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Uhr auf einem Bahnsteig in Mechelen

Eine Bahnhofsuhr ist eine Uhr auf dem Bahnhofsgelände, die Passagieren und Bahnpersonal die verbindliche Zeit für den Zugverkehr vorgibt.

TechnikBearbeiten

Bahnhofsuhren waren meistens Minutensprunguhren. Auch heute noch werden sie oft von einer Mutteruhr bahnhofsweit gesteuert, die nur den Minutentakt vorgibt, indem sie jede Minute einen elektrischen Impuls an die Tochteruhren abgibt und damit den Minutenzeiger weiterbewegt.

Ein etwa vorhandener Sekundenzeiger wird von einem elektrischen Synchronmotor angetrieben, oder die Mutteruhr liefert zusätzlich einen Sekundenimpuls.[1] Die minütliche Steuerung des Synchronmotors mit dem Minutenimpuls wurde zuerst in der Schweizer Bahnhofsuhr angewendet. Dabei läuft der Sekundenzeiger etwas schneller und wartet auf der 12-Uhr-Position auf den nächsten Minutenimpuls.

Die Mutteruhren in Deutschland werden über das DCF77-Funkzeitzeichen synchronisiert. Einige Bahnhofsuhren sind nicht an die Mutteruhr angeschlossen und besitzen stattdessen einen eigenen DCF77-Empfänger.

In Fahrplänen bezeichnet die Angabe „24 Uhr“ die Ankunft um Mitternacht, die Angabe „0 Uhr“ die Abfahrt um Mitternacht.

Als Besonderheit gibt es eine Bahnhofsuhr, welche die Zeit nicht analog auf einem Ziffernblatt, sondern als Binäre Uhr anzeigt. Dabei werden Stunden, Minuten und Sekunden auf drei Zeilen in binärer Form dargestellt.[2]

Siehe hierzu auch den weiterführenden Artikel Uhrenanlage.

DesignBearbeiten

Das Design der Bahnhofsuhren in Europa war früher recht unterschiedlich. Heute ähneln die meisten Uhren der vom Gestalter Hans Hilfiker 1944 entworfenen Schweizer Bahnhofsuhr. Die Uhren haben ein weißes, bei Dunkelheit beleuchtetes Zifferblatt mit schwarzen, balkenförmigen Stunden- und Minutenzeigern, sowie schwarzen Minutenbalken. Der etwa vorhandene Sekundenzeiger ist ein am Ende verdickter, sonst dünner roter Stab. So sind die Uhren von weitem gut ablesbar.

Auch die Deutsche Bahn AG hat das Schweizer Design im Grundsatz beibehalten. Es war im Laufe der Zeit kleineren Änderung unterworfen. So variieren Gehäusefarben und Formen (rund und eckig), sowie die Form von Stunden- und Minutenzeiger (geschweift, spitz und stumpf). Ist ein Sekundenzeiger vorhanden, so hat er eine Spitze und einen breiten roten Ring statt einer Kelle. Auf eine Bezifferung der Skala wird ebenso verzichtet.

LiteraturBearbeiten

  • Köbi Gantenbein: Die Bahnhofsuhr. Ein Mythos des Designs aus der Schweiz. Edition Hochparterre, 2013

Siehe auchBearbeiten

WeblinksBearbeiten

  Commons: Bahnhofsuhr – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  Wiktionary: Bahnhofsuhr – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Nebenuhrenarten
  2. Verpassen Sie den Zug oder können Sie eine Binär-Uhr lesen? St. Galler Tagblatt, 4. April 2018, abgerufen am 21. November 2018.