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Zeitz–Altenburg
Strecke der Bahnstrecke Zeitz–Altenburg
Ausschnitt aus der Streckenkarte Sachsens 1902
Streckennummer:6814; sä. ZA
Kursbuchstrecke (DB):553 (1993)
Streckenlänge:25,13 km
Spurweite:1435 mm (Normalspur)
Streckenklasse:CM4[1]
Maximale Neigung: 13 
Minimaler Radius:300 m
Höchstgeschwindigkeit:50 km/h
Strecke – geradeaus
von Probstzella
Bahnhof, Station
-0,135 Zeitz 157 m
   
nach Weißenfels
   
nach Leipzig-Leutzsch
   
Flutbrücke Weiße Elster
   
Weiße Elster
   
von Abzw Zangenberg
   
   
Anschluss Tröglitz Werkbf
Bahnhof ohne Personenverkehr
3,680 Tröglitz (ex Techwitz) 158 m
Kilometer-Wechsel
4,411
4,400
Kilometersprung +0,011 km
   
6,447 Rehmsdorf 185 m
   
9,092 Wuitz-Mumsdorf 184 m
   
Schmalspurbahn nach Gera-Pforten
Grenze
Landesgrenze Sachsen-Anhalt / Thüringen
   
von Spora
   
Anschlussbahn Phönix
   
12,196 Meuselwitz 184 m
   
nach Markkleeberg-Gaschwitz
   
nach Ronneburg
   
14,8 Anschluss Kriebitzsch
   
14,860 Kriebitzsch Kohlenbf 210 m
   
15,753 Kriebitzsch 200 m
Kilometer-Wechsel
16,106
16,100
Kilometersprung +0,006 km
   
18,529 Rositz 180 m
   
19,626 Rositz-Teerverarbeitungswerk 180 m
   
21,082 Molbitz 170 m
Kilometer-Wechsel
21,307
21,300
Kilometersprung +0,007 km
   
22,350 Altenburg Nord 170 m
   
23,765 Altenburg-Rasephas 175 m
   
von Leipzig Bayer Bf
Bahnhof, Station
25,220 Altenburg 180 m
Strecke – geradeaus
nach Hof Hbf

Die Bahnstrecke Zeitz–Altenburg ist eine Nebenbahn in Sachsen-Anhalt und Thüringen, die in den 1870er Jahren von der privaten Altenburg-Zeitzer Eisenbahngesellschaft erbaut wurde. Sie verläuft von Zeitz über Meuselwitz nach Altenburg.

Inhaltsverzeichnis

GeschichteBearbeiten

Am 19. Juni 1872 wurde die Strecke eröffnet, deren Hauptzweck im Transport von Braunkohle aus 18 Gruben im Raum Meuselwitz-Rositz bestand. Die Königlich-Sächsischen Staatseisenbahnen führten den Fahrbetrieb durch. Der übrige Güterverkehr und die Personenbeförderung waren von untergeordneter Bedeutung. Nachdem der sächsische Staat die Altenburg-Zeitzer Eisenbahn-Gesellschaft verstaatlicht hatte, wurde die Strecke am 1. Januar 1896 Eigentum der Kgl.-Sächs. Staatseisenbahnen, obwohl die Strecke gar nicht in Sachsen, sondern in der preußischen Provinz Sachsen (Zeitz) und in Sachsen-Altenburg lag.

Wegen des stetig zunehmenden Güterverkehrs war in den 1930er Jahren die Verlegung eines zweiten Gleises geplant, was wegen des Krieges nicht vollendet werden konnte. Nach Kriegsende 1945 ließ die sowjetische Besatzungsmacht die bereits verlegten Teile des zweiten Gleises als Reparationsleistung demontieren.

Am 1. November 1946 kam es im Bahnhof Tröglitz zu einem schweren Eisenbahnunfall. Ein Zug mit Umsiedlern, versehentlich auf ein Stumpfgleis geleitet, überfuhr den Prellbock und entgleiste. 30 Menschen starben, 23 weitere wurden verletzt.[2]

Zwischen 1945 und 1990 war die Deutsche Reichsbahn Besitzer und Betreiber der Strecke. Infolge der deutschen Wiedervereinigung wurde die Deutsche Bahn AG Eigentümer. Weil zugleich die Braunkohleförderung weitestgehend minimiert wurde, gab die Bahnverwaltung in den 1990er Jahren zunächst den durchgehenden Güterverkehr auf. Der Personenverkehr zwischen Zeitz und Meuselwitz ruht seit dem 28. September 2002, zwischen Meuselwitz und Altenburg seit dem 14. Dezember des gleichen Jahres, der Betrieb war nicht mehr ökonomisch: Zuletzt wies die Strecke durchschnittlich 126 Fahrgäste am Tag auf.[3] Fünf Jahre danach, am 15. Dezember 2007 wurde die Strecke Altenburg–Meuselwitz stillgelegt, übrig blieb der Abschnitt von Zeitz bis Kriebitzsch, der seit 2003 von dem Unternehmen Contamex intensiv genutzt wird.[4] Ab Kriebitzsch und einschließlich der Bahnhöfe Rositz sowie Altenburg Gbf ist die Strecke an die Waggonbau Altenburg GmbH zur Wagenabstellung verpachtet.[5]

Anfang 2010 hat das Bahn-Tochterunternehmen DB Netz die Strecke Zeitz–Meuselwitz und das Bahnhofsgleis Meuselwitz–Anschlussstelle Kriebitzsch zur Übernahme durch andere Eisenbahninfrastrukturunternehmen (EIU) ausgeschrieben.[1] Da sich kein Interessent meldete, hat DB Netz Anfang 2011 beim Eisenbahn-Bundesamt einen Stilllegungsantrag gestellt, der jedoch kurz vor Fristablauf wieder zurückgezogen wurde.[6] Es folgte eine erneute Ausschreibung der Strecke zur Übernahme.[7] Der Vergleich beider Ausschreibungen zeigt, dass die in der ersten Ausschreibung für die Jahre 2010 und 2011 genannten Investitionen nun größtenteils herausgenommen wurden. Wieder fand sich kein Käufer. Das Eisenbahn-Bundesamt genehmigte am 12. Dezember 2012 nun die Stilllegung der Strecke Tröglitz–Meuselwitz. Der Kohleverkehr zum Mitte 2013 stillzulegenden Kraftwerk Mumsdorf konnte noch bis zum 31. Januar 2013 weitergeführt werden.[8] Die tatsächliche Betriebseinstellung erfolgte somit zum 1. Februar 2013. Den verbliebenen Streckenabschnitt Zeitz–Tröglitz verpachtete die DB Netz an die Deutsche Regionaleisenbahn (DRE)-Tochter Bayerische Regionaleisenbahn (BRE)[9], die den Betrieb zum 12. April 2013 übernahm. Die Bedienung des Chemie- und Industrieparks Zeitz war dadurch zunächst sichergestellt.[10]

 
vom Hochwasser zerstörte Flutbrücke bei Tröglitz

Ein neues Problem entstand durch das Hochwasser 2013, wodurch am 5. Juni zwei Pfeiler der Flutbrücke über die Aue der Weißen Elster beschädigt wurden, so dass die Strecke Zeitz–Tröglitz nicht mehr befahren werden kann. Um den Güterverkehr der drei Unternehmen im Chemie- und Industriepark Zeitz weiter zu ermöglichen, hat die DRE die bereits stillgelegte Strecke Tröglitz–Meuselwitz von DB Netz übernommen. Somit konnte dieser Abschnitt nach einer Instandsetzung wieder als Bahnhofsnebengleis in Betrieb genommen werden. Am 28. Juni 2013 erreichte der erste Güterzug nach dem Hochwasser den Chemie- und Industriepark Zeitz aus Richtung Altenburg.[11]

Um die beschädigte Flutbrücke reparieren zu können, stellte die BRE einen Antrag auf Förderung aus dem Aufbauhilfeprogramm Hochwasser 2013 des Landes Sachsen-Anhalt. Daraufhin erhielt das Unternehmen im November 2014 einen bis Ende August 2017 befristeten Bewilligungsbescheid über einen 100-prozentigen Zuschuss.[12] Es konnte jedoch nicht sofort mit den Arbeiten begonnen werden, weil zunächst das im November 2017 eingeleitete Planverzichtsverfahren, mit dem ein aufwändiges Planfeststellungsverfahren nicht erforderlich wird, abgeschlossen[13] und die dafür notwendigen Zustimmungen der betroffenen Grundstückseigentümer zur Flächeninanspruchnahme erteilt werden mussten.[14] Nach Abschluss dieses Verfahrens erfolgte schließlich Mitte Dezember 2018 die Ausschreibung zur Erneuerung der Eisenbahnüberführung Elsterflutbrücke. Diese sieht im Wesentlichen vor, dass die ersten beiden von insgesamt acht Pfeilern neu gebaut werden und der dritte Pfeiler eine neue Umspundung erhält. Die zwischen diesen befindlichen Stahlüberbauten werden ersetzt. Die Fertigstellung ist für Mai 2020 vorgesehen.[15]

StreckenbeschreibungBearbeiten

VerlaufBearbeiten

Die Strecke zweigt am Ende des Zeitzer Personenbahnhofes auf Höhe des früheren Bahnbetriebswerkes nach Nordosten ab und führt nach etwa zwei Kilometern über die Flutbrücke und die anschließende Stahlgitterbrücke der Weißen Elster. An der Bahnhofseinfahrt von Tröglitz mündet aus Richtung Nordwesten das Gleis der stillgelegten Güterbahn vom Güterbahnhof Zeitz über den Abzweig Zangenberg ein, um unmittelbar darauf wieder zum Werkbahnhof Tröglitz wegzuführen. Ab hier ist die Strecke bis Altenburg noch in Betrieb. Zwischen Rehmsdorf und Meuselwitz wird Waldgebiet um das geflutete Tagebaurestloch Zipsendorf durchquert, danach folgt die Landesgrenze zu Thüringen. Am Stadtrand von Meuselwitz wird die Bundesstraße 180 gekreuzt und danach zweigt nach Nordwesten das ehemalige Anschlussgleis zum stillgelegten Kraftwerk Mumsdorf ab. Im Bahnhof Meuselwitz trifft die Strecke auf das Gelände der museal betriebenen Kohlebahn Meuselwitz–Haselbach–Regis-Breitingen. Von dort führt sie weiter Richtung Osten und verbindet die Ortschaften Kriebitzsch, Rositz und Molbitz mit dem Endbahnhof Altenburg. Die umfangreichen Gleisanlagen des ehemaligen Güterbahnhofes Altenburg-Nord und des Bahnhofes Rositz werden fast vollständig zur Waggonabstellung genutzt.

BetriebsstellenBearbeiten

Zeitz

 
Bahnhof Zeitz, Empfangsgebäude

Der Bahnhof Zeitz wurde am 9. Februar 1859 als Zeitz Pbf zusammen mit der Bahnstrecke Weißenfels–Zeitz eröffnet.[16] Gleichzeitig ging auch der Abschnitt Zeitz–Gera der Bahnstrecke Leipzig–Probstzella in Betrieb. Mit der Eröffnung des nördlichen Abschnitts der Bahnstrecke Leipzig–Probstzella erhielt Zeitz am 20. Oktober 1873[16] einen Bahnanschluss nach Leipzig.

Am 19. Juni 1872 erhielt Zeitz mit dem Bahnhof Zeitz Sächs. Stb. eine weitere Station. Sie war der Ausgangspunkt der Bahnstrecke Zeitz–Altenburg und wurde von den Königlich Sächsischen Staatseisenbahnen betrieben. Am 31. Mai 1913 wurde diese Station geschlossen.[17] Einen Tag später wurde am 1. Juni 1913 nördlich des Personenbahnhofs der dem Güterverkehr dienende Güterbahnhof Zeitz Gbf unter preußischer Verwaltung eröffnet.[18] Am 1. Dezember 1913 wurde die Bahnstrecke Tröglitz–Zeitz als Verbindungsbahn für den Güterverkehr in Richtung Altenburg eröffnet. Sie war bis zum 30. September 2009 in Betrieb.

Die im Jahr 1897 eröffnete Bahnstrecke Zeitz–Camburg endete aufgrund der großen Auslastung der Gleise im Zeitzer Bahnhof bis 1914 im separaten „Camburger Bahnhof“. Diese auch Thüringischer Bahnhof genannte Station lag neben dem heutigen Empfangsgebäude. Nach dessen Fertigstellung 1912 wurde der alte Bahnhof abgerissen.[19] Im April 1914 wurden die Bahnanlagen in Zeitz komplett neu gestaltet. Dabei wurde ein gemeinsamer Bahnhof eingerichtet.

Der Personenverkehr auf der Bahnstrecke nach Camburg wurde im Jahr 1999 eingestellt. Im Jahr 2000 wurde die Bahnstrecke stillgelegt. Der Personenverkehr auf dem Abschnitt Zeitz–Meuselwitz der Bahnstrecke nach Altenburg wurde am 28. September 2002 eingestellt, die Bahnstrecke ist bis Tröglitz seit dem 12. Dezember 2012 ein Anschlussgleis für den Chemie- und Industriepark Zeitz.

Das denkmalgeschützte Empfangsgebäude gehört seit Anfang Januar 2016 der Stadt Zeitz.[20]

Tröglitz

 
Bahnhof Tröglitz mit Abzweig Zangenberg und zum Werkbahnhof Tröglitz

Der Bahnhof Tröglitz wurde am 1. Oktober 1895 als Haltepunkt Techwitz eröffnet und 1913 zum Bahnhof gewidmet. Am 1. Juli 1943 erfolgte die Umbenennung in Tröglitz. Das Empfangsgebäude entstand im Jahr 1938/39 anstelle eines Vorgängerbaus. Die Stellwerke wurden zwischen 1940 und 2013 genutzt. In der Station zweigte das Gleis über Tröglitz Werkbf zum Kohlekraftwerk Mumsdorf ab. Ebenso war der Bahnhof zwischen 1913 und 2009 Ausgangspunkt der Bahnstrecke Tröglitz–Zeitz. Am 29. September 2002 wurde die Station außer Betrieb genommen.[21]

Rehmsdorf

Der Bahnhof Rehmsdorf wurde am 19. Juni 1872 als Haltestelle eröffnet. Im Jahr 1905 erfolgte die Hochstufung zum Bahnhof. Das Empfangsgebäude ist bis heute erhalten, ebenso die Stellwerke, die zwischen 1941 und 1996 in Betrieb waren. Am 29. September 2002 wurde die Station außer Betrieb genommen.[22]

Wuitz-Mumsdorf

Der Bahnhof Wuitz-Mumsdorf wurde am 15. Juli 1872 kurz nach Eröffnung der Bahnstrecke Zeitz–Altenburg als Haltepunkt in Betrieb genommen. Mit der Inbetriebnahme der schmalspurigen Bahnstrecke Gera-Pforten–Wuitz-Mumsdorf wurde der nunmehrige Spurwechselbahnhof im Jahr 1901 zur Haltestelle und 1905 zum Bahnhof gewidmet. Das Empfangsgebäude wurde im Jahr 1901 errichtet. Im Jahr 1925 erhielt die Station ein Stellwerk. Der Bahnhof lag zwischen dem zu Sachsen-Altenburg bzw. zu Thüringen gehörigen Mumsdorf im Norden und dem preußischen Wuitz im Süden.[23] Dem durch den Braunkohleabbau des Tagebaus Zipsendorf-Süd bedingten Abbruch des Orts Wuitz in den Jahren 1954 bis 1956 überlebte einzig der in der Wuitzer Ortsflur liegende Bahnhof Wuitz-Mumsdorf. Mit der Stilllegung der schmalspurigen Bahnstrecke nach Gera-Pforten wurde die Station im Jahr 1969 zum Haltepunkt zurückgestuft. Am 29. September 2002 wurde die Station außer Betrieb genommen. Alle Hochbauten, wie die massive Wartehalle, wurden abgerissen.[24]

Meuselwitz

 
Bahnhof Meuselwitz

Der Bahnhof Meuselwitz wurde am 19. Juni 1872 gemeinsam mit der Bahnstrecke Zeitz–Altenburg eröffnet. Am 7. September 1874 wurde die Bahnstrecke nach Leipzig (Meuselwitz–Gaschwitz) und am 17. Oktober 1887 die Bahnstrecke Meuselwitz–Ronneburg eröffnet. Seit Juni 1942 führte die Kohlebahn Meuselwitz–Haselbach–Regis-Breitingen durch das nördliche Meuselwitz-Altenburger Braunkohlerevier. Der Bahnhof Meuselwitz trug folgende Namen:

  • bis 1929: Meuselwitz
  • bis 1953: Meuselwitz (Thür)
  • seit 1953: Meuselwitz

Aufgrund des Braunkohleabbaus wurde der Abschnitt Meuselwitz–Großröda der Bahnstrecke Meuselwitz–Ronneburg im Jahr 1965 stillgelegt. Durch den Aufschluss der Tagebaue Zwenkau und Groitzscher Dreieck wurde die Bahnstrecke nach Leipzig in den 1970er Jahren zwischen Lucka und Groitzsch unterbrochen und abgetragen. Danach wurde die Strecke bis Lucka bis zum 23. Mai 1993 im Güterverkehr betrieben.

Anfang 2004 wurde der Personenverkehr zwischen Altenburg und Zeitz eingestellt. Auf dem Teilstück Zeitz (Profen)–Meuselwitz verkehrten bis 2013 noch Kohlezüge zur Versorgung des Kraftwerkes in Mumsdorf[25] und vereinzelte Züge zur Schotterrecyclinganlage Kriebitzsch.

Die Kohlebahn Meuselwitz–Haselbach–Regis-Breitingen ist somit die letzte Bahnstrecke in Meuselwitz, auf der Bahnverkehr statt findet. Sie wird im Museumsbetrieb befahren. Der Bahnhof Meuselwitz wurde zum Kulturbahnhof ausgebaut. Das stattliche Empfangsgebäude und ein durch die Kohlebahn genutzter Lokschuppen sind bis heute erhalten.[26][27] Der Bahnshofsteil, in dem die Züge der Bahnstrecke Gaschwitz–Meuselwitz über Groitzsch hielten, wurde im Jahr 2009 durch die Kohlebahn auf eine Spurweite von 900 mm umgespurt.[28]

Kriebitzsch Kohlenbf

Kriebitzsch Kohlenbf wurde am 15. Oktober 1880 als Ladestelle in Betrieb genommen. Mit der Eröffnung des Haltepunkts Kriebitzsch erhielt die Ladestelle am 10. September 1881 den Namen Kriebitzsch Kohlenbahnhof. Im Jahr 1905 erfolgte die Hochstufung zum Güterbahnhof. 1911 wurde der Stationsname in die bis zuletzt gültige Bezeichnung Kriebitzsch Kohlenbf geändert. Das Datum der Stilllegung des Güterbahnhofs ist nicht bekannt.

Kriebitzsch

Der Haltepunkt Kriebitzsch wurde am 10. September 1881 in Betrieb genommen. Das Empfangsgebäude wurde im Jahr 1912 erbaut. Am 14. Dezember 2002 wurde die Station stillgelegt.[29]

Rositz

Der Bahnhof Rositz wurde am 19. Juni 1872 eröffnet. Zwischen 1922 und 1953 trug er den Namen Rositz (Thür). Neben dem Empfangsgebäude besaß die Station eine Gleisüberführung, Wohnhäuser für Bahnbedienstete, zwei Stellwerke und ein Anschlussgleis zu den Brikettwerken Zechau. Nachdem das Empfangsgebäude im Jahr 2000 durch Brandstiftung beschädigt wurde, erfolgte im Jahr 2002 der Abriss des Hauses.[30] Am 14. Dezember 2002 wurde der Bahnhof Rositz stillgelegt.

Rositz Teerverarbeitungswerk

Der Haltepunkt Rositz Teerverarbeitungswerk lag nördlich des 1917 gegründeten Braunkohleveredlungswerks der Deutsche Erdoel-Actiengesellschaft (DEA) in Rositz. Das Eröffnungsdatum der Station ist unbekannt. Am Bahnsteig existierten keine Hochbauten. Der Haltepunkt ging am 14. Dezember 2002 außer Betrieb.

Molbitz

 
Haltepunkt Molbitz, Wartehalle

Der Haltepunkt Molbitz wurde am 1. Oktober 1899 unter dem Namen Obermolbitz eröffnet. Im Jahr 1952 wurde er in Molbitz umbenannt. Die Station lag südlich der Ortslage Molbitz und besaß lediglich eine massive Wartehalle. Am 14. Dezember 2002 ging die Station außer Betrieb.

Altenburg Nord

 
Haltepunkt Altenburg Nord, Stellwerk

Der Haltepunkt Altenburg Nord wurde am 1. Oktober 1899 unter dem Namen Zschernitzsch eröffnet. Im Jahr 1938 wurde er in Altenburg (Thür) Nord und im Jahr 1953 in Altenburg Nord umbenannt. An Hochbauten existierten an der Station das 1899 erbaute Empfangsgebäude, Wohnhäuser für die Bahnbediensteten und ein Stellwerk, welche alle noch am Standort an der „Oberzetschaer Straße“ im Altenburger Stadtteil Zschernitzsch vorhanden sind. Am 14. Dezember 2002 ging die Station außer Betrieb.

Altenburg-Rasephas

Der Haltepunkt Altenburg-Rasephas wurde am 22. Juli 1940 unter dem Namen Hasagwerke (Altenburg) eröffnet. Später trug er den Namen Altenburg-Hasag und seit dem 1. Juli 1954 den Namen Altenburg-Rasephas. Die Station lag im Gleisbogen kurz hinter der Trennung der Bahnstrecken nach Zeitz und Leipzig. Sie verfügte als „Verschiebebahnhof Altenburg“ über ein umfangreiches Gleissystem und eine Drehscheibe. Das Empfangsgebäude ist bis in die Gegenwart erhalten geblieben.[31] Am 30. Mai 1999 ging die Station außer Betrieb.

Altenburg

 
Bahnhof Altenburg

Zunächst war Altenburg ein Kopfbahnhof an der Bahnstrecke Leipzig–Hof, da ein direkter Weiterbau in Richtung Süden mit den damaligen technischen Mitteln nicht möglich war. Stattdessen wurde die Stadt im weiteren Verlauf ursprünglich östlich umfahren. Den Abzweig hatten die Altenburger möglichst stadtnah durchgesetzt, da später mit einer direkten Verbindungskurve einige Züge nicht mehr in Altenburg gehalten hätten. Da sich der Kopfbahnhof an der heutigen Fabrikstraße mehr und mehr zum Betriebshindernis entwickelte, wurde seit 1871 eine Veränderung geplant. Statt einer zunächst angedachten Verbindungskurve erhielt Altenburg einen neuen Bahnhof, der südlich davon liegende Höhenzug wurde mit einem Tunnel unterquert. Der neue Bahnhof wurde nach zweijähriger Bauzeit 1878 fertiggestellt.[32] Der Bahnhof Altenburg trug folgende Namen:

  • bis 1936: Altenburg
  • bis 1942: Altenburg (Thür)
  • bis 1953: Altenburg (Thür) Hbf
  • seit 1953: Altenburg

Die in den Jahren 2002 bzw. 1999 stillgelegten Bahnstrecken nach Zeitz und nach Langenleuba-Oberhain zweigten seit 1872 bzw. 1901 im Bahnhof Altenburg ab.

FahrzeugeinsatzBearbeiten

Die Strecke war lange Zeit Einsatzgebiet für die Baureihe 771/772. Für den Rumpfbetrieb zwischen Meuselwitz und Altenburg in der zweiten Jahreshälfte 2002 kamen noch Desiros zum Einsatz, die teils über Altenburg hinaus nach Gera durchgebunden waren.

Bis zur Einstellung des Kohletransports zum Mumsdorfer Kohlekraftwerk Ende Januar 2013 verkehrten zwei- bis dreimal täglich Pendelzüge von Profen nach Meuselwitz. Diese Züge wurden bis Juni 2008[33] mit Baureihe 232 und in Mehrfachtraktion durch Nachschieben bespannt, danach kamen Class 66 von R4C oder Vossloh G 2000 BB zum Einsatz.[34] Da die Güterbahn über den Zeitzer Güterbahnhof und den Abzweig Zangenberg nicht mehr in Betrieb ist, mussten die Kohlenzüge für den nötigen Fahrtrichtungswechsel zum Personenbahnhof und teilweise weiter bis Haynsburg geführt werden. In Meuselwitz erfolgte ein weiterer Fahrtrichtungswechsel über das Anschlussgleis zum Kraftwerk Phönix. Den innerbetrieblichen Werksverkehr übernahmen remotorisierte V 100 der MIBRAG.[33] Zu den Kohlenzügen kam ein zweimal wöchentlich verkehrendes Güterzugpaar zwischen Zeitz Gbf und Meuselwitz, das mit der Baureihe 261 oder 294 bespannt wurde.[35] Bis zum Hochwasserschaden an der Brücke über die Weiße Elster verkehrte werktags außer samstags ein Zug mit Chemieprodukten aus Richtung Westen über Zeitz Gbf zum Chemie- und Industrieparks Tröglitz. Seit Ende Juni erfolgt dessen Bedienung durch verschiedene Privatbahnen über Altenburg aus Richtung Osten.[11]

WeblinksBearbeiten

  Commons: Bahnstrecke Zeitz–Altenburg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b Abgabe von Eisenbahninfrastruktur. Strecke: Zeitz – Meuselwitz und Bahnhofsgleis Meuselwitz – Anst Kriebitzsch. Ausschreibung vom 19. Januar 2010 bis 19.04.2010. (PDF) (Nicht mehr online verfügbar.) DB Netze, 19. Januar 2010, ehemals im Original; abgerufen am 15. April 2011.@1@2Vorlage:Toter Link/www.deutschebahn.com (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven)
  2. Martin Weltner: Bahn-Katastrophen. Folgenschwere Zugunfälle und ihre Ursachen. München 2008. ISBN 978-3-7654-7096-7, S. 15.
  3. Signal auf Halt für Bahnlinie Altenburg-Zeitz. In: Digitales Südraum-Archiv. Heimatverein des Bornaer Landes e. V., abgerufen am 29. Juli 2012 (Originaltext aus „Osterländer Volkszeitung“ (OVZ) vom 24. Juli 2002).
  4. Standort Kriebitzsch von Contamex, abgerufen am 6. Juni 2018.
  5. Der Modelleisenbahner, Heft 4/2013 S. 7.
  6. DB Netz AG zieht Stilllegungsantrag zurück. (Nicht mehr online verfügbar.) Eisenbahn-Bundesamt, 25. März 2011, ehemals im Original; abgerufen am 28. März 2011.@1@2Vorlage:Toter Link/www.eba.bund.de (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven)
  7. Abgabe von Eisenbahninfrastruktur. Strecke: Zeitz – Meuselwitz und Bahnhofsgleis Meuselwitz – Anst Kriebitzsch. Ausschreibung vom 14. April 2011 bis 14. Juli 2011. (PDF) (Nicht mehr online verfügbar.) DB Netze, 14. April 2011, ehemals im Original; abgerufen am 15. April 2011.@1@2Vorlage:Toter Link/fahrweg.dbnetze.com (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven)
  8. Eisenbahnteilstrecke Tröglitz – Meuselwitz. Genehmigung gemäß § 11 Abs. 2 Allgemeines Eisenbahngesetz (AEG). (PDF; 164 kB) (Nicht mehr online verfügbar.) Eisenbahn-Bundesamt, 12. Dezember 2012, archiviert vom Original am 4. November 2016; abgerufen am 9. März 2013.
  9. Informationen zu DRE-Strecken, siehe: Strecke 6814 Zeitz – Tröglitz. Deutsche Regionaleisenbahn, 7. Februar 2013, abgerufen am 9. März 2013.
  10. Regionalbahn übernimmt Strecke. Teilstück Zeitz-Tröglitz hat neuen Betreiber. Mitteldeutsche Zeitung, 15. April 2013, abgerufen am 19. April 2013.
  11. a b Torsten Gerbank: Industriepark hat wieder einen Gleisanschluss. Mitteldeutsche Zeitung, 2. Juli 2013, abgerufen am 22. Juli 2013.
  12. Claudia Petasch: Land fördert Bauarbeiten an Flutbrücke. Mitteldeutsche Zeitung, 28. Juli 2015, abgerufen am 14. August 2015.
  13. Baumaßnahme zur Instandsetzung der Elsterflutgrabenbrücke bei Tröglitz auf den Weg gebracht. Burgenlandkreis, 17. November 2017, abgerufen am 6. Januar 2019.
  14. Torsten Gerbank: Ärger in Alttröglitz, Brücke ist auch vier Jahre nach der Flut noch Schrott. Mitteldeutsche Zeitung, 16. Oktober 2017, abgerufen am 29. Oktober 2017.
  15. Erneuerung der Eisenbahnüberführung (EÜ) Elsterflutbrücke. Beschaffungsamt des Bundesministeriums des Innern, 17. Dezember 2018, abgerufen am 6. Januar 2019.
  16. a b Burkhard Thiel: Bahnhof Zeitz. Abgerufen am 17. Januar 2016.
  17. Zeitz Sächs. Stb. auf www.sachsenschiene.net
  18. Der Güterbahnhof Zeitz auf www.sachsenschiene.net
  19. Ansichten vom Bahnhof Zeitz. 6. August 2013, abgerufen am 17. Januar 2016.
  20. Die Stadt Zeitz kauft den Bahnhof. (Nicht mehr online verfügbar.) Archiviert vom Original am 19. Januar 2016; abgerufen am 19. Januar 2016.   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.arndczapek.de
  21. Der Bahnhof Tröglitz auf www.sachsenschiene.net
  22. Der Bahnhof Rehmsdorf auf www.sachsenschiene.net
  23. Ort Wuitz und Bahnhof Wuitz-Mumsdorf auf einem Messtischblatt aus den 1920er Jahren
  24. Der Haltepunkt Wuitz-Mumsdorf auf www.sachsenschiene.net
  25. Das Kraftwerk Mumsdorf auf www.ostkohle.de
  26. Der Kulturbahnhof Meuselwitz auf der Tourismusseite Altenburg
  27. Der Bahnhof Meuselwitz auf www.sachsenschiene.net
  28. www.ferkeltaxe.de
  29. Der Haltepunkt Kriebitzsch auf www.sachsenschiene.net
  30. Der Bahnhof Rositz auf www.sachsenschiene.net
  31. Der Haltepunkt Altenburg-Rasephas auf www.sachsenschiene.net
  32. Manfred Berger: Historische Bahnhofsbauten I – Sachsen, Preußen, Mecklenburg und Thüringen. 2., durchgesehene Auflage. transpress Verlag, Berlin 1987, ISBN 3-344-00066-7, S. 62.
  33. a b Die Kohlebahn (»Kammerforstbahn«) Meuselwitz–Haselbach–Regis-Breitingen. In: Lokrundschau 238. 18. Juni 2008, abgerufen am 29. Juli 2012.
  34. Heinz-Ulrich Löwe: Kohlependel vom Tagebau Profen zum Kraftwerk Mumsdorf. In: Bahnbilder Niederwiesa. Abgerufen am 29. Juli 2012.
  35. Güterzugfahrzeiten der KBS 553 Zeitz – Altenburg. In: Güterzugkursbuch. Abgerufen am 29. Juli 2012.