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Albrecht Daniel Thaer

deutscher Polywissenschaftler, gilt als Begründer der Agrarwissenschaft

Herkunft und AusbildungBearbeiten

 
Geburtshaus von Albrecht Daniel Thaer in Celle
 
Wohnhaus von Albrecht Daniel Thaer in Celle von 1781 bis 1804
 
Die 1793 erbaute Thaersche Villa

Thaer war der Sohn eines gleichnamigen Arztes. Ab 1765, mit 13 Jahren, besuchte er in Celle die Lateinschule, das spätere Ernestinum. Mit 18 Jahren begann er das Studium der Medizin an der Universität Göttingen[2] und wohnte dort von 1770 bis 1774 in Rote Straße 29.[3]

Arzt in CelleBearbeiten

Im Jahr 1774 kehrte er als Arzt nach Celle zurück. Aufgrund seines Erfolges wurde er Leibarzt von Georg III., dem Kurfürsten von Hannover. Er übernahm das Amt von Johann Daniel Taube, der ihn als Nachfolger empfohlen hatte.[4]

Heirat und FamilieBearbeiten

Im Jahr 1786 heiratete er Philippine von Willich, Tochter des Vizepräsidenten am Celler Oberappellationsgericht Georg Wilhelm von Willich. Von ihren elf Kindern starben in Celle drei Söhne bei oder wenige Tage nach der Geburt. Im März 1807 starb ihre jüngste Tochter Henriette Arthemisia im Alter von fünf Jahren, zwei Monate später ihr vierjähriger Sohn Ludwig Ernst. Mit 17 Jahren starb im Februar 1814 ihr Sohn August.

Die älteste Tochter Wilhelmine (1787–1865) wurde Chanoinesse im Kloster Wienhausen. Die um ein Jahr jüngere Tochter Caroline (1788–1845) heiratete 1809 den Mögliner Professor Georg Ernst Wilhelm Crome (1781–1813) und 1815 Franz Körte (1782–1845), ebenfalls Professor in Möglin.

Die Söhne Georg (1789–1857), Ernst (1790–1837) und Albrecht Philipp (1794–1863) begründeten genealogisch den Pantener Stamm in Schlesien (durch Übernahme der dortigen dritten preußischen Stammschäferei), den Berliner Stamm und den Mögliner Stamm.[5]

Wirken als AgronomBearbeiten

Neben seiner Tätigkeit als Arzt beschäftigte Thaer sich mit Blumenzucht und Landwirtschaft. Im Jahr 1780 wurde Thaer in die Celler Landwirtschaftsgesellschaft berufen, deren offizielle Bezeichnung Königlich großbritanisch kurfürstlich-braunschweigisch-lüneburgische Landwirtschaftsgesellschaft[6] lautete. Er testete zum Beispiel einen Doppelpflug, „den Georg der IIIte an die ökonomische Societät in Celle schickte.[7]

Albrecht Thaer berichtete 1798 im ersten von drei Bänden über den beeindruckenden Stand der englischen Landwirtschaft: Einleitung zur Kenntniß der englischen Landwirthschaft und ihrer neueren praktischen und theoretischen Fortschritte, in Rücksicht auf Vervollkommnung deutscher Landwirthschaft für denkende Landwirthe und Cameralisten.

Thaers erste Kontaktaufnahme mit Preußen bestand darin, dass er noch im Frühjahr 1798 den ersten Band seiner „englischen Landwirtschaft“ an König Friedrich Wilhelm III. sandte. Der König bedankte sich umgehend und betonte angesichts der „geringen Stufe“ in seinen Staaten die „Wichtigkeit des Akkerbaues in Beziehung auf individuelle und gemeine Wohlfarth“ und in Verbindung mit „den Vorzügen der englischen Landwirthschaft“.[8]

Mit der Verbindung Arzt und Landwirt entsprach Thaer auch dem, was in England zu beobachten war. Sein erster Biograph, Wilhelm Körte, hob hervor, dass dort „sehr viele Aerzte praktische Landwirthe“ waren und „die Landwirthschaft durch die berühmtesten medicinischen Schriftsteller sehr bedeutend gefördert“ wurde.[9]

1799 unternahm Thaer mit seinem Freund v. Mandelsloh „eine Reise nach der Mark“, wo er „viele seiner nachherigen bedeutendsten Gönner und Freunde kennen lernte“, insbesondere Frau v. Friedland, geb. v. Lestwitz, sowie ihre Tochter und deren Gemahl, Landrat v. Itzenplitz, der zu Thaers „nachheriger Uebersiedlung nach Preußen und in die Nähe seiner Güter selbst, am meisten mitgewirkt hat.“ Nach zwei Jahren wiederholte er diese Reise „auf Einladung der Frau v. Friedland“; dieses Mal in Begleitung seiner Frau und der Töchter Wilhelmine und Caroline.[10]

Von 1799 bis 1804 gab er gemeinsam mit J. C. Beneke[11] die Annalen der Niedersächsischen Landwirthschaft heraus.[12]

Im Jahr 1802 gründete er in Celle in den Dammaschwiesen das erste deutsche Landwirtschaftliche Lehrinstitut (heute „Thaers Garten“).[13] Dort erzielte er unter anderem mit der Fruchtwechselwirtschaft große Ertragssteigerungen.

Umzug nach PreußenBearbeiten

 
Albrecht Daniel Thaer, Porträt von Johann Jacob de Lose (1803) auf einer deutschen Briefmarke von 2002 zum 250. Geburtstag von Thaer[14]

Im Jahr 1804 wechselte Thaer in preußische Dienste.

Mitte Februar 1804 schrieb Minister Karl August von Hardenberg an Thaer, dass er ihn „dem preußischen Staate erwerben“ möchte und ob er bereit wäre, seine Celler „Verhältnisse aufzugeben und sich ganz der landwirthschaftlichen Wissenschaft zu widmen.“ Dazu versprach ihm Hardenberg „eine große Landökonomie“, um auf ihr „Musterwirthschaften und eine Lehranstalt“ einzurichten.[15]

Thaer reiste umgehend nach Berlin, um Verhandlungen mit den preußischen Behörden aufzunehmen. Für die Bereitschaft, sein „Lehr Institut und sein landwirthschaftliches Journal“ in Preußen fortzusetzen, erhielt Thaer Mitte März 1804 vom König folgende Zugeständnisse: Ordentliche Mitgliedschaft in der Königlich-Preußischen Akademie der Wissenschaften; „Drey bis Vier Hundert Morgen“ des Amtes Wollup mit der Erlaubnis, diese zu veräußern und ein besser geeignetes „anderes freyes Guth dafür zu kaufen“; „Schutz und Begünstigung des landwirthschaftlichen Lehr-Instituts“; „Censurfreyheit“ für sein „landwirthschaftliches Journal“; „Begünstigungen beym Brief-Porto“; „Ausübung der Medizinischen Praxis“; schließlich Verleihung des Titels „Geheimen Rath“.[16] Bei der teilweisen Übertragung des Amtes Wollup legte man exakt 400 Morgen zugrunde, eine etwa 100 Hektaren große Fläche. Im Juni 1804 erwarb Thaer das Rittergut Möglin bei Wriezen.[17] Erst 1806 verkaufte er Wollup.[18]

Mit Beginn des Umzugs traten ihm „manche Schwierigkeiten“ entgegen. Er hatte seine „Besitzungen bei Celle zu einem Spottpreise und gegen nicht realisirbare landschaftliche Obligationen verkaufen müssen[19] und „erlitt unmittelbar nach dem Ankaufe von Moegelin“ und vor seiner „Ankunft hierselbst den beinah totalen Verlust der hiesigen halb veredelten Schäferei an den Pocken.[20] Auf „den größten Theil der Schriften, Hefte, Auszüge, Briefe, und die ausgewählten Bücher“ aus Celle musste Thaer in Möglin verzichten, da sie beim Transport „entweder vertauscht, entwendet worden, oder sonst verloren gegangen“ sind. Durch den „Verlust der Manuscripte“ hatte er „das bereits Gesammelte von neuem zusammensuchen, das bereits geordnet Niedergeschriebene von neuem verfassen“ müssen.[21]

Im Gegenzug für genannte Grundstücksübertragung hatte Thaer vor allem sein landwirtschaftliches Lehrinstitut von Celle nach Preußen zu verlegen. Im Juni 1806 schrieb er an König Friedrich Wilhelm III., „daß der Eröfnung dieses Instituts auf nächsten Michaelis nichts weiter entgegensteht“, und erinnerte ihn an das zwei Jahre zuvor gegebene Versprechen „Schutz und Begünstigung des landwirthschaftlichen Lehr-Instituts“ zu erhalten.[22] Umgehend erging die Aufforderung des Königs an die zuständigen Behörden, dieses Institut, von dem „sich sowohl für die Landwirthschaft als für den öffentlichen Dienst in diesem Fache ein großer Nutzen erwarten läßt“, in „besondern Schutz“ zu nehmen.[23]

Mitte Oktober 1806 erlitt Preußen bei Jena und Auerstedt die entscheidende Niederlage gegen Frankreich. Im November begann im Mögliner Institut der erste Kurs mit wenigen Teilnehmern: Es „kamen, der Kriegsunruhen wegen, statt einundzwanzig, anfangs nur drei, nach und nach fünf bis sechs.[24]

„Annalen des Ackerbaues“ und „Grundsätze der rationellen Landwirthschaft“Bearbeiten

Entsprechend der Verpflichtung zur Fortsetzung seines Journals gab Thaer seit Anfang 1805 monatlich ein Heft der Annalen des Ackerbaues heraus, wovon sechs Hefte einen Band bildeten. Der letzte der zwölf Bände erschien 1810.[25] Schon im Juni 1804 kündigte Thaer die erweiterte Thematik seiner Annalen an: „Das Journal soll eigentlich alles das begreifen, was auf Ackerbau, Viehzucht und Betrieb des wirthschaftlichen Gewerbes nahen Bezug hat.“[26]

Im Herbst 1809 erschien der erste Band seiner schon in Celle vorbereiteten Grundsätze der rationellen Landwirthschaft. Als „systematisches, nicht fragmentarisches Werk in einem Fache, welches noch nicht wissenschaftlich behandelt war“[27], wurde es zu einem der Hauptwerke der Agrarwissenschaft. 1810 erschienen der zweite und dritte Band, 1812 der vierte Band.

Die Fortsetzung der Annalen des Ackerbaues gab Thaer 1811 und 1812 unter dem geänderten Titel Annalen der Fortschritte der Landwirthschaft in Theorie und Praxis in zwölf Stücken heraus.

Staatsrat im InnenministeriumBearbeiten

Nachdem Gottlob Johann Christian Kunth und Johann Gottfried Hoffmann zu Staatsräten für Fabriken bzw. Staatswirtschaft in der Sektion Gewerbepolizei des preußischen Innenministeriums ernannt wurden, wandte sich Innenminister Friedrich Ferdinand Alexander zu Dohna-Schlobitten Ende Dezember 1808 an Sektionsleiter Theodor von Schön, der betreffend „die Besetzung der 3ten Staatsraths-Stelle bey der Section der Gewerbe-Policey (…) den Geheimen Rath Thaer genannt“ hatte. Dohna überließ es Schön, bei Thaer anzufragen, ob er „gegen eine Besoldung von 800 rt järlich diese Stelle annehmen wolle.“ Allerdings stellte Dohna die Bedingung, dass Thaer „nur von Zeit zu Zeit in Berlin anwesend sey, den Sitzungen als dann beiwohne und zu jeder Zeit schriftliche Gutachten abgebe.[28] Schön, der bereits im April 1809 als Sektionsleiter zurücktrat, erklärte Thaer gleich am nächsten Tage, dass es „unrecht seyn (würde)“ ihn „als landwirthschaftlichen Schriftsteller und praktischen Landwirth dem deutschen Vaterlande zu entziehen“ und meinte damit den Fall, dass Thaer „ausschließlich Officiant werden“ würde. Thaer sollte sich zwar auch Schön zufolge verpflichten, „zu jeder Zeit schriftliche Gutachen abzugeben“ und „nur von Zeit zu Zeit den Sitzungen des Departements der Gewerbe Policey beyzuwohnen.“ Schön überließ es aber Thaer, selbst zu bestimmen, „in welchen Monaten und wie oft es der Fall sein soll“ und schlug ihm schließlich ein leicht erhöhtes Gehalt von „800 bis 1000 Thl“.[29] vor.

Thaer antwortete Anfang Januar 1809, dass ihm „Ostern, Michaelis und Weihnachten die passendsten zu einem längeren und regulairen Aufenthalt“ in Berlin wären, doch stünde er „freilich zu jeder Zeit auf einige Tage zu Diensten.“ Als Gehalt schienen ihm 1000 Taler angemessen. Schließlich wünschte er sich „einen geschickten concipirenden Secretair“, da ihm „wegen einer veralteten vertagten Gicht am rechten Arme das Führen der Feder ungemein sauer wird.[30]

Mit Schreiben vom April 1809, dessen Entwurf von Hoffmann stammte, bekam Thaer von Theodor von Schön gleich zwei größere Aufträge. Er bat ihn, die dem Schreiben beigefügten „Grundlagen einer neuen Gemeinheitstheilungsordnung“ seiner „Prüfung zu unterwerfen“ und „sodann den Entwurf zu einer vollständigen neuen Gemeinheitstheilungsordnung auszuarbeiten.“ Für diejenigen, die bei Teilungen „künftig als Schiedsrichter auftreten werden“, sollte Thaer eine Schrift „in der Sprache des gemeinen Mannes“ verfassen und „einen solchen Leitfaden (Guide) für die Marken und Pommern gefälligst publiciren“, damit „ähnliche Werke nach diesem Muster für Preußen einer- und Schlesien andrerseits bearbeitet“ werden könnten.[31]

Das Ergebnis seiner Prüfung der „Grundlagen“ legte Thaer bereits Anfang Mai 1809 mit einigen Kritikpunkten und ausführlichen Begründungen vor. Er begrüßte, dass „das schiedsrichterliche Ermessen vorgezogen“ wurde, betonte aber, dass „die Justiz-Commissarien, welche an ähnliche Geschäfte gewohnt sind, mit gutem Grunde ausgeschlossen werden“ sollten. Er bemängelte, „daß die Schiedsrichter das ganze Geschäfft“ der Gemeinheitsteilungen „selbst betreiben“ sollten. Dagegen schlug er vor, hauptsächlich besoldete „gute Oekonomiecommissarien“ einzustellen, die aber auch „durch Rath und Belehrung die Landeskultur verbreiten“ müssten. Die Schiedsrichter wären dann Thaer zufolge „gewissermaaßen eine zweite Instanz“, von denen man eher eine „unpartheyische Prüfung der Widersprüche, die dagegen gemacht werden,“ erwarten würde.[32]

Anlässlich einer „vorläufigen Erklärung des Justiz Ministerii über die Gemeinheitstheilungs Ordnung“, wandte sich Anfang Februar 1810 Innenminister Dohna-Schlobitten, der „mit den darin enthaltenen Aeußerungen nicht einverstanden[33] war, an Thaer und bat ihn um ein „sachkundiges Gutachten über die Aeußerungen des Justiz Ministerii“, das er „so gedrängt, klar und treffend, als möglich zu entwerfen“ habe. Anschließend sollte sich Thaer „gefällig auf einige Tage hie her“ nach Berlin begeben, da sich der Innenminister „von mündlichen Verhandlungen noch zunächst einigen Erfolg[34] versprach.

Professor an der Berliner UniversitätBearbeiten

Als Leiter der Sektion für Kultus und öffentlichen Unterricht richtete Wilhelm von Humboldt im Juni 1810 an Thaer die Bitte, „die Professur des Ackerbaus“ an der Universität Berlin zu übernehmen und „wenigstens den Winter“ hindurch „ordentliche Vorlesungen zu halten“.[35] Thaer machte die Annahme dieses Angebotes davon abhängig, dass „die Kosten des Stadtlebens im Winter“ ersetzt werden, und gab zugleich den Hinweis, „blos für Gelehrte“ nicht arbeiten zu wollen.[36]

Thaer sollte „den hiesigen Studirenden mit seinen schätzbaren oekonomischen und kameralistischen Kenntnißen nützlich“ werden,[37] erklärte der vortragende Rat für öffentlichen Unterricht Georg Heinrich Ludwig Nicolovius, der im Juli 1810 beim König ohne Nennung des Faches und unter Verzicht auf das Ordinariat den Antrag stellte, „den Staatsrath Thaer als Profeßor extraordinarius bei der hiesigen Universität“ anzustellen.[37] Der König erteilte noch im selben Monat seine Zustimmung.

Im ersten Vorlesungsverzeichnis vom September 1810 wurden für das Wintersemester unter „Kameralistische Wissenschaften“ die beiden Vorlesungen Thaers aufgeführt: „Von dem Gewerbe der Landwirthschaft, oder der Bewirthschaftung der Landgüter im Allgemeinen, in Hinsicht auf die Landwirthe und den Staat, handelt Herr Prof. Thaer. Vom Ackerbau und der Viehzucht in ihren einzelnen Zweigen, derselbe.[38]

Bereits nach zwei Semestern schrieb Thaer ans Innenministerium, dass er sich „noch mehr überzeugt habe, daß aus den Vorlesungen über Landwirthschaft auf einer Universität wenig Nutzen hervorgehe.[39] Im Februar 1819, als er beim König um seine „Entlassung von der Professur“ nachsuchte und für das Mögliner Institut „das Prädicat einer Königlich privilegirten Academie des Landbaues“ beantragte, betonte Thaer erneut den geringen Nutzen, den „der Vortrag der Landwirthschaft vom Universitäts-Catheder, wegen mangelnder lebendiger Anschauung und des in einer großen Stadt nicht dafür erweckten Sinnes“ hätte.[40] Nach Ansicht seines Sohnes Albrecht Philipp gab Thaer „wegen der Beschwerlichkeit des Umzuges, der Kostbarkeit des städtischen Haushaltes und einer Abneigung gegen das Stadtleben den Lehrstuhl in Berlin selbst auf und verlegte ihn gänzlich nach Moeglin.[41]

Merino-ZuchtBearbeiten

Im März 1816 wurde Thaer „die obere Aufsicht[42] über die beiden in Brandenburg und Schlesien zu errichtenden staatlichen Merino-Stammschäfereien übertragen, die dem preußischen Innenministerium direkt unterstellt werden sollten. Für Brandenburg schlug Thaer umgehend das Möglin benachbarte Gut Frankenfelde und als Administrator Lezius vor.

In Begleitung seines ältesten Sohnes Georg unternahm Thaer im September und Oktober 1816 eine Dienstreise nach Schlesien „zur Ausmittelung eines angemessenen Standorts für die in dieser Provinz einzurichtende Stamm-Schäferey“ und empfahl „das Vorwerk Panthen“ bei Liegnitz.[43] Sein ältester Sohn wurde Administrator dieser schlesischen Stammschäferei, für den Thaer Ende September 1823 „als Vater des dortigen Administrators“ den Titel eines „Amts- oder Domainen Raths“ beantragte und der König Anfang Oktober des Jahres den Titel „Amts-Rath“ bewilligte.[44]

Eine weitere Dienstreise wegen einer geplanten Stammschäferei unternahm Thaer im August und September 1819 nach „Ostpreußen und Litthauen“. Er schlug die „Vorwerke Fredrichsberg und Cotelischen“ vor, da sie „in der Mitte von Litthauen“ und in der „Nachbarschaft von Trakenen“ liegen.[45]

LebensabendBearbeiten

Nach der Verordnung vom Februar 1817 „wegen der den Civilbeamten beizulegenden Amtstitel und der Rang-Ordnung[46] erfolgte im November 1817 mit wenigen Ausnahmen eine allgemeine Umbenennung der Titel der vortragenden Räte und Abteilungsdirektoren. Thaer erhielt damit statt des bisherigen Titels „Staatsrath“ den künftigen Titel „Geheimer Ober-Regierungsrath“.[47]

Aufgrund der jahrelangen schwierigen Existenz seines landwirtschaftlichen Lehrinstituts bat Thaer im Feb. 1819 den preußischen König Friedrich Wilhelm III., „daß das Institut das Prädicat einer Königlich privilegirten Academie des Landbaues“ erhalte, weil es „nirgends weniger als in dieser Provinz gewürdigt und gewissermaaßen nur als Winkelschule betrachtet“ werde. Erst nach einem umfangreichen Schriftwechsel wurde dem Institut im Juli 1819 das Prädikat einer „akademischen Lehr-Anstalt des Landbaues“ erteilt.[48]

Anfang 1819 fasste Thaer den „Entschluß, die Professur bei der hiesigen Universität und mit derselben eine bedeutende Einnahme aufzugeben.“ Als Grund nannte er „nächst dem Institute“ in Möglin „die vielen, aber nützlichen Geschäfte,“ welche ihm „die Stamm-Schäfereien zuziehen.[49] Thaers Professur endete im Herbst 1819. Ein halbes Jahrhundert später formulierte Landwirtschaftsminister Werner von Selchow Thaers Verzicht auf die Professur mit den Worten: „Auch der berühmte Staatsrath Thaer ging von Berlin fort nach Moeglin, um im Stall und auf dem Felde seine Lehren erläutern zu können.[50] Wegen seiner Oberaufsicht über die Stammschäfereien[51] behielt Thaer auch nach seinem Verzicht auf die Berliner Professur seine Stelle im Innenministerium. Im Handbuch über den Königlich-Preussischen Hof und Staat wurde er bis zu seinem Todesjahr 1828 als vortragender Rat (bzw. Mitglied der 2. Abteilung) in diesem Ministerium geführt.[52] Thaers Vorgesetzter und Direktor dieser landwirtschaftlichen Abteilung war von 1814 bis 1824 Friedrich Graf von Hardenberg (Friedrich August Burchardt, geb. 1770, gest. 1837)[53], nicht zu verwechseln mit dem Staatskanzler Karl August von Hardenberg.

Im Rahmen der Karlsbader Beschlüsse wurde im Oktober 1819 die preußische Zensurverordnung erlassen und die der Akademie der Wissenschaften und den Universitäten verliehene Zensurfreiheit aufgehoben. Dem Minister des Innern und der Polizei zufolge hatte daher „auch Thaer, in Ansehung der von ihm herausgegebenen Mögelinschen Annalen der Landwirthschaft sich der Censur unterwerfen“ müssen.[54]

Mitte September 1827 sprach Thaer im Schreiben an Innenminister Friedrich von Schuckmann erstmals von seiner, durch eine „schmerzhafte, seit drei Monathen anhaltende Krankheit, vermehrten Altersschwäche.“ Um die Fortsetzung des Mögliner Lehrinstituts zu sichern, bat er um Genehmigung, seinen Sohn Albrecht Philippals Lehrer bei diesem Institute eintreten“ zu lassen, damit er seinen Vater „im Fache der eigentlichen Landwirthschaft“ künftig „unterstützen und ersetzen“ könnte. Gleichzeitig bat er darum, Albrecht Philipp „die Expectanz eines angemessenen Gehalts“ nach Thaers „Ableben zu sichern.“ Bei einem „schwachen Besatze von 10 bis 12 Schülern, wovon mehrere nur ein halb Jahr bleiben“, könnte „die Anstalt ohne jenen Königl. Zuschuß“ nicht existieren.[55] Laut Thaers Schreiben von Silvester 1827 an den preußischen König übernahm wegen „der langwierigen und schmerzhaften Gichtkrankheit“ der Sohn den „Lehrvortrag schon in diesem Semester“. Thaer hoffte, „nach der jetzt eingetretenden Besserung“ den Lehrvortrag, „wenigstens zum Theil, nach einigen Wochen wieder übernehmen zu können,“ wobei ihm Albrecht Philipps „Hülfe nothwendig sein“ dürfte.[56]

Thaer wurde nicht in den Adelsstand erhoben. Der Inschrift „Albrecht v. Thaer“ im Sockel zur Thaerbüste (im Vestibül des Albrecht Daniel Thaer-Instituts, Invalidenstraße 42) lag wohl eine Verwechselung mit seinem Enkel Georg Ernst von Thaer zugrunde.

Nach Josef Kulischer „waren in der Mitte des 19. Jahrhunderts bereits die Ergebnisse der Arbeiten Thaers recht wohl sichtbar: auf gutgeführten Betrieben wurde der Boden tiefer gepflügt“. Es „kamen vervollkommnete, von Pferden in Bewegung gesetzte Ackergeräte auf.“ In den vierziger Jahren des Jahrhundert „begann die Einfuhr künstlicher Düngemittel nach Deutschland.[57]

Grabstätte im Mögliner GutsparkBearbeiten

Albrecht Daniel Thaer starb 1828 auf dem Rittergut Möglin. Seine Grabstätte sowie eine Thaer-Büste und ein Gedenkstein befinden sich im Mögliner Gutspark.

Kein Denkmal auf öffentlichen Plätzen in BerlinBearbeiten

In einem Brief an Caroline von Humboldt vom 23. Juni 1828, vier Monate vor Thaers Tod, teilte Christian Daniel Rauch ihr mit, dass er „in dieser Woche die Anfrage“ erhielt „zu einem öffentl. Denkmahle ( - in Bronze ebenfalls) auf das Wirken des noch lebenden StaatsRaths Thaer, welches in Berlin errichtet werden soll, sein Standbild und viel Reliefs.[58]

Im Auftrag der „Freunde und Verehrer“ Thaers stellte Friedrich von Schuckmann, Innenminister für Handel und Gewerbe, am 3. Mai 1830 beim König Friedrich Wilhelm III. den Antrag, in Berlin ein Thaer-Denkmal zu errichten, und zwar in dem Stadtteil, der „durch den Wollmarkt die größte Frequenz der Landwirthe“ aufwies, d. h. „in der Klosterstraße an der Wand des Gewerbehauses oder an dem Trottoir“.[59]

Peter Beuth schlug dazu vor, „einen Springbrunnen damit zu verbinden,“ den er „während des Wollmarkts durch die Dampfmaschine des Gewerbehauses“ betrieben hätte.[60]

Der König antwortete Schuckmann umgehend, dass „weder der vorgeschlagene noch ein anderer öffentlicher Platz geeignet“ sei, und verwies darauf, „dem Standbilde eine Stelle in Moegelin anzuweisen“.[61]

Enttäuscht über die mangelnde behördliche Unterstützung für ein Thaer-Denkmal in Berlin, schrieb Beuth am 8. Mai 1843 an Minister Ludwig Gustav von Thile: „ich bin alt und stumpf geworden und liegt mir es näher, meinem Freunde Schinkel den letzten Liebesdienst durch den Guß seiner Statue zu erzeigen, wenn es Absicht ist, sie in Erz auszuführen.[62]

Zehn Jahre später schien König Friedrich Wilhelm IV. den Grundsatz seiner Vorgänger zu verwerfen und „den Platz zwischen Bibliothek und Opernhaus für Monumente zu bestimmen, die den in den friedlichen Verhältnissen des Lebens erworbenen Verdiensten gewidmet“ sein sollten. Ludolph von Beckedorff, Präsident des Landesökonomiekollegiums, bat daher den König am 20. März 1853, die „Genehmigung zur Aufstellung des Thaerschen Denkmals in Berlin zu ertheilen“ und ihm „dort einen Platz anweisen zu wollen.[63] Nach zehn Wochen, am 30. Mai, antwortete man im Zivilkabinett des Königs, dass Thaers „Standbild in Berlin aufgestellt“ werden könnte und schlug „den Hof des Lagerhauses“ in der Klosterstraße oder den Alexanderplatz vor, auf dem das Denkmal mit einem „Brunnen in Verbindung zu bringen seyn“ sollte. Für die Denkmal-Aufstellung auf dem einen oder anderen Platz verlangte man aber die „Zustimmung der betreffenden Behörden“.[64]

Als Ende November 1854 die Aufstellung des Beuth-Denkmals auf dem Platz an der Bau-Akademie genehmigt wurde, war nach Ansicht des Landesökonomiekollegiums vom Februar 1858 „der bis dahin von vielen Seiten bestrittene Grundsatz anerkannt, daß die geeigneten Plätze der Hauptstadt zur Aufstellung nicht nur der Statuen der vaterländischen Kriegshelden, sondern auch solcher Männer benutzt werden müßten, die durch ihre bürgerlichen Verdienste eine Zierde des Vaterlandes geworden sind.[65]

Das Thaer-Denkmal vor der Berliner BauakademieBearbeiten

Am 27. November 1854 genehmigte der König, dass das Beuth-Denkmal „auf dem Platze an der Bau-Akademie in Meiner Residenz Berlin aufgestellt werde.[66] Dies motivierte Beckedorff, wenn auch gut 14 Monate später, am 7. Februar 1856 zu folgender Anfrage beim König: „Vielleicht dürfte es nicht unangemessen seyn, wenn neben demselben auch das Standbild Thaer's seinen Platz fände.[67] Im Zivilkabinett des Königs ging man auf Beckedorffs Vorschlag nicht ein, sondern erinnerte an die beiden im „Schreiben vom 30. Mai 1853 bezeichneten Plätze“, also den Hof des Lagerhauses in der Klosterstraße oder den Alexanderplatz, und man stellte an Beckedorff die Frage, „aus welchen Gründen davon eventuell abgestanden“ werden sollte.[68] Er antwortete am 26. März 1856, „nach reiflicher Berathung mit dem Professor Rauch“, dass sie von den „zur Wahl gestellten Plätzen keinen für ganz geeignet erkennen“ könnten und sprach sich nochmals „für die Aufstellung neben dem Beuth-Denkmal“ aus.[69]

Am 27. Februar 1857 baten die „Mitglieder des Comite's zur Errichtung eines Denkmals für Albrecht Thaer“ den König um Genehmigung, dass „das Thaer-Denkmal als ein Seitenstück des für Beuth bestimmten, auf dem Platz vor der Bau-Akademie aufgestellt werden darf.[70] Der König antwortete am 4. April 1857 bezüglich des Thaer-Denkmals, „daß auch dieses Monument auf demselben Platze neben dem für Beuth bestimmten aufgestellt werde“.[71] Am 12. April 1857, eine Woche nach dem königlichen Erlass, schrieb Christian Daniel Rauch an seinen Freund Friedrich Gottlieb Welcker, dass er mit dem Modell eines „dozirenden Professors beschäfftigt“ war, das „den Doctor Albr. Thaer im Kostüm beim Akergeräth oder auch zum Schaafstall tüchtig dar(stellen)“ sollte und „das Monumentale Pendant zu diesem“, nämlich der Geheime Rath Beuth „auch zum Bronzgusse“ ausgeführt würde. Rauch sah einen „Fortschritt“ in der Aufstellung der beiden Denkmäler, die „nebeneinander auf dem Platz der hiesigen Bauschule gegen die Schloßbrücke gewendet,“ eine besondere Bedeutung „als die ersten Helden auf öffentlichem Platze ohne Degen!!“ erlangten.[72]

Am 31. Januar 1858 wandte sich das Zentralkomitee zur Errichtung des Beuth-Denkmals an den Minister für Handel, Gewerbe und öffentliche Arbeiten August von der Heydt, um „Rücksichten und Bedenken“ gegen diese Nebeneinanderstellung des Beuth- und Thaer-Denkmals vorzutragen. Ausgehend von „der schon mehrfach angeregten Idee“, auch Karl Friedrich Schinkelein öffentliches Denkmal zu errichten“, schien dem Beuth-Komitee „kein anderes Denkmal in gleichem Maße wie dieses sich zum Seitenstücke zu dem Beuth-Denkmale“ geeignet zu sein. Begründet wurde es damit, dass Beuth und Schinkel „das Bau-Akademie-Gebäude ins Leben gerufen“ und die darin befindlichen Institute „eine lange Reihe von Jahren geleitet“ hatten. Außerdem sah man das „in der Bau-Akademie aufgestellte Beuth-Schinkel Museum“ als Beleg für „die enge Verbindung“, in der „beide Männer mit einander standen“. Einwände erhob das Beuth-Komitee auch durch den Vergleich der Denkmale von Beuth und Thaer, die „eine solche Verschiedenartigkeit ihres Characters“ aufwiesen, „daß sie sich zu Seitenstücken nicht eben eignen“ würden. Nach Ansicht des Beuth-Komitees gab Bildhauer August KißBeuth in seiner, der gegenwärtigen Generation wohl bekannten Persönlichkeit ganz einfach und getreu wieder, in seiner persönlichen Tracht und Haltung, ohne schmückendes Beiwerk“. Dagegen stellte Rauch „die der gegenwärtigen Generation schon ferner stehende Persönlichkeit Thaer's mehr idealisirt dar, in mantelartigem Gewande, mit Beigabe des Pfluges, als Sinnbildes seiner Wirksamkeit“. Das Beuth-Komitee bat daher den Handelsminister um Vermittlung, dass „von der Aufstellung des Thaer-Denkmals auf dem Platze an der Bau-Akademie als Seitenstück zu dem Beuth-Denkmal Abstand genommen werde.[73]

Das Thaer-Komitee erhielt vom Beuth-Komitee diesen am 31. Januar 1858 an von der Heydt „erstatteten Bericht abschriftlich mitgetheilt“, sodass dem Handelsminister am 16. Februar 1858 eine Gegendarstellung unterbreitet werden konnte. Sie begann mit folgendem Einwand: „Der Gedanke, daß die Statuen von Beuth und von Thaer als Seitenstücke zu behandeln und in unmittelbarer Nähe auf demselben Platz aufzustellen wären, ist bekanntlich von dem verewigten Rauch ausgegangen.“ Im übrigen bestritt das Thaer-Komitee die Idealisierung des Thaer-Denkmals und betonte, dass „das Bild von Thaer ganz Portrait und so wenig idealisirt (ist), daß sogar manche Beschauer schon an dem Kostüm und besonders an den Stulpstiefeln Anstoß genommen“ hätten. Zur Absicht, „den Platz neben Beuth für ein Denkmahl von Schinkel zu reserviren“, bemerkte das Thaer-Komitee, dass „der geräumige Platz auch sehr wohl drei Monumente fassen“ könnte und „so auch die Interessen der Verehrer von Schinkel gewahrt“ würden, „ohne daß die Aufstellung der Monumente von Thaer und von Beuth als der beiden Koryphäen des Landbaus und der Industrie gefährdet oder verzögert würde.“ In der Errichtung der Monumente von Beuth und Thaer „als Seitenstücke auf einem und demselben Platz“ sah das Komitee „die große Wahrheit“ ausgesprochen, „daß der Landbau und die übrige Gewerbthätigkeit im preußischen Staate gleich berechtigt und gleich geehrt“ waren und „daß nur durch ein einträchtiges von jeder Eifersüchtelei fern gehaltenes Zusammenwirken von beiden das Wohl des Ganzen wahrhaft gefördert werden“ konnte.[74]

In Stellvertretung des kranken Friedrich Wilhelms IV. forderte der Prinz von Preußen die Kontrahenten am 10. März 1858 auf, „mit einander diese Angelegenheit zu berathen und demnächst darüber gemeinschaftlich zu berichten“, in der Hoffnung auf „eine alle Theile zufriedenstellende Verständigung“.[75] Der gemeinsame Bericht von der Heydts und des Landwirtschaftsministers Erdmann von Pückler erfolgte erst im Juni 1860. In ihm wurden drei Varianten vorgeschlagen und die Entscheidung dem Prinz von Preußen überlassen. Er gab am 9. Juli 1860 der Ansicht von Pücklers den Vorzug und entschied, die Statuen „vor der Bau-Akademie zu Berlin im Kreisbogen“ aufzustellen „und zwar Schinkel in der Mitte, Beuth an der Wasserseite und Thaer an der Häuserseite“.[76]

EhrungenBearbeiten

1811 wurde Albrecht Daniel Thaer Ehrenmitglied der Leipziger Ökonomischen Societät.[77]

DenkmaleBearbeiten

Denkmale für Albrecht Daniel Thaer befinden sich an mehreren Orten:

 
Albrecht-Thaer-Denkmal in Leipzig, geschaffen von Ernst Rietschel, 1850
 
Albrecht-Thaer-Denkmal in Celle, geschaffen von Ferdinand Hartzer, 1873

Thaer-GesellschaftenBearbeiten

Seit 1952 besteht eine Albrecht-Thaer-Gesellschaft, die die agrarwissenschaftliche Erforschung des Raumes Niedersachsen zum Ziel hat.[82]

1991 wurde aus der Arbeitsgruppe Thaer beim Kulturbund der DDR die Fördergesellschaft Albrecht-Daniel-Thaer Möglin e. V. gegründet. Sie betreibt eine Gedenkstätte in Reichenow-Möglin.[83]

GeldscheinBearbeiten

Die Reichsbank druckte das Porträt von Albrecht Daniel Thaer auf den 10-Reichsmark-Scheinen von 1929 ab. Diese Banknote war auch noch 1948 in den drei Westzonen (Trizone) gültig, bis zur Einführung der Deutschen Mark durch die Währungsreform im Juni 1948.

BriefmarkenBearbeiten

Zum 225. Geburtstag von Albrecht Daniel Thaer gab die Post der DDR 1977 im Rahmen ihrer Ausgabenreihe Bedeutende Persönlichkeiten eine ihm gewidmete Briefmarke heraus. Im Jahr 2002 erschien eine Sonder-Briefmarke der Deutschen Post anlässlich seines 250. Geburtstages.

Thaer als NamensgeberBearbeiten

Die Landwirtschaftlich-Gärtnerische Fakultät der Humboldt-Universität zu Berlin verleiht seit 1998 die Thaermedaille.[78] Die Fakultät wurde am 31. März 2014 in das „Albrecht Daniel Thaer-Institut für Agrar- und Gartenbauwissenschaften“ umgewandelt.[84]

In Halle (Saale) ist ein Stadtteil als Thaerviertel benannt. In Göttingen sind eine Straße und ein Studentenwohnheim nach Thaer benannt, in Münster, in den Berliner Ortsteilen Friedrichshain und Prenzlauer Berg, in Blumberg (Ahrensfelde), Hildesheim, Kleinburgwedel, Leipzig, Görlitz, Remscheid-Lennep, Uelzen, Walsrode, Soltau, im Rüdersdorfer Ortsteil Hennickendorf und Gießen je eine Straße. Die heutige ul. Karolewska im polnischen Łódź hieß von 1939 bis 1945 ebenfalls Albrecht-Thaer-Straße.

Die Albrecht-Thaer-Schule in Celle, eine berufsbildende Schule für Agrarwirtschaft,[85] ehrt den Agrarwissenschaftler ebenso wie die von ihr betriebenen Einrichtungen Café KräuThaer und KräuThaer-Laden im Heilpflanzengarten Celle.[86] (Das Albrecht-Thaer-Gymnasium in Hamburg-Stellingen wurde nicht nach Albrecht Daniel Thaer benannt, sondern nach seinem Urenkel Albrecht Wilhelm Thaer.)

WerkeBearbeiten

LiteraturBearbeiten

  • Carl LeisewitzThaer, Albrecht Daniel. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 37, Duncker & Humblot, Leipzig 1894, S. 636–641.
  • Fördergesellschaft Albrecht Daniel Thaer (Hrsg.): Auf den Spuren Albrecht Daniel Thaers. Möglin und seine Umgebung. Möglin 1994, ISBN 3-9803835-1-2
  • Fördergesellschaft Albrecht Daniel Thaer (Hrsg.): Albrecht Daniel Thaer, Ausstellung. Möglin 2002
  • Fördergesellschaft Albrecht Daniel Thaer, Martin Frielinghaus: Albrecht Daniel Thaer in Brandenburg und Berlin, Agrarhistorischer und kulturhistorischer Reiseführer. Findling, Neuenhagen 2004, ISBN 3-933603-28-5
  • Guenther Franz, Heinz Haushofer: Grosse Landwirte. DLG, Frankfurt/M 1970, S. 59–78
  • Martin Frielinghaus, Claus Dalchow (Hrsg.): Albrecht Daniel Thaer. Ein Leben für die Landwirtschaft. DLG Verlag, Frankfurt 2006, ISBN 3-7690-0671-2
  • Volker Klemm, Guenther Meyer: Albrecht Daniel Thaer. Pionier der Landwirtschaftswissenschaften in Deutschland. Halle (Saale) 1968
  • Königliche Landwirtschafts-Gesellschaft (Hrsg.): Albrecht Thaer. Sein Leben und seine Bedeutung in Vergangenheit und Gegenwart. Zum Gedächtnis der Wiederkehr des 100. Todestages am 26. Oktober 1928. Landwirtschaftskammer für die Provinz Hannover, Hannover 1928
  • Wilhelm Körte: Albrecht Thaer. Sein Leben und Wirken, als Arzt und Landwirth. F. A. Brockhaus, Leipzig 1839
  • Kathrin Panne (Hrsg.): Albrecht Daniel Thaer – Der Mann gehört der Welt. Begleitpublikation zur gleichnamigen Ausstellung im Bomann-Museum Celle zum 250. Geburtstag von Albrecht Daniel Thaer. Bomann-Museum Celle, Celle 2002, ISBN 3-925902-44-9
  • Wilhelm Rimpau: Der Arzt Albrecht Daniel Thaer (1752–1828). Der Mann gehört der Medizin wie der Landwirtschaft, Möglin 2016.

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Homepage der Albrecht Thaer Gesellschaft
  2. Immatrikulation in Göttingen am 10. Oktober 1770. Siehe Götz von Selle: Die Matrikel der Georg-August-Universität... Hildesheim, Leipzig 1937
  3. Vgl. die am Haus angebrachte Gedenktafel.
  4. Hans-Peter Kröner: Taube, Johann Daniel. In: Neue Deutsche Biographie (NDB). Band 25, Duncker & Humblot, Berlin 2013, ISBN 978-3-428-11206-7, S. 798 (Digitalisat).
  5. Vgl. Brandenburgisches Geschlechterbuch, 3. Band, Limburg an der Lahn 1872, s.v. Thaer, S. 419 f.
  6. Sigmund von Frauendorfer: Ideengeschichte der Agrarwirtschaft und Agrarpolitik im deutschen Sprachgebiet, Band 1, 1957, S. 208.
  7. GStA PK I. HA Rep. 120 D XIX 1 Nr. 16 Bd. 1, fol. 40 r
  8. HUB UA NL Thaer II 3, fol. 1 r
  9. Wilhelm Körte: Albrecht Thaer. Sein Leben und Wirken, als Arzt und Landwirth, Wiesbaden 1839, S. 72.
  10. Wilhelm Körte: Albrecht Thaer. Sein Leben und Wirken, als Arzt und Landwirth. Wiesbaden 1839, S. 157
  11. Johann Conrad Beneke, siehe Beneke, Johann Conrad (1755-1808) , Jurist, aus Hameln, Pronaotarius am Oberappellationsgericht in Celle; „Benecke oder Beneke (Johann Conrad)“ in: Das gelehrte Hannover … Band 1, Bremen 1823, S.133f.
  12. Annalen der Niedersächsischen Landwirthschaft. online@sammlungen.ulb.uni-muenster.de
  13. Thaers Garten und Herrenhaus in Celle celle-tourismus.de
  14. Ölporträts in der Kunstsammlung der Humboldt-Universität zu Berlin www.ub.hu-berlin.de
  15. Zitiert nach Wilhelm Körte: Albrecht Thaer. Sein Leben und Wirken, als Arzt und Landwirth, Wiesbaden 1839, S. 167 f.
  16. Geheimes Staatsarchiv Preußischer Kulturbesitz (GStA PK) II. HA Gen.Dir.-Gen.Dep. Tit. 93 Nr. 5, fol. 1 r/v
  17. Vgl. Volker Klemm/Günther Meyer: Albrecht Daniel Thaer. Pionier der Landwirtschaftswissenschaften in Deutschland. Halle 1968, S. 70 f.
  18. Vgl. Martin Frielinghaus: Die Bewirtschaftung Möglins in Thaers Schriften. In: Albrecht Daniel Thaer. Ein Leben für die Landwirtschaft, hrg. von Martin Frielinghaus/Claus Dalchow, Frankfurt am Main 2006, S. 18.
  19. GStA PK I. HA Rep. 87 B Nr. 12125, fol. 9a r
  20. GStA PK I. HA Rep. 87 B Nr. 12125, fol. 15 r
  21. Wilhelm Körte: Albrecht Thaer. Sein Leben und Wirken, als Arzt und Landwirth, Wiesbaden 1839, S. 175
  22. GStA PK II. HA Gen. Dir. Gen. Dep. Tit. 93 Nr. 5, fol. 44 v, fol. 44 r
  23. GStA PK II. HA Gen. Dir. Gen. Dep. Tit. 93 Nr. 5, fol. 43 r
  24. Thaer: Nachricht von dem Institut zu Mögelin. In: Annalen des Ackerbaues. hrsg. von Albrecht Thaer, 5. Band, Berlin 1807, S. 698
  25. Annalen des Ackerbaues. online@uni-bielefeld.de, Digitale Sammlungen der Universitätsbibliothek
  26. GStA PK II. HA Gen. Dir. Gen. Dep. Tit. 55 Nr. 7, fol, 2 v
  27. A. Thaer: Grundsätze der rationellen Landwirthschaft. Erster Band. Berlin 1809. Vorrede, S. VI.
  28. GStA PK I. HA Rep. 120 A I 3 Nr. 1, fol. 1 r / v
  29. GStA PK I. HA Rep. 120 A I 3 Nr. 1, fol. 6 r / v
  30. GStA PK I. HA Rep. 120 A I 3 Nr. 1, fol. 9 f.
  31. GStA PK VI. HA Nl Thaer Nr. 5 Fasc. 1, fol. 1 r / v
  32. GStA PK I. HA Rep. 87 B Nr. 17158, fol. 174 r ff.
  33. GStA PK VI. HA Nl Thaer Nr. 5 Fasz. 1, fol. 82 r
  34. GStA PK VI. HA Nl Thaer Nr. 5 Fasz. 1, fol. 83 r
  35. GStA PK I. HA Rep. 76 V a Sekt. 2 Tit. 1 Nr. 2 Bd. 3, fol. 152 r
  36. GStA PK I. HA Rep. 76 V a Sekt. 2 Tit. 1 Nr. 2 Bd. 3, fol. 164 r, fol. 164 v
  37. a b GStA PK I. HA Rep. 89 Nr. 21479, fol. 42 r
  38. GStA PK I. HA Rep. 89 Nr. 21479, fol. 55 r
  39. GStA PK I. HA Rep. 87 B Nr. 10688, fol. 1 r
  40. GStA PK I. HA Rep. 87 B Nr 12125, fol. 116 r, 117 v; vgl. auch Hans Ostermuth: Albrecht Daniel Thaer, Leipzig 1929, S. 77 f.
  41. GStA PK I. HA Rep. 87 B Nr. 12127, fol. 154 v
  42. GStA PK I. HA Rep. 74 K VI Nr. 3, Bd. 1, fol. 100 r
  43. GStA PK I. HA Rep. 87 B Nr. 22347
  44. GStA PK I. HA Rep. 87 B Nr. 22348, fol. 29 r, fol. 33 r
  45. GStA PK I. HA Rep. 87 B Nr. 21998, fol. 114 r, fol. 117 r, fol. 118 r
  46. Gesetz-Sammlung für die Königlichen Preußischen Staaten. 1817. S. 61 f.
  47. GStA PK I. HA Rep. 77 Tit. 597 Nr. 2, fol. 2 v / 3 r
  48. GStA PK I. HA Rep. 87 B Nr. 12125, fol. 117 v, fol. 117 r, fol. 161 r
  49. GStA PK I. HA Rep. 74 K II Nr. 15 fol 1r
  50. GStA PK I. HA Rep. 76 V c Sekt. 2 Tit.23 LITT. A Nr.74, fol. 5 r/v
  51. Handbuch über den Königl. Preussischen Hof und Staat: für das Jahr 1824. S. 234
  52. z. B. Handbuch über den Königlich-Preussischen Hof und Staat: für das Jahr 1821. S. 117; … für das Jahr 1824. S. 87
  53. Vgl. Neuer Nekrolog der Deutschen, 15. Jahrgang, 1837, 2. Teil, Weimar 1839, S. 1014 f.
  54. GStA PK I. HA Rep. 77 Tit. 2 Spez. Lit. M Nr. 4, fol. 5 r
  55. GStA PK I. HA Rep. 87 B Nr. 12125, fol. 197 ff.
  56. GStA PK I. HA Rep. 76 V c Sekt. 3 Tit. 23 Nr. 4, fol. 81 v
  57. Josef Kulischer: Allgemeine Wirtschaftsgeschichte des Mittelalters und der Neuzeit, Band II, München und Berlin 1929, S. 441
  58. Zitiert nach Jutta von Simson (Hrg.): Caroline von Humboldt und Christian Daniel Rauch. Ein Briefwechsel 1811-1828, Berlin 1999, S. 371
  59. GStA PK I. HA Rep. 89 Nr. 20757, fol. 247 r
  60. GStA PK I. HA Rep. 89 Nr. 20893, fol. 6 r
  61. GStA PK I. HA Rep. 89 Nr. 20757, fol. 246 r
  62. GStA PK I. HA Rep. 89 Nr. 20893, fol. 6 v
  63. GStA PK I. HA Rep. 89 Nr. 20894, fol. 16 v
  64. GStA PK I. HA Rep. 89 Nr. 20894, fol. 18 r/v
  65. GStA PK I. HA Rep. 89 Nr. 20894, fol. 48 v
  66. GStA PK I. HA Rep. 93 B Nr. 2363, fol. 60 r
  67. GStA PK I. HA Rep. 89 Nr. 20894, fol. 19 r
  68. GStA PK I. HA Rep. 89 Nr. 20894, fol. 21 r / v
  69. GStA PK I. HA Rep. 89 Nr. 20894, fol. 27 r / v
  70. GStA PK I. HA Rep. 93 B Nr. 2363, fol. 86 v, 87 r
  71. GStA PK I. HA Rep. 93 B Nr. 2363, fol. 72 r
  72. Zitiert nach Jutta von Simson (Hrg.): Christian Daniel Rauch. Oeuvre-Katalog, Berlin 1996, S. 429 f.
  73. GStA PK I. HA Rep. 93 B Nr. 2363, fol. 77 v, 78 r, 78 v, 79 v, 80 r, 81 r, 81 v
  74. GStA PK I. HA Rep. 93 B Nr. 2363, fol. 88 r, 88 v, 89 v, 92 r, 93 r, 94 r
  75. GStA PK I. HA Rep. 89 Nr. 20894, fol. 52 r
  76. GStA PK I. HA Rep. 93 B Nr. 2363, fol. 238 r
  77. Erdmann Röhlig: Die sechs Standorte des Leipziger Thaer – Denkmals. In: Veröffentlichungen der Leipziger Ökonomischen Societät e.V., Heft 11-2 (PDF), S. 20.
  78. a b Verleihung der Thaermedaille der Landwirtschaftlich-Gärtnerischen Fakultät Albrecht Daniel Thaer - Institut für Agrar- und Gartenbauwissenschaften
  79. Berlin, Invalidenstraße 42, siehe Fotografie des Denkmals im Lichthof.
  80. Inschrift am Denkmal, gesichtet und notiert am 11. Juli 2011
  81. Das Albrecht-Thaer-Denkmal in Celle celle-tourismus.de
  82. Albrecht-Thaer-Gesellschaft
  83. Fördergesellschaft Albrecht Daniel Thaer
  84. Landwirtschaftlich-Gärtnerische Fakultät wird zum „Albrecht Daniel Thaer-Institut für Agrar- und Gartenbauwissenschaften“ Pressemitteilung der Landwirtschaftlich-Gärtnerische Fakultät der Humboldt-Universität zu Berlin, 31. März 2014
  85. Albrecht-Thaer-Schule in Celle
  86. „Café KräuThaer“ und „KräuThaer Laden“ (Memento des Originals vom 24. Januar 2017 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.cafe-kraeuthaer.de