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Atonie ist der medizinische Fachbegriff für die Spannungslosigkeit,[1] Abspannung, Entspannung, Mattigkeit, Erschlaffung,[2] Laschheit, Schwäche oder Schlaffheit eines menschlichen oder tierischen Gewebes[3] oder eines Organs.[4]

Die Atonie kann die Muskulatur zum Beispiel der Harnblase (Blasenatonie), des Darms (Darmatonie, siehe dazu Darmlähmung) oder der Gebärmutter (Atonia uteri, Uterusatonie[5]) betreffen. Die Spannungslosigkeit tritt infolge fehlender Gewebespannung oder fehlender Muskelspannung[6] auf.

Das Gegenteil (Gegenwort) der Atonie ist der normale gesunde Spannungszustand, welcher als Tonus bezeichnet wird, beziehungsweise die krankhaft gesteigerte Spannung, also der Hypertonus (Verspannung, Myogelose (Muskelhärte), Muskelverhärtung).

Inhaltsverzeichnis

Wortherkunft und -ableitungenBearbeiten

Das Wort Atonie stammt an von altgriechisch ἀ- a-, deutsch ‚un-‘, ‚-los‘; τόνος tonos, deutsch ‚Spannung‘ ab; zugehörige Adjektive aton, atonisch, atonistisch, atonisiert, atonal, atonatorisch.

Schon Galenos von Pergamon definierte die Atonia (mittellateinisch) unabhängig von der jeweiligen Ätiologie als „eine Erschlaffung des Magens, der Blutadern, der Arterien, der Muskeln und des gesamten körperlichen und geistigen Wesens des Organismus“.[7]

Nach Ludwig August Kraus bedeuten das altgriechische Wort tonos (ὁ τονος) und das synonyme lateinische Wort tonus nicht nur „die Spannkraft der thierischen Theile“ (also „besonders der thierischen Faser“), sondern auch „der Ton in der Musik“.[8] Heute bezieht sich das Wort tonisch (Tonalität) in der Musikwissenschaft auf die Tonika, also auf den Grundton einer jeden Tonleiter.[9] Ein Orthotonophonium ist ein Musikinstrument. Ortoton (ορθόσ orthos, deutsch ‚richtig‘) ist ein Handelsname des Muskelrelaxans (Myotonolytikum; μυς mys, deutsch ‚Muskel‘; λύσις lysis, deutsch ‚Lösung, Auflösung, Lyse) Methocarbamol zur Verkleinerung des Muskeltonus, also zur Atonisierung von Muskelverspannungen.[10]

ICD-10Bearbeiten

Im alphabetischen Verzeichnis ICD-10 findet man Klassifikationen von 18 verschiedene Atonien,[11]

GrundlegendesBearbeiten

Heute wird beispielsweise die Atonie der Skelettmuskulatur allgemein auf eine Motoneuronenschädigung des Vorderhorns des Rückenmarks oder auf eine periphere Nervenlähmung beziehungsweise auf eine örtliche oder systemische Muskelschädigung zurückgeführt.[15] Bei Erkrankungen des ersten motorischen Neurons sind die Kontraktilität und damit auch der Muskeltonus zumeist gesteigert, oft mit einer Spastik. Ist dagegen das Rückenmark gestört, kommt es zur Hypotonie oder zur Atonie.[16]

Die Muskelatonie ist eine Folge einer Unterbrechung der sensiblen oder motorischen Nervenbahnen; Tonusänderungen sind die häufigsten Befunde am Bewegungsapparat.[17] Häufig wird (auch im englischen Sprachgebrauch) der allgemeine Begriff der Atonie auf diesen Spezialfall der Muskelatonie (Muskelhypotonie, Myatonie, Amyotonie),[18][19][20] auch von „muskulösen Hohlorganen“,[21] verkürzt. Deswegen erwähnen viele Nachschlagewerke diesen Oberbegriff nicht[22][23] oder beziehen ihn unzulässig nur auf einen Spezialfall, zum Beispiel in der Geburtshilfe.[24]

Die Übergänge von der Atonie und der Dystonie (Fehlspannung, Verkrampfung) über die Hypotonie (Mangel an Muskelspannung)[25] und die Eutonie (ausgewogene Spannung) (Orthotonie, Normotonie,[26] Normotension) zur Muskelhypertonie (erhöhte Spannung) und zur Katatonie (Anspannung) sind in jedem Fachgebiet fließend.[27] Eine Objektivierung dieser Unterschiede im Spannungstonus durch eine Tonometrie mit einem Tensiometer (Myotonometer) erscheint angesichts der Heterogenität der verschiedenen Gewebearten aussichtslos.

Spannungsmessungen gibt es in der Humanmedizin nur in der Elektrophysiologie. Die SI-Einheit für die mechanische Spannung ist wie beim Druck das Pascal.

Der Spannungstonus, die Körperspannung, die Gewebespannung und die Muskelspannung sind jedoch mit der Normalspannung nicht identisch. Referenzwerte für die einzelnen Spannungszustände existieren nicht. Die Abhängigkeit der Intensität der Atonie vom Lebensalter, von der Ernährung, vom Trainingszustand und von der Temperatur wird wissenschaftlich nicht thematisiert.

Niemals wird die Atonie als eigentliche Krankheit definiert. Die Atonie ist eine Organschwäche im Sinne einer Insuffizienz. Die Insuffizienz eines Organs ist auch ohne eine (histologisch nachweisbare) Erkrankung des betroffenen Organs möglich. Die Atonie eines Organs ist ein Symptom einer anderen Krankheit. Die Herzinsuffizienz kann auch die Folge einer Lungenkrankheit oder einer Leberkrankheit sein. Die Niereninsuffizienz kann auch die Folge einer Herzkrankheit (Kardiorenalsyndrom), einer Lungenkrankheit oder einer Leberkrankheit (Hepatorenalsyndrom) sein, dann nämlich, wenn das Herz nicht genug Blut zu den gesunden Nieren pumpt (die renale Perfusion und damit die glomeruläre Filtration sinken).

Die elektrische Spannung, die mechanische Spannung, die magnetische Spannung, die thermische Spannung und die Ringspannung können jeweils den Wert null annehmen. Eine Gewebespannung von σ = 0 Pa ist jedoch nicht vorstellbar. Es gibt also nur eine relative Atonie und niemals eine absolute Atonie. Analog ist die atonale Musik (Atonalität) nur relativ und nicht absolut atonal. Sie ist nicht stumm, tonlos, lautlos, geräuschlos oder gar unhörbar; vielmehr arbeitet diese Tonkunst mit ungewöhnlich wenigen verschiedenen akustischen Tönen. Streng genommen ist die Monotonie auch nicht wirklich eintönig.

SymptomeBearbeiten

Die Folgen der Atonie werden bei den einzelnen betroffenen Organen oder bei entsprechenden Krankheitsbildern, sofern es diese überhaupt gibt, beschrieben. So definiert der Duden nur als Beispiel die Atonia uteri als eine „ungenügende Zusammenziehung der Uterusmuskulatur nach der Geburt, zumeist mit atonischer Blutung verbunden“. Dabei beziehe sich das Wort atonisch auf den Zustand der Muskulatur (Muskelerschlaffung);[28] die Atonie sei ein „Herabgesetztsein des Spannungszustandes der Muskeln“.[29] Man spricht von der atonischen Nachblutung nach Geburt der Plazenta. − Beim Hydramnion kommt es zuerst zur präpartal erhöhten Uteruswandspannung und nach dem Blasensprung postpartal dagegen zur Uterusatonie.[30]

Atonisch-astatisches SyndromBearbeiten

Die Atonia astasia (griechisch: ἡ αστασια e astasia = das Nichtbeibehalten einer bestimmten Stellung oder Lage; große Unruhe schwer Kranker, die sich beständig umherwerfen; lateinisch astaticus = nicht still stehend, nicht fest stehend[31]) ist eine Diplegia atonica congenita (lateinisch: congenitus = angeboren). Sie heißt nach dem Erstbeschreiber Otfried oder Otfrid Foerster auch Foerster-Syndrom.[32] Bei diesem atonisch-astatischen Syndrom Foerster handelt es sich um eine Form der zerebralen Kinderlähmung mit einer Muskelhypotonie, also um einen Verlust oder eine Abnahme der Spannung der gesamten Skelettmuskulatur.[33] Es kommt zum Halteverlust des Kopfes und zur Überstreckbarkeit der großen Gelenke. Möglich sind auch eine Ataxie und Störungen der geistigen Entwicklung.[34] Diese angeborene oder manchmal auch als Geburtstrauma erworbene Form der infantilen Zerebralparese ist selten.[35]

Atonische EpilepsieBearbeiten

Die atonische Epilepsie ist eine komplexe Form der Petit-mal-Epilepsie mit atonischen oder astatischen Anfällen. Der Übergang in einen akinetischen Anfall ist möglich. Es kommt zu einem plötzlichen Tonusverlust der Muskeln, also zu einer Atonie. Das Gegenteil ist ein tonischer Anfall. Beim Pseudo-Lennox-Syndrom gibt es atonische Nickanfälle und ebenfalls atonisch-astatische Anfälle. Die Epilepsie mit myoklonisch-astatischen Krisen heißt auch myoklonisch-atone Epilepsie oder Doose-Syndrom mit der Abkürzung EMAS (epilepsy with myoclonic-atonic seizures); diese Kinderkrankheit gilt als seltene Krankheit.

BlutdruckBearbeiten

In der Kardiologie gibt es die Subspezialität der Hypertensiologie. Das Wort Hypertension ist eine griechisch-lateinische Zusammensetzung mit der Bedeutung Bluthochdruck (Hypertonie). Das Gegenteil ist die Hypotonie, also zu niedriger Blutdruck. Der normale Blutdruck heißt Normotonie oder Normotension.[36] Die Begriffe Atonie oder Dystonie der Gefäßwandungen werden in der Kreislaufforschung so nicht verwendet. Die obsoleten Bezeichnungen pulsus durus (harter Puls) und pulsus mollis (weicher Puls) gehen jedoch auf Galens alte Definition der Atonie der Adern (siehe Gefäßtonus) zurück. Heute wird die gestörte Tonussteuerung im Gefäßsystem als eine Ursache des Schocks gesehen.[37]

Nierenatonie und HerzatonieBearbeiten

Galen vermutete eine Nierenatonie als Ursache des Diabetes mellitus.[38] Umgekehrt wird heute die Niereninsuffizienz als Folge des Diabetes mellitus postuliert (diabetische Nephropathie). - Carl Christian Schmidt nennt die Nierenatonie als Ursache des Diabetes insipidus und beschreibt eine erfolgreiche Therapie mit einem Diuretikum.[39] Auch heute noch wird der Diabetes insipidus mit Diuretika, aber auch mit dem Antidiuretikum Desmopressin, behandelt. - Heilpraktiker sehen bei der Herzatonie einen Zusammenhang zwischen Niereninsuffizienz und Herzinsuffizienz („Der Herztonus bestimmt auch den Nierentonus.“).[40] Eine Anomalie des Herzmuskeltonus besonders bei „Kranken mit labilem vegetativen Nervensystem“ wurde als Herzatonie bezeichnet.[41]

Eine Organschwäche hieß früher altgriechisch Atonie; heute wird die lateinische Bezeichnung Insuffizienz synonym verwendet, also Niereninsuffizienz und Herzinsuffizienz. In alten medizinischen Wörterbüchern sucht man das Stichwort Insuffizienz vergeblich; es gilt als bildungssprachlich und ist (in der Medizin) vor 1800 nicht nachweisbar.[42]

EntspannungBearbeiten

Verschiedene Entspannungsverfahren sollen den Tonus von Körper, Geist und Seele verkleinern. Durch solche Atonalisierungen können übermäßige Anspannungen und Erregungen günstig beeinflusst werden, um die Gelassenheit, die Achtsamkeit und das Wohlbefinden zu vergrößern. Es bleibt jedoch unklar, ob neben der Verschiebung von der Hypertonie zur Eutonie auch eine zusätzliche Verschiebung von der Eutonie zur Atonie angestrebt wird.

Entspannungsverfahren dienen der Atonalisierung oder auch der Detonalisierung im Sinne einer Tonusminderung. Die Detonierung oder Detonalisierung darf nicht mit der Detonation verwechselt werden. In allen drei Wörter ist die Etymologie identisch: ent-spannen. Ein Detonator wirkt als Atonator.

SchlafatonieBearbeiten

Beim Schlafen kommt es in den REM-Phasen zur Muskelatonie. Das ist eine vorübergehende Lähmung der Skelettmuskulatur; Bewegungen werden blockiert, Skelettmuskeln werden inhibiert.[43] Man spricht auch von der Schlafparalyse, Schlafstarre oder Schlaflähmung. Es ist eine schlaffe Lähmung, welche vom Aufwachenden jedoch als das Gegenteil, als eine Starre des Körpers oder als ein Gefühl des Gelähmtseins, empfunden wird. Diese REM-Atonie ist Folge einer Hyperpolarisation der α-Motoneurone.[44]

Ebenfalls im tiefen Schlaf und im Koma kommt es zur Schlafmiosis; das ist eine Pupillenverengung als Folge einer Tonusminderung (Atonie) des Sympathikus. Bei manchen Tieren kommt es zum Torpor. Das ist ein Zustand tatsächlicher körperlicher Starre, also der Gegensatz zur Atonie. Bei der Narkolepsie kommt es zum imperativen Schlafdrang (Schlafanfall), dann zum affektiven Tonusverlust oder zur Kataplexie (Lachschlag) mit hypnagogen Halluzinationen und anschließend zum dissoziierten Erwachen oder zur Schlaflähmung.[45]

LähmungenBearbeiten

Die Lähmung (Paralyse, Plegie, Parese) wird definiert als vollständiger Funktionsausfall der Skelettmuskulatur. Der Ruhetonus der betroffenen Muskeln ist entweder reduziert (Atonie) oder gesteigert (Spastik, Spastizität). Zur absoluten Atonie kommt es nicht. Die relative Muskelatonie wird hier als schlaffe Lähmung bezeichnet, im Gegensatz zur spastischen Parese. Eine Atonisierung der spastischen Tonuserhöhung kann neben der Physiotherapie im Rahmen einer multimodalen Therapie mit einem antispastischen Medikament (Antispastikum) angestrebt werden.[46] Gelegentlich wird (besonders in einigen Fremdsprachen) eine Muskelschwäche auch als Debilität oder Subdebilität (lateinisch: debilis = ‚ungelenk‘, ‚schwach‘, ‚gelähmt‘, ‚lahm‘, ‚schwächlich‘; lateinisch subdebilis = ‚leicht gelähmt‘) bezeichnet.

TotenstarreBearbeiten

Nach Eintritt des Todes kommt es oft zur allgemeinen Erschlaffung, also zur Atonie aller Organe des Leichnams. Erst etwa ein bis drei Stunden danach beginnt in zeitlicher Abhängigkeit von der Temperatur die Totenstarre oder Leichenstarre (Rigor mortis)[47] als ein sicheres Todeszeichen. Diese Muskelstarre ist die Folge vermehrter Muskelkontraktionen und ist somit wiederum das Gegenteil der Atonie. Nach ein oder zwei Tagen löst sich diese Leichenstarre langsam, es kommt etwa drei bis vier Tage nach Todeseintritt erneut zur Atonie. Diesen unumkehrbaren Vorgang nennt man Autolyse, Fäulnis oder Verwesung. - Eine „Atonie der Pupillen“ zählt zu den unsicheren Todeszeichen.[48]

VeterinärmedizinBearbeiten

Bei Wiederkäuern kann es als Folge einer Atonie des Labmagens im Sinne einer Muskelwandschwäche zu einer Labmagenverlagerung kommen. Das gilt bei Milchkühen und bei der Rindfleischerzeugung als Leistungskrankheit. - Bei Kaninchen wird eine Atonie des Magen-Darm-Traktes nach einer Anästhesie beschrieben.[49] – Die Kadaver gestrandeter Wale entwickeln durch intraabdominelle Gasbildung eine so große Spannung, dass bei ihrer atonisierenden Explosion Menschenleben gefährdet sind.

TriviaBearbeiten

Therapie mit einem TonikumBearbeiten

Ein Tonikum ist ein Stärkungsmittel oder Kräftigungsmittel[50] zur Wiederherstellung der Eutonie. Dabei bleibt unklar, ob diese tonisierenden oder tonischen Mittel[51] in Richtung von der Hypertonie zur Atonie oder aber umgekehrt von der Atonie in der Gegenrichtung zur Hypertonie wirken sollen. Wohl auch deswegen sind die Wirkungen dieser Roborantia (lateinisch roborare ‚stärken‘, ‚kräftigen‘) zumindest umstritten. Die Bitterlimonaden wie Tonic Water und Bitter Lemon sollten die Krampfanfälle bei der Malaria reduzieren. Auch Coca-Cola wurde ursprünglich als ein Tonikum beworben.

Die Rote Liste 2018 nennt im Kapitel 73 unter der Rubrik „Roborantia/Tonika“ 15 verschiedene Mittel gegen Müdigkeit, Schwächegefühle, Leistungsminderung, Neurasthenie, Konzentrationsmangel, Erschöpfungszustände und Stress-Symptome sowie zur Rekonvaleszenz, zur Stärkung der Nerven, als Aphrodisiakum oder überhaupt zur Besserung des Allgemeinbefindens.[52] Eine naturheilkundliche Präparateliste führt sogar 36 verschiedene Zubereitungen auf.[53] Die Selbstmedikations-Liste des Deutschen Apotheker-Verlages erwähnt zahlreiche Tonika („Mittel zur Stärkung und Vitalisierung“) auf 32 Seiten.[54] Die „Gelbe Liste Pharmindex“ bewirbt dagegen nur fünf rezeptfreie Tonika, davon drei mit Apothekenpflicht.[55]

KinesiologieBearbeiten

Die angewandte Kinesiologie ist ein unwissenschaftliches Verfahren (alternative Medizin) zur Diagnostik und Therapie von Krankheiten. Hier wird beim sogenannten Muskeltest zwischen hypotonen und hypertonen Muskelspannungen eines Indikatormuskels unterschieden. Eine atonische Muskelanspannung wird von der gesteigerten Muskelanspannung abgegrenzt und erlaubt angeblich eine Entscheidung zwischen zwei vorher festgelegten Alternativen. Überprüfbare Wirksamkeitsnachweise fehlen.

Siehe auchBearbeiten

  • Dysponesis (chronische, unnatürliche Muskelanspannung)

WeblinksBearbeiten

  Wiktionary: Atonie – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Wilhelm Dultz (Hrsg.): DBG-Fremdwörterlexikon. Ullstein, Frankfurt/ Berlin 1965, S. 238.
  2. Gerhard Wahrig: Deutsches Wörterbuch. Neuausgabe. Mosaik Verlag, München 1980, ISBN 3-570-03648-0, S. 192 ("Erschlaffung [des Zellgewebes der Muskeln usw.]").
  3. Lingen Lexikon in 20 Bänden. Band 1, Lingen Verlag, Köln 1976/77, S. 245.
  4. Hexal Lexikon Medizin. 2. Auflage. Urban & Fischer, München/ Jena 2000, ISBN 3-437-15010-3, S. 59.
  5. Maxim Zetkin, Herbert Schaldach: Wörterbuch der Medizin. (WdM), 1. Auflage. Verlag Volk und Gesundheit, Berlin 1956, S. 77.
  6. Willibald Pschyrembel: Klinisches Wörterbuch. 267. Auflage. Walter de Gruyter Verlag, Berlin/ Boston 2017, ISBN 978-3-11-049497-6, S. 179.
  7. Ludwig August Kraus: Kritisch-etymologisches medicinisches Lexikon. 3. Auflage. Verlag der Deuerlich- und Dieterichschen Buchhandlung, Göttingen 1844, S. 143.
  8. Ludwig August Kraus: Kritisch-etymologisches medicinisches Lexikon. 3. Auflage. Verlag der Deuerlich- und Dieterichschen Buchhandlung, Göttingen 1844, S. 1053.
  9. Wilhelm Dultz (Hrsg.): DBG-Fremdwörterlexikon. Deutsche Buch-Gemeinschaft, Berlin/ Darmstadt/ Wien 1965, S. 490.
  10. Andreas Ruß: Arzneimittel pocket 2018. Sonderauflage, 23. Auflage. Börm Bruckmeier Verlag, Grünwald 2017, ISBN 978-3-89862-790-0, S. 337.
  11. Alphabetisches Verzeichnis ICD-10-GM 2006. 4. Auflage. Deutscher Ärzte-Verlag, Köln 2005, ISBN 3-7691-3252-1, S. 92.
  12. Alexander Philips Wilson: Über die Erkenntniß und Cur der Fieber. 4. Band, Leipzig 1810, S. 271 (die „atonische Gicht“ verursache „ein widriges Jucken am Skrotum“).
  13. Erwin Payr, Hermann Küttner (Hrsg.): Ergebnisse der Chirurgie und Orthopädie. 13. Band, Springer-Verlag, Berlin 1921, S. 500.
  14. Ulf Saeger: Ist die … Varikozele testis mit … Wachstumsstörung des Hodens assoziiert? Dissertation. Hamburg 2007, S. 6.
  15. Roche Lexikon Medizin. 5. Auflage. Verlag Urban & Fischer, München/ Jena 2003, ISBN 3-437-15156-8, S. 153.
  16. Richard Suchenwirth: Taschenbuch der klinischen Neurologie. Gustav Fischer Verlag, Stuttgart 1975, ISBN 3-437-10374-1, S. 11.
  17. Herbert Frisch: Programmierte Therapie am Bewegungsapparat. 4. Auflage. Springer-Verlag, Berlin u. a. 2003, ISBN 3-540-43540-9, S. 37 f.
  18. Maxim Zetkin, Herbert Schaldach: Wörterbuch der Medizin. 15. Auflage. Ullstein Mosby Verlag, Berlin 1992, ISBN 3-86126-015-8, S. 192.
  19. Josef Hammerschmid-Gollwitzer: Wörterbuch der medizinischen Fachausdrücke. Rheingauer Verlagsgesellschaft, Eltville 1983, ISBN 3-88102-061-6, S. 36.
  20. Robert M. Youngson: Collins Dictionary of Medicine. HarperCollins Publishers, Glasgow 1992, ISBN 0-583-31591-7, S. 60.
  21. Die Zeit: Das Lexikon in 20 Bänden. Band 1, Zeitverlag, Hamburg 2005, ISBN 3-411-17561-3, S. 442.
  22. Das MSD Manual. 6. Auflage. Urban & Fischer, München/ Jena 2000, ISBN 3-437-21750-X.
  23. Gerd Harald Herold: Innere Medizin 2019. Selbstverlag, Köln 2018, ISBN 978-3-9814660-8-9.
  24. Consilium Cedip practicum 2006. 28. Auflage. JMS Verlag und Industrieservice, Dortmund 2005, ISBN 3-9810440-1-0, S. 120.
  25. Horst Cotta: Orthopädie. 3. Auflage. Georg Thieme Verlag, Stuttgart/ New York 1982, ISBN 3-13-555803-7, S. 335 ("'fehlender' Muskeltonus").
  26. Martin Middeke: Arterielle Hypertonie. Georg Thieme Verlag, Stuttgart/ New York 2005, ISBN 3-13-126521-3, S. 45–46.
  27. Günter Thiele (Hrsg.): Handlexikon der Medizin. Band I: A–E. Urban & Schwarzenberg, München/ Wien/ Baltimore 1980, S. 169.
  28. Duden: Die deutsche Rechtschreibung. 25. Auflage. Dudenverlag, Mannheim/ Leipzig/ Wien/ Zürich 2009, ISBN 978-3-411-04015-5, S. 222.
  29. Duden: Das Wörterbuch medizinischer Fachausdrücke. 4. Auflage. Georg Thieme Verlag, Stuttgart/ New York 1985, ISBN 3-411-02426-7, S. 133.
  30. Claus Goecke: Geburtshilfe. In: Medizin von heute. Band 9, Köln-Mülheim 1974, S. 163.
  31. Ludwig August Kraus: Kritisch-etymologisches medicinisches Lexikon. 3. Auflage. Verlag der Deuerlich- und Dieterichschen Buchhandlung, Göttingen 1844, S. 136.
  32. Lexikon Medizin. 4. Auflage. Sonderausgabe, Neumann & Göbel Verlagsgesellschaft, Köln um 2005, ISBN 3-625-10768-6, S. 132.
  33. Georg-Winfried Schmidt: Leitfaden der Säuglings- und Kinderheilkunde. In: Medizin von heute. Band 12, 5. Auflage. Köln-Mülheim 1981, Se. 451.
  34. Roche Lexikon Medizin. 5. Auflage. Urban & Fischer, München/ Jena 2003, ISBN 3-437-15156-8, S. 632.
  35. Gustav-Adolf von Harnack (Hrsg.): Kinderheilkunde. 3. Auflage. Springer-Verlag, Berlin u. a. 1974, ISBN 3-540-06453-2, S. 412.
  36. Arznei-Telegramm. 49. Jahrgang, Heft 10/2018, 19. Oktober 2018, S. 83 ("normotensive Patienten").
  37. Thomas Standl u. a.: Nomenklatur, Definition und Differenzierung der Schockformen. In: Deutsches Ärzteblatt. Jahrgang 115, Ausgabe A, Heft 45/2018, 9.11.2018, S. 759, Grafik 1.
  38. Hans Schadewaldt in: Dietrich von Engelhardt (Hrsg.): Diabetes in Medizin- und Kulturgeschichte. Springer, Berlin/ Heidelberg 1989, ISBN 3-662-06579-7, S. 54.
  39. Carl Christian Schmidt: Jahrbücher der in- und ausländischen gesamten Medicin. 55. Band, Jahrgang 1847, Nummer 1, Leipzig 1847, S. 40.
  40. Ganzheits-Therapie nach Dr. med. Friedrich Bösser. In: Paracelsus-Magazin. Paracelsus-Heilpraktikerschulen, Ausgabe 6/1997.
  41. W. Arnoldi, K. Kindermann: Experimentell erzeugte Erscheinungen von Herzkrampf und Herzatonie beim Menschen. In: Klinische Wochenschrift. 3. Jahrgang, Nummer 45, 4. November 1924, S. 2056–2057.
  42. Deutsches Textarchiv: Erste Erwähnung (Katechismus) 1657 (insufficientz), zweite Erwähnung (Herzklappeninsuffizienz) 1845.
  43. Erika von Mutius, Monika Gappa, Ernst Eber, Urs Frey (Hrsg.): Pädiatrische Pneumologie. 3. Auflage. Springer-Verlag, Berlin/ Heidelberg 2014, ISBN 978-3-642-34826-6, S. 56.
  44. Wolfgang Greulich, Dietmar Schäfer (Hrsg.): Parkinson: Schlaf & Atmung. Blackwell Wissenschafts-Verlag, Berlin/ Wien 2000, ISBN 3-89412-473-3, S. 64.
  45. Peter Clarenbach u. a. (Hrsg.): Schering Lexikon Schlafmedizin. MMV Medizin Verlag, München 1991, ISBN 3-8208-1148-6, S. 106 f.
  46. Markus Ebke: Neurologische Rehabilitation. In: Forum Sanitas. Heft 4/2018, S. 27–29.
  47. Günther E. Schubert, Birgit A. Bethke: Lehrbuch der Pathologie. Walter de Gruyter Verlag, Berlin/ New York 1981, ISBN 3-11-008561-5, S. 11.
  48. Gunild Frey: Rechtsmedizin, Arbeitsmedizin, Umweltmedizin, Toxikologie. 2. Auflage. Georg Thieme Verlag, Stuttgart/ New York 2018, ISBN 978-3-13-241254-5, S. 7.
  49. G. Schützenhofer u. a.: Die Kastration des männlichen Kaninchens. In: Tierärztliche Praxis Kleintiere. Schattauer Verlag, Heft 3/2009, S. 206.
  50. Schülerbildungswerk: Deutsches Wörterbuch. 3. Auflage. Verlag Hans Witte, Freiburg im Breisgau 1965, S. 902.
  51. Der Sprach-Brockhaus. Eberhard Brockhaus Verlag, Wiesbaden 1949, S. 662.
  52. Rote Liste 2018, Rote Liste Service GmbH, Berlin 2018, ISBN 978-3-946057-30-7, S. 1095–1096.
  53. Präparate-Liste der Naturheilkunde 1995. 15. Auflage. Sommer-Verlag, Teningen 1994, ISBN 3-925367-98-5, S. 1305–1322.
  54. Selbstmedikations-Liste 1995. Deutscher Apotheker Verlag, Stuttgart 1995, ISBN 3-7692-1824-8, S. 465–497, Gruppe 08.
  55. Gelbe Liste Pharmindex Allgemeinärzte Praktiker, 2. Halbjahr 2018, Neu-Isenburg 2018, S. 27.
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