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Brand ist einer von elf Ortsteilen der Marktgemeinde Hilders (Landkreis Fulda) im Biosphärenreservat der hessischen Rhön.

Brand
Marktgemeinde Hilders
Koordinaten: 50° 31′ 57″ N, 9° 57′ 27″ O
Höhe: 520 m ü. NN
Fläche: 3,77 km²[1]
Einwohner: 219 (31. Dez. 2013)[2]
Bevölkerungsdichte: 58 Einwohner/km²
Eingemeindung: 31. Dezember 1971
Postleitzahl: 36115
Vorwahl: 06681
Karte
Lage von Brand in der Marktgemeinde Hilders
Filialkirche St. Georg und St. Valentin

LageBearbeiten

Brand liegt an der Bundesstraße 458 zwischen Dietges im Westen und Wickers im Osten. Im Süden ist der Ortsteil Reulbach der Gemeinde Ehrenberg.

Sehenswert ist die Ruine Eberstein auf dem Gipfel des Tannenfels.

GeschichteBearbeiten

Die Ersterwähnung von Brand geht auf das Jahr 1258 zurück.[3] Der Adelige Hermann von Branda wurde in einem Vertrag zwischen dem Würzburger Bischof Iring und dem Henneberger Grafen in Hersfeld als Zeugen angegeben. Hermann von Branda trägt seinen Namen nach seinem Herkunftsort. Den Ort Brand gibt es somit schon seit dem 13. Jahrhundert. 1936 geht der Theologieprofessor und Historiker Konrad Lübeck jedoch davon aus, dass Brand bereits 1170 das erste Mal urkundlich erwähnt wird. In seinen geschichtlichen Untersuchungen "Alte Ortschaften des Fuldaer Landes" schreibt er "Es [Brand] begegnet erstmals in ein einer Urkunde des Abtes Burchard von Fulda aus dem Jahre 1170, in der dieser mitteilt, dass er zur Dotierung des neuen Hospitals in Fulda auch das Dorf 'Hadebrandes' bestimmt habe".[4] Die Forschung hat sich seitdem intensiver als Lübeck mit dem Ortsnamen beschäftigt und bei Hadebrandes kann es sich nicht um den Ort Brand handeln. Hadebrandes ist der Genitiv von Hadebrand einem germanischen Vornamen. Im Mittelalter ein üblicher Vorname in der Gegend. Zahlreiche Orte um Brand u. a. Vindelines, Hiltriches, Wiggeres, Sigifrides, Sigimarshausen, Ruperechtsrode (heute: Findlos, Hilders, Wickers, Seiferts, Simmershausen, Rupsroth) wurden nach Vornamen benannt. Über die Siedlung Hadebrands ist mittlerweile bekannt, dass sie im Hochmittelalter planmäßig vorgenommen wurde. Sie wurde vom Fuldaer Abt oder einem Adeligen betrieben, wobei der Name des Anführers der Siedlergruppe im Ortsnamen erhalten blieb. So gibt es im Fuldaer Land zahlreiche Namen auf -s oder -z. Diese charakteristische Endung auf -s fehlt jedoch bei Brandau.[5] Weiterer Anhaltspunkt, dass es sich bei Hadebrand nicht um Brandau handeln kann, ist die Zeugenaussage eines Albert von Branda im Jahre 1269. In den lateinisch abgefassten Geschichtswerken über den Abtsmord wird er als Albertus Brandauus oder Albertus de Brandowe angegeben.[5] Die Bezeichnungen des Ortsnamens Brandau, Brandowe und Branda gehen somit nicht auf einen Vornamen zurück, sondern haben ihren Ursprung in der Bezeichnung des Baches Brand. Brand ist von verschiedenen Gewässern umgeben u. a. der Krimmling, Schlicht und der Gifizen. Brand hat seinen Namen demnach nicht von einer Person, sondern von seiner geographischen Lage, denn historisch bekamen erst die Bäche ihren Namen und dann die einzelnen Siedlungen. In der Umgebung von Brand gibt es mehrere Orte, die nach einem Bach benannt sind z. B. Lütter, Großenlüder, Niederbieber und Großentaft.[5]

Im Türkensteuerregister der Fürstabtei Fulda aus 1605 ist der Ort unter Namen Brantt mit 7 Familien erwähnt.[6]

Am 31. Dezember 1971 wurde die bis dahin selbständige Gemeinde Brand in die Gemeinde Hilders eingegliedert.[7]

InfrastrukturBearbeiten

Brand hat einen Kinderspielplatz, einen Sportplatz und ein Dorfgemeinschaftshaus Schlichthaus. An Vereinen gibt es den Musikverein Reulbach-Brand, den Sportverein Brand 1975 e.V. und die Freiwillige Feuerwehr Brand. Einen festen Faschingsverein gibt es nicht, jedoch wird jedes Jahr an mehreren Abenden der traditionelle "Ball der Stadt Brand" gefeiert.

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. „Brand, Landkreis Fulda“. Historisches Ortslexikon für Hessen. In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS).
  2. Bevölkerungsstatistik des Landkreises Fulda, abgerufen im September 2015.
  3. Otto Dobenecker: Regesta diplomatica necnon epistolaria historiae Thuringiae. unveränd. Nachdr. d. Ausg. Auflage. Band 3. Fischer, Stuttgart 1925, S. 671.
  4. Konrad Lübeck: Fuldaer Studien III. Parzeller Verlag, Fulda 1951.
  5. a b c Klaus Hartwig Stoll: Brand - ein Dorf, dass einst Stadt werden sollte. 1258 - 2006. Hrsg.: Gemeinde Hilders. Brand 2006.
  6. Thomas Heiler: Das Türkensteuerregister der Fürstabtei Fulda von 1605, (Veröffentlichung des Fuldaer Geschichtsvereins in den Fuldaer Geschichtsblättern; Nr. 64), Fulda, Parzeller-Verlag, 2004, ISBN 3-7900-0362-X, Ortsregister auf den Seiten 37 – 47, von dort Hinweis auf die Seite mit der Anzahl der Steuerpflichtigen
  7. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 394.

WeblinksBearbeiten

  Commons: Marktgemeinde Hilders – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien