Joynext-Arena

Eishockeystadion in Deutschland
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Die Joynext-Arena (Eigenschreibweise JOYNEXT Arena) ist eine Mehrzweckhalle in der sächsischen Landeshauptstadt Dresden. Sie wird hauptsächlich als Eissport- und Ballsporthalle genutzt. Sie ist die Heimspielstätte der Dresdner Eislöwen aus der DEL2.

Joynext-Arena
Die Joynext-Arena in Dresden
Die Joynext-Arena in Dresden
Sponsorenname(n)

Freiberger Arena (2007–2010)
EnergieVerbund Arena (2010–2022)
Joynext-Arena (seit 2022)

Daten
Ort Magdeburger Str. 10
Deutschland 01167 Dresden, Deutschland
Koordinaten 51° 3′ 43,9″ N, 13° 43′ 19,8″ OKoordinaten: 51° 3′ 43,9″ N, 13° 43′ 19,8″ O
Eigentümer Landeshauptstadt Dresden
Betreiber Landeshauptstadt Dresden, Eigenbetrieb Sportstätten
Baubeginn Mai 2005
Eröffnung 31. August 2007
Erstes Spiel 15. August 2007
Eisbären BerlinHC Energie Karlovy Vary 3:3
Oberfläche Beton
Eisfläche
Parkett
PVC-Bodenbelag
Kosten 29,7 Mio.
Architekt Schmidt-Schicketanz, München
Kapazität 4412 Plätze (Eishockey, davon 3099 Sitzplätze)
6500 Plätze (Konzert, maximal)
Spielfläche 60 × 30 m (Eishockey)
Heimspielbetrieb
Veranstaltungen
Lage
Joynext-Arena (Sachsen)

GeschichteBearbeiten

Die ursprünglich 1969 erbaute Eissporthalle an der Pieschener Allee wurde während des Elbehochwassers 2002 stark beschädigt. Außerdem behinderte sie in der linkselbischen Dresdner Flutrinne des Ostrageheges den Abfluss der Wassermassen. Die Stadt Dresden entschied sich aus diesen Gründen für einen Ersatzneubau außerhalb der Flutrinne unter Verwendung von Fluthilfegeldern. Weitere Sportfördermittel des Freistaates Sachsen sowie Eigenmittel der Landeshauptstadt Dresden ermöglichten in der Zeit von Mai 2005 bis August 2007 neben dem Ersatz der eigentlichen Arena auch den Bau einer Trainingseishalle sowie einer 3000 Quadratmeter großen Drei-Felder-Ballspielhalle.[1] Gebaut wurde die Anlage vom Bautzner Bauunternehmen Hentschke Bau.[2]

Die Baukosten betrugen etwa 29,7 Millionen Euro. Der ursprüngliche Entwurf des Münchner Architekturbüros Schmidt-Schicketanz und Partner sah nur Baukosten in Höhe von 23,7 Millionen Euro vor.[3] Aufgrund steigender Metallpreise sowie stark erhöhter Sicherheitsforderungen konnten die geplanten Kosten nicht eingehalten werden.[1][4] Der Namenssponsor wurden zunächst für drei Jahre das Brauereiunternehmen Freiberger Brauhaus und das Sportzentrum trug den Namen Freiberger Arena.

Im Februar 2012 kam es zu einer Havarie in der Eishalle. Durch Risse im Dachbelag drang über längere Zeit Wasser durch die Decke ein und beschädigte das Dämmmaterial und die gesamte Dachkonstruktion, zusätzlich gelangte das Wasser in den Innenraum und tropfte in die Eishalle. Sie war danach mehrere Wochen nur eingeschränkt nutzbar[5], da das Dach zuerst notdürftig repariert werden musste.[6] Als Ursache für die Havarie wurde mangelhafte Bauausführung festgestellt.[7] Da das Bauunternehmen, das das Dach errichtete, bereits früher Insolvenz angemeldet hatte, konnte keine Gewährleistung eingefordert werden und die Stadt Dresden musste für die Reparaturen aufkommen. Bis zum Oktober 2012 wurden die Arbeiten zur Reparatur des Daches abgeschlossen.[8]

Zwischen Dezember 2010 und Januar 2022 trug die Halle den Namen EnergieVerbund Arena,[9] seither heißt sie Joynext-Arena, nachdem der lokale Automobilzulieferer JOYNEXT die Namensrechte für drei Jahre erworben hatte.[10]

KonzeptBearbeiten

Der Gebäudekomplex besteht aus der eigentlichen Arena, die im Erdgeschoss liegt und die gesamte Gebäudehöhe bestimmt, einer Trainingseishalle, die quer zur Arena angeordnet ist und deren Eisfläche etwas kleiner als die der Eisarena ist, einer Dreifeld-Ballspielhalle im Obergeschoss über der Trainingseishalle sowie einer 333 Meter langen Eisschnelllaufbahn im Außenbereich. In der Arena finden bei Eishockeyspielen oder anderen Eisveranstaltungen 4412 Zuschauer (davon 2799 Sitz- und 300 V.I.P.-Plätze) auf zwei umlaufenden Rängen Platz. Zusammen mit einer notwendigen Fernsehübertragungsmöglichkeit und zwei Anzeigetafeln entspricht die Arena dem von der DEL geforderten 9000-Punkte-Plan, so dass die Dresdner Eislöwen in die oberste Deutsche Eishockeyliga aufsteigen könnten.

NutzungBearbeiten

 
Eishockeyspiel Deutschland gegen Weißrussland am 21. April 2008

Das erste Spiel in der neuen Eishalle wurde am 15. August 2007 im Rahmen des Four-Points-Cups 2007 ausgetragen, bei dem die Eisbären Berlin gegen HC Energie Karlovy Vary ein 3:3-Unentschieden erreichten. Erster Torschütze in der Eisarena war Nationalstürmer Florian Busch mit dem 1:0 für die Eisbären. Die offizielle Eröffnung des Gesamtkomplexes fand vom 31. August bis zum 2. September 2007 statt.

Die Eisarena ist die Heimspielstätte der Dresdner Eislöwen, die in der Saison 2007/08 über 100.000 Besucher zu den 35 Heimspielen in die damalige Freiberger Arena lockten. In den Playoffs derselben Saison war die Eisarena mehrfach ausverkauft.[11] Bei Eishockeyspielen beträgt die offizielle Kapazität 4412 Zuschauer, davon 1028 auf Steh-, 2799 auf Sitz- und 300 auf V.I.P.-Plätzen. Neben den Eislöwen sind fast 50 Vereine und Sportabteilungen aus dem Eis- und Ballsport mit ihrem Trainings- und Wettkampfbetrieb in der Arena beheimatet. Zu diesen Nutzern gehört der Bundesstützpunkt Shorttrack.

In der Eislaufsaison bietet die Arena täglich die Möglichkeit zum öffentlichen Eislaufen auf fast 5000 m² Eisfläche.[12] Ein Tunnel verbindet die Trainingseishalle im Hauptgebäude mit der Eisschnelllaufbahn im Außenbereich, die ebenfalls für den Publikumslauf genutzt wird.[13]

In der Arena gibt es zehn Kioske sowie das Restaurant mit Sportsbar „Auszeit“. Neben Sportübertragungen in der Sportsbar bietet das Restaurant Kegelbahn, Tischkicker und Vereinsräume mit gastronomischer Bewirtung. Darüber hinaus war es Ende der 2000er Jahre einmal im Monat Veranstaltungsort des Dresdner Sportstammtisches.[14]

Technische DatenBearbeiten

  • Größe Halle: 93 m × 65 m[13]
  • Größe Eisfläche: 60 m × 30 m[13]

VeranstaltungenBearbeiten

DEL All-Star Game 2008Bearbeiten

Am 2. Februar 2008 fand in der EnergieVerbund Arena erstmals ein DEL All-Star Game außerhalb eines DEL-Standortes statt. Dabei trat eine Nordamerika-Auswahl der DEL-Spieler gegen eine Europa-Auswahl aus den DEL-Spielern an. Das Spiel gewann die Nordamerika-Auswahl mit 16:14 gegen die Europa-Auswahl.

WeblinksBearbeiten

Commons: Joynext-Arena – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b Hallenmanagement Freiberger Arena Dresden, Eigenbetrieb Sportstätten und Bäderbetrieb der Landeshauptstadt Dresden.
  2. hentschke-bau.de: Referenzen > Ingenieurbau > Hochbau: Dresden – Neubau Eissporthalle (Memento vom 12. Dezember 2007 im Internet Archive)
  3. Bettina Klemm: Erster Spatenstich für neue Dresdner Eishalle. In: Sächsische Zeitung, 10. Juni 2005.
  4. Bianca Deutsch, Thilo Alexe: Warum die Eishalle immer teurer wird. In: Sächsische Zeitung. 18. August 2010, abgerufen am 23. Januar 2020.
  5. Wasser dringt erneut in die EnergieVerbund Arena Dresden ein. In: Sächsische Zeitung, 17. Februar 2012.
  6. Juliane Richter: Neuer Rückschlag an der Eishalle. In: Sächsische Zeitung, 22. Februar 2012.
  7. Juliane Richter: Baupfusch schuld an Eishallen-Havarie. In: Sächsische Zeitung, 15. März 2012.
  8. Christiane Raatz, Juliane Richter: Misere um die Eishalle geht weiter. In: Sächsische Zeitung, 9. Oktober 2012.
  9. Presse- und Öffentlichkeitsarbeit: Aus Freiberger Arena wird EnergieVerbund Arena. In: dresden.de. Landeshauptstadt Dresden, 9. Dezember 2010, abgerufen am 23. Januar 2020.
  10. Dresden: Dresdens Eissportzentrum heißt jetzt JOYNEXT Arena. In: dresden.de. Landeshauptstadt Dresden, 14. Januar 2022, abgerufen am 15. Januar 2022.
  11. dresden-fernsehen.de: Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven: @1@2Vorlage:Toter Link/www.dresden-fernsehen.de Dresdner Eislöwen machen Aufstieg perfekt.
  12. Öffentliches Eislaufen. In: dresden.de. Landeshauptstadt Dresden, abgerufen am 1. Juni 2022.
  13. a b c freiberger-arena.de: Zahlen und Daten (Memento vom 14. Januar 2010 im Internet Archive)
  14. Dresdner Sportstammtisch in der Freiberger Auszeit (Memento vom 28. Juli 2012 im Internet Archive).
  15. Termine zur Wettkampfsaison 2011/2012. Abgerufen am 19. Januar 2020 (siehe auch Ergebnisseite der ISU).
  16. Dresdner Eislauf-Club e.V. – Eiskunstlauf und Synchroneinskunstlauf in Dresden. Abgerufen am 30. Januar 2019.