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Walter Andreas Müller

Schweizer Schauspieler und Radiomoderator

Walter Andreas Müller (* 3. September 1945 in Zürich) ist ein Schweizer Schauspieler und Radiomoderator. In der Schweiz ist er auch unter seinem Namenskürzel WAM bekannt.

KarriereBearbeiten

Nach einer Ausbildung zum Verlagskaufmann liess sich Walter Andreas Müller von 1966 bis 1969 am Bühnenstudio Zürich zum Schauspieler ausbilden. Danach hatte er feste Engagements in Deutschland an den Bühnen von Bielefeld, Köln und Rendsburg. 1972 kehrte er in die Schweiz zurück, wo er mehrere Jahre am Zürcher Theater an der Winkelwiese spielte. Seit 1975 ist Walter Andreas Müller als freier Schauspieler an verschiedenen Theatern, als Kabarettist, Radiomoderator, Hörspielsprecher und Imitator tätig.

Gemeinsam mit Birgit Steinegger agierte Walter Andreas Müller 28 Jahre in der Satire-Sendung Zweierleier auf Schweizer Radio DRS. In Sendungen wie Viktors Spätprogramm oder Punkt CH parodierten Müller und Steinegger Schweizer Politiker, besonders die Schweizer Bundesräte. Bis Anfang 2012 waren sie in Benissimo zu sehen. Bis Ende Februar 2013 waren er und Birgit Steinegger mit Zweierleier live – Radio fürs Auge auf Schweizer Kleinbühnen unterwegs.

Ende der 1990er-Jahre spielte Müller den «Hans Meier» in Fascht e Familie, der ersten Sitcom des Schweizer Fernsehens mit 100 Folgen. In der TV-Soap Lüthi und Blanc agierte er als schwuler Modedesigner «Bela Straub». Zusammen mit Ursula Schaeppi erhielt er die TV-Publikumsauszeichnungen Prix Walo und TV Tell. 1996 moderierte er eine TV-Aufzeichnung am Arosa Humor-Festival. Müller war immer wieder mit unzähligen Komödien und Boulevard-Stücken von Hans Gmür und Kamil Krejčí auf Schweizer Tournee.

Zahlreichen Kindersendungen und -hörspielen lieh er seine Stimme: Seit 1976 spielt er den Globi mit über 3 Millionen verkauften Tonträgern. Die Produktion Globi im Europa-Park (2000) schrieb, sprach und inszenierte er erstmals selbst. Seither erschienen weitere 20 Tonträger; im Januar 2020 die 22. Hörspiel-Produktion: "Globi im Spital".

Am Theater St. Gallen spielte er im Jahr 2000 erstmals den Gefängniswärter «Frosch» in einer schweizerdeutschen Fassung der Operette Die Fledermaus. 2008 und 2009 war er im Musical Hairspray als «Wilbur Turnblad» und in der Operette Die lustige Witwe als «Njegus» am Theater St. Gallen zu sehen. Ausserdem spielte er im Wechsel mit Bernard Thurnheer im Zürcher Theater 11 den Erzähler in The Rocky Horror Show. Danach übernahm er von Maja Stolle die Rolle der «Frau Galli» im Musical Die Schweizermacher. Zusammen mit Swisspäck war er mit verschiedenen Parodien in der Swisspäck Comedy Christmas Show in der Maaghalle Zürich mit dabei.

Bei den Schlossfestspielen im Sommer 2012 auf Schloss Hagenwil, Kanton Thurgau war er als «Argan» in Molières Komödie Der eingebildete Kranke zu sehen, und wirkt dort seit der Gründung 2010 auch als Künstlerischer Patron. Im Herbst 2012 spielte er im Zürcher Bernhardtheater in der Neufassung des Gauner-Musicals Bibi Balù in 16 verschiedenen Rollen. 2013 und 2015 folgten erneut Parodien in der "Comedy Christmas Show" in der Maaghalle in Zürich. Er übernahm die Rolle des Erzählers im musikalischen Märchen "Pinocchio" in Aufführungen der Stadtmusik Frauenfeld. 2014/2015 war er als Fürst Populescu zu sehen in "Gräfin Mariza" von E. Kálmán (Regie Stefan Huber). 2016 in der Welturaufführung des Musicals "Don Camillo und Peppone" als Nonno. (Regie: Andreas Gergen) sowie bei den Thuner Seespielen in "Sugar - Some like it hot" als Osgood Fielding III. Im Sommer 2018 spielte er bei den Schlossfestspielen Hagenwil Lenglumé in "Die Affäre Rue de Lourcine" von Eugène Labiche. Anschliessend am Theater St. Gallen im Musical "Hello, Dolly!" Horace Vandergelder. Ab November 2019 spielt er bis Mai 2020 Papst Albert IV. in der Komödie "Der Tag, an dem der Papst gekidnappt wurde" von Joao Bethencourt bei den Kammerspielen Seeb und im Hechtplatztheater Zürich.

Als Moderator war er beim Schweizer Fernsehen SRF tätig ("Comedy Legenden") und bei Radio SRF1 und SRF-Musikwelle bis Ende 2017 als Moderator des "Wunschkonzertes" am Montagabend und im "Musikpavillon" zu hören.

Im Mai 2017 wurde er vom Internationalen Mundartarchiv in Dormagen-Zons mit dem Zonser Darstellerpreis für "ausserordentliche schauspielerische Leistung" für das SRF-Hörspiel «Warte uf Bodo» ausgezeichnet.[1]

PrivatesBearbeiten

Walter Andreas Müller lebt mit seinem Partner – einem Deutschlehrer, den er 1986 am Theater kennenlernte – in einem Erdhaus im Zürcher Oberland.

FilmografieBearbeiten

HörspieleBearbeiten

LiteraturBearbeiten

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Preise für Walter Andreas Müller und Pierre Kretz an Zonser Hörspieltagen Artikel der SRG Deutschschweiz vom 15. Mai 2017