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Der Parteivorsitzende der Xindang, Yok Mu-ming bei einer Wahlkampfveranstaltung am 8. März 2008 vor der Präsidentenwahl 2008
Das Parteibüro der Xindang in Taipeh

Die Xindang (chinesisch 新黨, Pinyin Xīn Dăng, englisch New Party ‚Neue Partei‘, früher chinesisch 中華新黨, Pinyin Zhōnghúa Xīn Dăng ‚Chinesische Neue Partei‘) ist eine politische Partei des konservativen Spektrums in der Republik China auf Taiwan.

Die Partei wurde am 10. August 1993 als Abspaltung von der Kuomintang (KMT) gegründet. Zu den Gründern gehörten auch 6 ehemalige Kuomintang-Parlamentarier im 1992 gewählten Legislativ-Yuan.[1] Ursache der Abspaltung waren Unzufriedenheiten mit dem KMT-Vorsitzenden und Präsidenten der Republik China Lee Teng-hui. Diesem wurde autoritäres Verhalten vorgeworfen und er wurde verdächtigt, insgeheim das Ziel der Wiedervereinigung Festland-Chinas mit Taiwan aufgeben zu wollen. Außerdem war ein Kritikpunkt die angebliche innerparteiliche Korruption in der KMT. In den 1990er Jahren erhielt die Xindang Zustrom von unzufriedenen KMT-Anhängern. Bei der Präsidentenwahl im Jahr 2000 stellte die Xindang mit Li Ao einen eigenen Kandidaten auf, der 0,13 % der Wählerstimmen erreichte. Bei der Wahl zum Legislativ-Yuan 1995 erreichte sie mit 21 (12,8 %) von 164 Sitzen ihr bestes Ergebnis, danach sank ihr relativer Stimmenanteil in den folgenden Parlamentswahlen ab. Bei der Wahl zum Legislativ-Yuan im Jahr 2012 konnte die Partei kein Direktmandat mehr erringen und die Partei rutschte praktisch in die politische Bedeutungslosigkeit ab.

Am 27. November 2012 kündigte die Xindang ihren Austritt aus der KMT-geführten pan-blauen Koalition an, der die Xindang bisher angehört hatte.[2] Der Parteivorsitzende Yok Mu-ming (郁慕明) erklärte, die Xindang habe bisher die KMT unterstützt, um die Machtübernahme durch die Parteien der pan-grünen Koalition zu verhindern. Es sei angesichts der stockenden Wirtschaftsentwicklung Taiwans jetzt aber an der Zeit, den blau-grünen Konfrontationskurs beizulegen. Die Xindang wolle in Zukunft eine von der KMT unabhängigere Politik verfolgen. Bei dieser Entscheidung spielte sicher eine Rolle, dass die Xindang trotz Unterstützung des KMT-Kandidaten Ma Ying-jeou bei der Präsidentenwahl 2012 und Parlamentswahl 2012 nicht an der anschließend gebildeten KMT-geführten Regierung beteiligt worden war.

Am 22. August 2015 rief der Xindang-Parteiführer Yok Mu-ming seine Parteianhänger jedoch wieder dazu auf, bei der kommenden Wahl des Legislativ-Yuans 2016 bei der Direktwahl der Wahlkreiskandidaten die Kuomintang-Kandidaten zu wählen um einen Sieg der DPP zu verhindern.[3] Die Xindang kandidierte nur für die 34 Parlamentssitze, die über die Landesliste vergeben werden, scheiterte dort mit 4,18 % der Stimmen aber an der 5 %-Hürde.

Inhaltsverzeichnis

Bisherige landesweite WahlergebnisseBearbeiten

Legislativ-YuanBearbeiten

Wahl Gewonnene Sitze Änderung Stimmen gesamt Stimmen in Prozent Ergebnis Spitzenkandidat
1995 21 von 164 21 1.222.931 13,0 % in der Opposition Chen Kuei-miao
1998 11 von 225 10 708.465 7,1 % in der Opposition Chou Yang-shan
2001 1 von 225 8 269.620 2,9 % Teil der pan-blauen Regierungskoalition Yok Mu-ming
2004 1 von 225 12.137 0,13 % Teil der pan-blauen Regierungskoalition Yok Mu-ming
2008 2 von 113 1 199.402 3,53 % Teil der pan-blauen Regierungskoalition Yok Mu-ming
2012 0 von 113 2 10.678 0,08 % nicht im Legislativ-Yuan vertreten Yok Mu-ming
2016 0 von 113 510.074 4,18 % nicht im Legislativ-Yuan vertreten Yok Mu-ming

NationalversammlungBearbeiten

Wahl Gewonnene Sitze Änderung Stimmen gesamt Stimmen in Prozent
1996 46 von 334 46 1.425.896 13,7 %
2005 3 von 300 43 34.253 0,88 %

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Taiwan Communiqué: Elections for the Legislative Yuan. (PDF) International Committee for Human Rights in Taiwan, September 1993, abgerufen am 18. November 2016 (englisch, Ausgabe Nr. 59).
  2. New Party breaks away from pan-blue coalition. The China Post, 27. November 2012, abgerufen am 26. Dezember 2012 (englisch).
  3. New Party throws weight behind KMT in legislative election. Focus Taiwan, 22. August 2015, abgerufen am 13. Dezember 2015 (englisch).