Urban & Schwarzenberg

Ehemaliger medizinischer Fachverlag

Urban & Schwarzenberg war ein deutscher medizinischer Fachverlag mit Sitz in München.

GeschichteBearbeiten

1866 wird Urban & Schwarzenberg als Reise- und Versandbuchhandlung in Wien gegründet. 1876 werden die Verlagsrechte der „Wiener Medizinischen Presse“ übernommen, wobei der medizinische Bereich in den Fokus des Unternehmens rückt. 1898 wird eine Zweitniederlassung in Berlin gegründet, welche bald Hauptsitz des Verlages wird. 1901 wird die medizinische Fachbuchhandlung Oscar Rothacker übernommen. 1945 erfolgt die Übernahme des medizinischen Programmes des Verlages J.F. Lehmann und damit auch des weltberühmten Anatomieatlas von Sobotta. 1949 wird der Hauptsitz des Verlages nach München verlegt. 1968 gründet Urban & Schwarzenberg mit 3 anderen Münchner Verlagen den Verlegerdienst München. 1995 wird der mediscript Verlag übernommen. 1996 erfolgt die Gründung des Imprintverlages AESCURA. 1998 wird Urban & Schwarzenberg von der Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck übernommen. Kurz darauf erfolgt 1999 die Fusion mit dem mittlerweile ebenfalls zu Holtzbrinck gehörenden Gustav Fischer Verlag, das fusionierte Unternehmen heißt nun Urban & Fischer. 2003 verkauft die Verlagsgruppe Holtzbrinck den Urban & Fischer Verlag an den niederländischen Wissenschaftsverlag Elsevier, welcher die Bücher des Urban & Fischer Verlages nun unter der Marke Elsevier vermarktet.

Medizinische NachschlagewerkeBearbeiten

Dieser Wissenschaftsverlag verlegte von 1902 bis 1951 nicht nur die 35 Auflagen von Walter Guttmanns Medizinischer Terminologie. Bereits 1880 erschien der erste Band von Albert Eulenburgs fünfzehnbändiger Real-Encyclopädie der gesammten Heilkunde; der „Schlußband“ der letzten Auflage erschien 1937/'38 als letzter von insgesamt 118 Bänden. Von 1966 bis 1977 entstand außerdem das Reallexikon der Medizin und ihrer Grenzgebiete als Loseblattwerk in sechs Plastikordnern und alternativ in fünf Buchbänden[1] als wirtschaftliches Verlustgeschäft.[2] Anschließend veröffentlichten Günter Thiele, Dagobert Tutsch[3] und Heinz Walter 1980 das zweibändige Handlexikon der Medizin[4] ebenfalls ohne Folgeauflagen.

Bedeutende Veröffentlichungen des VerlagesBearbeiten

QuellenBearbeiten

  • Verlagschronik Urban & Schwarzenberg [1]

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Günter Thiele, Heinz Walter (Hrsg.): Reallexikon der Medizin und ihrer Grenzgebiete. 6 Bände, Verlag Urban & Schwarzenberg, 1. Band (A bis Carfimatum), München/ Berlin/ Wien 1966. ISBN 3-541-84000-5. Insgesamt 250.000 Stichwörter, über 350 Fachautoren, 32 Lieferungen, keine Ergänzungslieferungen, 5142 Seiten, Auflage 5500, Preis 1200 DM. Günter Thiele und Heinz Walter leiteten die Lexikonredaktion des Verlages. Der Verleger Michael Urban errechnete 1977 nach 15 Jahren einen finanziellen Fehlbetrag von 8 Millionen Mark und stellte deswegen das Werk ein.
  2. Michael Urban schrieb 1977 diesbezüglich einen Brief „An die Bezieher des Reallexikons der Medizin“ zwischen den Seiten VI und VII im ersten Plastikordner.
  3. Dagobert Tutsch (Hrsg.): Lexikon der Medizin. Urban & Schwarzenberg, München / Berlin / Wien 1975, ISBN 3-541-03012-7, ISBN 3-541-07081-1, 560 Seiten.
  4. Michael Urban im Vorwort zur vierbändigen Sonderausgabe (für Boehringer Mannheim) des „Thiele, wie es wohl bald genannt werden wird.“ Günter Thiele (Hrsg.): Handlexikon der Medizin. 4 Bände. Verlag Urban & Schwarzenberg, München / Wien / Baltimore ohne Jahr [1980], 2798 Seiten, S. V.