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Burglesau ist ein Dorf im bayerischen Landkreis Bamberg, das seit der Gebietsreform 1978 zur Stadt Scheßlitz gehört. Am 31. März 2005 hatte Burglesau 203 Einwohner.

Burglesau
Koordinaten: 49° 59′ 45″ N, 11° 4′ 50″ O
Höhe: 363 m
Einwohner: 203 (31. Mrz. 2005)
Eingemeindung: 1. Januar 1974
Eingemeindet nach: Stübig
Postleitzahl: 96110
Vorwahl: 09542
Burglesau mit Reisberg im Winter 2010

Inhaltsverzeichnis

Geographische LageBearbeiten

Das Dorf Burglesau befindet sich rund 4,3 km nordöstlich der Scheßlitzer Kernstadt am Nordostfuß des Reisbergs (auch Schlappenreuther Berg genannt), einem 553,9 m ü. NN hohen Berg bzw. Bergsporn am Westrand der Fränkischen Alb. Die Dorfgemarkung von rund 7 ha liegt am Burglesaubächlein, einem Zufluss des Scheßlitzer Ellernbachs. Nachbarorte sind die Scheßlitzer Stadtteile Stübig im Norden, Würgau im Südsüdosten, Schlappenreuth im Südwesten, Burgellern im Westsüdwesten und Ehrl im Westen; ostnordöstlich liegt der Wattendorfer Gemeindeteil Gräfenhäusling und ostsüdöstlich der Stadelhofener Gemeindeteil Roßdorf am Berg. Von der westlich verlaufenden Staatsstraße 2210 führt eine Stichstraße nach Burglesau.

GeschichteBearbeiten

Die ersten nachweisbaren Siedlungen auf dem nahe gelegenen Reisberg stammen aus dem 5. Jahrhundert v. Chr. von den im nordöstlichen Franken angesiedelten Kelten. Zum ersten Mal urkundlich erwähnt wurde Burglesau im Jahre 1290 als Lesen in einem Schenkungsvertrag der Gräfin Agnes von Truhendingen zu Gunsten des 1133 gegründeten Zisterzienserklosters Langheim. Der Name Lesen ist wohl slawischer Herkunft und bedeutet Walddorf.

Um 1421 ist das Geschlecht der Förtsch von Thurnau als Herrschaft nachweisbar, nach dessen Aussterben 1564 kam Burglesau an die Giech und Künsberg[1]. Die Landeshoheit gehörte bis zur Säkularisation 1803 zum Bistum Bamberg.

Ab dem Jahre 1520 wurde der Ort neben den Schreibweisen Lesau und Lesaw auch als Burglesau erwähnt. Wahrscheinlich brachten Überreste der Keltensiedlung den Zusatz Burg ein. Im Geographischen Lexikon von Franken (verfasst um 1800) heißt es: „Man findet daselbst auf einem nahe gelegenen Berge uralte Überbleibsel von einem ehemals allda gestandenen Schlosse.“

Am 1. Januar 1974 wurde Burglesau nach Stübig eingemeindet. Seit dem 1. Mai 1978 gehört es mit diesem zur Stadt Scheßlitz.[2]

PfarreienBearbeiten

Interessant ist die kirchliche Trennung des 200-Einwohner-Dorfes. Der Teil links des Lesaubaches gehört zur katholischen Pfarrei St. Kilian in Scheßlitz, der andere Teil zur katholischen Pfarrei St. Martin in Weichenwasserlos. Wie es zu dieser Trennung kam, lässt sich aufgrund fehlender Quellen nicht mehr ermitteln. Wichtig für den Zusammenhalt im Ort war der Bau der Kapelle, die am 9. Mai 1954 eingeweiht werden konnte.

Panoramabild von Burglesau im Sommer 2010

WeblinksBearbeiten

  Commons: Burglesau – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

ReferenzenBearbeiten

  1. Historisches Ortsnamenbuch von Bayern: Oberfranken, Seite 94, Google-Books-Link
  2. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 672 und 673.