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Ein Schweinchen namens Babe

Film von Chris Noonan (1995)

Ein Schweinchen namens Babe ist ein australischer Familienfilm aus dem Jahr 1995. Er beruht auf dem Kinderbuch Schwein gehabt, Knirps! (Originaltitel: The Sheep Pig) von Dick King-Smith. Die Hauptdarsteller sind James Cromwell und Magda Szubanski, die unter der Regie von Chris Noonan das Farmerehepaar Hoggett verkörpern. Zudem sprechen zahlreiche Synchronsprecher, darunter Hugo Weaving, die Tiere, so dass dem Zuschauer so die Dialoge zwischen ihnen verständlich gemacht werden. Der Film startete am 7. Dezember 1995 in den deutschen Kinos.

Filmdaten
Deutscher TitelEin Schweinchen namens Babe
OriginaltitelBabe
ProduktionslandAustralien, USA
OriginalspracheEnglisch
Erscheinungsjahr1995
Länge92 Minuten
AltersfreigabeFSK o. A.
Stab
RegieChris Noonan
DrehbuchChris Noonan
George Miller
ProduktionGeorge Miller
Doug Mitchell
Bill Miller
MusikNigel Westlake
KameraAndrew Lesnie
SchnittMarcus D’Arcy
Jay Friedkin
Besetzung
Chronologie

Nachfolger →
Schweinchen Babe in der großen Stadt

HandlungBearbeiten

Das Ferkel Babe, ein Name, mit dem alle Ferkel von ihrer Mutter angesprochen wurden, wächst zunächst in einer Schweinezuchtanlage auf, als es, kurz nachdem seine Mutter von einem Schlachterbetrieb abgeholt wurde, als Preis für einen Wettbewerb für ein bald stattfindendes Volksfest ausgewählt wird. Auf diesem begegnet es erstmals dem Farmer Arthur Hoggett, der das Ferkel auch gewinnt, indem er Babes Gewicht richtig geraten hat. Obwohl Hoggett keine Schweine hält, nimmt er den Preis an, da Weihnachten vor der Tür steht und Babe somit als Weihnachtsbraten vorgesehen wird.

So kommt Babe schließlich auf den Hof von Arthur Hoggett und seiner Frau Esme, wo er die Aufmerksamkeit der Hundewelpen von Border-Collie-Hündin Fly und ihrem Gatten Rex auf sich zieht. Während Fly Mitleid mit dem traurigen Schweinchen hat und in ihr Herz schließt, ist Rex, der die Traditionen auf der Farm schätzt, weit weniger erfreut darüber. Er gestattet ausnahmsweise, dass Babe bei den Hunden in der Scheune bleiben darf, bis er sich auf der Farm eingelebt hat. Kurze Zeit später lernt Babe die Ente Ferdinand kennen, der allerdings wie ein Hahn kräht, um so einen Nutzen auf der Farm zu erfüllen und damit der Schlachtung zu entgehen. Allerdings haben sich die Hoggetts genervt einen Wecker zugelegt, was ihn stört. Er bringt Babe dazu, verbotenerweise in das Haus einzudringen, um so den Wecker zu stehlen und zu beseitigen. Dabei weckt das Schweinchen die hinterlistige Katze Duchess und löst damit ein Chaos aus. Er wird in der Scheune vor einer Art Tribunal gestellt, dem Rex vorsitzt und beruft sich auf die natürliche Berufung der einzelnen Tierarten. Zudem verbietet er Babe den Kontakt zu Ferdinand, der sich seitdem versteckt. Kurz darauf werden die Welpen von Fly und Rex verkauft, was gerade Fly sehr traurig macht. Als Babe sie fragt, ob er Mama zu ihr sagen darf, adoptiert Fly ihn.

Mit seiner freundlichen Art weckt Babe schnell die Sympathien der anderen Tiere. Kurz darauf begleitet er Hoggett, Fly und Rex, der nationaler Schäferhundwettbewerb-Champion war, zur Schafsherde. Dort lernt er auch das Alphatier der Herde kennen, die schon etwas betagte Maa. Diese ist ganz verzückt von dem kleinen Schweinchen und seiner Höflichkeit. Das Schicksal der Schlachtung bleibt ihm erspart, als sich Hoggett entscheidet, eine nicht näher genannte Ente als Weihnachtsbraten zu schlachten. Deswegen beschließt Ferdinand, die Farm zu verlassen und bittet Babe, das Tor für ihn zu öffnen und verschwindet daraufhin. Dabei bemerkt Babe, dass irgendwas in der Schafsherde nicht stimmt und verlässt so verbotenerweise die Farm. Auf dem Gelände, wo die Schafe grasen, treiben gerade Viehdiebe ihr Unwesen, was die Schafe in Panik versetzt. Babe rennt so schnell wie er kann zurück zur Farm und erzählt Fly davon, die wiederum Hoggett warnt. Gemeinsam können sie den Großteil der Herde retten. Dieser Vorfall inspiriert Babe dazu, es selber mit dem Schafehüten zu versuchen und übt, in dem er die Hühner nach der Farbe ihres Federkleides trennt. Das wird von Hoggett beobachtet, der beeindruckt vom Schweinchen ist.

So kommt es, dass Babe zusammen mit Fly und Rex Hoggett zur Schafsherde begleitet. Als Fly Babe Tipps zum Schafehüten gibt, entzürnt sie damit Rex. Babe versucht auf die Art die Schafsherde zu führen, wie es die Hunde tun, mit autoritärem Ton. Als Babe dies nicht schafft, beißt er Maa ins Bein, die über Babes plötzliches rüpelhaftes Verhalten verwundert ist. Babe entschuldigt sich und Maa rät ihm, mit den Schafen mit seiner freundlichen Art zu führen, was auch funktioniert. Babe gelingt es, die Schafe problemlos in die Umzäunung zu leiten. Weil er aber befürchtet, Rex damit verärgert zu haben, vertraut er sich Fly an, die dies mit ihrem Gatten klären will. Dieser ist bei der Aussprache so wütend, dass er Fly angreift und am Bein verletzt und Hogget in die Hand beißt. Daraufhin wird er an die Kette gelegt. Babe, der sich sicher ist, die Situation deeskalieren zu können, sucht das Gespräch mit Rex und wird auch von ihm angegriffen. Daraufhin wird Rex vom Tierarzt untersucht und sediert. Hogget bleibt somit nichts anderes übrig, die Aufgabe der Hunde an Babe zu übertragen.

Fly berichtet Babe daraufhin, was mit Rex ist. Rex war ursprünglich ein großartiger Schafshüter gewesen mehrfacher und nationaler Champion. Er wäre beinahe zum größten Champion aller Zeiten aufgestiegen. Kurz vor seinem letzten Wettkampf jedoch überflutete ein Unwetter das Tal, in dem die Hoggetts leben. Es gelang Hoggett und Rex einen Großteil der Schafe zu retten und Rex blieb zurück, um die Nachzügler zu sichern. Diese waren aber bereits von den Fluten eingeschlossen und kamen nicht weg. Rex blieb bis zum Ende bei den Schafen, die letztendlich doch ertranken und Rex selbst überlebte nur knapp. Allerdings hat er seitdem einen Hörschaden und konnte den Wettkampf nicht gewinnen, weil er die Befehle seines Herrchen nicht verstand.

Ein paar Tage später bemerkt Babe wieder, dass die Schafsherde in Panik ist. Er sieht, dass ein kleines dreiköpfiges Rudel von Wildhunden die Schafsherde angreift und wie sie versuchen Maa zu reißen. Babe macht dies so wütend, dass er die Hunde angreift und rammt, die daraufhin die Flucht antreten. Allerdings kommt für Maa jede Hilfe zu spät, sie verblutet und stirbt, worauf Babe und die Herde um sie trauern. Als Hoggett die Herde erreicht, sieht er nur den blutüberströmten Babe und ist sich sicher, dass er Maa getötet hat. Er entschließt sich, Babe zu erschießen. Fly, die Zweifel hat, dass ausgerechnet Babe Maa getötet haben soll, vertraut sich den Schafen an. Diese zögern aber zunächst, da die Schafe die Hunde, die sie stets Wölfe nennen, für ignorant halten. Im Gegenzug halten die Hunde Schafe für dumm. Dennoch vertragen sie sich und die Schafe erklären Fly, was passiert ist. Fly stürmt daraufhin zurück zur Farm, wo Hoggett die Vorbereitung zur Tötung Babes abgeschlossen hat. Fly kann ihn solange davon abhalten, bis seine Frau Esme ihn von einer Warnung der Polizei erzählt, wonach Wildhunde auf den Nachbarsfarmen Schafe gerissen haben, weswegen er von der Erschießung absieht.

Kurz darauf fährt Esme Hoggett zu einem Ausflug mit Bekannten und ihr Mann kann sich in Ruhe auf den bald stattfindenden nationalen Schäferhundwettbewerb vorbereiten. Hoggett ist festentschlossen, Babe für diesen Wettkampf anzumelden, ist aber besorgt, dass der Teilnehmer ein Hund sein muss. Nach eingehendem Studium der Regeln und der Tatsache, dass auf dem Anmeldeformular nur nach dem Namen des Tieres und nicht dem Namen des Hundes gefragt wird, trägt er Babe als Pig ein und sendet per Fax das Formular an die Veranstalter. Da das Wetter draußen schlecht ist, gewährt er Babe den Verbleib im Haus. Als Babe versucht, Kontakt zu der Katze Duchess aufzunehmen, kratzt sie ihn und wird dafür von Hoggett aus dem Haus geworfen. Diese rächt sich daran, dass sie sich später augenscheinlich bei Babe entschuldigt und ihm die wahre Natur der Schweine verrät, nämlich die der Mästung und Schlachtung sowie dem Verzehr durch die Menschen, was Babe absolut verstört. Er rennt zu Fly, die der Geschichte der Katze leider nur zustimmen kann.

Am nächsten Morgen ist Babe ausgerissen. Hoggett wird von Rex und Fly darauf hingewiesen und verzweifelt suchen sie nach dem Schweinchen, welches sich auf einem nahegelegenen Friedhof versteckt hat. Hoggett nimmt ihn mit nach Hause, doch Babe ist immer noch so verängstigt durch diese Tatsache, dass er sogar die Nahrung verweigert. Nur mit Mühe und körperlichen Einsatz gelingt es Hoggett Babe wieder aufzubauen und ihn zum Fressen zu bewegen. So wird Babe für den großen Tag vorbereitet.

Als es dann soweit ist, sind die Reaktionen, wie zu erwarten war, vernichtend. Das Publikum lacht Hoggett aus, die Jury und anderen Teilnehmer sind empört und verlangen eine Untersuchung. Hoggett lässt sich aber nicht beeindrucken. Babe versucht sich derweil mit seiner Schafsherde zu unterhalten, diese ignorieren ihn jedoch völlig, was Babe total verunsichert. Während Hoggett auf die Entscheidung der Jury wartet, hechtet Rex zurück zur Farm, um dort die Schafe um Hilfe zu bitten. Ähnlich wie zuvor Fly, versucht er freundlich die Schafe darum zu bitten, ihm und Babe zu helfen. Die Schafe stimmen zu, Rex eine Parole zu nennen, wenn er diese nicht missbraucht, da Maa es so gewollt hätte. Rex erklärt sich einverstanden, erhält die Parole und rennt zurück zum Wettbewerb, wo der Jury nichts anderes übrig bleibt als Babe zuzulassen. Rex übergibt Babe die Parole und mit dieser gelingt es Babe unter den schockierten Augen der Zuschauer und Jury, sowie den Tieren bei der Farm, die den Wettbewerb zufällig am Fernseher betrachten, die Schafe durch ihre vorgegebene Route zu führen. Als Hoggett das Tor schließt, bricht das Publikum in tosendem Jubel und Applaus aus und Babe erhält die volle Punktzahl. Hoggett lobt Babe für seine gute Leistung.

HintergrundBearbeiten

Für die Rolle des Schweinchens Babe wurden 48 Ferkel ausgebildet. In einigen Szenen wurden jedoch auch animatronische Tiere eingesetzt.

Bei den Dreharbeiten soll kein Tier zu Schaden gekommen sein. Im Gegenteil wurde vertraglich zugesichert, dass auch nach den Dreharbeiten explizit die eingesetzten Ferkel niemals der Schlachtung zugeführt werden dürften.

Von diesem Film gibt es mehrere Synchronfassungen: Für Österreich wurde der Film in die verschiedenen Landesdialekte übersetzt. Daneben gibt es auch eine Fassung in Schweizerdeutsch, gesprochen von der Schauspielerin Ursula Schäppi.

James Cromwell wurde während der Dreharbeiten zum Veganer.[1]

1998 entstand die Fortsetzung Schweinchen Babe in der großen Stadt.

SynchronisationBearbeiten

AuszeichnungenBearbeiten

Ein Schweinchen namens Babe wurde für die Spezialeffekte mit einem Oscar ausgezeichnet. Weitere Oscar-Nominierungen gab es in den Kategorien Bester Film, Bestes adaptiertes Drehbuch, Beste Regie, Bester Nebendarsteller, Bestes Szenenbild und Bester Schnitt.[2]

Der Film erhielt zudem zahlreiche australische und britische Filmpreise.

KritikenBearbeiten

Bob Bloom (Journal and Courier) bezeichnet Ein Schweinchen namens Babe als einen der „schönsten Familienfilme aller Zeiten“.

Ken Hanke (Mountain Xpress) bewertet den Film als „überraschend gut“.

LiteraturBearbeiten

  • Dick King-Smith: Schwein gehabt, Knirps! (Originaltitel: The Sheep Pig). Deutsch von Anne Braun. Mit Illustrationen von Mary Rayner. 4. Auflage. Sauerländer, Aarau, Frankfurt am Main und Salzburg 1996, 138 S., ISBN 3-7941-3904-6
  • Ron Fontes und Justine Korman: Ein Schweinchen namens Babe. Nach dem Drehbuch von George Miller und Chris Noonan. Nach dem Buch von Dick King-Smith (Originaltitel: Babe). Deutsch von Nicola Aschenbrenner. (Genehmigte Taschenbuchausgabe.) Goldmann, München 1996, 60 S., ISBN 3-442-43616-8

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Archivlink (Memento des Originals vom 25. Februar 2012 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.takepart.com
  2. http://www.imdb.com/title/tt0112431/awards