Hauptmenü öffnen
Abschnitt fehlen noch folgende wichtige Informationen:
Es fehlt Nebenstrecken, Güterverkehr u. a.
Hilf der Wikipedia, indem du sie recherchierst und einfügst.

Der Bahnhof Nördlingen liegt an verschiedenen Bahnstrecken und gehört zur Bahnhofskategorie 5. Die Bahnstrecken sind nicht in die Verkehrsgemeinschaft Donau-Ries integriert, daher gilt der Tarif der Deutschen Bahn.

Nördlingen
Bahnhof Nördlingen
Bahnhof Nördlingen
Daten
Abkürzung MNL
IBNR 8000280
Kategorie 5
Profil auf Bahnhof.de Noerdlingen
Lage
Stadt/Gemeinde Nördlingen
Land Bayern
Staat Deutschland
Koordinaten 48° 51′ 3″ N, 10° 29′ 52″ OKoordinaten: 48° 51′ 3″ N, 10° 29′ 52″ O
Eisenbahnstrecken
Bahnhöfe in Bayern

GeschichteBearbeiten

 
Den Bahnhof von Süden (aus Richtung Donauwörth)

Im Zuge des Baus der Ludwig-Süd-Nord-Bahn, der ersten Fernbahn Bayerns, wurde ein Bahnhof in Nördlingen geplant, da man sich hier den Anschluss an das Bahnnetz Württembergs erhoffte. Da damals die Lokomotiven nicht leistungsfähig genug waren, um eine Trassenlegung über den Hahnenkamm problemlos durchführen zu können, wurde die Strecke „außen herum“ gewählt: Donauwörth–Nördlingen–Oettingen–Gunzenhausen–Pleinfeld; hinzu kamen noch wirtschaftliche und kostenrelevante Aspekte. Auch befürchtete man Probleme mit Dammrutschungen bei Einschnitten, welche 1906 beim Bau der Strecke Donauwörth–Treuchtlingen tatsächlich auch eingetreten sind.
Der 42,4 km lange Abschnitt der Ludwig-Süd-Nord-Bahn Donauwörth–Nördlingen–Oettingen wurde von den Königlich Bayerischen Staatseisenbahnen erbaut, am 15. Mai 1849 eröffnet und im gleichen Jahr abschnittsweise weiter bis Nürnberg in Betrieb genommen.
1861 kam es zu einem Staatsvertrag zwischen den Königreichen Bayern und Württemberg, in dem Nördlingen, neben Ulm, als zweite Verbindung zwischen beiden Staatsbahnen festgelegt wurde.
Die Strecke der heutigen Riesbahn besteht aus dem vom Königreich Württemberg erbauten Abschnitt Aalen–Staatsgrenze, der die Fortsetzung der Bahnstrecke Stuttgart-Bad Cannstatt–Aalen darstellt und historisch ebenfalls als Remsbahn bezeichnet wurde, und dem Abschnitt Staatgrenze-Nördlingen–Donauwörth, als Teil der vom Königreich Bayern 1849 erbauten Ludwig-Süd-Nord-Bahn. Den 3,75 km langen Abschnitt zwischen der Grenze und dem bayerischen Nördlingen betrieb die württembergische Eisenbahn pachtweise. In Nördlingen befand sich seit 1863 ein separater Kopfbahnhof mit eigener Einstiegshalle für die Remsbahn.[1] Dies spiegelt sich bis heute darin wider, dass auf der Strecke zwei Kilometrierungen bestehen, die mit ihren Nullpunkten am Bahnhof Stuttgart-Bad Cannstatt beziehungsweise am Augsburger Hauptbahnhof beginnen und sich in Nördlingen treffen; dementsprechend gibt es auch zwei Streckennummern.[1]

Als Grenzbahnhof wurde die Anlage nun symmetrisch angelegt: der bayerische Teil im Süden, der württembergische im Norden. Es waren jeweils vorhanden: Kopfbahnsteige mit Bahnsteighalle (direkt an die Flügel des Gebäudes anschließend), Güterbereich (wobei zwei Gleise vor dem Bahnhof über den stadtseitigen Bahnhofsplatz geführt wurden, um die beiden Güterbahnhöfe direkt miteinander zu verbinden; die Güter wurden in der Frühzeit umgeladen, da eine württembergische Lokomotive nicht fähig war, einen bayerischen Wagen zu ziehen – und umgekehrt); der eigentliche Bahnhof mit seinen Einrichtungen (Warteräumen etc.) war zweifach genutzt, bis hin zum eigenen bayrischen und württembergischen Abortgebäude.

Die mittlere Ortszeit war für das bürgerliche Nördlinger Leben in Form der Sonnenzeit maßgebend; die Eisenbahnverwaltungen dagegen waren bis zur Einführung des Gesetzes betreffend die Einführung einer einheitlichen Zeitbestimmung gezwungen, zwei Zeitrechnungen nebeneinander zu führen. Im inneren Dienst richtete man sich nach der Ortszeit der Hauptstation des Bezirkes oder der Hauptstadt des Landes und gab den Dienstfahrplan nach dieser Zeitrechnung für das ganze Bahngebiet heraus. Da sich die Königlich Württembergischen Staats-Eisenbahnen an der Stuttgarter Ortszeit orientierten, der bayerische Zugverkehr jedoch an der Münchner Ortszeit, gab es eine Zeitdifferenz von neuneinhalb Minuten[2] bei den beiden verwendeten (Eisenbahn-)Zeiten, bis auch sie, gemeinsam mit den anderen Bahnhofsuhren im Deutschen Reich, am 1. Juni 1891 auf die einheitliche mitteleuropäische Eisenbahnzeit umgestellt wurden.

In Nördlingen beginnende Züge starteten auch weiterhin vom entsprechenden Kopfbahnsteig aus. Die Züge in Richtung Dombühl fuhren beispielsweise auch vom Württemberger Kopfbahnhof auf Gleis 3 ab.
Mit den Strecken nach Aalen, Donauwörth, Dombühl, Wemding und Gunzenhausen war der Bahnhof Nördlingen ein wichtiger Eisenbahnknotenpunkt regionaler Bedeutung, der jedoch nicht in den wirklichen regulären Fernverkehr eingebunden war. Nur bei betriebsbedingten Umleitungen sah/sieht man hier öfters größere Fern- bzw. Güterzüge.

Das württembergische Bahnbetriebswerk mit einem dreiständigen Lokschuppen, eigener Drehscheibe und den Lokbehandlungsanlagen befand sich in der Gegend des heutigen Fahrdienstleiter-Stellwerks (Stellwerk 2); es ist jedoch nichts mehr davon erhalten. Lediglich Spuren der Drehscheibengrube sind noch auszumachen.

Im ehemaligen bayerischen Bahnbetriebswerk Nördlingen ist heute das Bayerische Eisenbahnmuseum (BEM) untergebracht. Die BayernBahn Betriebsgesellschaft (BayernBahn), ein privates Eisenbahnverkehrsunternehmen (EVU), hat seinen Sitz im ehem. bayerischen Güterbahnhof. Es führt u. a. den Güterverkehr auf den Strecken im Umland durch, sowie den Zugverkehr des BEM.

Es existieren zwei Stellwerke (Fahrdienstleiter im Norden und Weichenwärter im Süden); diese sind mechanische Stellwerke der Bauart »Jüdel« und im Jahr 1929 erbaut worden. Daher weist der Bahnhof Formsignale auf. Das dritte Stellwerk für das Bahnbetriebswerk wurde abgebrochen.[3] Die Nivellierung der ersten Fernbahn stellt die erste große Vermessung in Bayern dar und wurde in der Vorbereitung und beim Bau der Strecken durch die Bauingenieure der Staatsbahn selbst durchgeführt. Eine erste offizielle Vermessung im Königreich Bayern fand erst in den Jahren 1868/69 mit den Messungen zum Bayerischen Präcisionsnivellement statt. Hier richtete man sich bei den Polygonen auch nach den das Königreich durchziehenden Eisenbahnstrecken aus, skaliert mit Bayerischen Fuß und Pariser Fuß.[4] Am 29. April 1869 führte Bayern per Gesetz zum Jahreswechsel 1872 das metrische System ein (siehe Alte Maße und Gewichte (Bayern)). Die Höhenmetertafel der Königlich Bayerischen Staatsbahnen am Bahnhofsgebäude in Nördlingen zeigt „446,2752 m über Normal-Null“.

Zur Zeit der Bayerischen Staatsbahn waren im Bahnhofsgebäude folgende Einrichtungen untergebracht: im Erdgeschoss zwei Treppenhäuser mit Vorplatz, ein „Wartesaal I. Classe“, ein „Wartesaal II. Classe“, ein „Wartesaal III. Classe“, Vorzimmer, „Jourbureau“, ein Zimmer für den Stationsdiener, ein Zimmer für den „Specialkassier“ sowie ein Zimmer für den „Bahnamts-Vorstand“, das „Telegraphen-Bureau“, die „Bahnexpedition“, die „Postexpedition“, der Kofferträger, das „Arrestantenlocal“, die Registratur und zwei Bereiche für „Schenke u. Büffet“ zwischen den Warteräumen der „II. und III. Classe“.[5]

StreckenBearbeiten

Der Bahnhof liegt an den Strecken:

  • 4710 Stuttgart-Bad Cannstatt–Nördlingen (km 111,49)
  • 5300 Augsburg Hbf–Nördlingen (km 70,14)
  • 5330 Nördlingen–Pleinfeld (km 0,0)
  • 5331 Nördlingen–Dombühl (km 0,0)
  • 5332 Nördlingen–Wemding (km 0,12)

Zeitliche ÜbersichtBearbeiten

  • 15. Mai 1849 Donauwörth–Oettingen: Eröffnung des Bahnhofs und Bahnbetriebswerkes als Teil der Ludwig-Süd-Nord-Bahn
  • 3. Oktober 1863 Nördlingen–Aalen: Eröffnung als zweiter Teil der Remsbahn, bayerisches Streckenstück unter Betriebsführung der Königlich Württembergischen Staats-Eisenbahnen
  • 2. Juli 1867 Nördlingen–Dinkelsbühl: Eröffnung als südlicher Teil der Strecke Nördlingen–Dombühl
  • 4. Oktober 1903 Nördlingen–Wemding: Eröffnung
  • 30. Mai 1981 Nördlingen–Wemding: Einstellung des Personenverkehrs
  • 1. Juni 1985 Nördlingen–Dinkelsbühl: Einstellung des Personenverkehrs auf der Strecke Nördlingen–Dombühl
  • 29. September 1985 Nördlingen–Gunzenhausen: Einstellung des Personenverkehrs auf der Strecke Nördlingen–Pleinfeld
  • 30. Juni 1995 Nördlingen–Wemding: Einstellung des Güterverkehrs
  • 1. Juni 1997 Nördlingen–Wassertrüdingen (Einstellung des Güterverkehrs auf der Strecke Nördlingen–Pleinfeld)
  • 27. Mai 1998 Nördlingen–Wilburgstetten (Einstellung des Güterverkehrs auf der Strecke Nördlingen–Dombühl)[6]
  • 25. Januar 2019 Nördlingen–Dinkelsbühl: Stilllegung der Strecke

VerkehrBearbeiten

 
Triebzug der Baureihe 440

Bei der von DB Regio als Fugger-Express betriebenen Regionalbahnlinie kommen Triebzüge des Typs Alstom Coradia Continental (Baureihe 440) zum Einsatz. Die Linien nach Feuchtwangen und Gunzenhausen werden nur im Sommer von Personenzügen befahren (sonst ausschließlich Güterverkehr). Es kommen Diesel- und Dampflokomotiven zum Einsatz.[7]

Zuggattung Zuglauf Taktfrequenz
RB/RE Fugger-Express:
AalenGoldshöfe Nördlingen – Harburg (Schwab) – Donauwörth
(– AugsburgMünchen)
Mo–Fr stündlich, Sa und So zweistündlich
RB Fugger-Express:
Nördlingen – Harburg (Schwab) – Donauwörth – Augsburg (– München)
stündlich in der HVZ
P Seenland-Express:
NördlingenOettingen (Bay)WassertrüdingenGunzenhausen
zwei Zugpaare an Sonntagen im Sommer

Die Bayernbahn nutzt die noch betriebsfähigen Gleise für den Güterverkehr.

WeblinksBearbeiten

  Commons: Bahnhof Nördlingen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b Walther Zeitler, Helge Hufschläger: Die Eisenbahn in Schwaben. Motorbuch Verlag, Stuttgart 1980, ISBN 3-87943-761-0.
  2. Willi Glasbrenner|Titel=Die Eisenbahn in Crailsheim|Verlag=EK-Verlag|Ort=Freiburg (Breisgau)|Jahr=1994|ISBN=3-88255-718-4
  3. Entlang der Gleise
  4. Archivlink (Memento des Originals vom 24. September 2015 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.familie-pohl.at
  5. Bayern-Report 3. Hermann-Merker-Verlag, 1995, ISBN 3-922404-62-6, S. 16–17.
  6. Graf, Braun, Wohlfarth: Faszination Eisenbahn erleben. Andreas Braun, Nördlingen 2014.
  7. Termine und Sonderfahrten (Memento des Originals vom 5. September 2012 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.bayerisches-eisenbahnmuseum.de