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Marktgemeinde
Wallsee-Sindelburg
Wappen Österreichkarte
Wappen von Wallsee-Sindelburg
Wallsee-Sindelburg (Österreich)
Wallsee-Sindelburg
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Niederösterreich
Politischer Bezirk: Amstetten
Kfz-Kennzeichen: AM
Hauptort: Wallsee
Fläche: 25,95 km²
Koordinaten: 48° 10′ N, 14° 43′ OKoordinaten: 48° 9′ 58″ N, 14° 43′ 2″ O
Höhe: 275 m ü. A.
Einwohner: 2.168 (1. Jän. 2019)
Postleitzahl: 3313
Vorwahl: 07433
Gemeindekennziffer: 3 05 38
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Marktplatz 2
3313 Wallsee-Sindelburg
Website: www.wallsee-sindelburg.gv.at
Politik
Bürgermeister: Johann Bachinger (ÖVP)
Gemeinderat: (2015)
(21 Mitglieder)
13
5
3
13 
Insgesamt 21 Sitze
  • Liste ÖVP: 13
  • SPÖ: 5
  • FPÖ: 3
Lage von Wallsee-Sindelburg im Bezirk Amstetten
AmstettenArdaggerAschbach-MarktBehambergBiberbachEnnsdorfErnsthofenErtlEuratsfeldFerschnitzHaagHaidershofenHollenstein an der YbbsKematen an der YbbsNeuhofen an der YbbsNeustadtl an der DonauOed-OehlingOpponitzSeitenstettenSonntagbergSt. Georgen am ReithSt. Georgen am YbbsfeldeSt. Pantaleon-ErlaSt. Peter in der AuSt. ValentinStrengbergViehdorfWallsee-SindelburgWeistrachWinklarnWolfsbachYbbsitzZeillernAllhartsbergNiederösterreichLage der Gemeinde Wallsee-Sindelburg im Bezirk Amstetten (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
Ortsansicht von Wallsee
Ortsansicht von Wallsee
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria

Wallsee-Sindelburg ist eine Marktgemeinde mit 2168 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2019) im Bezirk Amstetten in Niederösterreich.

GeographieBearbeiten

Wallsee-Sindelburg liegt im nordwestlichen Teil des Mostviertels in Niederösterreich, rechts – also südlich – der Donau und im Süden ungefähr von der Westautobahn begrenzt. Etwa 26 Prozent der Fläche der Marktgemeinde sind bewaldet.

GemeindegliederungBearbeiten

Wallsee-Sindelburg besteht aus vier Ortschaften bzw. gleichnamigen Katastralgemeinden (in Klammern Einwohnerzahl Stand 1. Jänner 2019[1]; Fläche: Stand 31. Dezember 2017[2]):

  • Igelschwang (666,30 ha, 74 Ew.) samt Franzenau, Kobling, Schaching, Steinstraß und Straß
  • Ried (651,15 ha, 52 Ew.) samt Biesenberg, Hofing, Roßwiese, Schöndorf, Sindelburg und Witzmannsdorf
  • Schweinberg (937,87 ha, 41 Ew.) samt Blindberg, Schmitzberg und Sommerau
  • Wallsee (338,60 ha, 2001 Ew.) samt Ufer

Die Katastralgemeinden Igeschwang, Ried und Schweinberg bildeten bis zur Gemeindezusammenlegung Anfang der 1970er Jahre die selbständige Gemeinde Sindelburg. Die heutige Gemeinde wurde 1971 aus den Gemeinden Wallsee und Sindelburg gebildet.

NachbargemeindenBearbeiten

Mitterkirchen im Machland
(Bezirk Perg, OÖ)
Ardagger
Strengberg   Zeillern
Wolfsbach Aschbach-Markt Oed-Öhling

Die östlichen Nachbargemeinden sind Ardagger und Zeillern, im Süden Oed-Öhling, Aschbach-Markt und Wolfsbach, im Westen Strengberg und im Norden – jenseits der Donau – Mitterkirchen im Machland im oberösterreichischen Mühlviertel.

Donautal und NebenflüsseBearbeiten

Das Donautal bei Wallsee wird Strudengau genannt, weil es vor Aussprengung einer breiteren Fahrrinne hier mehrere gefährliche Wasserwirbel gab. Einige Kilometer oberhalb von Wallsee mündet die Erla in die Donau. Sie kommt aus dem Hügelland des Mostviertels. Wesentlich mehr Wasser fließt jedoch von der Enns zu (15 km stromaufwärts), sowie den nördlichen Nebenflüssen Aist (etwa 12 km stromauf) und Naarn (10 km stromabwärts).

GeschichteBearbeiten

Wie Werkzeugfunde beweisen, Wallsee und Sindelburg schon in der Steinzeit besiedelt. Die Geschichtsschreibung von Wallsee beginnt in der Römerzeit, als das Gebiet Teil der Provinz Noricum war. Unter dem heutigen Marktplatz befinden sich die Überreste eines Auxiliar-Kastells von 200 × 160 m (Funde im Römermuseum). Vermutlich war es das mehrmals in antiken Quellen erwähnte Adiuvense, wie Ziegelstempelfunde der Legio II Italica und eine Untersuchung des Habsburger Erzherzogs Theodor Salvator vermuten lassen. In der jüngeren Forschung wird Wallsee jedoch mit Locus Felicis gleichgesetzt (Hannsjörg Ubl).

1295/96 erhob sich der österreichische Adel, angeführt u. a. von Konrad von Summerau, der auf der benachbarten Burg Sommerau[3] saß und die Region beherrschte, gegen Herzog Albrecht I. Nach der Niederschlagung des Aufstandes verloren die Sommerauer alle Lehen und Heinrich I. von Waldsee/Wallsee wurde mit Sommerau und Sindelburg belehnt. Die Wallseer sind ab 1301 in Sindelburg nachweisbar und erbauten 1368–88 das heute noch bestehende Schloss. 1368 erhält die Burg zur Unterscheidung von der 1364 errichteten Burg Oberwallsee in Oberösterreich den Namen „Neuen-“ bzw. „Nieder Wallsee“.[4] Das Geschlecht der Wallseer, das im 14. Jahrhundert in Oberösterreich mehrere Landeshauptleute stellt und das Erbmarschallamt innehat, entwickelt sich bis zum Aussterben 1483/1506 zu einer der führenden Adelsfamilie unter den Habsburgern. Die Geschicke des Ortes sind mit Schloss Wallsee bis etwa 1920 eng verbunden.

Gleichzeitig mit dem Schloss wurde der Markt neu angelegt und mit der ab 1362 dokumentierten Kirche ausgestattet. Noch im 14. Jahrhundert erhielt Wallsee auch das Marktrecht. An den früheren Salzhandel erinnert das „Salzhaus“ im Ort. Seit etwa 1620 ist die Verwendung eines Marktsiegels überliefert. Jenes aus 1631 zeigt einen Mühlstein und oberhalb stilisierter Donauwellen ein Ungeheuer. Von circa 1500 bis 1895 stand unter dem Sandsteinfelsen des Schlosses eine Mühlstein-Fabrik, die nach Ungarn und bis zum Schwarzen Meer lieferte und dabei mit dem Mühlsteinbruch Scherer in Perg das Zentrum der mitteleuropäischen Mühlstein-Erzeugung bildete. Die Mühlstein-Zunft betreute auch die Kirche St. Anna, die als „Steinbrecherkapelle“ bezeichnet wurde (heute Filialkirche).

Nach 1945 prägte der Donaustrom die wirtschaftliche Entwicklung – unter anderem durch das Schifffahrtsunternehmen Brandner und den Bau eines großen Donaukraftwerkes.

BevölkerungsentwicklungBearbeiten

Nach dem Ergebnis der Volkszählung hatte die Marktgemeinde

  • 2001 2.049 Einwohner,
  • 1991 2.109 Einwohner,
  • 1981 2.051 Einwohner,
  • 1971 1.927 Einwohner.

Kultur und SehenswürdigkeitenBearbeiten

Wirtschaft und InfrastrukturBearbeiten

Nichtlandwirtschaftliche Arbeitsstätten gab es im Jahr 2001 66, land- und forstwirtschaftliche Betriebe nach der Erhebung 1999 98. Die Zahl der Erwerbstätigen am Wohnort betrug nach der Volkszählung 2001 891. Die Erwerbsquote lag 2001 bei 45 Prozent. Arbeitslose gab es am Ort im Jahresdurchschnitt 2003 215.

Kraftwerk Wallsee-MitterkirchenBearbeiten

Zwischen Wallsee und dem am Nordufer liegenden Mitterkirchen wurde in den Jahren 1965 bis 1968 das Kraftwerk Wallsee-Mitterkirchen errichtet. Mit 210 Megawatt stellt es genau den Mittelwert der stromerzeugenden Leistung der 10 österreichischen Wasserkraftwerken an der Donau dar. Gleichzeitig entstand ein Flussübergang zwischen den Brücken von Mauthausen und Grein, die je etwa 15 km entfernt sind.

Das Elektrizitätswerk „Wallsee-Mitterkirchen“ hat ein Regelarbeitsvermögen von jährlich 1318,8 GWh und deckt damit rund zwei Prozent des Strombedarfs von Österreich (siehe auch Elektrizitätswerke an der Donau).

Der Bau der Kraftwerkskette begann 1952 beim Kraftwerk Jochenstein (Grenzkraftwerk zwischen Passau und Linz) und endete 1998 mit der Fertigstellung von Kraftwerk Freudenau bei Wien.

FreizeitBearbeiten

Nach dem Kraftwerksbau wurden am Altarm bei Wallsee Freizeitanlagen sowie die Siedlung Ufer errichtet. Südwestlich von Schweinberg befindet sich zudem die Wochenendhaussiedlung Steinbüchel (Am Steinbichl).

PolitikBearbeiten

Bürgermeister der Marktgemeinde ist Johann Bachinger.

Im Gemeinderat gibt es nach der Gemeinderatswahl 2015 bei insgesamt 21 Sitzen folgende Mandatsverteilung:

  • 13 Liste ÖVP (Volkspartei Wallsee-Sindelburg Team Bachinger)
  • 5 SPÖ
  • 3 FPÖ

PersönlichkeitenBearbeiten

Söhne und Töchter der GemeindeBearbeiten

  • Michael Memelauer (1874–1961), Bischof der Diözese St. Pölten 1927–1961
  • Walter Hoppe (1917–1986), Physiker
  • Rudolf Streicher (* 1939 in Wallsee), Politiker (SPÖ), ehemaliger Bundespräsidentenkandidat
  • Mitglieder der Familie Rosenberger bauen die erste Autobahnstation Österreichs in St. Valentin und betreiben bis zu 32 Autobahnrestaurants unter den Labels Rosenberger (Insolvenzverfahren ab 2018) und Landzeit.[5] Ende Februar 2019 hat der Burger King-Betreiber TQSR Holding und Development GmbH, 100 Prozent der Anteile an der im Sanierungsverfahren befindlichen Rosenberger Restaurant GmbH gekauft, es ist geplant das die Raststätten innerhalb der nächsten 2 Jahre um 30 Millionen Euro umfassend renoviert werden, und danach wieder eröffnet werden.[6]

WeblinksBearbeiten

  Commons: Wallsee-Sindelburg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Statistik Austria: Bevölkerung am 1.1.2019 nach Ortschaften (Gebietsstand 1.1.2019), (CSV)
  2. Regionalinformation.zip (Excel-Datei, 1.210 KB); abgerufen am 4. Jänner 2018
  3. Eintrag über Sommerau auf NÖ-Burgen online – Institut für Realienkunde des Mittelalters und der frühen Neuzeit, Universität Salzburg
  4. Eintrag über Schloss Wallsee auf NÖ-Burgen online – Institut für Realienkunde des Mittelalters und der frühen Neuzeit, Universität Salzburg
  5. Rosenberger: Erste Raststätte wurde geschlossen orf.at, 9. Jänner 2019, abgerufen 10. Jänner 2019.
  6. Burger King-Betreiber kaufte Rosenberger. Artikel vom 27. Februar 2019, abgerufen am 27. Februar 2019.