Boris Olegowitsch Mironow

russischer Eishockeyspieler

Boris Olegowitsch Mironow (russisch Борис Олегович Миронов; * 21. März 1972 in Moskau, Russische SFSR) ist ein ehemaliger russischer Eishockeyspieler. Während seiner Karriere bestritt er zwischen 1993 und 2004 über 700 Spiele für die Winnipeg Jets, Edmonton Oilers, Chicago Blackhawks und New York Rangers in der National Hockey League. Sein älterer Bruder Dmitri war ebenfalls professioneller Eishockeyspieler und lange in der NHL aktiv.

RusslandRussland  Boris Mironow
Geburtsdatum 21. März 1972
Geburtsort Moskau, Russische SFSR
Größe 191 cm
Gewicht 100 kg
Position Verteidiger
Schusshand Rechts
Draft
NHL Entry Draft 1992, 2. Runde, 27. Position
Winnipeg Jets
Karrierestationen
bis 1993 HK ZSKA Moskau
1993–1994 Winnipeg Jets
1994–1999 Edmonton Oilers
1999–2002 Chicago Blackhawks
2002–2004 New York Rangers
2006–2007 Witjas Tschechow
2008–2009 HK Rys Podolsk
2009–2010 Krylja Sowetow Moskau

KarriereBearbeiten

Mironow begann seine Karriere 1988 beim HK ZSKA Moskau und wurde 1989 erstmals in seiner Karriere mit ZSKA Sowjetischer Meister. Damit qualifizierte sich der ZSKA für den Europapokal, den der Klub unter anderem 1989 und 1990 gewann. Nach dem Zerfall der Sowjetunion wurde Mironow – wie eine ganze Reihe ehemaliger sowjetischer Spieler – beim NHL Entry Draft 1992 in der zweiten Runde an 27. Stelle durch die Winnipeg Jets ausgewählt. Der Verteidiger spielte aber bis 1993 für ZSKA in der Wysschaja Liga, der höchsten Spielklasse der Sowjetunion, und deren Nachfolgeligen.

Im Sommer 1993 wechselte er in die National Hockey League zu den Jets, für die er in seiner Rookiesaison 61 Spiele absolvierte, bevor er im Tausch gegen Dave Manson an die Edmonton Oilers abgegeben wurde. Trotz eines Leistungseinbruchs nach dem Wechsel wurde der Russe am Ende der regulären Saison in das NHL All-Rookie Team gewählt. In den folgenden Spielzeiten war er meist einer der beiden Top-Verteidiger der Oilers und überzeugte nicht nur defensiv, sondern vor allem auch in der Offensive. So erzielte er in der Spielzeit 1997/98 in 81 Saisonspielen 16 Tore und 30 Assists, was ihn zum punktbesten Verteidiger seines Teams machte und unter die Top-20 der NHL-Verteidiger brachte.[1]

Am 20. März 1999 gaben die Oilers Boris Mironow, Jonas Elofsson und Dean McAmmond an die Chicago Blackhawks ab, die im Gegenzug Chad Kilger, Ethan Moreau, Daniel Cleary und Christian Laflamme zu den Oilers schickten.[2] Bei den Blackhawks konnte Mironow bis auf die erste Spielzeit nicht an die gezeigten Leistungen anknüpfen, wobei vor allem seine Offensivstärke nachließ. Aufgrund dessen tauschten die Blackhawks ihn am 8. Januar 2003 gegen ein Draft-Pick von den New York Rangers ein. Bei den Rangers absolvierte er über 100 Saisonspiele, in denen er 28 Scorerpunkte sammelte.

2004 beendete er zunächst seine Karriere, kehrte aber in der Saison 2006/07 aufs Eis zurück und spielte für Witjas Tschechow in der russischen Superliga. Danach setzte er sich erneut zur Ruhe, bevor er 2008 Spielertrainer beim HK Rys Podolsk in der inzwischen zweitklassigen Wysschaja Liga wurde.[3] Im Sommer 2009 wechselte er zu Krylja Sowetow Moskau, für das er 21 Spiele in der Wysschaja Liga absolvierte, bevor er seine Karriere endgültig beendete.

InternationalBearbeiten

Auf internationaler Bühne kam Mironow erstmals bei der Junioren-Europameisterschaft 1989 in Kiew für die Nationalmannschaft der UdSSR zum Einsatz. Dabei konnte er in fünf Turnierspielen fünf Scorerpunkte verbuchen und die Goldmedaille gewinnen. Ein Jahr später spielte er erneut bei der Junioren-Europameisterschaft und gewann Silber. In den Jahren 1991 und 1992 lief er jeweils bei der Junioren-Weltmeisterschaft auf. Nachdem die UdSSR 1991 Silber gewonnen hatte, errang das Team im Jahr darauf die Goldmedaille, obwohl die Sowjetunion im Lauf des Turniers zerfiel und die Mannschaft in der Folge für die Gemeinschaft Unabhängiger Staaten aufs Eis ging.

Im Seniorenbereich kam der Verteidiger erstmals bei der Weltmeisterschaft 1996 für Russland zum Einsatz. Trotz fünf Punkten Mironows kam die Mannschaft nicht über den vierten Rang hinaus. Zudem spielte er bei den Olympischen Winterspielen 1998 in Nagano und 2002 in Salt Lake City. In Nagano gewann er dabei die Silbermedaille nach einer Finalniederlage gegen Tschechien und in Salt Lake City Bronze. Das Olympische Eishockeyturnier in Nagano war zugleich das einzige internationale Turnier, das er gemeinsam mit seinem Bruder bestritt. 1998 wurde er als Verdienter Meister des Sports Russlands ausgezeichnet.

Als TrainerBearbeiten

Russland   Boris Mironow
Trainerstationen
2008–2009 HK Rys Podolsk (Spielertrainer)
2009–2010 Krylja Sowetow Moskau (Spielertrainer)
2015–2017 Krasnaja Armija
2017–2018 HK Swesda Tschechow
2019–2010 Neftechimik Nischnekamsk (Co-Trainer)
seit 2021 HK Spartak Moskau

Schon bei Rys Podolsk und Krylja Sowetow agierte Mironow als Spielertrainer. Zwischen 2015 und 2017 betreute er die Krasnaja Armija, die Juniorenmannschaft von ZSKA Moskau, als Assistenz- und später als Cheftrainer. Anschließend wurde er Cheftrainer beim Farmklub des ZSKA, dem HK Swesda Tschechow.

Von Januar 2019 bis April 2020 war Mironow Assistenztrainer bei Neftechimik Nischnekamsk in der Kontinentalen Hockey-Liga (KHL). Seit 2021 ist er Cheftrainer des HK Spartak Moskau, ebenfalls aus der KHL.

Erfolge und AuszeichnungenBearbeiten

InternationalBearbeiten

  • 1989 Goldmedaille bei der Junioren-Europameisterschaft
  • 1990 Silbermedaille bei der Junioren-Europameisterschaft
  • 1991 Silbermedaille bei der Junioren-Weltmeisterschaft

KarrierestatistikBearbeiten

Reguläre Saison Play-offs
Saison Team Liga Sp T V Pkt SM Sp T V Pkt SM
1988–89 HK ZSKA Moskau Wysschaja Liga 1 0 0 0 0
1989–90 HK ZSKA Moskau Wysschaja Liga 7 0 0 0 0
1990–91 HK ZSKA Moskau Wysschaja Liga 36 1 5 6 16
1991–92 HK ZSKA Moskau Wysschaja Liga 28 2 1 3 18 8 0 0 0 4
1992–93 HK ZSKA Moskau IHL 19 0 5 5 20
1993–94 Winnipeg Jets NHL 65 7 22 29 96
Edmonton Oilers NHL 14 0 2 2 14
1994–95 Edmonton Oilers NHL 29 1 7 8 40
Cape Breton Oilers AHL 4 2 5 7 23
1995–96 Edmonton Oilers NHL 78 8 24 32 101
1996–97 Edmonton Oilers NHL 55 6 26 32 85 12 2 8 10 16
1997–98 Edmonton Oilers NHL 81 16 30 46 100 12 3 3 6 27
1998–99 Edmonton Oilers NHL 63 11 29 40 104
Chicago Blackhawks NHL 12 0 9 9 27
1999–00 Chicago Blackhawks NHL 58 9 28 37 72
2000–01 Chicago Blackhawks NHL 66 5 17 22 42
2001–02 Chicago Blackhawks NHL 64 4 14 18 68 1 0 0 0 2
2002–03 Chicago Blackhawks NHL 20 3 1 4 22
2002–03 New York Rangers NHL 36 3 9 12 34
2003–04 New York Rangers NHL 75 3 13 16 86
2004–05 nicht gespielt
2005–06 nicht gespielt
2006–07 Witjas Tschechow Superliga 46 4 8 12 147 2 0 0 0 6
2007–08 nicht gespielt
2008–09 HK Rys Podolsk Wysschaja Liga 41 9 24 33 54
2009–10 Krylja Sowetow Moskau Wysschaja Liga 21 8 4 12 22
Wysschaja Liga gesamt 134 20 34 56 110 8 0 0 0 4
IHL gesamt 19 0 5 5 20
Superliga gesamt 46 4 8 12 147 2 0 0 0 6
AHL gesamt 4 2 5 7 23
NHL gesamt 716 76 231 307 891 25 5 11 16 45

InternationalBearbeiten

Vertrat Sowjetunion bei:

Vertrat Russland bei:

Jahr Team Veranstaltung Sp T V Pkt SM
1989 UdSSR U18-EM 5 3 2 5 2
1990 UdSSR U18-EM 6 1 0 1 0
1991 UdSSR U20-WM 6 0 3 3 0
1992 UdSSR/GUS[4] U20-WM 7 2 2 4 29
1996 Russland WM 8 1 4 5 12
1998 Russland Olympia 6 0 2 2 2
2002 Russland Olympia 6 1 0 1 2
Junioren gesamt 24 6 7 13 31
Herren gesamt 20 2 6 8 16

(Legende zur Spielerstatistik: Sp oder GP = absolvierte Spiele; T oder G = erzielte Tore; V oder A = erzielte Assists; Pkt oder Pts = erzielte Scorerpunkte; SM oder PIM = erhaltene Strafminuten; +/− = Plus/Minus-Bilanz; PP = erzielte Überzahltore; SH = erzielte Unterzahltore; GW = erzielte Siegtore; 1 Play-downs/Relegation; Kursiv: Statistik nicht vollständig)

Einzelnachweise und FußnotenBearbeiten

  1. hockey-reference.com: 1997-98 NHL Skater Statistics.
  2. Robin Brownlee: TOP 100 Oilers: Boris Mironov (57). In: oilersnation.com. 30. Juli 2016, abgerufen am 15. Oktober 2019 (englisch).
  3. David Staples: Bo Mironov, today. In: EdmontonJournal.com. 5. September 2015, abgerufen am 15. Oktober 2019 (englisch).
  4. Durch den Zusammenbruch der Sowjetunion während des Turniers wurde die Mannschaft in Gemeinschaft Unabhängiger Staaten (GUS) umbenannt

WeblinksBearbeiten