Hauptmenü öffnen

Bahnhof Quadrath-Ichendorf

Bahnhof in Deutschland

Der Bahnhof Quadrath-Ichendorf befindet sich in der Frenser Straße 11 in Quadrath-Ichendorf in der Kreisstadt Bergheim im Rhein-Erft-Kreis gelegen. Das denkmalgeschützte Empfangsgebäude ist im Eigentum der Kreisstadt Bergheim und wurde von 2016 bis 2019 zum Kultur- und Integrationsbahnhof Gleis11 durch Förderung aus dem Städtebau-Sonderprogramm „Hilfen im Städtebau für Kommunen zur Integration von Flüchtlingen“ umgebaut. Diesen betreibt die Entwicklungsgesellschaft Bergheim gGmbH im Auftrag der Kreisstadt seit März 2019. Organisiert durch viel freiwilliges Engagement der Bewohnerschaft und durch das Team der EGBM finden hier nun soziale und kulturelle Veranstaltungen statt.

Quadrath-Ichendorf
Das Bahnhofsgebäude
Das Bahnhofsgebäude
Daten
Bauform Durchgangsbahnhof
Abkürzung KQ
IBNR 8004907
Kategorie 6
Profil auf Bahnhof.de Quadrath-Ichendorf
Lage
Stadt/Gemeinde Bergheim
Ort/Ortsteil Quadrath-Ichendorf
Land Nordrhein-Westfalen
Staat Deutschland
Koordinaten 50° 56′ 17″ N, 6° 41′ 11″ OKoordinaten: 50° 56′ 17″ N, 6° 41′ 11″ O
Eisenbahnstrecken
Bahnhöfe in Nordrhein-Westfalen

Baugeschichte und ArchitekturBearbeiten

Als 1928 die 1897 eröffnete Eisenbahnlinie von Horrem nach Bedburg von der Hauptstraße in Quadrath-Ichendorf an den Rand des Ortes verlegt wurde, erbaute man den Quadrather Bahnhof. Der Bahnhof besteht aus dem Bahnsteig und dem Empfangsgebäude, das unter Denkmalschutz steht. Das zweigeschossige Empfangsgebäude aus Backstein zeigt typische Formen der Architektur der Zeit zwischen den beiden Weltkriegen. Man spricht auch vom „Backsteinexpressionismus“.

Die Fassade ist symmetrisch durch einen Mittelrisaliten und sieben Achsen gegliedert. Das Gebäude besitzt ein Walmdach. Der Risalit wirkt turmartig. Er wird über die Traufe hinweggeführt und ist mit einem pyramidenförmigen Zeltdach gedeckt. Ein kupferner Aufsatz bekrönt die Spitze des Turmdaches. Im Erdgeschoss des Risaliten liegt der Eingang. Das Obergeschoss ist durch ein Rautenmosaik in dunklerem Ziegelmaterial verziert, das durch eine Fensteröffnung und eine Bahnhofsuhr unterbrochen wird. Die Rückseite ist nur im Obergeschoss symmetrisch in fünf Achsen aufgeteilt. Das Erdgeschoss erhielt seine Fensteraufteilung nach den inneren Bedürfnissen. Zwei zweiflügelige Fenster sind mit einem dreiflügeligen durch eine Ziegeleinfassung, die über jedem Fenster eine dreieckige Ziermauerung als Flächenmosaik erhielt, verbunden. Sie belichteten ursprünglich die Bahnhofsgastronomie. Daneben befindet sich der Bahnsteigzugang für Reisende. Vorgebaut ist ein Fahrdienstleiterraum mit Balkon und gemauerter Brüstung. Die Gaube auf der Bahnsteigseite des Mansarddaches mit ihrer mittigen, dreieckigen Aufkantung der Traufe gilt als ein charakteristisches expressionistisches Dachdetail. Auf der nördlichen Schmalseite sind noch die Einschusslöcher eines alliierten Tieffliegerbeschusses aus dem Zweiten Weltkrieg zu sehen.

DenkmalBearbeiten

Das Bahnhofsgebäude ist mit der Denkmalnummer 221 in die Liste der Baudenkmäler in Quadrath-Ichendorf eingetragen. Die Beschreibung lautet:

„2-geschossiges, traufständiges Backsteingebäude in 7 Achsen mit Mittelrisalit und Walmdach. Die straßenseitige Fassade ist symmetrisch durch einen Risaliten gegliedert. Das zu beiden Seiten des Risalits dreiachsige Gebäude ist mit hochrechteckigen Fensteröffnungen versehen. Das abschließende Traufgesims ist schräg gemauert, mit einer Schattenfuge unter der weit vorkragenden Regenrinne; dies gibt dem Gebäude einen zeittypisch hervorgehobenen Dachanschluss. Das Walmdach zeigt eine für seine Bauzeit typische Schiftung.“

 
Bahnhaltepunkt Quadrath-Ichendorf

AnlagenBearbeiten

Bis auf das Durchgangsgleis und das hier abzweigende Anschlussgleis zum Martinswerk sind seit dem Umbau im Jahr 2008/09[2] alle anderen Gleise stillgelegt und größtenteils abgebaut. Der Bahnsteig liegt in der Lage des ehemaligen Mittelbahnsteiges und ist als Seitenbahnsteig mit ebenerdigem Zugang ausgeführt, die Gleise am Empfangsgebäude sind nicht mehr vorhanden.

VerkehrsbedienungBearbeiten

Linie Verlauf Takt
RB 38 Erft-Bahn:
Bedburg (Erft) – Glesch – Pfaffendorf – Zieverich – Bergheim (Erft) – Quadrath-Ichendorf – Horrem – Köln-Ehrenfeld – Köln Hbf – Köln Messe/Deutz
Stand: Fahrplanwechsel Dezember 2017
30 min (Bedburg (Erft)–Horrem)
60 min (Horrem–Köln Messe/Deutz)

Der Haltepunkt Quadrath-Ichendorf wird heute stündlich von Regionalbahnen der Linie 38 „Erft-Bahn“ von Köln über Horrem und Bergheim nach Bedburg bedient, tagsüber werktags zwischen Horrem und Bedburg halbstündlich.

LiteraturBearbeiten

WeblinksBearbeiten

  Commons: Bahnhof Quadrath-Ichendorf – Sammlung von Bildern

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Archivlink (Memento des Originals vom 14. August 2016 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.unsertierpark.de