Frank Zander

deutscher Musiker und Fernsehmoderator
Frank Zander 2009 im Studio bei Markus Lanz

Frank Kurt Zander (* 4. Februar 1942 in Berlin-Neukölln als Frank Adolf Zander) ist ein deutscher Schlager- und Deutschpop-Musiker, Moderator und Schauspieler.

LebenBearbeiten

Nach einer Ausbildung als Grafiker begann Zanders Karriere als Sänger und Gitarrist der Gloomy-Moon-Singers (später Gloomys). Mitte der 1970er Jahre startete er seine Solokarriere und wurde bekannt mit Liedern wie „Der Ur-Ur-Enkel von Frankenstein“ (1974; 1975 in Österreich eine Woche lang auf Platz 1), „Ich trink auf dein Wohl, Marie“ (1974) und „Oh, Susi (der zensierte Song)“ (1976). 1977 erhielt er den Bronzenen Bravo Otto der Jugendzeitschrift Bravo.

Ab 1978 folgten unter dem Pseudonym Fred Sonnenschein und seine Freunde weitere Lieder wie „Der kleine Finkenhahn“. Die Freunde waren die Goldhamster Fritz, Rudi, Walter und Max. Bei Fernsehauftritten wurde Frank Zander alias Fred Sonnenschein allerdings nur von zwei Hamsterfreunden, nämlich Fritz und Max, in Maskottchen-Kostüm begleitet, die sich mit ihm in den Liedern angeregt unterhielten oder ihm die Erzähler-Rolle überließen. Wie bei den gleichzeitig populär gewordenen Schlümpfen wurden die Hamster-Stimmen elektronisch aufbereitet. Dem Goldhamster Fritz lieh Hugo Egon Balder seine Stimme. In dieser Besetzung erhielt Zander eine erste Goldene Schallplatte für die Single „Ja, wenn wir alle Englein wären“ (1981), die vier Wochen Nummer eins in Deutschland war. Das Lied ist eine Parodie auf den instrumentalen Sommerhit des Jahres, den Ententanz von den Electronica’s. Außerdem kam das Lied auf Platz 1 der österreichischen Charts sowie auf Platz 6 in den Schweizer Charts.[1] Danach war Zander noch mit zwei weiteren Coverversionen aktueller Hits erfolgreich, 1982 mit „Da, da, da, ich weiß Bescheid, du weißt Bescheid“ (Original von Trio), das in den österreichischen und Schweizer Charts vertreten war,[2] und Anfang 1986 mit seiner Persiflage „Jeanny (Die reine Wahrheit)“ auf FalcosJeanny“, die auch in die Schweizer und österreichischen Charts einstieg.[3] Im November 1989 brachte er unter dem Image des Kurt die Single „Hier kommt Kurt“ heraus, das sich ebenfalls in Deutschland, Österreich und der Schweiz mehrwöchig in den Charts hielt.[4] Als Fernsehmoderator trat er zusammen mit Helga Feddersen zwischen 1976 und 1980 in der Plattenküche auf. Von 1979 bis 1980 trat er im WWF-Regionalprogramm in 30 Folgen von Heiße Tips auf. Später arbeitete Zander mit verschiedenen Kollegen in ARD-Sendungen wie Bananas (1981–1984), Spaß am Dienstag, Känguru oder Frankobella (mit Isabel Varell). Im ZDF moderierte er die Musiksendung Vorsicht, Musik! und auf RTL die RTL Kinderhitparade.[5]

 
Frank Zander 2010

Zander sang auch das deutsche Themenlied der Fernsehserie Teenage Mutant Hero Turtles und des Films Ein Fall für TKKG: Drachenauge. Er synchronisierte Asterix in der Neusynchronisation von Asterix der Gallier und Asterix – Sieg über Cäsar und übernahm außerdem eine kleine Synchronisationsrolle als Schmetterling im Zeichentrickfilm Das letzte Einhorn. 1997 synchronisierte Zander das Power-Tool in dem deutschen Zeichentrickfilm Die furchtlosen Vier. Für den Berliner Fußballclub Hertha BSC schrieb und sang Zander 1993[6] das Vereinslied „Nur Nach Hause (geh’n wir nicht)“, das vor und nach jedem Heimspiel von Hertha BSC gespielt wird. Seit 1997 besingt Zander „ganz persönliche Geburtstags-CDs“ mit einem Geburtstagslied für einen bestimmten Vornamen. Diese CDs werden einzeln als CD-Rs von der Firma „Handgebrannt“ vertrieben. Das Konzept hierzu basiert auf den Geburtstags-Singles von der Firma Bob Burrows, die Frank Zander Mitte der 1980er Jahre einspielte. Seine CD „Rabenschwarz“ (2004) – beworben mit „Das Ende des Deutschen Schlagers“ – enthält Schlager, wie „17 Jahr, blondes Haar“ von Udo Jürgens, die im Stil von Rammstein gecovert wurden. Am 31. Oktober 2005 erschien die CD „Rabenschwarz Teil 2“, unter anderem mit einem Duett gemeinsam mit Nina Hagen. Neben Coverversionen sind auch Neuauflagen alter Zander-Songs wie „Hier kommt Kurt“ oder „Nachbar“ enthalten. Des Weiteren hat er mit dem Berliner Künstler Prinz Pi das Lied „Meene Stadt“ aufgenommen, das auf dessen Album „!DonnerwetteR!“ erschienen ist. Im April 2007 erschien die neue Single „Hier kommt Knut“ für den Eisbär Knut aus dem Berliner Zoo. In dem 2007 erschienenen deutschen Spielfilm Neues vom Wixxer spielte er eine kleine Rolle als Fred Fartwind. Ende 2008 arbeitete er noch einmal mit Prinz Pi zusammen. Gemeinsam mit dem Produzenten Biztram entstand der Track „Wo gehst du hin meine Schöne“ über die Zerstörung der Erde und die Selbstausrottung der Menschheit. Im Tatort: Der Hammer spielte Frank Zander 2014 eine Nebenrolle.

PersönlichesBearbeiten

Frank Zander ist seit 1968 verheiratet, hat einen Sohn und einen Enkel und lebt auf Ibiza und in einem Mehrfamilienhaus in Berlin-Charlottenburg.

Zanders Urgroßvater war mit Heinrich Zille befreundet. Einige Zeichnungen Zilles befinden sich heute in seinem Besitz.

Frank Zander ließ seinen zweiten Vornamen Adolf in Kurt ändern.[7]

Markenzeichen war von Beginn der Karriere an die raue Stimme, sie ist Folge einer nicht auskurierten Mandelentzündung Anfang der 1970er Jahre.[8]

Zander hat auch Ausstellungen mit gemalten Zanderfischen.

Soziales EngagementBearbeiten

Seit 1995 organisiert Zander jährlich ein Weihnachtsessen für ca. 3.000 Obdachlose und Bedürftige in Berlin, für das er zahlreiche Unternehmen als Sponsoren gewinnen kann. Zudem bieten Prominente ihre Hilfe an, die das Weihnachtsmenü servieren, das Unterhaltungsprogramm füllen oder Geschenke verteilen. Serviert werden alljährlich insgesamt etwa 3000 Gänsekeulen, 6500 Knödel, 850 Kilo Rotkohl und 250 Liter Soße.[9][10]

DiskografieBearbeiten

Studioalben

Jahr Titel Höchstplatzierung, Gesamtwochen/-monate, AuszeichnungChartplatzierungenChartplatzierungen[11]Template:Charttabelle/Wartung/Monatsdaten
(Jahr, Titel, Plat­zie­rungen, Wo­chen/Mo­nate, Aus­zeich­nungen, Anmer­kungen)
Anmerkungen
  DE   AT   CH
1975 Wahnsinn DE14
(6 Mt.)DE
AT2
(5 Mt.)AT
Erstveröffentlichung: 1. Juli 1975
1977 Zander’s Zorn DE4
(8 Mt.)DE
Erstveröffentlichung: 16. Januar 1977
1978 Frank’s beknackte Ideen AT8
(4 Mt.)AT
Erstveröffentlichung: 1. April 1978
1979 Donnerwetter DE13
(8 Wo.)DE
Erstveröffentlichung: 2. Juli 1979
1981 Ja, wenn wir alle Englein wären DE20
(10 Wo.)DE
AT9
(2 Mt.)AT
als Fred Sonnenschein und seine Freunde
Erstveröffentlichung: 26. Oktober 1981
1982 Die fröhliche Hamster-Parade DE14
(11 Wo.)DE
als Fred Sonnenschein und seine Freunde
Erstveröffentlichung: 19. April 1982

grau schraffiert: keine Chartdaten aus diesem Jahr verfügbar

Weitere Alben

  • 1982: Frankie’s Zanda Da Da
  • 1987: Stromstöße
  • 1988: Frankie’s Party
  • 1990: Kurt – Quo vadis
  • 1992: Einfach Zanders
  • 1995: Garantiert Gänsehaut
  • 1998: Zanders Power Pack
  • 2000: Weihnachten mit Fred Sonnenschein und seinen Freunden
  • 2004: Rabenschwarz Teil 1
  • 2005: Rabenschwarz Teil 2
  • 2008: Reibeisen[12]
  • 2010: Kinder Schlager Party
  • 2012: Typisch Wassermann[13]
  • 2015: Immer noch der Alte[14]
  • 2019: Urgestein

AuszeichnungenBearbeiten

Synchronrollen (Auswahl)Bearbeiten

WeblinksBearbeiten

Commons: Frank Zander – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. http://hitparade.ch/song/Fred-Sonnenschein-und-seine-Freunde/Ja,-wenn-wir-alle-Englein-waeren-789
  2. http://hitparade.ch/song/Frank-Zander/Da-da-da-ich-weiss-Bescheid,-du-weisst-Bescheid-857
  3. http://hitparade.ch/song/Frank-Zander/Jeannie-%28Die-reine-Wahrheit%29-1410
  4. http://hitparade.ch/song/Frank-Zander/Hier-kommt-Kurt-2119
  5. Biografie, da-music.de, abgerufen am: 9. März 2015
  6. Jens Bierschwale: Fussball-Bundesliga: Frank Zander glaubt an Herthas Klassenerhalt. In: welt.de. 17. Dezember 2009, abgerufen am 7. Oktober 2018.
  7. Aussage über Namensänderung auf Facebook, abgerufen am 5. November 2017
  8. „70. Geburtstag: Frank Zander denkt noch nicht an Rente“, abgerufen am 4. Februar 2012
  9. Offizielle Website von Weihnachten mit Frank Zander
  10. Weihnachten mit Frank Zander. In: WeihnachteninBerlin.de. Abgerufen am 18. Dezember 2019.
  11. Chartquellen: DE AT CH
  12. Steffen Hung: germancharts.com - Frank Zander - Reibeisen. Abgerufen am 21. März 2018.
  13. http://www.cd-lexikon.de/album_frank-zander-typisch-wassermann.htm
  14. http://www.cd-lexikon.de/album_frank-zander-immer-noch-der-alte.htm
  15. ak: Frank Zander: Reibeisenstimme mit Herz für Obdachlose. In-Berlin-Brandenburg.com, 25. Februar 2008, abgerufen am 22. Dezember 2009.
  16. Verleihung der Ehrennadel Dezember 2007. (Nicht mehr online verfügbar.) berlin.de, archiviert vom Original am 28. März 2014; abgerufen am 26. Februar 2010.  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.berlin.de
  17. Verleihung des Verdienstordens
  18. Frank Zander mit Brandenburger Verdienstorden ausgezeichnet
  19. Pressemitteilung zur Verleihung der Neuköllner Ehrennadel, abgerufen am 17. Dezember 2017.