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Aken (Elbe)

Stadt im Landkreis Anhalt-Bitterfeld, Sachsen-Anhalt, Deutschland
Wappen Deutschlandkarte
Die Stadt Aken (Elbe) führt kein Wappen
Aken (Elbe)
Deutschlandkarte, Position der Stadt Aken (Elbe) hervorgehoben

Koordinaten: 51° 51′ N, 12° 3′ O

Basisdaten
Bundesland: Sachsen-Anhalt
Landkreis: Anhalt-Bitterfeld
Höhe: 60 m ü. NHN
Fläche: 59,91 km2
Einwohner: 7567 (31. Dez. 2018)[1]
Bevölkerungsdichte: 126 Einwohner je km2
Postleitzahlen: 06385,
06386 (Kleinzerbst)Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/PLZ enthält Text
Vorwahl: 034909
Kfz-Kennzeichen: ABI, AZE, BTF, KÖT, ZE
Gemeindeschlüssel: 15 0 82 005
Adresse der
Stadtverwaltung:
Markt 11
06385 Aken (Elbe)
Website: www.aken.de
Bürgermeister: Jan-Hendrik Bahn (parteilos)
Lage der Stadt Aken (Elbe) im Landkreis Anhalt-Bitterfeld
AkenBitterfeld-WolfenSüdliches AnhaltSüdliches AnhaltKöthenMuldestausee (Gemeinde)Osternienburger LandSüdliches AnhaltRaguhn-JeßnitzSandersdorf-BrehnaSüdliches AnhaltSüdliches AnhaltZerbst/AnhaltZörbigSachsen-AnhaltKarte
Über dieses Bild
Romanisch-gotische Kirche St. Nikolai

Die Stadt Aken (Elbe) Zum Anhören bitte klicken! [ˈaːkn̩] liegt im Landkreis Anhalt-Bitterfeld in Sachsen-Anhalt (Deutschland).

GeografieBearbeiten

Aken am Südufer der mittleren Elbe liegt ca. acht Kilometer westlich von Dessau-Roßlau in einem ausgedehnten Tieflandsgebiet innerhalb des Biosphärenreservates Mittelelbe. Etwa 15 km westlich von Aken mündet die Saale in die in diesem Abschnitt nur wenig Gefälle aufweisende Elbe. Östlich der Hafeneinfahrt ändert sich der Flussverlauf (Ost-West-Richtung) in Richtung Nordwesten.

 
Aken (Elbe), Luftaufnahme (2019)

Gliederung der StadtBearbeiten

Zur Stadt Aken gehören folgende Ortschaften:

  • Kleinzerbst
  • Kühren
  • Mennewitz
  • Susigke mit den Wohnplätzen Forsthaus Olberg, Heidehof und Obselau.

GeschichteBearbeiten

Frühe GeschichteBearbeiten

Im heutigen Ortsteil Kleinzerbst wurde in der Zeit zwischen den Weltkriegen und in den Jahren 1964 bis 1969 und 1979 bis 1981 ein germanisches Gräberfeld aus der frühen römischen Kaiserzeit ausgegraben.[2] Die Akener Burg Gloworp wurde erstmals im 12. Jahrhundert erwähnt. Die erste urkundliche Erwähnung der Stadt 1162 erfolgte in einem Schriftstück des Magdeburger Erzbischofs Wichmann. Als Stadtgründer wird Albrecht der Bär angesehen, der um 1150 flämische Siedler in die Gegend holte. In der Zeit des französisch beherrschten Königreichs Westphalen wurde die Stadt in Acken umbenannt und war Verwaltungssitz des gleichnamigen Kantons.

19. bis 21. JahrhundertBearbeiten

Vom 19. Jahrhundert an entwickelte sich Aken zu einem wichtigen Industriestandort der Region.

Am 1. Juli 1950 wurden die bis dahin eigenständigen Gemeinden Kühren, Mennewitz und Susigke eingegliedert.

EinwohnerentwicklungBearbeiten

Jahr Einwohner[3] Jahr Einwohner[4]
1875 5.092 1970 12.154
1880 5.284 1990 10.223
1890 6.109 1995 10.186
1933 10.151 2000 9.777
1939 11.490 2005 9.017
2011 8.197
2015 7.799

PolitikBearbeiten

Kommunalwahl 2014
Wahlbeteiligung: 44.15
 %
60
50
40
30
20
10
0
50,4 %
25,3 %
18,4 %
5,9 %
Stadtrat Aken – Sitzverteilung
    
Insgesamt 20 Sitze

StadtratBearbeiten

Nach der Kommunalwahl am 25. Mai 2014 haben sich in Aken folgende Fraktionen im Stadtrat gebildet:

Liste: SPD CDU DIE LINKE FDP Gesamt
Sitze: 11 5 3 1 20 Sitze

Bei der Bürgermeisterwahl am 22. März 2015 erreichten die beiden Parteilosen Jan-Hendrik Bahn und Michael Kiel 49,3 % bzw. 22,7 % der abgegebenen Stimmen und traten in der Stichwahl am 12. April 2015 an. Die übrigen Kandidaten erreichten jeweils weniger als 12,5 % der Stimmen.[5]

OrtschaftsräteBearbeiten

 
Siegel der Stadt Aken (Elbe)
 
Rathaus

In den Ortschaften Kleinzerbst, Kühren, Mennewitz und Susigke wird die Ortschaftsverfassung gemäß §§ 86 ff. der Gemeindeordnung Sachsen-Anhalt eingeführt. Die Zahl der Mitglieder in den Ortschaftsräten wird mit fünf festgelegt.

DienstsiegelBearbeiten

Die Stadt Aken (Elbe) führt ein farbiges Dienstsiegel. Im Dienstsiegel ist folgendes Bildsiegel dargestellt: „Unter einem hohen gotischen Bogen, zwischen zwei gezinnten Rundtürmen mit Spitzdach, auf gequadertem Sockel stehend ein Bischof mit erhobener rechter Hand und zum Schwur ausgestreckten Fingern, der in der linken Hand den Bischofsstab hält. Die Türme sind von je einem kleinen schwebenden quergeteilten rot-weißen Wappenschild mit dem Kopf des heiligen Mauritius beseitet.“

Das Siegel ist mit der Umschrift Signetum Burgensium Urbis Aquensis Fidelis Filiae Ecclesiae Magdeburgensis (Siegel der Bürger der Stadt Aken, der treuen Tochter der Magdeburger Kirche) auf gelbem Untergrund versehen.

StadtflaggeBearbeiten

Die Flagge der Stadt zeigt die Farben rot/weiß. Auf der Flagge befindet sich das farbliche Bildsiegel der Stadt.

StädtepartnerschaftenBearbeiten

Kultur und SehenswürdigkeitenBearbeiten

 
Kirche St. Marien
Geschichtsdenkmal
  • Gedenkstein aus dem Jahre 1948 am Thälmannpark – heute Bismarckplatz – für die örtlichen Opfer des Faschismus, mit acht namentlich genannten NS-Gegnern sowie neun namentlich genannten jüdischen Opfern der Shoa
 
Wasserturm Aken, Luftaufnahme (2019)

FaunaBearbeiten

  • Bedingt durch die von Weißstörchen gewählte Westroute über Spanien (vgl. Ostroute über die Türkei) nach Afrika, fliegt diese Vogelart die Stadt besonders früh an.[8] Ein weiterer Grund ist die Lage im UNESCO Biosphärenreservat »Mittlere Elbe«, welche zu einem reichhaltigen Nahrungsangebot beiträgt.[9]

Wirtschaft und InfrastrukturBearbeiten

VerkehrBearbeiten

 
Bahnhof
 
Gierseilfähre
 
Einfahrt in den Hafen

Der Bahnhof Aken wird nurmehr von Güterzügen bedient, seitdem der Schienenpersonenverkehr zwischen der Kreisstadt Köthen (Anhalt) und Aken als Endbahnhof zum Fahrplanwechsel am 9. Dezember 2007 eingestellt wurde.

Aken liegt an der B 187a von Zerbst/Anhalt nach Köthen, der einzigen direkten Straßenverbindung zwischen diesen beiden Städten, die zwischen Aken und Steutz durch eine Gierseilfähre unterbrochen wird. Außerdem bestehen Straßenverbindungen nach Calbe (Saale) und Dessau-Roßlau durch die L 63. Vom südöstlichen Stadtrand gelangt man zu den Ortsteilen Susigke und Kleinzerbst und weiter nach Elsnigk zur B 185.

Aken verfügt seit 1891 (Baubeginn: 1889) über einen Binnenhafen. Nach der politischen Wende 1989 war der Betrieb zunächst von der Treuhandanstalt verwaltet, bis 1993 die Stadt Aken das Unternehmen übernahm. Sie gründete die Hafenbetrieb Aken GmbH, und bis 2008 wurden etwa 15,5 Millionen Euro unter anderem in einen trimodalen Container-Terminal sowie einen Schwergut-Terminal investiert.[10]

Ortsansässige UnternehmenBearbeiten

PersönlichkeitenBearbeiten

EhrenbürgerBearbeiten

  • 1839: Leopold Olberg (1770–1854), Königl. Regierungs- und Forstrat; anlässlich des 50. Dienstjubiläums im Dezember 1839
  • 1848: Franz Gustav Geiss, Apothekenbesitzer, in Anerkennung seines Wirkens bei der Erwerbung der „königl. Domaine“ (heutige Sekundarschule)
  • 1863: Friedrich Wilhelm Steinbrecht (1796–1881), Leutnant im Freikorps Lützows, Lehrer und Küster; anlässlich des 50. Dienstjubiläums im November 1863
  • 1873: Daniel Heinrich Gottfried Cuhrt, Lehrer und Kantor; anlässlich des 50. Dienstjubiläums im November 1873
  • 1915: Georg Placke, Holzhändler, Schiffbauereibesitzer, Deichhauptmann, Major a. D.; im März 1915
  • 2001: Otto Benecke (1926–2010), Lehrer und Leiter des Heimatmuseums[11]
  • 2009: Friedrich Dickmann, ev. Pfarrer i. R. und Stadtrat a. D.
  • 2015: Hansjochen Müller, Ingenieur für Kraftmaschinenbau (1971–1990), Bürgermeister a. D. (1990–2015)

Söhne und Töchter der StadtBearbeiten

Weitere Persönlichkeiten, die mit der Stadt in Verbindung stehenBearbeiten

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Statistisches Landesamt Sachsen-Anhalt, Bevölkerung der Gemeinden – Stand: 31. Dezember 2018 (PDF) (Fortschreibung) (Hilfe dazu).
  2. Erika Schmidt-Thielbeer: Kleinzerbst: ein germanisches Gräberfeld der Spätlatènezeit und der frühen römischen Kaiserzeit aus dem Landkreis Köthen. Band 51 der Veröffentlichungen des Landesamtes für Archäologie, Landesmuseum für Vorgeschichte, Sachsen-Anhalt, 1998
  3. Quellen 1875–1939: Statistik des Deutschen Reichs, Alte Folge Band 57; (neu) Bände 150, 240, 401, 450, 451, 552 (Verlag für Sozialpolitik, Wirtschaft und Statistik Berlin)
  4. Quellen ab 1970: Stadt Aken (Elbe)
  5. Öffentliche Bekanntmachung des Wahlergebnisses der Bürgermeisterwahl am 22.03.2015, abgerufen am 6. April 2015
  6. http://www.aken.de/de/altstadt/historisches-rathaus.html
  7. http://www.aken.de/de/altstadt/tuerme.html
  8. mdr.de: Erste Störche in Sachsen-Anhalt gesichtet | MDR.DE. In: www.mdr.de. Archiviert vom Original am 6. Juni 2016; abgerufen am 5. November 2019.
  9. European White Stork Fact Sheet - National Zoo. In: nationalzoo.si.edu. Archiviert vom Original am 6. Juni 2016; abgerufen am 5. November 2019.
  10. Mitteldeutsche Zeitung - Köthener Zeitung, Positive Bilanz vom Elbufer - 15,5 Millionen Euro wurden hier in 15 Jahren investiert, 19. Sept. 2008
  11. Nachruf im Akener Nachrichtenblatt (Memento vom 5. März 2016 im Internet Archive) (PDF; 1,2 MB)