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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Deensen
Deensen
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Deensen hervorgehoben
Koordinaten: 51° 52′ N, 9° 36′ O
Basisdaten
Bundesland: Niedersachsen
Landkreis: Holzminden
Samtgemeinde: Eschershausen-Stadtoldendorf
Höhe: 251 m ü. NHN
Fläche: 11,02 km2
Einwohner: 1336 (31. Dez. 2018)[1]
Bevölkerungsdichte: 121 Einwohner je km2
Postleitzahl: 37627
Vorwahl: 05532
Kfz-Kennzeichen: HOL
Gemeindeschlüssel: 03 2 55 007
Gemeindegliederung: 3 Ortsteile
Adresse der Verbandsverwaltung: Kirchstraße 4
37627 Stadtoldendorf
Website: www.eschershausen-stadtoldendorf.de
Bürgermeister: Hans-Dieter Ullmann (SPD)
Lage der Gemeinde Deensen im Landkreis Holzminden
HessenNordrhein-WestfalenLandkreis Hameln-PyrmontLandkreis HildesheimLandkreis NortheimArholzenBevern (Landkreis Holzminden)Bevern (Landkreis Holzminden)BodenwerderBoffzenBoffzenDerentalDerentalDerentalDerentalBoffzen (gemeindefreies Gebiet)BrevördeDeensenDeensenDeensenGrünenplan (gemeindefreies Gebiet)Grünenplan (gemeindefreies Gebiet)Grünenplan (gemeindefreies Gebiet)DelligsenDielmissenEimenEimen (gemeindefreies Gebiet)EschershausenEschershausen (gemeindefreies Gebiet)Eschershausen (gemeindefreies Gebiet)Fürstenberg (Weser)GolmbachHalle (Weserbergland)HehlenHehlenHeinadeHeinadeHeinadeHeinsenHeyenHolenbergHolzen (bei Eschershausen)HolzmindenHolzmindenHolzminden (gemeindefreies Gebiet)KirchbrakLauenfördeLenne (Niedersachsen)LüerdissenMerxhausen (gemeindefreies Gebiet)NegenbornOttenstein (Niedersachsen)PegestorfPolleStadtoldendorfVahlbruchWangelnstedtWenzen (gemeindefreies Gebiet)Karte
Über dieses Bild

Deensen ist eine Gemeinde der Samtgemeinde Eschershausen-Stadtoldendorf im Südosten des Landkreises Holzminden in Niedersachsen.

GeografieBearbeiten

LageBearbeiten

Die Gemeinde liegt am Ostrand des Naturpark Solling-Vogler nahe der Bahnstrecke Altenbeken–Kreiensen. Sie befindet sich süd-südwestlich von Stadtoldendorf zwischen den Mittelgebirgs- und Höhenzügen Homburgwald im Nord-Nordosten, Elfas im Nordosten, Holzberg im Osten, Solling im Süden und Burgberg im Westen.

NachbargemeindenBearbeiten

Größere Städte im Umland sind Stadtoldendorf, vier Kilometer nördlich, Dassel, elf Kilometer östlich, und Holzminden, 13 km westlich.

GemeindegliederungBearbeiten

GeschichteBearbeiten

Mittelalter und NeuzeitBearbeiten

 
Deensen um 1654

Um welche Zeit Deensen gegründet wurde, ist nicht sicher. Auch die Zeit der ersten urkundlichen Erwähnung ist umstritten, denn einige Nennungen lassen die Zuordnung zu verschiedenen Dörfern zu. Erstmals 1220 gibt es eine Erwähnung des Ortes Dedenhusen, in weiteren Urkunden des 13. und 14. Jahrhunderts Deddenhusen.[2] Im Jahre 1483 erhielt Godewart von Campe das Recht, das in den Hussitenkriegen (1419–1436) verwüstete Dorf Deensen als Rittergut wieder aufzubauen und mit Leuten nach seinem Gefallen zu besetzen. Es wurde eine Wasserburg gebaut, und die Leute siedelten sich dort herum an. Die Wasserburg verfiel im Laufe der Jahrhunderte. 1825 wurde auf den Fundamenten der alten Wasserburg das heutige Herrenhaus errichtet; Kellergewölbe und meterdicke Sandsteinwände zeugen noch von der alten Zeit. Der Burggraben und spätere obere Dorfteich wurden zum größten Teil zugeschüttet. Heute gibt es nur noch an der Nordseite des Herrenhauses einen Teich, der bis an die Gemäuer reicht. Im Jahre 1970 wurde das Rittergut dann nach 500-jährigem Besitz durch Familie von Campe verkauft. Seit 1985 dient das ehemalige Herrenhaus mit den Stallungen als Ferien- und Reiterhof.

EingemeindungenBearbeiten

Am 1. Januar 1973 wurden die Gemeinden Braak und Schorborn eingegliedert.[3]

NameBearbeiten

Alte Bezeichnungen von Deensen waren 1220 quartam partem decimae in campo Dedenhusen prope Luthardessen, 1240 (13. Jahrhundert) Deddenhusen, um 1290 Deddenhosen, 1302 decimam in Deddenhusen, 1320 in villa, que Deddenhusen dicitur, um 1360 Dedenhusen, 1425 Dedessen und 1568 Deensen.[4] Es liegt eine Bildung mit dem Grundwort -husen vor, das dann zu ‑sen verkürzt wurde und einem schwach flektierenden Kurznamen als Bestimmungswort. Der Personenname ist als Dedo oder Deddo anzusetzen und in diesen Formen auch gut belegt, seine Herkunft ist allerdings umstritten.[5]

GemeinderatBearbeiten

Gemeindewahl 2016
 %
60
50
40
30
20
10
0
57,00 %
43,00 %

Der Gemeinderat setzt sich nach der Kommunalwahl vom 11. September 2016 zusammen aus:[6]

Kultur und SehenswürdigkeitenBearbeiten

DenkmaleBearbeiten

Im Gutspark Deensen stehen drei Kreuzsteine aus dem Mittelalter.

BauwerkeBearbeiten

 
Gutskirche St. Nicolai
  • Das Ortsbild prägen Fachwerkhäuser im Stil der niederdeutschen Hallenhäuser.
  • Mausoleum mit 40 Särgen derer von Campe.
  • Die abseits der Hauptstraße gelegene evangelisch-lutherische Gutskirche St. Nicolai hat ihren Ursprung im Anfang des 16. Jahrhunderts (1502); das Patronatsrecht lag bei der Familie von Campe. Ursprünglich war sie eine Marienkirche. Der heutige Kirchenbau ist der dritte an dieser Stelle. Älteren Datums sind noch einige Epitaphe und der Taufstein. 2002 erfolgte ein Umbau; durch einen Einbau einer mobilen Vollglaswand kann seitdem die Kirche auch als Gemeindehaus benutzt werden. Die Gemeinde gehört zum Kirchenkreis Holzminden-Bodenwerder. Eine Besonderheit ist die Orgel, die 1891 unter Verwendung des Prospekts der Vorgängerorgel von Furtwängler & Hammer Hannover erbaut ist. Die Orgel verfügt über mechanische Kegelladen und ist technisch weitgehend im Originalzustand erhalten. Die Disposition wurde 1952 durch Fredrich Weißenborn dem Zeitgeschmack entsprechend verändert und barockisiert (Disposition 1891–1952 in Klammern):
I. Manual II. Manual Pedal
Prinzipal 8' Lieblich Gedackt 8' Subbass 16'
Hohlflöte 8' Rohrflöte 4'

(Gemshorn 8')

Prinzipal 8'
Salizional 8'

(Gambe 8')

Waldflöte 2'

(Salizional 8')

Gemshorn 4'

(Gedackt 8')

Oktave 4' Quinte 1 1/3'

(Fernflöte 4')

Gedacktflöte 4'
Oktave 2'

(Bordun 16')

Mixtur 3 fach 1 1/3'

(Mixtur 3 fach 2', ab 1907 Mixtur 2 2/3')

PersönlichkeitenBearbeiten

VerkehrBearbeiten

Der Bahnhof Deensen-Arholzen an der Bahnstrecke Altenbeken–Kreiensen wird seit 1987 nicht mehr vom SPNV bedient.

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Landesamt für Statistik Niedersachsen, LSN-Online Regionaldatenbank, Tabelle 12411: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes, Stand 31. Dezember 2018 (Hilfe dazu).
  2. Kirstin Casemir, Uwe Ohainski: Die Ortsnamen des Landkreises Holzminden. Verlag für Regionalgeschichte, Bielefeld 2007, ISBN 978-3-89534-671-2, S. 59 f.
  3. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 211.
  4. Jürgen Udolph: Niedersächsisches Ortsnamenbuch, 51, 2007, S. 59.
  5. Jürgen Udolph (Recherche): Der „Ortsnamenforscher“. In: Internetseite NDR 1 Niedersachsen. Archiviert vom Original am 26. Januar 2016; abgerufen am 3. August 2019.
  6. Ergebnis zur Gemeindewahl 2016 auf: kdgoe.de, abgerufen am 25. Oktober 2016.

LiteraturBearbeiten

  • Wilhelm Rauls: Deensen. Ein Dorf vor dem Solling im Wandel der Zeiten. 1967.
  • Wilhelm Rauls: Deensen, Braak und Schorborn, drei Dörfer vor dem Solling. Holzminden 1983.
  • St. Nicolai in Deensen. In: Kirchen im Ev.-luth. Kirchenkreis Holzminden-Bodenwerder. 2006, S. 11.
  • Egon Tonert: Eine bisher unbekannte Wüstung bei Deensen. In: Jahrbuch 1984 für Landkreis Holzminden. Band 2, S. 4–10.
  • H. W. Göhmann: Joachim Heinrich Campes Besuch in Deensen und Holzminden im Jahre 1785. In: Jahrbuch 1987/88 für Landkreis Holzminden. Band 5/6, S. 118–128.
  • Wolfgang F. Nägeler: Ortsfamilienbuch Braak. 2004.
  • Wolfgang F. Nägeler: Ortsfamilienbuch Schorborn. 2013.
  • Wolfgang F. Nägeler: Ortsfamilienbuch Deensen. 2016.

WeblinksBearbeiten

  Commons: Deensen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien