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David Crosby

US-amerikanischer Gitarrist, Sänger und Songwriter
David Crosby (2019)

David Crosby (* 14. August 1941 in Los Angeles, Kalifornien) ist ein US-amerikanischer Gitarrist, Sänger und Songwriter. Er war Gründungsmitglied der Byrds und von Crosby, Stills and Nash (and Young).

Inhaltsverzeichnis

Leben und KarriereBearbeiten

David Crosby wurde als Sohn von Aliph Van Cortland Whitehead und Floyd Crosby geboren. Er war ein verwöhnter und rebellischer Jugendlicher und wurde von mehreren Schulen verwiesen. Außerdem kam er bereits früh mit dem Gesetz in Konflikt. 1960 ließen sich seine Eltern scheiden. Etwa in dieser Zeit entdeckte er die Folkmusik, welche ihm schließlich die Möglichkeit bot, sich selbst zu verwirklichen.

Crosby gehört mit Roger McGuinn und Gene Clark zu den Gründungsmitgliedern der Byrds. Von 1964 bis 1967 spielte er mit ihnen fünf Alben ein und entwickelte sich zum anspruchsvollen Songwriter in der Gruppe. Nach Streitereien wurde er jedoch entlassen und gründete bald mit Stephen Stills von den Buffalo Springfield und Graham Nash von den Hollies die Supergroup Crosby, Stills & Nash. Das Debütalbum und der Nachfolger Déjà Vu, bei dem Neil Young die Band komplettierte, wurden große Hits und etablierten CSN&Y als eine der erfolgreichsten amerikanischen Formationen der 60er und 70er Jahre (u. a. Auftritt beim Woodstock-Festival). Bis heute haben Crosby, Stills and Nash (zum Teil mit Neil Young) über zehn LPs aufgenommen und touren auch noch gelegentlich zusammen. Crosby schrieb für die Gruppe u. a. "Guinnevere", "Almost Cut My Hair", "Long Time Gone", "Déjà Vu" und "Delta" sowie die Musik zum Klassiker "Wooden Ships".

 
David Crosby (1976)

Nach dem CSNY-Doppel-Livealbum 4 Way Street (1971) konzentrierten sich alle vier Mitglieder auf Soloprojekte, und Crosby veröffentlichte seine erste Soloplatte If I Could Only Remember My Name..., auf der neben Young und Nash auch Musiker von den Grateful Dead, Jefferson Airplane und Santana mitwirkten. Zwischen 1972 und 1977 nahm Crosby regelmäßig Alben mit Graham Nash als Duo auf (ein weiteres Crosby-Nash-Album erschien erst 2004) und veröffentlichte seit Ende der 80er weitere Soloalben.

 
David Crosby (1983)

In den 1980er-Jahren geriet Crosbys Karriere durch seine massiven Drogenprobleme zunehmend ins Stocken. Zwar holten ihn Stills und Nash 1982 noch einmal ins Studio, um das Album Daylight Again aufzunehmen, doch war Crosbys Beteiligung vor allem durch die drogenbedingten stimmlichen Probleme sehr eingeschränkt. Der Tiefpunkt kam 1985: Er verbrachte wegen eines Rauschgiftvergehens[1] 1985/86 fast ein Jahr im Gefängnis und kam erst frei, als sein Urteil im Berufungsverfahren aufgehoben wurde. Nach einem erfolgreichen Entzug ging Crosby dann erneut mit Stills, Nash und Young ins Studio, um das Album American Dream aufzunehmen. Young, eigentlich seit langem mit den anderen drei zerstritten, hatte Crosby versprochen, er werde mit ihm und den anderen neues Material aufnehmen, sollte der Entzug gelingen. Das Album stieß bei Kritikern und Publikum überwiegend auf Beifall. Hiervon beflügelt erschien 1989 schließlich Crosbys erstes Solo-Album seit 18 Jahren: Oh Yes, I Can.

Im selben Jahr arbeitete er auch erstmals mit Phil Collins zusammen und steuerte zu dessen Album … But Seriously einige Vokalpartien bei, unter anderem zur dazugehörigen, erfolgreichen Single Another Day in Paradise (Lied). Crosby trat auch im Musikvideo zu Collins' Welthit That's Just The Way It Is auf. 1993 setzten beide ihre Zusammenarbeit fort: Für Crosbys Album Thousand Roads schrieben sie den Song Hero, den Collins auch produzierte. Die Singleauskopplung erreichte Platz 44 der Billboard Hot 100-Charts und war somit die zweiterfolgreichste Single in Crosbys Solo-Karriere (nur das 1972 im Duo mit Graham Nash veröffentlichte Stück Immigration Man war erfolgreicher und kam auf Platz 36).[2]

Mehrfach trat Crosby auch als Schauspieler in Erscheinung. Bekannteste seiner vier Kinofilm-Rollen ist wohl die des Tickles in Hook (1991). Etwas größere Rollen spielte er als Gastdarsteller in mehreren TV-Serien, etwa als Duke in Roseanne oder als zunächst trockener Alkoholiker Chester in Nachtschicht mit John, der bei seinem fünften und letzten Auftritt in der Serie rückfällig wird und unter Alkoholeinfluss bei einem Autounfall zu Tode kommt. Mit der Rolle, die er in den Jahren 1993 und 1994 verkörperte, spielte er auch auf seine eigenen Suchtprobleme an. Im November 1994 wurde eine Lebertransplantation erforderlich, die Crosby nach den vielen Jahren exzessiven Drogenkonsums das Leben rettete.[3]

David Crosby ist zweimal in die Rock and Roll Hall of Fame aufgenommen worden: als Mitglied der Byrds (1991) und von Crosby, Stills & Nash (1997).[4] 2009 wurde er außerdem in die Songwriters Hall of Fame aufgenommen.[5]

 
David Crosby (2012)

Am 7. März 2004 wurde Crosby wenige Stunden nach einem umjubelten Live-Konzert wegen Waffen- und Marihuanabesitzes in einem Hotel am Times Square festgenommen und noch am selben Tag angeklagt. Weil er sich schuldig bekannte, illegal Waffen besessen zu haben, wurde er Anfang Juli 2004 zu einer Geldstrafe von nur 5.000 Dollar verurteilt. Crosby ist durch eine Samenspende der biologische Vater der beiden Kinder von Melissa Etheridge und Julie Cypher.

DiskografieBearbeiten

SoloBearbeiten

  • 1971: If I Could Only Remember My Name …
  • 1989: Oh Yes, I Can
  • 1989: King Biscuit Flower Hour Presents (veröffentlicht 2002)
  • 1993: Thousand Roads
  • 1995: It’s All Coming Back to Me Now …
  • 2000: Live
  • 2014: Croz
  • 2016: Lighthouse
  • 2017: Sky Trails
  • 2018: Here If You Listen

Crosby-NashBearbeiten

  • 1971: Another Stoney Evening (veröffentlicht 1997)
  • 1972: Graham Nash / David Crosby
  • 1975: Wind on the Water
  • 1976: Whistling down the Wire
  • 1977: Live
  • 2004: Crosby-Nash

Crosby, Stills and NashBearbeiten

  • 1969: Crosby, Stills & Nash
  • 1977: CSN
  • 1982: Daylight Again
  • 1983: Allies
  • 1990: Live It Up
  • 1991: CSN (box set)
  • 1994: After The Storm
  • 2009: Demos
  • 2012: CSN 2012 (Live)

Crosby, Stills, Nash and YoungBearbeiten

Crosby, Pevar, Raymond (CPR)Bearbeiten

  • 1998: CPR
  • 1998: Live at Cuesta College
  • 1999: Live at the Wiltern
  • 2001: Just Like Gravity

CharterfolgeBearbeiten

StudioalbenBearbeiten

Jahr Titel Chartplatzierungen[6][7] Anmerkungen
Deutschland  DE Vereinigtes Konigreich  UK Vereinigte Staaten  US
1971 If I Could Only Remember My Name
300! 300! 12
 Gold

(18 Wo.)
Erstveröffentlichung: 22. Februar 1971
Verkäufe: + 500.000
1972 Graham Nash/David Crosby
300! 13
(5 Wo.)
4
 Gold

(26 Wo.)
Erstveröffentlichung: 5. April 1972
mit Graham Nash; Verkäufe: + 500.000
1975 Wind on the Water
300! 300! 6
 Gold

(31 Wo.)
Erstveröffentlichung: 15. September 1975
mit Graham Nash; Verkäufe: + 500.000
1976 Whistling Down the Wire
300! 300! 26
 Gold

(15 Wo.)
Erstveröffentlichung: Juli 1976
mit Graham Nash; Verkäufe: + 500.000
Out of the Darkness
300! 300! 89
(3 Wo.)
Erstveröffentlichung: August 1976
mit Graham Nash
1989 Oh Yes I Can
300! 300! 104
(10 Wo.)
Erstveröffentlichung: Februar 1989
1993 Thousand Roads
300! 300! 133
(8 Wo.)
Erstveröffentlichung: 10. Juni 1993
2004 Crosby & Nash
98
(1 Wo.)
78
(1 Wo.)
142
(1 Wo.)
Erstveröffentlichung: 10. August 2004
mit Graham Nash
2014 Croz
57
(2 Wo.)
48
(1 Wo.)
36
(3 Wo.)
Erstveröffentlichung: 31. Januar 2014
2016 Lighthouse
300! 300! 117
(1 Wo.)
Erstveröffentlichung: 21. Oktober 2016
2017 Sky Trails
96
(1 Wo.)
300! 300!
Erstveröffentlichung: 29. September 2017
2018 Here If You Listen
300! 88
(1 Wo.)
300!
Erstveröffentlichung: 26. Oktober 2018

LivealbenBearbeiten

Jahr Titel Chartplatzierungen[6][7] Anmerkungen
Deutschland  DE Vereinigtes Konigreich  UK Vereinigte Staaten  US
1977 Crosby/Nash - Live
300! 300! 52
(8 Wo.)
Erstveröffentlichung: November 1977
mit Graham Nash

KompilationenBearbeiten

Jahr Titel Chartplatzierungen[6][7] Anmerkungen
Deutschland  DE Vereinigtes Konigreich  UK Vereinigte Staaten  US
1978 The Best Of Crosby/Nash
300! 300! 150
(4 Wo.)
Erstveröffentlichung: Oktober 1978
mit Graham Nash

SinglesBearbeiten

Jahr Titel
Album
Chartplatzierungen[6][7] Anmerkungen
Deutschland  DE Vereinigtes Konigreich  UK Vereinigte Staaten  US
1971 Music Is Love
If I Could Only Remember My Name
300! 300! 95
(1 Wo.)
Erstveröffentlichung: April 1971
1972 Immigration Man
Graham Nash/David Crosby
300! 300! 36
(9 Wo.)
Erstveröffentlichung: April 1972
mit Graham Nash
Southbound Train
Graham Nash/David Crosby
300! 300! 99
(2 Wo.)
Erstveröffentlichung: 30. Juni 1972
mit Graham Nash
1975 Carry Me
Wind on the Water
300! 300! 52
(6 Wo.)
Erstveröffentlichung: November 1975
mit Graham Nash
1993 Hero
Wind on the Water
51
(9 Wo.)
56
(3 Wo.)
44
(20 Wo.)
Erstveröffentlichung: 15. April 1993
mit Phil Collins

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. „Ich bin doch nicht CNN“, in: DER SPIEGEL 26/2008 vom 23. Juni 2008, Seite 160ff.
  2. Vgl. die Angaben bei allmusic.com
  3. Die Transplantation löste zahlreiche Diskussionen aus. Vgl. encyclopedia.com@1@2Vorlage:Toter Link/www.encyclopedia.com (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven  Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  4. Webseite der Rock and Roll Hall of Fame rockhall.com
  5. Liste der Mitglieder der Songwriters Hall of Fame Archivierte Kopie (Memento des Originals vom 14. März 2016 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.songwritershalloffame.org
  6. a b c d Chartquellen: DE UK US1 US2 US3 US4
  7. a b c d Auszeichnungen: US

WeblinksBearbeiten

  Commons: David Crosby – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien