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Breungeshain ist ein Stadtteil von Schotten im mittelhessischen Vogelsbergkreis.

Breungeshain
Stadt Schotten
Koordinaten: 50° 30′ 26″ N, 9° 12′ 23″ O
Höhe: 555 (552–592) m ü. NHN
Fläche: 12,75 km²[1]
Einwohner: 352 (31. Dez. 2014)[2]
Bevölkerungsdichte: 28 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Dezember 1970
Postleitzahl: 63679
Vorwahl: 06044
Blick vom Hoherodskopf nach Breungeshain
Blick vom Hoherodskopf nach Breungeshain
Evangelische Kirche

Inhaltsverzeichnis

GeographieBearbeiten

Der Ortskern liegt am Eichelbach, zwischen dem Hoherodskopf, dem Taufstein, dem Bilstein und dem Gackerstein im Vogelsbergkreis in Mittelhessen. Das zu Breungeshain gehörige Wochenend- und Ferienhausgebiet Waldsiedlung befindet sich etwa zwei Kilometer entfernt in der Nähe des Segelfluggeländes Hoherodskopf.

Im Ort treffen sich die Kreisstraße 103 und die Landesstraße 3338. Breungeshain liegt an der Deutschen Ferienroute Alpen-Ostsee.

GeschichteBearbeiten

Erstmals urkundlich erwähnt wird Breungeshain am 25. März 1067 als Bruningeshacho.[3] Die erste Kirche wurde schon um 1000 erbaut. In der Urkunde erhält die Kirche die Eigenschaft einer Mutterkirche.

Das Geschlecht der Schencken zu Schweinsberg baute im Ort eine kleine Wasserburg (Burghaus Breungeshain), die aber schon 1382 zerstört wurde.

Am 1. Dezember 1970 wurde Breungeshain im Zuge der Gebietsreform in Hessen in die Stadt Schotten eingegliedert.[4]

Territorialgeschichte und VerwaltungBearbeiten

Die folgende Liste zeigt im Überblick die Territorien, in denen Breungeshain lag, bzw. die Verwaltungseinheiten, denen es unterstand:[1][5]

Gerichte seit 1803Bearbeiten

In der Landgrafschaft Hessen-Darmstadt wurde mit Ausführungsverordnung vom 9. Dezember 1803 das Gerichtswesen neu organisiert. Für die Provinz Oberhessen wurde das „Hofgericht Gießen“ als Gericht der zweiten Instanz eingerichtet. Die Rechtsprechung der ersten Instanz wurde durch die Ämter bzw. Standesherren vorgenommen und somit war für Breungeshain das Amt Lißberg zuständig. Das Hofgericht war für normale bürgerliche Streitsachen Gericht der zweiten Instanz, für standesherrliche Familienrechtssachen und Kriminalfälle die erste Instanz. Die zweite Instanz für die Patrimonialgerichte waren die standesherrlichen Justizkanzleien. Übergeordnet war das Oberappellationsgericht Darmstadt.

Mit der Gründung des Großherzogtum Hessen 1806 wurde diese Funktion beibehalten, während die Aufgaben der ersten Instanz 1821–1822 im Rahmen der Trennung von Rechtsprechung und Verwaltung auf die neu geschaffenen Land- bzw. Stadtgerichte übergingen. Breungeshain viel in den Gerichtsbezirk des „Landgerichts Schotten“.

Anlässlich der Einführung des Gerichtsverfassungsgesetzes mit Wirkung vom 1. Oktober 1879, infolgedessen die bisherigen großherzoglich hessischen Landgerichte durch Amtsgerichte an gleicher Stelle ersetzt wurden, während die neu geschaffenen Landgerichte nun als Obergerichte fungierten, kam es zur Umbenennung in „Amtsgericht Schotten“ und Zuteilung zum Bezirk des Landgerichts Gießen.[12]

Mit Wirkung zum 1. Juli 1968 erfolgte die Auflösung des Amtsgerichts Schotten und Breungeshain kam zum Gerichtsbezirk des Amtsgerichts Nidda.[13] Zum 1. Januar 2012 wurde auch das Amtsgericht Nidda gemäß Beschluss des hessischen Landtags aufgelöst[14] und Breungeshain dem Amtsgericht Büdingen zugeteilt. Die übergeordneten Instanzen sind jetzt, das Landgericht Gießen, das Oberlandesgericht Frankfurt am Main sowie der Bundesgerichtshof als letzte Instanz.

EinwohnerentwicklungBearbeiten

 Quelle: Historisches Ortslexikon[1]

  • 1961: 335 evangelische, 19 katholische Einwohner
Breungeshain: Einwohnerzahlen von 1791 bis 2014
Jahr  Einwohner
1791
  
456
1834
  
519
1840
  
501
1846
  
521
1852
  
546
1858
  
420
1864
  
368
1871
  
316
1875
  
314
1885
  
320
1895
  
311
1905
  
302
1910
  
330
1925
  
345
1939
  
335
1946
  
409
1950
  
390
1956
  
351
1961
  
358
1967
  
436
1970
  
361
2004
  
399
2010
  
390
2014
  
352
Datenquelle: Histo­risches Ge­mein­de­ver­zeich­nis für Hessen: Die Be­völ­ke­rung der Ge­mei­nden 1834 bis 1967. Wies­baden: Hes­sisches Statis­tisches Lan­des­amt, 1968.
Weitere Quellen: [1][15]; 1791:[7]

PolitikBearbeiten

Ortsvorsteher ist Ewald Linker (Stand 2016).[16]

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b c d Breungeshain, Vogelsbergkreis. Historisches Ortslexikon für Hessen. (Stand: 23. März 2018). In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS).
  2. Zahlen - Daten - Fakten der Stadt Schotten, abgerufen im April 2016.
  3. Manfred Stimming, Mainzer Urkundenbuch I. Darmstadt 1932, ND 1972. S. N206, Nr. 318.
  4. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 352.
  5. Michael Rademacher: Deutsche Verwaltungsgeschichte von der Reichseinigung 1871 bis zur Wiedervereinigung 1990. Land Hessen. (Online-Material zur Dissertation, Osnabrück 2006).
  6. Die Zugehörigkeit des Amtes Nidda anhand von Karten aus dem Geschichtlicher Atlas von Hessen: Hessen-Marburg 1567-1604., Hessen-Kassel und Hessen-Darmstadt 1604-1638. und Hessen-Darmstadt 1567-1866.
  7. a b Hessen-Darmstädter Staats- und Adresskalender 1791. Im Verlag der Invaliden-Anstalt, Darmstadt 1791, S. 203 ff., 263 (online bei HathiTrust’s digital library).
  8. Wilhelm von der Nahmer: Handbuch des Rheinischen Particular-Rechts: Entwickelung der Territorial- und Verfassungsverhältnisse der deutschen Staaten an beiden Ufern des Rheins : vom ersten Beginnen der französischen Revolution bis in die neueste Zeit. Band 3. Sauerländer, Frankfurt am Main 1832, S. 9 (online bei Google Books).
  9. Neuste Länder und Völkerkunde. Ein geographisches Lesebuch für alle Stände. Kur-Hessen, Hessen-Darmstadt und die freien Städte. Band 22. Weimar 1821, S. 420 (online bei Google Books).
  10. Georg W. Wagner: Statistisch-topographisch-historische Beschreibung des Großherzogthums Hessen: Provinz Oberhessen. Band 3. Carl Wilhelm Leske, Darmstadt 1830, S. 262 ff. (online bei Google Books).
  11. Der Reichsstatthalter in Hessen Sprengler: Gesetz über die Aufhebung der Provinzen Starkenburg, Oberhessen und Rheinhessen vom 1. April 1937. In: Hessisches Regierungsblatt. 1937 Nr. 8, S. 121 ff. (Online beim Informationssystem des Hessischen Landtags [PDF; 11,2 MB]).
  12. Großherzog von Hessen und bei Rhein: Verordnung zur Ausführung des Deutschen Gerichtsverfassungsgesetzes und des Einführungsgesetzes zum Gerichtsverfassungsgesetze vom 14. Mai 1879. In: Großherzoglich Hessisches Regierungsblatt. 1879 Nr. 15, S. 197–211 (Online beim Informationssystem des Hessischen Landtags [PDF; 17,8 MB]).
  13. Der Hessische Minister der Justiz: Zweites Gesetz zur Änderung des Gerichtsorganisationsgesetzes (Ändert GVBl. II 210–16) vom 12. Februar 1968. In: Gesetz- und Verordnungsblatt für das Land Hessen. 1968 Nr. 4, S. 41–44, Artikel 1, Abs. 2 f) und Artikel 2, Abs. 4 e) (Online beim Informationssystem des Hessischen Landtags [PDF; 298 kB]).
  14. Der Hessische Minister der Justiz: Gesetz zur Änderung gerichtsorganisatorischer Regelungen (Artikel 1.1, $3 c)) vom 16. September 2011. In: Gesetz- und Verordnungsblatt für das Land Hessen. 2011 Nr. 17, S. 409 (Online beim Informationssystem des Hessischen Landtags [PDF; 574 kB]). Bezieht sich auf das Gesetz über den Sitz und den Bezirk der Gerichte der ordentlichen Gerichtsbarkeit und der Staatsanwaltschaften (Gerichtlichesorganisationsgesetz) (GVBl. I S. 98) vom 1. Februar 2005. In: Gesetz- und Verordnungsblatt für das Land Hessen. 2005 Nr. 5, S. 98 ff. (Online beim Informationssystem des Hessischen Landtags [PDF; 235 kB]).
  15. Einwohnerzahlen nach 2000: Zahlen - Daten - Fakten - Wissenswertes. In: Website der Stadt Schotten. Abgerufen im Januar 2018.
  16. Stadt Schotten: Ortsvorsteher, abgerufen im Januar 2017

WeblinksBearbeiten

  Commons: Breungeshain – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien