8 Tage

Endzeit-Miniserie (2019)

8 Tage ist eine Endzeit-Miniserie, die von Sky Deutschland und der Produktionsfirma Neuesuper produziert wurde. Als Regisseure wurden Stefan Ruzowitzky und Michael Krummenacher verpflichtet. Die Serie soll zeigen, wie verschiedene Menschen mit dem drohenden Weltuntergang umgehen. In den Hauptrollen spielen Christiane Paul und Mark Waschke. Die ersten beiden Folgen wurden im Februar 2019 im Rahmen der Reihe Berlinale Series in der Sektion Berlinale Special auf der 69. Berlinale gezeigt.[1] Die Veröffentlichung auf Sky folgte am 1. März 2019.

Seriendaten
Deutscher Titel8 Tage
ProduktionslandDeutschland
OriginalspracheDeutsch
Jahr2019
Länge43–51 Minuten
Episoden8 in 1 Staffel
RegieStefan Ruzowitzky,
Michael Krummenacher
IdeeRafael Parente, Peter Kocyla
DrehbuchPeter Kocyla, Rafael Parente, Benjamin Seiler
MusikDavid Reichelt
KameraBenedict Neuenfels
Erstausstrahlung1. März 2019 auf Sky Deutschland
Besetzung

HandlungBearbeiten

Die Erde wird von einem Asteroiden mit einem Durchmesser von 60 Kilometern bedroht, der mit 30.000 km/h direkt auf Europa zurast und bei La Rochelle in Frankreich einschlagen soll. Versuche der USA, mittels Atomraketen den Asteroiden zu sprengen oder von der Erde abzulenken, scheitern. Die Überlebenschancen in Zentraleuropa liegen praktisch bei Null, sodass sich viele auf die Flucht begeben, andere arrangieren sich mit dem bevorstehenden Ende. Die Grenzen von Europa wurden abgeriegelt, angrenzende Länder, in denen ein Überleben möglich wäre, nehmen keine Flüchtlinge mehr auf. Auch eine Ausreise in andere Länder ist nur mit speziellen Einreisebeschränkungen möglich.

In mehreren miteinander verwobenen Handlungssträngen werden die letzten 8 Tage einiger Akteure dargestellt. Der Handlungsort ist überwiegend Berlin.

Im Zentrum steht das Ehepaar Uli und Susanne mit ihren beiden Kindern Leonie und Jonas. Die Familie versucht über Polen nach Russland zu fliehen, ein polnischer Fluchthelfer hilft der Familie und versteckt sie in seinem Zuhause. Der jugendliche Sohn des Fluchthelfers versucht Leonie zu vergewaltigen, wird aber von Susanne daran gehindert. In der folgenden Auseinandersetzung wird die Familie des Fluchthelfers von Susanne erschossen. Susanne und Uli können mit ihren beiden Kindern fliehen.

Hermann (Susannes Bruder) versucht indessen seine Position als Referent der Regierung zu nutzen, um für sich und seine hochschwangere Freundin Marion zwei der begehrten Plätze in einem Evakuierungsflug der U.S. Air Force zu bekommen. Nach vielen Telefonaten scheint dies geklappt zu haben, aber am Flughafen stellt sich heraus, dass nur für ihn ein Platz bereitsteht. Da seine Freundin nicht mit ihm verheiratet ist, steht ihr kein Platz zu. Aufgrund ihrer Schwangerschaft wird ihr noch ein Platz gewährt, aber beim Check-in wird die Aktion von der Airforce abgebrochen. Niemand wird mehr auf diesen Weg evakuiert.

Klaus, ein Bauunternehmer, hat indessen vorgesorgt und in den letzten Monaten einen Bunker gebaut. In der Bauphase hat sich jedoch seine Frau von ihm entfremdet und Selbstmord begangen. Die gemeinsame Tochter Nora zeigt keine Motivation, im Bunker zu überleben und feiert mit ihrem Freund Ben ausgelassene Partys. Ben ist schwer krank und hat nur noch wenig Zeit, daher hat er zum bevorstehenden Asteroiden-Einschlag ein besonderes Verhältnis, da er aus seiner Sicht nicht mehr alleine sterben muss.

Die Flucht von Susanne und Uli Richtung Osten ist weiter von Schwierigkeiten geprägt. Beim Versuch, auf einen fahrenden Zug aufzuspringen, scheitert Susanne. Leonie springt vom fahrenden Zug wieder ab und somit bleiben Uli und Jonas auf dem Zug. Susanne und Leonie brechen die Flucht ab und kehren nach Berlin zurück. Uli verliert zeitweise seinen Sohn und hat große Probleme mit Russen, die auch Richtung Osten reisen wollen.

Zwischenzeitlich wird über die Medien die Nachricht verbreitet, dass der Asteroid nicht mehr in La Rochelle aufschlagen soll, sondern in Weißrussland. Somit ist Zentraleuropa zwar noch betroffen, aber ein Überleben in Bunkern erscheint nun möglich.

Egon, der Vater von Susanne und Hermann lebt auch in Berlin. Er ist verwitwet und trauert auch seiner Zeit als NVA-Offizier nach. Zu seinen beiden Kindern hat er ein schwieriges Verhältnis. Vor dem Asteroiden will er nicht fliehen. Durch Zufall entdeckt er ein altes Foto seiner Jugendliebe, dies scheint ihm Kraft zu geben. Er nimmt telefonisch Kontakt auf, scheinbar das erste Mal seit Jahrzehnten. In Rückblenden wird gezeigt, wie er als junger Soldat eine Liebesbeziehung zu einem anderen Soldaten hatte, der aber dann nach West-Deutschland geflohen war. Die beiden nun sehr gealterten Männer verbringen jetzt noch einen Tag miteinander und gestehen sich ein, dass sie jeweils die große Liebe ihres Lebens waren, aber er kehrt dennoch aus Loyalität zu seiner Frau zurück, da sie seit Jahrzehnten an seiner Seite ist. Egon ist enttäuscht und frustriert und nimmt sich wenige Tage vor dem Einschlag das Leben. Hermann findet zusammen mit Marion die Leiche seines Vaters und führt eine Feuerbestattung auf See für ihn durch.

Für Hermann und die schwangere Marion wird die Situation immer schwieriger. Hermann erpresst seinen ehemaligen Vorgesetzten um für sich und seine gesamte Familie, also auch für Susanne, Uli und die Kinder, Plätze in einem der Bunker zu erhalten. Dies gelingt ihm auch, die Nummern der Personalausweise werden auf die Liste gesetzt. Es zeigt sich, dass Regierungsmitglieder in einem Skandal verwickelt sind, anstatt Bunker zu bauen wurde Geld zur persönlichen Bereicherung abgezweigt. Es stehen somit weit weniger Plätze in Bunkern zur Verfügung und auch Hermann scheint sich bereichert zu haben.

Susanne und Leonie sind in Berlin zurück. Als Leonie mit einer Freundin unterwegs ist, erhält Susanne Besuch von Deniz, einem Berliner Polizisten türkischer Abstammung. Wortlos geben sie sich einer Liebesnacht hin, anscheinend besteht schon länger eine Affäre zwischen den beiden.

Uli kehrt mit seinem Sohn auch nach Berlin zurück, die Familie ist somit wieder vereint. Er weiß von Susannes Affäre nichts und Deniz wird von Uli nur als Polizist wahrgenommen.

Klaus hat nach einem Brand in seinem Bunker das Problem, dass ein wichtiges Bauteil, ein Filter, beschädigt ist. Er nimmt deshalb Kontakt zu einem Freund auf, der auch einen Bunker gebaut hat. Obwohl der Freund den Filter vorrätig hat, will er ihn Klaus nicht geben. Im Streit tötet Klaus ihn und plündert einige Gegenstände aus dem Bunker des Freundes.

Susanne, Uli und die beiden Kinder erfahren mittlerweile, dass Plätze in einem Bunker für sie bereitstehen. Sie ziehen in den Bunker ein, der von der Regierung betrieben wird. Scheinbar ist es ein Happy End für die Familie, doch bereits am ersten Tag wird der Bunker von außen angegriffen. Soldaten und Zivilisten, die keinen Platz erhalten haben, kämpfen sich gewaltsam einen Weg in den Bunker frei. Die Familie kann fliehen, aber viele andere Zivilisten sterben bei den Kämpfen.

Die öffentliche Ordnung ist weitgehend zusammengebrochen. Polizei gibt es kaum mehr, in seiner Dienststelle ist Deniz der einzige Beamte. Auf den Straßen herrscht Chaos.

In den schweren Zeiten versuchen sich die Menschen, auch an der Religion zu klammern. In diesem Kontext wird die Geschichte von Robin gezeigt, einen jungen Straftäter, der in den letzten Wochen in einer Kirche untergebracht war. Robin ist offenkundig etwas zurückgeblieben, er kann weder lesen und schreiben. Sein naives Auftreten verleiht ihm jedoch ein starkes Charisma. Als er einem Drogenabhängigen eher zufällig das Leben rettet, erkennen Umstehende ihn ihm eine Art Retter und behandeln ihn wie eine Reinkarnation von Jesus. Sein Domizil hat Robin auf einem alten Boot aufgeschlagen. Auch Leonie ist von seinem Auftreten gefesselt und verliebt sich in ihm. Die beiden haben Sex in einem See.

Der Zeitpunkt des Asteroiden-Aufschlags kommt immer näher.

Uli hat mittlerweile auch von Susannes Affäre erfahren. Nach der gescheiterten Flucht und dem gestürmten Bunker ist das in kurzer Zeit ein weiterer Tiefschlag für ihn. Er lässt sich jedoch kaum was anmerken und verbringt Zuhause mit der Familie noch einen sehr glücklichen Tag. Er plant, die Familie mit einer vergifteten Lasagne umzubringen, um allen den nahen Untergang zu ersparen. Susanne stellt dies jedoch rechtzeitig fest und verlässt mit den Kindern das Haus.

Deniz weiß auch, dass Klaus einen Bunker hat und schließt sich ihm an, jedoch gibt er hierbei seine Prinzipien als Polizist nicht auf. Klaus zeigt sich als Sadist, der eine kleine Gruppe Männer um sich gehortet hat, die sich „die Überlebenden“ nennen. Deniz übergibt Klaus auch die Waffen seiner Dienststelle an Klaus und seine Männer.

Susanne ist noch nicht gewillt, aufzugeben. Sie kennt Klaus und weiß, dass er einen Bunker hat. Sie zieht sich aufreizend an und fährt zu Klaus, um ihn mit Sex zu überzeugen, sie und die Kinder mit in den Bunker zu lassen. Scheinbar geht der Plan auf, Susanne befriedigt Klaus, wobei man ihre Abneigung gegenüber Klaus klar erkennen kann. Nach dem Sex teilt ihr Klaus aber mit, dass nur sie im Bunker bleiben darf, nicht aber ihre Kinder. Er sperrt sie in den Bunker ein und verscheucht die beiden Kinder, die oben am Eingang auf ihre Mutter warten. Leonie eilt zu Robin und bittet ihn um Hilfe. Robin geht mit seinen Anhängern zu Klaus und fordert die Freilassung von Susanne. Klaus verprügelt Robin, aber die Art und Weise, wie Robin die Schläge einsteckt, beeindruckt die Umstehenden. Noch während Klaus auf ihn einschlägt, wird Susanne von Nora, der Tochter von Klaus, befreit. Robin kehrt mit seinen Anhängern auf sein Boot zurück. Leonie ist mit ihrem Bruder und ihrer Mutter wieder zuhause.

Uli fährt mit einem gestohlenen Porsche durch die Gegend. Er fährt auch zu der Dienststelle von Deniz, wo er ihn antrifft. Uli weiß, dass Deniz der Liebhaber seiner Frau ist. Die beiden Männer kämpfen miteinander, dabei wird Uli von Deniz angeschossen. Es bleibt unklar, wie schwer die Verwundung ist.

Wenige Stunden vor dem Einschlag spitzt sich die Lage für alle Beteiligten zu.

Marion ist mit Hermann bei Susanne im Haus. Marion liegt in den Wehen, die Entbindung steht unmittelbar bevor. Hermann versucht weiterhin Plätze in einem Bunker für sich und Marion zu ergattern. Er bedroht hierfür nun seinen ehemaligen direkten Vorgesetzten. Auch hier kommt es zum Kampf in dem der ehemalige Vorgesetzte stirbt. Hermann ruft Marion an und teilt ihr mit, dass er nun Plätze habe. Er sagt ihr, wo sie sich treffen werden. Marion bringt das Kind mit Susannes Hilfe auf die Welt und fährt kurz danach mit dem Säugling zum besprochenen Treffpunkt.

Im Bunker von Klaus hat dieser eine Auseinandersetzung mit seiner Tochter Nora. Deren Freund Ben hat zwischenzeitlich Selbstmord begangen und Nora gibt ihren Vater die Schuld daran. Sie zielt mit einer Waffe auf ihren Vater. Auch er ist bewaffnet und die Situation scheint zu eskalieren. Deniz erscheint und schießt Klaus in den Hals, an dieser Verletzung stirbt er kurz darauf.

Hermann hat den Ausweis seines ehemaligen Vorgesetzten an sich genommen. Dieser Ausweis ist die Zutrittskarte zum Regierungs-Bunker, aber jedoch nur für ihn. Hermann lässt nach kurzem Zögern Marion und sein frischgeborenes Baby zurück und begibt sich alleine Richtung Eingang. Da er dem Foto im Ausweis nicht ähnlichsieht, fügt er sich mit einem Stein selbst schwere Verletzungen im Gesicht zu. Dies gelingt, die Zutrittskontrolle am Bunkereingang lässt ihn passieren. Marion wartet unterdessen noch immer am besprochenen Treffpunkt, das frischgeborene Baby im Arm. Sie weiß nicht, dass Hermann sie zurückgelassen hat.

Der Asteroideneinschlag wird in wenigen Minuten stattfinden.

Deniz fährt zu Susannes Haus und holt sie und die beiden Kinder ab und bringt sie zum Bunker von Klaus. Dort wartet bereits der verwundete Uli, Deniz hat anscheinend auch ihn dorthin gebracht. Deniz verabschiedet sich von Susanne, weil für ihn selbst kein Platz im Bunker sei. Er meint damit wohl weniger die Ressourcen im Bunker, sondern er will nicht die intakte Familie stören. Gemeinsam mit Nora bleiben Uli und Susanne und deren beiden Kinder im Bunker. Nach vielen Umwegen ist somit klar, dass die Familie überleben wird.

Hermann befindet sich im Inneren des Regierungsbunkers. Er realisiert, dass er einen großen Fehler gemacht hat und will wieder raus zu Marion und seinem Baby. Doch dies gelingt ihm nicht, er bleibt verzweifelt im Bunker.

Robin ist mit seinen Anhängern noch immer auf dem alten Boot. Sie starten den Motor, denn das funktionierende Boot wird von Robins Anhängern als der Pfad zur Rettung interpretiert. Doch nach kurzer Zeit gibt der Motor den Geist auf. Robin ist davon überzeugt, dass er zu wenig gelitten habe und sein Leid wäre die Rettung für seine Anhänger. Er lässt sich daraufhin von seinen Anhängern am Mast des Bootes kreuzigen.

Deniz kehrt in seine Dienststelle zurück um dort zu sterben. In einer der letzten Szenen ist Marion zu sehen, noch immer mit dem Baby auf dem Arm. Sie sieht am Himmel den Asteroiden ziehen, der kurz vor dem Einschlag ist.

Wer jetzt in Berlin noch nicht in einem Bunker ist, wird sterben. Der Einschlag des Asteroiden und die unmittelbaren Folgen des Aufschlags werden nicht gezeigt.

HintergrundBearbeiten

Nach Abschluss der 78-tägigen Dreharbeiten in Berlin, Brandenburg und Bayern wurde die Produktionsfirma Neuesuper mit dem Grünen Drehpass der Film Commission Hamburg Schleswig-Holstein für nachweislich umweltbewusste Dreharbeiten ausgezeichnet.[2]

Die Veröffentlichung war ursprünglich für Ende 2018 angesetzt. Im August 2018 wurde jedoch bekannt, dass die Serie wegen zahlreicher anderer Serienstarts auf Sky auf Anfang 2019 verschoben wird.[3]

Zur Bewerbung der Serie schaltete Sky am 22. Februar 2019, also acht Tage vor der Erstausstrahlung, auf der Titelseite verschiedener Boulevardzeitungen wie Hamburger Morgenpost, Berliner Kurier, tz und Express ganzseitige Anzeigen im Stile der jeweiligen Zeitung.[4] Dabei wurde als Schlagzeile der in acht Tagen bevorstehende Einschlag eines Asteroiden verkündet. Die Werbung war so gestaltet, dass auf den ersten Blick der Eindruck erweckt werden sollte, es handle sich um eine echte Meldung.[5]

AuszeichnungenBearbeiten

Deutscher Filmmusikpreis 2019

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Berlinale Series 2019: Innovative Formate und lang erwartete Serienhighlights im fünften Jahr der Reihe. Berlinale 2019, Pressemitteilung vom 17. Januar 2019, abgerufen am 4. März 2019.
  2. Foto des Tages: Die letzten Tage sind gezählt. In: mediabiz.de. Blickpunkt:Film, 30. Oktober 2017, archiviert vom Original am 31. Oktober 2017; abgerufen am 1. November 2017.
  3. Sky verschiebt Serie. In: tagesspiegel.de. 7. August 2018, abgerufen am 7. August 2018.
  4. Sky narrt Zeitungsleser mit Nachricht über Asteroideneinschlag, Leipziger Volkszeitung vom 22. Februar 2019; Zugriff am 4. März 2019
  5. Serie "8 Tage" – Apokalypse light, Süddeutsche.de vom 1. März 2019; Zugriff am 4. März 2019
  6. Deutscher Filmmusikpreis für Musik der Miniserie "8 Tage". In: sueddeutsche.de. 8. November 2019, abgerufen am 9. November 2019.