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Balthasar Permoser nach einer Zeichnung von Moritz Bodenehr (1665–1749)

Balthasar Permoser (* 13. August 1651 in Kammer bei Traunstein; † 20. Februar 1732 in Dresden) war einer der bedeutendsten Bildhauer des Barock.

Inhaltsverzeichnis

Leben und WerkBearbeiten

 
Balthasar Permosers Kreuzigungsgruppe in der Kapelle des Alten Katholischen Friedhofs

Balthasar Permosers Geburtsort Kammer, als Ortschaft heute Teil der oberbayerischen Stadt Traunstein, gehörte damals zur salzburgischen Pfarrei Otting.

Permoser wurde in Salzburg zum Bildhauer ausgebildet und war Schüler von Wolf Weißenkirchner und Giovanni Battista Foggini. Als Vorbilder gelten Giovanni Lorenzo Bernini und Pierre Puget. 1670 ist Permoser in Wien nachgewiesen, von 1675 bis 1689 folgte sein längerer Italienaufenthalt, der ihn entscheidend prägen sollte. Den Großteil dieser Zeit hielt sich Permoser in Florenz auf.

1689 wurde der Salzburger als Hofbildhauer von Kurfürst Johann Georg III. nach Dresden berufen und schuf ab 1694 unter dessen Sohn August dem Starken zahlreiche Werke. Seine vielfältige Tätigkeit in Dresden, vor allem für den sächsischen Hof, wurde durch abermalige Reisen nach Italien (1697/1698 und 1725), Salzburg, Wien und Berlin unterbrochen.

Permoser ist der bedeutendste und einflussreichste Vermittler der Formideen der italienischen Barockplastik nach Deutschland. Zu den Hauptwerken zählt vor allem der Skulpturenschmuck für den Dresdner Zwinger (ab 1711), der heute als Hauptwerk des Dresdner Barock gilt. Von Permoser stammen das Gesamtkonzept für die Ausgestaltung und zahlreiche Figuren aus Holz, Stein und Elfenbein. Besonders zu erwähnen ist auch die Apotheose des Prinzen Eugen in Wien.[1]

Permoser erschöpfte sich nicht in artifizieller Meisterschaft, sondern durchdrang seine Figuren geistig, sie wirken wie beseelt; gleich ob er den kraftvollen Körper eines Vulkans oder das sanfte Mädchenantlitz einer Nymphe dem Stein entreißt, etwa beim Wallpavillon des Zwingers, ob er überquellende Fülle, wie bei der Kanzel der Katholischen Hofkirche oder die Glaubensfestigkeit bei den Kirchenvätern gestaltet, die Qual des Marsyas oder das stumme Leiden Christi, „immer spricht aus seinem Werk Wahrhaftigkeit“.[2]

Einer ganzen Generation sächsischer Bildhauer galt Permoser als Meister und Lehrer; zu den von Permoser beeinflussten Künstlern gehören Dominikus Moling und Anton Carl Luplau.

Er war bis ins hohe Alter produktiv; die Arbeiten am Zwinger fallen in sein siebentes Lebensjahrzehnt. Balthasar Permoser fand seine letzte Ruhestätte auf dem Alten Katholischen Friedhof an der Friedrichstraße in Dresden. Die Hauptstraße durch seinen Geburtsort heißt zu seinem Andenken heute Balthasar-Permoser-Straße.

LiteraturBearbeiten

FilmeBearbeiten

  • Zwischen Barock und Rokoko – Der Hofbildhauer Balthasar Permoser. Filmdokumentation von Bernhard Graf. BR 2001.

WeblinksBearbeiten

  Commons: Balthasar Permoser – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Erich Hubala: Die Kunst des 17. Jahrhunderts. Propyläen Kunstgeschichte, Band 9. Berlin 1970, S. 333.
  2. Hagen Bächler und Monika Schlechte: Führer zum Barock in Dresden, Dortmund 1991, S. 19
  3. Siehe Beschreibung in der Sammlungs-Datenbank (englisch). Abgerufen am 8. Juli 2011.