Das dunkle Paradies (2019)

Film der Filmreihe Landkrimi von Catalina Molina (2019)

Das dunkle Paradies ist ein österreichischer Fernsehfilm aus der Landkrimi-Filmreihe aus dem Jahr 2019 von Catalina Molina mit Manuel Rubey und Stefanie Reinsperger in den Hauptrollen. Die Premiere war am 21. März 2019 auf der Diagonale.[1] Ende Oktober 2019 wurde der Film bei den Biberacher Filmfestspielen gezeigt.[2] Die Erstausstrahlung im ORF erfolgte am 10. Dezember 2019.[3][4] Nach Drachenjungfrau (2016) ist dies der zweite Fall mit den Ermittlern Martin Merana und Franziska Heilmayr.

Filmdaten
OriginaltitelDas dunkle Paradies
ProduktionslandÖsterreich
OriginalspracheDeutsch
Erscheinungsjahr2019
Länge90 Minuten
Stab
RegieCatalina Molina
DrehbuchSarah Wassermair
Catalina Molina
ProduktionJakob Pochlatko,
Dieter Pochlatko
MusikPatrik Lerchmüller
KameraKlemens Hufnagl
SchnittJulia Drack
Besetzung
Chronologie

← Vorgänger
Achterbahn

Nachfolger →
Steirerkreuz

HandlungBearbeiten

In Zell am See wird am Ufer des Zeller Sees die Leiche des Callgirls Irene gefunden. Der erste Verdacht fällt auf Roland Teichtner, einen früheren Junkie, der auch gewalttätig war, kein Alibi hat und die Tote wahrscheinlich als Letzter lebend gesehen hatte. Roland lebt als Alleinerzieher mit seiner kleinen Tochter Mia und seiner Schwester Anni in einem Bootshaus und versucht, nach einigen Schicksalsschlägen wieder auf die Beine zu kommen. Roland war als Fahrer bei Irenes Agentur Serenissima tätig, Agenturchefin ist die gut vernetzte Beate Rottner.

Allerdings kann sich Postenkommandantin Franziska Heilmayr aus Krimml nicht vorstellen, dass Roland ein Mörder ist, zumal Heilmayr eine Beziehung mit Rolands Schwester Anni hat. Auf Annis Bitte beginnt Heilmayr auf eigene Faust zu ermitteln, was dem leitenden Kriminalbeamten, ihrem alten Bekannten Martin Merana, missfällt. Privat befindet sich Heilmayr in einer Krise. Ihre Eltern wünschen sich Enkelkinder und einen Ehemann für ihre Tochter, Franziska dagegen schafft es zunächst nicht, sich vor ihrer konservativen Familie zu outen und öffentlich zu ihrer Freundin zu stehen.

Vom Concierge Leopold „Poidl“ Mitterrupfner erfährt Heilmayr, dass am Tag des Mordes im Serverraum des Hotels gearbeitet wurde. Von ihm erhält sie einen USB-Stick, auf dem sich Aufnahmen der Überwachungskameras aus dem Hotel befinden. Heilmayr gelingt es damit, Merana auf ihre Seite zu ziehen. Er stellt fest, dass die Aufnahmen manipuliert wurden. Von Hoteldirektor Hans Loacker erfahren sie in der Folge den Namen jenes Hotelgastes, der unter dem Pseudonym Humphrey Bogart im Hotel eincheckte und nicht einvernommen wurde. Bei diesem handelt es sich um Khaleed ibn Hamza, einen Geschäftsmann aus Saudi-Arabien, dessen Familie international vernetzt ist. Khaleed gibt an, zur Tatzeit in einer Videokonferenz mit Geschäftspartner gewesen zu sein, das Gespräch wurde mitgeschnitten.

Roland erzählt den Ermittlern, dass er Irene Drogen verkauft hatte. Irene wurde anschließend von einem schwarzen BMW 7er abgeholt. Über Überwachungsaufnahmen finden die Ermittler das Nummernschild des Fahrzeuges heraus. Nachdem dem in Untersuchungshaft befindlichen Roland gedroht wird, dass seiner Tochter Mia etwas zustoßen könnte, legt dieser ein Geständnis ab. Heilmayr glaubt ihm zunächst nicht, Roland verfügt jedoch über Täterwissen. Anni vermutet, dass ihm dieses jemand zugesteckt haben könnte. Heilmayr nimmt an, dass Roland damit seine Tochter schützen möchte. Vom Justizwachebeamten Ankerl erfährt sie, dass er kurzzeitig einen Zellengenossen hatte und vermutet, dass Roland erpresst wurde.

Von Poidl erhält Heilmayr einen Hinweis auf einen weiteren Hotelgast, der nicht einvernommen wurde. Heilmayr bricht in die Villa der Agentur Serenissima ein, wo Merana einen Mitarbeiter des Außenministeriums wiedererkennt. Mathis Benoit, Chef einer belgischen Delegation, die in Zell am See wegen eines Pipelineprojekts der Deltacom verhandelte, ist ein Bekannter des Staatsanwaltes Bernsteiner. Benoît fehlte bei den Verhandlungen in den Tagen nach dem Mord an Irene. Heilmayr und Merana drohen Bernsteiner damit, mit den gesammelten Informationen an die Presse zu gehen, falls das Verfahren gegen Roland nicht eingestellt wird. Roland wird in der Folge freigelassen. Franziska macht Anni einen Heiratsantrag, den diese annimmt. In den Fernsehnachrichten wird über den positiven Abschluss der Deltacom-Verhandlungen berichtet.

ProduktionBearbeiten

 
Einer der Drehorte: Zell am See

Die Dreharbeiten fanden vom 15. Oktober bis zum 15. November 2018 statt[5], gedreht wurde in Salzburg und Niederösterreich. Drehort waren neben Zell am See auch Sankt Pölten, wo Innenaufnahmen entstanden.[6]

Produziert wurde der Film von der Epo-Film, beteiligt waren der Österreichische Rundfunk und das ZDF, unterstützt wurde die Produktion vom Fernsehfonds Austria und dem Land Salzburg.[7]

Für das Kostümbild zeichnete Theresa Kopf verantwortlich, für das Maskenbild Verena Eichtinger und Sam Dopona, für den Ton Klaus Kellermann und für das Szenenbild Katharina Haring und Nina Salak.[8] Für Regisseurin Catalina Molina war dies der zweite Landkrimi nach Drachenjungfrau (2016).

RezeptionBearbeiten

Lukas Luger bezeichnete den Film in den Oberösterreichischen Nachrichten als „solide Krimiware mit Potenzial nach oben“ und befand, das die verbalen Scharmützel zwischen den beiden Ermittlern die besondere Stärke dieses Krimis seien. Der Plot wäre hingegen deutlich weniger raffiniert gestrickt als die Hacheleien der Protagonisten, die Überraschungsmomente seien rar gesät. Das exzellente Schauspielerduo ließe den Zuschauer aber so manche Länge vergessen.[9]

Die Erstausstrahlung im ORF am 10. Dezember 2019 wurde von bis zu 678.000 und durchschnittlich 657.000 Sehern verfolgt, der Marktanteil lag bei 22 Prozent bzw. bei 19 Prozent bei den 12- bis 49-Jährigen.[10]

Auszeichnungen und NominierungenBearbeiten

Der Film wurde 2020 in den Wettbewerb des Deutschen FernsehKrimi-Festivals eingeladen.[11]

Romyverleihung 2020

  • Auszeichnung in der Kategorie Beste Regie TV-Fiction (Catalina Molina)[12]

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Diagonale: Das dunkle Paradies. Abgerufen am 7. März 2019.
  2. Das dunkle Paradies. In: Biberacher Filmfestspiele. Abgerufen am 18. Oktober 2019.
  3. Patricia Aulitzky ermittelt um „Das Mädchen aus dem Bergsee“. 29. Oktober 2019, abgerufen am 30. Oktober 2019.
  4. ORF-Premiere: LandKrimi: Das dunkle Paradies. In: ORF.at. Abgerufen am 19. November 2019.
  5. epo-Film: Das dunkle Paradies. Abgerufen am 7. März 2019.
  6. NÖN: St. Pölten: Klemens Hufnagl: „Guter Film packt geistig & emotional“. Artikel vom 3. März 2019, abgerufen am 4. März 2019.
  7. ZDF: Landkrimi "Das dunkle Paradies" entsteht als ZDF-Koproduktion. Artikel vom 18. Oktober 2018, abgerufen am 7. März 2019.
  8. Das dunkle Paradies bei crew united. Abgerufen am 7. März 2019.
  9. Lukas Luger: Dunkles Paradies. In: Oberösterreichische Nachrichten. 11. Dezember 2019, abgerufen am 12. Dezember 2019.
  10. „Das dunkle Paradies“ mit bis zu 678.000 Zuseherinnen und Zusehern. 11. Dezember 2019, abgerufen am 11. Dezember 2019.
  11. Wiesbaden – Kultur: Die Wettbewerbsfilme des 16. Deutschen FernsehKrimi-Festivals 2020. In: mittelrhein-tageblatt.de. 23. Januar 2020, abgerufen am 24. Januar 2020.
  12. Christoph Silber: ROMY-Akademie kürt Sieger: Androiden, Unterweltler und Drogenhändler. In: Kurier.at. 19. Mai 2020, abgerufen am 19. Mai 2020.