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Dienstadt

Stadtteil von Tauberbischofsheim, Baden-Württemberg, Deutschland

Dienstadt ist einer von sieben Stadtteilen von Tauberbischofsheim im Main-Tauber-Kreis mit 315 Einwohnern.[1]

Dienstadt
Wappen von Dienstadt
Koordinaten: 49° 38′ 8″ N, 9° 36′ 39″ O
Höhe: 299 m ü. NN
Einwohner: 315 (27. Apr. 2019)[1]
Eingemeindung: 1. Januar 1972
Postleitzahl: 97941
Vorwahl: 09341
Dienstadt (2016)
Dienstadt (2016)

Inhaltsverzeichnis

GeographieBearbeiten

Geographische LageBearbeiten

Dienstadt liegt vier Kilometer westlich von Tauberbischofsheim im Rinderbachtal.[1]

NachbargemeindenBearbeiten

Jenseits des Dorfes grenzt im Südwesten Königheim an, im Nordwesten Eiersheim, im Nordosten Hochhausen und im Westen Tauberbischofsheim.

Schutzgebiete und NaturdenkmaleBearbeiten

Auf Teilen der Dienstädter Gemarkung gibt es seit 1942 mit dem Stammberg eines der ältesten Naturschutzgebiete des Landes Baden-Württemberg. Die anderen Teile liegen auf der Tauberbischofsheimer Gemarkung. Das Naturschutzgebiet umfasste zunächst 31,1 Hektar. 1970 wurden 23 Hektar des Stammbergs als Bannwald ausgewiesen. 1997 kam es zu einer Erweiterung des Naturschutzgebietes auf eine Fläche von 79,6 Hektar.[2]

Daneben gibt es ein flächenhaftes Naturdenkmal: Naturdenkmal Felspartie Schlüsseläcker Im Grund (Schutzgebiets-Nr. 81281150008); 0,3 ha; flächenhaftes Naturdenkmal; seit dem 10. März 1992 (siehe auch: Liste der Naturdenkmale in Tauberbischofsheim).[3]

GeschichteBearbeiten

1314 wurde das Dorf Dienstadt erstmals urkundlich erwähnt als Distad. Bereits im Jahr 1341 wurde es umbenannt in Dienstadt. Im 14./15. Jahrhundert ging der Ort durch einen Kauf vollständig in den Besitz des Hospitals von Bischofsheim über.[1]

Bis 1803 gehörte Dienstadt zu Mainz, dann bis 1806 zu Leiningen, anschließend kam es zu Baden.[1]

Am 1. Januar 1972 wurde Dienstadt im Zug der Gebietsreform in Baden-Württemberg nach Tauberbischofsheim eingemeindet.[4]

WappenBearbeiten

Das Wappen von Dienstadt zeigt in Silber auf grünem Boden den heiligen Jakob in rotem Ornat und mit goldenem Nimbus, in der Rechten ein goldenes Buch, in der Linken einen goldenen Pilgerstab haltend.[5]

EinwohnerentwicklungBearbeiten

Jahr Dienstädter Bevölkerung Sonstiges
1961 243 Volks-, Berufs- und Arbeitsstättenzählungen in Westdeutschland vom 6. Juni 1961 (Gemeindeverzeichnis)
1970 258 Volks-, Berufs- und Arbeitsstättenzählungen in Westdeutschland vom 27. Mai 1970 (Gemeindeverzeichnis)
2015 336 Fortgeschriebene Daten der Stadt Tauberbischofsheim anhand der Volkszählung in der Europäischen Union 2011 (Zensus)

Quellen: Gemeindeverzeichnis[6] und Angaben der Stadt Tauberbischofsheim

PolitikBearbeiten

Der Ortschaftsrat besteht aus drei Personen. Diese drei Ortschaftsräte stellt die CDU.[7]

Ortsvorsteher ist Herbert Häfner. Sein Stellvertreter ist Joseph Köhler.[7]

WirtschaftBearbeiten

WasserversorgungBearbeiten

VerkehrBearbeiten

In Tauberbischofsheim besteht nach etwa fünf Kilometern Anschluss an die Taubertalbahn CrailsheimWertheim.

Bei Tauberbischofsheim befindet sich nach etwa sieben Kilometern seit 1972 eine Anschlussstelle an die Bundesautobahn 81.

Wohnen und BauenBearbeiten

Dienstadt verfügt über ein Baugebiet „Wanne“.[8]

MedienBearbeiten

Tauberbischofsheim AKTUELL informiert als städtisches Mitteilungsblatt jeweils zum ersten und dritten Donnerstag eines Monats.[9]

Kultur und SehenswürdigkeitenBearbeiten

Bauwerke und BaudenkmälerBearbeiten

JakobuskircheBearbeiten

 
St. Jakobus in Dienstadt

Die römisch-katholische Pfarrkirche St. Jakobus in Dienstadt ist eine im 16. Jahrhundert erbaute Kirche. Sie ist eine Filiale der Stadtkirche St. Martin in Tauberbischofsheim.[10]

Da es in Dienstadt keine evangelische Kirche gibt, besuchen die evangelischen Gottesdienstteilnehmer die evangelische Christuskirche in Tauberbischofsheim.

MariengrotteBearbeiten

An einer Felsenwand hinter der Jakobuskirche befindet sich eine Mariengrotte.[11]

JakobusbrunnenBearbeiten

 
Jakobusbrunnen in Dienstadt

Ein Jakobusbrunnen steht ebenfalls im Ort bei der Jakobuskirche.[1]

MuttergotteskapelleBearbeiten

Unterhalb des Dienstädter Friedhofs befindet sich eine kleine Muttergotteskapelle von 1782.[1]

DorfgemeinschaftshausBearbeiten

Das 1886 erbaute Schulgebäude steht unter Denkmalschutz. 1988/89 wurde es durch einen Anbau zum Dorfgemeinschaftshaus erweitert.[1]

GaststättenBearbeiten

Das Gasthaus „Zum deutschen Kaiser“ ist seit mehr als 100 Jahren in Familienbesitz.[1]

Bildstöcke und WegkreuzeBearbeiten

Mehrere Bildstöcke und Wegkreuze sind charakteristisch für das Madonnenländchen.

NaherholungBearbeiten

Dienstadter SeeBearbeiten

Der Dienstadter See wurde 2011 durch den Heimatverein Dienstadt als Naherholungsgebiet am Wiesengrund im Rinderbachtal geschaffen.[12] Das Wasser des Sees fließt in den Rinderbach, der von links in den Brehmbach mündet, bevor dieser wiederum bei Tauberbischofsheim von links in die Tauber fließt.

Rad- und WanderwegeBearbeiten

 
Jakobsweg Main-Taubertal zwischen Dienstadt und Königheim

Der ausgeschilderte Jakobsweg Main-Taubertal führt seit einigen Jahren durch Dienstadt.[1] Als ein alter Handelsweg führt dieser von Tauberbischofsheim über Dienstadt, Königheim, Külsheim und Miltenberg nach Frankfurt am Main. Daneben ist Dienstadt auch an den Taubertalradweg angeschlossen.

Die etwa 40 Kilometer lange und ausgeschilderte Mountainbiketour Links der Tauber führt ebenfalls durch Dienstadt.[13]

Kulinarische SpezialitätenBearbeiten

Eine funktionsfähige Grünkerndarre wird im Zweijahresrhythmus in Betrieb genommen, um nach altem Brauch Grünkern zu darren. Durch das Darren wird Dinkelgetreide zum Grünkern, eine Spezialität des Taubertals.

Regelmäßige VeranstaltungenBearbeiten

Regelmäßige Veranstaltungen und Feste in Dienstadt sind:[1]

  • Das „Jakobifest“ (letztes Juliwochenende)[14]

VereineBearbeiten

In Dienstadt gibt es sechs Vereine.[1] Darunter befinden sich unter anderem:

  • Heimatverein Dienstadt e.V.
  • Musikkapelle Dienstadt e.V.

LiteraturBearbeiten

  • Corinna Egerer, Michael Latzel: Tauberbischofsheim. Fränkische Nachrichten, Tauberbischofsheim 2005, ISBN 3-924780-48-X, S. 148–161 (Kapitel: „Stadtteile“ Tauberbischofsheims).
  • Hans Georg Zier, Julius Friedrich Kastner: Wappenbuch des Landkreises Tauberbischofsheim. Fränkische Nachrichten, Tauberbischofsheim 1967, DNB 458728101.

WeblinksBearbeiten

  Commons: Dienstadt – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b c d e f g h i j k l Stadt Tauberbischofsheim: Start >> Stadt & Politik >> Unser TBB >> Stadtteile >> Dienstadt. Online auf www.tauberbischofsheim.de. Abgerufen am 27. April 2019.
  2. Reinhard Wolf, Ulrike Kreh (Hrsg.): Die Naturschutzgebiete im Regierungsbezirk Stuttgart. Thorbecke, Ostfildern 2007, S. 366–368 (Stammberg).
  3. LUBW Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg: 81281150008 Felspartie Schlüsseläcker Im Grund. Online auf udo.lubw.baden-wuerttemberg.de. Abgerufen am 18. Oktober 2016.
  4. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 453.
  5. Hans Georg Zier, Julius Friedrich Kastner: Wappenbuch des Landkreises Tauberbischofsheim. Fränkische Nachrichten, Tauberbischofsheim 1967.
  6. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1.
  7. a b Stadt Tauberbischofsheim: Der Ortschaftsrat der Ortschaft Dienstadt (Memento des Originals vom 17. November 2016 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.tauberbischofsheim.de. online auf www.tauberbischofsheim.de. Abgerufen am 16. November 2016.
  8. Stadt Tauberbischofsheim: Stadtteil Dienstadt - Baugebiet "Wanne" (Memento des Originals vom 27. Mai 2015 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.tauberbischofsheim.de. online auf www.tauberbischofsheim.de. Abgerufen am 26. Mai 2015.
  9. Stadt Tauberbischofsheim: Tauberbischofsheim AKTUELL (Memento des Originals vom 25. Mai 2016 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.tauberbischofsheim.de. online auf www.tauberbischofsheim.de. Abgerufen am 25. Mai 2016.
  10. Katholische Kirchengemeinde Tauberbischofsheim: Jakobuskirche. Online auf www.kath-kirche-tbb.de. Abgerufen am 8. Januar 2018.
  11. R. Wallisch: Grotte an der Kirche St. Jakobus. Online auf www.kath-kirche-tbb.de. Abgerufen am 23. Februar 2018.
  12. Dienstädter See: Bademöglichkeiten und Bootssteg / Neues Naherholungsgebiet für alle Naturliebhaber. In: Fränkische Nachrichten. online auf www.fnweb.de. Abgerufen am 26. Mai 2015.
  13. Stadt Tauberbischofsheim: Mountainbiketour "Links der Tauber" (Memento des Originals vom 29. August 2016 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.tauberbischofsheim.de. online auf www.tauberbischofsheim.de. Abgerufen am 26. Mai 2015.
  14. Stadt Tauberbischofsheim: Wiederkehrende Feste in den Ortsteilen (Memento des Originals vom 13. Juli 2016 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.tauberbischofsheim.de. Online auf www.tauberbischofsheim.de Abgerufen am 13. Juli 2016.