder heraus gibt, ist ein Irrgarten ein komplexes Wegesystem mit Kreuzungen und Sackgassen. Der Irrgarten wurde aus mehr als 1200 übermannshohen Eiben und das Labyrinth als Bodenmosaik mit Gestaltungselementen der europäischen Gartenkunst übergeben. Der Zugang zum Zentrum des Irrgartens wird von zwei großen Steinblöcken aus Granit flankiert. In seiner Mitte steht neben einem Ginkgo-Baum ein blauer Aussichtsturm, von dessen Spitze ein Überblick über den Irrgarten und das Labyrinth möglich ist.[16]

  • Größe: 1800 m² Hecken und 340 m² Pflaster
  • Eröffnung: 22. Juni 2007

Karl-Foerster-StaudengartenBearbeiten

 
Teil des Staudengartens

Die Grundlage dieser Fläche ist das Vorbild des Gartens von Karl Foerster in Bornim. Diese Anlage ist ein Beispiel deutscher Gartenbaukunst vom Anfang des 20. Jahrhunderts. Sie wurde am 134. Geburtstag Karl Foersters eröffnet.[17]

  • Größe: 3600 m²
  • Eröffnung: 9. Mai 1987, 2007/2008 folgte eine Erweiterung und Erneuerung, Neuereröffnung: 9. März 2008

Italienischer RenaissancegartenBearbeiten

Der Renaissancegarten trägt den Namen „Giardino della Bobolina“ und nimmt Bezug auf eine 1,30 Meter hohe Marmorfigur im Boboli-Garten in Florenz, einem der italienischen Gärten des 16. Jahrhunderts. Kennzeichnend sind die Beschränkung der Stilmittel, seine überschaubare Größe und klare Formen. Er soll den Eindruck der Villengärten der Toskana mit steinernen Brunnen, Terrakotten und antiken Skulpturen vermitteln. Buchsbaumhecken bilden die Parterres, Blüten- und Schmuckpflanzungen ergänzen den Garten mit Orangenbäumchen, Rosen-Hochstämmen in Kübeln, Formgehölzen aus Buchsbaum und Stauden- und Rasenpflanzungen. Im „Giardino segreto“ vermitteln Kieswege das „private“ Ambiente mit Platten, Pflaster und Treppenstufen aus hellgrauem Sandstein, ein Wandbrunnen in einer Nische mit Tuffstein und eingelassenen Wasserdüsen erinnert an eine Grotte.[18]

  • Größe: 3000 m²
  • Eröffnung: 31. Mai 2008

Christlicher GartenBearbeiten

 
Christlicher Garten – Wandelgang

Er ist die Nachbildung eines mittelalterlichen Klostergartens. Er besteht aus einem Wandelgang um eine quadratische Gartenfläche, der aus goldlackierten Aluminiumprofilen besteht, in die Textpassagen aus Altem und Neuem Testament eingearbeitet sind. Die typographische Gestaltung erfolgte durch Alexander Branczyk.[19] Eine vier Meter hohe Buchenhecke umgibt den Bereich.[20] Am Ordnungsprinzip eines Kreuzganges orientiert wird dieser Urtypus modern interpretiert. Der Garten ist in zweijähriger Bauzeit nach einem Entwurf des Berliner Büros „relais Landschaftsarchitekten“ entstanden und lädt insbesondere zum Lesen im goldfarben lackierten, lichtdurchfluteten Wandelgang um den quadratischen Innenhof ein.[21] Anfangs gab es Streit um den Namen, da ursprünglich kein Garten nach einer Religion benannt werden sollte.[22]

  • Größe: 1000 m²[20]
  • Eröffnung: 29. April 2011[20]

Englischer GartenBearbeiten

Der Englische Garten besitzt ein typisch englisches reetgedecktes Landhaus, das von Rosen- und Staudenbeeten, einem Gemüsegarten und dem Obstbaumhain umgeben ist. Der Haupteingang am Blumberger Damm markiert das Herrenhaus mit Blick auf den Englischen Garten mit seinem Cottage. Mauern und Hecken trennen die einzelnen Bereiche.[23] Die Gestaltung wurde mit der 2012 beschlossenen IGA verbunden.[24]

  • Größe: 6000 m²
  • Eröffnung: 13. April 2017[25]

Jüdischer GartenBearbeiten

Ab Oktober 2019 entsteht auf der Fläche des Parks ein weiterer thematischer Garten: der Jüdische Garten. Zur Gestaltung hatte das Management einen Wettbewerb ausgeschrieben, den das Team atelier le balto Landschaftsarchitekten zusammen mit den Künstlern Manfred Pernice und Wilfried Kuehn gewonnen hat. Im Zusammenklang mit den bereits vorhandenen Themengärten (Christlicher und Orientalischer Garten) wird eine weitere große Weltreligion mit Pflanzen und symbolischen Elementen ausgestaltet.[26]

  • Eröffnung: (voraussichtlich) Frühjahr 2020

Weitere AnlagenBearbeiten

Der Park ist barrierefrei und erhielt die hohe englische Auszeichnung Green Flag Award.

  • Blumenbeete: je nach Jahreszeit wechselnde Bepflanzung
  • Blumentheater (Bau 1987, Wiederherstellung 2002)
  • Rosengarten
  • Rhododendronhain mit Märchenfiguren zu zwölf Märchen von Hans Christian Andersen und der Brüder Grimm
  • Gräserband
  • Wasserweg mit 17 sprudelnden Brunnen, Findlingen, Tonkugeln und Mühlsteinen
  • Wassergärten „Promenade Aquatica“
  • Wasserspielplatz
  • Teehaus im Chinesischen Garten
  • Steinboot
  • Marzahner Ausguck
  • Neubau des Besucherzentrums

PlanungBearbeiten

Die Gärten der Welt in Marzahn sollen um eine erweitert werden. Der Berliner Senat hat 19,8 Millionen Euro für eine große botanische Ausstellungshalle bewilligt. Für eine Dauerausstellung „Mikrokosmos Garten“ wird die 4600 m² große Multifunktionshalle bis 2021 errichtet, um die stark witterungsabhängigen Angebote der Gärten um ein wetterfestes Angebot zu ergänzen. So soll die Einrichtung vor allem für Touristen attraktiver werden.[27][28]

KienbergparkBearbeiten

Die 60 Hektar große Anlage des Kienbergparks – direkt im Anschluss an die Gärten der Welt – wurde für die IGA 2015–2017 gestaltet, ist für sich nicht mit der großen Anlage verbunden.[29] Hier an der Hellersdorfer Straße befindet sich zudem eine Endstation der 1,5 Kilometer langen Seilbahn. Der Parktypus wird als besonders herausgestellt, da Bezüge zum Stadt- und Landschaftsraum und zu den Gärten der Welt hergestellt wurden.[30] Auf dem 110 Meter hohen Kienberg wurde ein 30 Meter hohes Aussichtsbauwerk errichtet. Dieser begehbare „Wolkenhain“ bietet einen Rundumblick auf den Berliner Osten und die brandenburgische Kulturlandschaft. In südlicher Hanglage wurden die Kienbergterrassen geschaffen und über das Wuhletal der 300 Meter lange Hellersdorf und Marzahn verbindende „Wuhlesteg“ gelegt. Den Eingang zum Kienbergpark bildet ein Stadtplatz mit dem „Belvedere“, dem „Märkischen Garten“, dem Jugendspielplatz „Elektropolis“ und der Talstation Hellersdorf der Gondelbahn. Entgegen der Befürchtungen von Anwohnern wurden die zuvor frei zugänglichen Flächen nach der IGA wieder als öffentlicher Volkspark freigegeben. Die Nutzung des Kienbergparks ist andererseits wegen der Beweidung des Wuhletals umstritten.[31]

AuszeichnungenBearbeiten

Die Gärten der Welt wurden mit dem „Europäischen Gartenpreis 2019/2020“ des European Garden Heritage Network in der Kategorie Gartenkulturelles Erbe in Europa ausgezeichnet.[32]

BesucherzahlenBearbeiten

Im Jahr 1995 lagen die Besucherzahlen bei 132.000, im Jahr 2003 kamen 374.000 Besucher, mit deren Eintrittskarten 40 % der Kosten gedeckt werden konnten. Während 2006 460.000 Gäste den Park besuchten, gab es im Jahr 2007 erneut einen Besucherrekord mit über 650.000 Besuchern, und 2014 besuchten über 800.000 Gäste den Park.[33] Im Jahr 2017, als der Park Bestandteil der Internationalen Gartenausstellung war, stieg die Anzahl der Besucher: obwohl mit 1.600.000 Besuchern die erwarteten 2 Millionen ausblieben und für die Staatskasse ein finanzieller Misserfolg war.[28] Das regnerische Sommerwetter war eine der Ursachen.[34][35] Einige Einrichtungen der IGA wurden wieder zurückgebaut,[36] Entgegen der Prognosen stieg die Anzahl der Besucher[37] und durch die im Zuge der IGA neu gebauten Anlagen haben die Gärten der Welt weiter an Zugkraft gwonnen.[38] 2016 waren rund 428 000 Besucher gezählt worden und 2018 waren es weit mehr als 600 000.[39] Im Rahmen des Gesamtkonzepts der Grün Berlin GmbH werden 800.000 Besucher für diese Park angestrebt. Dafür sollen die Besucherströme von der City in die Außenbezirke gelenkt werden, da „die Marzahner Anlage zu den „Top Drei“ der besonderen Parks in Europa zählt, haben wir ein Alleinstellungsmerkmal.“[40]

WeblinksBearbeiten

  Commons: Erholungspark Marzahn – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Zum Tode Gottfried Funecks. (Memento vom 29. Oktober 2016 im Internet Archive) In: Stadt+Grün, 5/2011, S. 71 (PDF)
  2. Berliner Gartenschau zum Stadtjubiläum eröffnet. In: Neues Deutschland, 11. Mai 1987, S. 1.
  3. Hinnerk Dreppenstedt: Gärten der Welt in Berlin. Nicolai, Berlin 2011, ISBN 978-3-89479-630-3, S. 9.
  4. a b Berliner Gartenschau 1987. Abgerufen am 11. Juni 2019.
  5. Die grüne Metropole gestalten
  6. a b Gärten der Welt / Land Berlin. Abgerufen am 13. Juni 2019.
  7. IGA Berlin 2017 / Land Berlin. Abgerufen am 13. Juni 2019.
  8. Seilbahn in Berlin Internationalen Gartenausstellung 2017. 22. Oktober 2017, abgerufen am 13. Juni 2019.
  9. Ein Jüdischer Garten für Berlin
  10. Julia Haak: Marzahn bekommt jetzt einen jüdischen Garten. In: Berliner Zeitung, 12. November 2018.
  11. Der Party-Bezirk. 30. Mai 2019, abgerufen am 14. Juni 2019.
  12. Geburtstagsfest in den Gärten der Welt
  13. Chinesischer Garten in den Gärten der Welt
  14. Der Balinesische Garten in der neuen Tropenhalle.
  15. Koreanischer Garten (Seouler Garten) bei Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz.
  16. Gärten der Welt – Irrgarten und Labyrinth bei Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz
  17. Karl-Foerster-Staudengarten bei Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz
  18. Ausgewählte Grünanlagen in Marzahn-Hellersdorf: Italienischer Renaissancegarten bei Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz
  19. Jürgen Siebert: Der „Christliche Garten“ kann wachsen. (Nicht mehr online verfügbar.) In: Fontblog. FontShop, 21. März 2011, ehemals im Original; abgerufen am 18. September 2015.@1@2Vorlage:Toter Link/www.fontshop.de (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven  Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  20. a b c Christlicher Garten. In: berlin.de, abgerufen 9. Juli 2011.
  21. Gärten der Welt – Christlicher Garten bei Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz
  22. Marzahner „Christianisierung“. In: Berliner Zeitung, 16. August 2010.
  23. Beschreibung bei Stadtgrün auf berlin.de
  24. Englischer Garten Marzahn Der Duft der Rosen. In: Berliner Zeitung, 16. Mai 2017
  25. Entlang des Blumberger Damms wurde 2010 eine Erweiterungsfläche von 13 Hektar angekauft. Dafür entstand die Idee eines Englischen Landschaftsgartens, das Büro Austin-Smith:Lord LLP (Manchester, England) entwarf die Anlage und der Grundstein wurde im Mai 2013 gelegt. Fertiggestellt war der Garten 2016, die Eröffnung wurde mit der IGA 2017 verbunden.
  26. Berliner Zeitung, 6./7. April 2019, Beilage Immobilienwelten, S. 3.
  27. Mike Wilms: Warum Marzahn eine 20 Millionen Euro teure Botanik-Halle bekommt. In: Berliner Zeitung, 19. Oktober 2017.
  28. a b Bald ist immer Sommer in Marzahn. In: Berliner Kurier, 19. Oktober 2017.
  29. Entwicklungsmaßnahmen Kienbergpark
  30. Kienbergpark – Eine neue Parklandschaft am Wuhletal.
  31. Ausstellung zum Kienbergpark eröffnet. In: Berliner Woche, 27. März 2018.
  32. Pressemitteilung des Bezirksamts Marzahn-Hellersdorf vom 10. September 2019
  33. Veranstaltungen 2015 in den Gärten der Welt, (Memento vom 22. Juli 2015 im Webarchiv archive.today) Presseinformation der Grün Berlin GmbH, 22. Januar 2015.
  34. Bilanz zu IGA in Marzahn: Besucherzahlen bleiben unter der Prognose. In: Berliner Zeitung, 5. Oktober 2017
  35. 1,6 Millionen Besucher bei IGA. In: MOZ, 5. Oktober 2017
  36. Aktuelle Nachrichten zur Entwicklung der Internationalen Gartenbauausstellung IGA 2017 in Berlin.
  37. Harald Ritter: Besucherzahlen gestiegen. In: Berliner Woche, 30. Dezember 2018
  38. Gärten der Welt im Erholungspark Marzahn auf „berlin.de/sehenswuerdigkeiten“
  39. Birgitt Eltzel: Ein „Sehr gut“ für die Nachhaltigkeit . In: LichtenbergMarzahnPlus (Onlinezeitung aus dem Berline Osten), 10. Oktober 2018
  40. Nach den Worten des Grün Berlin-Chefs auf Top Drei der besonderen Parks in Europa