Weihnachten im Schnee

deutscher Fernsehfilm (2019)

Weihnachten im Schnee ist ein deutscher Fernsehfilm des Regisseurs Till Franzen aus dem Jahr 2019. Der Weihnachtsfilm basiert auf einem Drehbuch von Claudia Matschulla und Arnd Mayer und handelt von der Hamburger Familie Johnen, die sich auf Einladung der Eltern erstmals zum gemeinsamen Weihnachtsurlaub in Norwegen einfindet – ohne zu wissen, dass diese ein Geheimnis vor ihren Kindern hüten.

Filmdaten
OriginaltitelWeihnachten im Schnee
ProduktionslandDeutschland
OriginalspracheDeutsch
Erscheinungsjahr2019
Länge88 Minuten
Stab
RegieTill Franzen
DrehbuchClaudia Matschulla,
Arnd Mayer
ProduktionHeike Wiehle-Timm
MusikHannah von Hübbenet
KameraTimo Moritz
SchnittTatjana Schöps
Besetzung

Realisiert wurde die Produktion von der Relevant Film unter der Leitung von Heike Wiehle-Timm im Auftrag des ZDF. Die Dreharbeiten fanden von Februar bis März 2019 in Hamburg sowie im norwegischen Lillehammer statt. Neben Hauptdarstellerin Katharina Schüttler traten unter anderem Ulrike Kriener, Rainer Bock, Inez Bjørg David, Anton Spieker und Janek Rieke vor die Kamera. Bei Erstausstrahlung im Dezember 2019 stieß der Weihnachtsfilm bei Kritikern auf vorwiegend positive Resonanz.

HandlungBearbeiten

Diesmal soll alles anders sein. Das Hamburger Optiker-Ehepaar Gitta und Henri Johnen plant, das gemeinsame Weihnachtsfest mit der Familie erstmals fernab der Hamburger Heimat in einer Hütte in verschneiten Norwegen zu feiern. Ferienhaus und Anreise sind bereits gebucht und die drei erwachsenen Kinder Annika, Sanne und Bastian per E-Mail informiert. Diese fallen in Anbetracht der kurzfristigen Ankündigung aus allen Wolken, hatte jeder von ihnen eigentlich andere Pläne für die Feiertage. Mutter Gitta kann schließlich doch alle zur Mitreise bewegen: Sie möchte Weihnachten im Schnee verbringen und dabei die Polarlichter bestaunen. Dass sie und Henri vor ihren Kindern ein Geheimnis hüten, soll erst nach dem gemeinsamen Fest zum Thema werden.

Auf engem Raum brechen schnell gewohnte Konflikte auf. Lebenskünstler Bastian versucht seine Eltern nach der Pleite seines Cafés um Geld anzupumpen und zieht nach einer Reihe gescheiterter Geschäftsideen damit erneut den Unwillen seiner Schwestern auf sich. Sorgen bereitet den Eltern auch Tochter Sanne, die als Ärztin am Universitätsklinikum arbeitet und vor ihren Eltern eine Schwangerschaft geheimhält. Annika, die gemeinsam mit Ehemann Christoph und dem 15-jährigen Sohn Simon angereist ist, sieht sich derweil von Mutter und Vater vernachlässigt. Dabei plagen sie ganz eigene Probleme: Die Ehe mit Christoph gleicht nach den gemeinsamen Jahren einer Sackgasse. Sie ist unsicher, ob sie ihm für eine neue Arbeitsstelle nach Alaska folgen möchte.

Annikas Zweifel werden verstärkt, als sie beim Einkauf auf den ortsansässigen Schreiner Morten, den Neffen ihrer Vermieterin Finja Lund, trifft. Die Buchhalterin und der ehemalige Finanzdienstleister verstehen sich auf Anhieb gut und begegnen sich in Folge immer wieder mehr oder weniger zufällig. Als Annika in der Nacht versehentlich Schlaftabletten einnimmt und den Familienausflug nach Lillehammer verschläft, begegnet sie einer Horde entflohener Pferde und flüchtet zu Mortens Haus, wo die beiden erstmals miteinander schlafen. Am Abend sucht die ratlose Annika mit Gitta das Gespräch, doch die Situation zwischen Mutter und Tochter eskaliert abermals und Gitta bricht nur kurz darauf geschwächt im Wohnzimmer im Henris Armen zusammen.

Während Gitta im Krankenhaus zu Kräften kommt, sieht Henri sich gezwungen, den Kindern ihre unheilbare Bauchspeicheldrüsenkrebserkrankung zu beichten. Die Geschwister reagieren mit Schock auf die Diagnose und den bevorstehenden Tod der Mutter, entscheiden sich jedoch, deren Wunsch zu folgen und die Weihnachtsfeiertage so auszugestalten, als ob sie nichts von ihrer Krankheit wüssten. Als Gitta aus der Klinik entlassen wird, begehen sie gemeinsam Heiligabend, doch trotz aller Bemühungen erkennt auch sie, dass nun alle von der Erkrankung wissen. Annika, die sich zwischenzeitlich mit ihrer Mutter versöhnt hat, gesteht Christoph indessen ihren Seitensprung mit Morten. Dieser reagiert verletzt auf ihr Geständnis, merkt auf Annikas Worte hin jedoch ebenfalls, dass sie sich auseinander gelebt haben und aufgrund ihrer unterschiedlichen Zukunftsvorstellungen nur noch gegenseitig im Wege stehen. Getrennt reisen die beiden nach Deutschland zurück.

Ein Jahr später findet sich die Familie zum gemeinsamen Weihnachtsfest in Annikas Zuhause ein. Gitta ist inzwischen ihrem Krebsleiden erlegen und Bastian hat ihren Posten im Brillengeschäft der Eltern übernommen, der Henri zuvor an eine Einzelhandelskette hatte verkaufen wollen. Sanne ist Mutter geworden und hat sich entschieden, ihrer Beziehung mit ihrem Kollegen Mark, dem Vater ihres Kindes, eine Chance zu geben. Christoph ist für das angestrebte Bauprojekt nach Alaska gezogen und verbringt die Feiertage in Übersee. Als es nach Eintreffen der Familie erneut an der Tür klingelt, kündigt sich ein weiterer Gast an: Morten, der von Sanne, Bastian und Finja nach Hamburg bestellt wurde, steht zu Annikas Überraschung auf der Schwelle. Sie küssen sich.

HintergrundBearbeiten

 
Als Drehort fungierte mitunter die Garmo-Stabkirche im Freilichtmuseum Maihaugen in Lillehammer.[1]

Realisiert wurde der tragikomische Weihnachtsfilm von der Relevant Film Produktion im Auftrag des ZDF. Als Produzentin agierte Heike Wiehle-Timm, die Redaktion im ZDF lag bei Berit Teschner.[2] Für die Regie konnte Till Franzen verpflichtet werden, der seine Frau Katharina Schüttler in der Hauptrolle der Annika besetzte.[3] Für die Eheleute war Weihnachten im Schnee bereits die dritte Zusammenarbeit.[3] Die Dreharbeiten zu Weihnachten im Schnee fanden vom 21. Februar bis 25. März 2019 vornehmlich in Hamburg sowie im norwegischen Provinz Oppland statt.[1] In Lillehammer entstanden so unter anderem Szenen in der Fußgängerzone Storgata sowie an der Garmo-Stabkirche im Maihaugen-Freilichtmuseum.[1] Darstellerin Inez Bjørg David bezeichnete die schneereichen Dreharbeiten als „chaotisch und familiär“.[3]

Die Musik zum Film steuerte Komponistin Hannah von Hübbenet bei.[1] Zu den Weihnachtsliedern, die im Laufe des Films zu hören sind, gehören unter anderem „Christmas Lights“ von Coldplay, „You and Me at Christmas“ von Why Don't We, „25th December“ von Everything but the Girl sowie Sinéad O’Connors Interpretation von „Silent Night“.[1] Darüber hinaus nahm die norwegische Schlagersängerin Wencke Myhre „Glade jul“, die norwegische Version von „Stille Nacht“, sowie eines ihrer eigenen Weihnachtslieder aus den 1990er Jahren neu für den Film auf. Sie ist in Weihnachten im Schnee in der Nebenrolle der Finja Lund zu sehen, die Familie Johnen ihre Hütte vermietet.[3]

KritikenBearbeiten

 
Das Ensemble um Hauptdarstellerin Katharina Schüttler erhielt positive Kritiken für sein Spiel.[4]

Quotenmeter-Kritiker Julian Miller befand, dass der Spielfilm aufgrund „einer ständig zumindest latent vorhandenen emotionalen Schwere [...] wohl der deprimierendste Weihnachtsfilm seit langem geworden“ sei. Dennoch gelinge der Produktion „am Schluss der für die Dachmarke zwingende zuversichtliche Blick in die Zukunft“. Es sei „ungewohnt, dass es am Sonntagabend beim ZDF so wehmütig und melancholisch wird, so angenehm leise und ernsthaft, und so fernab jedweder emotionalen Übersteuerung oder allzu berechneter Identifikationspunkte. Doch genau so ist ein angenehm zurückhaltender, emotional prägnanter und angenehm besinnlicher Weihnachtsfilm entstanden“.[4]

Rainer Tittelbach bezeichnete Weihnachten im Schnee in seiner Rezension auf Tittelbach.tv als „Herzkino, das den Namen verdient“. Bildsprache und Musik seien „nicht zu sehr auf gefällige Behaglichkeit getrimmt. Das nordisch-winterliche Ambiente besitzt hier allenfalls eine dezent nostalgische Feelgood-Funktion, und lange Zeit dominiert sogar ein realistischer Kamerablick auf die Dinge […] Manch einer mag das als pseudophilosophischen Kitsch abtun, doch so psychologisch stimmig durchdacht die Familien-Konstellation mit den drei erwachsenen Kindern ist und so wie die Botschaften hier von Ulrike Kriener, Rainer Bock, Inez Bjorg David, Anton Spieker und der unvergleichlichen Katharina Schüttler – stets mit einem leicht ironischen Augenzwinkern – präsentiert werden, das ist gut temperiertes Unterhaltungsfernsehen“.[5]

Hans Czerny von der Fernsehzeitschrift Prisma nannte Weihnachten im Schnee „Herzkino mit vielen Stars und Norweger-Pullis“. Der Film, „der eigentlich Weihnachten in Norwegen heißen müsste, ist trotz aller Klischee-Zutaten sehr um die Begrenzung üblicher Sentimentalitäten bemüht. Dem hochkarätigen Familienensemble merkt man jedenfalls die Freude an bei diesem tragikomischen Krippenspiel“.[6] Die Redaktion von TV Spielfilm resümierte, dass die Produktion „trotz Tragik meistens verhalten“ bleibe. Bis der Zuschauer die Hintergründe der Handlung erfahre, ziehe „sich das Drama mit dem üblichen familiären Zwists [...] in die Länge, ohne eine wirkliche Richtung erkennen zu lassen“.[7]

VeröffentlichungBearbeiten

Weihnachten im Schnee wurde am 1. Dezember 2019 in der ZDFmediathek zum Streaming veröffentlicht.[8] Die Free-TV-Premiere folgte am 15. Dezember 2019 im ZDF.[8] Mit 5,28 Millionen Zuschauern und 15,3 Prozent Marktanteil avancierte der Spielfilm an diesem Tag nach Tatort: Todesengel zum zweitmeistgesehenen Format in der Hauptsendezeit.[9]

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b c d e Weihnachten im Schnee, TV-Film. In: Crew United. Abgerufen am 15. Dezember 2019.
  2. Drehstart für "Weihnachten im Schnee". In: Presseportal.de. Abgerufen am 15. Dezember 2019.
  3. a b c d Pressemappe: Weihnachten im Schnee. In: zdf.de. Abgerufen am 15. Dezember 2019.
  4. a b Julian Miller: Die Kritiker: „Weihnachten im Schnee“. Quotenmeter.de. Abgerufen am 15. Dezember 2019.
  5. Rainer Tittelbach: Fernsehfilm „Weihnachten im Schnee“. Tittelbach.tv. Abgerufen am 6. Dezember 2019.
  6. Hans Czerny: TV-Kritiker. Prisma. Abgerufen am 15. Dezember 2019.
  7. Weihnachten im Schnee. TV Spielfilm. Abgerufen am 15. Dezember 2019.
  8. a b Pressemappe. ZDF. Abgerufen am 6. Dezember 2019.
  9. Fabian Riedner: Primetime-Check: Sonntag, 15. Dezember 2019. Quotenmeter.de. 16. Dezember 2019. Abgerufen am 16. Dezember 2019.