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Antonio María Rouco Varela

spanischer Theologe, Erzbischof von Madrid und Kardinal
Antonio María Kardinal Rouco Varela (September 2006)
Wappen des Kardinals

Antonio María Kardinal Rouco Varela (* 20. August 1936 in Villalba, Spanien) ist emeritierter Erzbischof des Erzbistums Madrid.

Inhaltsverzeichnis

LebenBearbeiten

Antonio María Rouco Varela besuchte eine katholische Schule und studierte anschließend Katholische Theologie an der Päpstlichen Universität Salamanca. 1959 empfing er das Sakrament der Priesterweihe und wurde anschließend zu weiteren Studien an die Ludwig-Maximilians-Universität München entsandt, wo er sich in den Fächern Rechtswissenschaften und Katholische Theologie weiterbildete und im Jahre 1964 mit einer Arbeit über die Beziehungen zwischen dem Staat und der Kirche im Spanien des 16. Jahrhunderts promovierte. Neben seinem Studium arbeitete er Subsidiar in der Münchener Pfarrei St. Rafael.

Seine Laufbahn als Hochschuldozent führte ihn in den Jahren 1964 bis 1966 an das Priesterseminar von Mondoñedo, von 1966 bis 1969 an die Universität München und von 1969 bis 1971 an die Päpstliche Universität Salamanca, deren Leitung er im Jahre 1972 als Stellvertretender Direktor mitverantwortete.

Am 17. September 1976 ernannte ihn Papst Paul VI. zum Titularbischof von Gergis und zum Weihbischof in Santiago de Compostela. Die Bischofsweihe spendete ihm am 31. Oktober desselben Jahres der damalige Erzbischof von Santiago de Compostela Ángel Suquía Goicoechea. Am 9. Mai 1984 ernannte ihn Papst Johannes Paul II. zum Erzbischof von Santiago de Compostela, wo er bereits seit Juni 1983 Apostolischer Administrator war. Am 28. Juli 1994 erfolgte die Ernennung zum Erzbischof von Madrid.

Am 21. Februar 1998 nahm ihn Johannes Paul II. als Kardinalpriester mit der Titelkirche San Lorenzo in Damaso in das Kardinalskollegium auf.

Antonio María Rouco Varela veröffentlichte mehrere kirchenrechtliche Bücher und Aufsätze und ist Mitglied der Internationalen Gesellschaft für Kirchenrecht.

Er nahm am Konklave 2005, in dem Benedikt XVI. gewählt wurde, und am Konklave 2013, in dem Franziskus gewählt wurde, teil. Er war von 1999 bis 2005 und erneut von 2008 bis 2014 Vorsitzender der Spanischen Bischofskonferenz, Nachfolger wurde jeweils Ricardo Blázquez Pérez.[1] Rouco wird innerhalb des spanischen Episkopats dem konservativen Flügel zugerechnet.[2]

Nachdem er bereits 1989 den IV. Weltjugendtag in Santiago de Compostela ausgerichtet hatte, war Rouco Varela auch 2011 Gastgeber des XXVI. Weltjugendtages in Madrid. In diesem Jahr wurde auch die Dámaso Universität in Madrid gegründet.

Anfang Februar 2014 wurde er von einer Gruppe Femen-Aktivistinnen attackiert, da er sich hinter den Gesetzentwurf zur Verschärfung des Abtreibungsrechtes in Spanien gestellt hat.[3]

Am 28. August 2014 nahm Papst Franziskus das von Antonio María Rouco Varela aus Altersgründen vorgebrachte Rücktrittsgesuch an.[4]

EhrungenBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

WeblinksBearbeiten

VorgängerAmtNachfolger
Elías Yanes Álvarez
Ricardo Blázquez
Vorsitzender der Spanischen Bischofskonferenz
1999–2005
2008–2014
Ricardo Blázquez
Ricardo Blázquez
Ángel Kardinal Suquía GoicoecheaErzbischof von Madrid
1994–2014
Carlos Kardinal Osoro Sierra
Ángel Kardinal Suquía GoicoecheaErzbischof von Santiago de Compostela
1984–1994
Julián Barrio Barrio