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Waldenburg (Württemberg)

Stadt in Deutschland, Baden-Württemberg
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Waldenburg
Waldenburg (Württemberg)
Deutschlandkarte, Position der Stadt Waldenburg hervorgehoben
Koordinaten: 49° 11′ N, 9° 39′ O
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Stuttgart
Landkreis: Hohenlohekreis
Gemeindeverwal­tungsverband: „Hohenloher Ebene“
Höhe: 500 m ü. NHN
Fläche: 31,55 km2
Einwohner: 3094 (31. Dez. 2018)[1]
Bevölkerungsdichte: 98 Einwohner je km2
Postleitzahlen: 74638, 74545
Vorwahlen: 07942, 07949Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Vorwahl enthält Text
Kfz-Kennzeichen: KÜN, ÖHR
Gemeindeschlüssel: 08 1 26 085
Stadtgliederung: 3 Ortsteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Hauptstraße 13
74638 Waldenburg
Website: www.waldenburg-hohenlohe.de
Bürgermeister: Markus Knobel
Lage der Stadt Waldenburg im Hohenlohekreis
Landkreis HeilbronnLandkreis Schwäbisch HallMain-Tauber-KreisNeckar-Odenwald-KreisBretzfeldDörzbachForchtenbergForchtenbergIngelfingenKrautheim (Jagst)KünzelsauKupferzellMulfingenNeuenstein (Hohenlohe)NiedernhallÖhringenPfedelbachSchöntalWaldenburg (Württemberg)Weißbach (Hohenlohe)ZweiflingenKarte
Über dieses Bild
Blick auf den Ortskern von Waldenburg
Blick auf den Ortskern vom Bergfried aus
Waldenburg, Aquarell von General Eduard von Kallee, 1880
Waldenburg um 1930
Waldenburg am 16. April 1945

Waldenburg ist eine Kleinstadt und ein Luftkurort im Hohenlohekreis im fränkisch geprägten Nordosten Baden-Württembergs nördlich der namensgebenden Kreisstadt Schwäbisch Hall des Nachbarlandkreises. Sie gehört zur Region Heilbronn-Franken (bis 20. Mai 2003 Region Franken).

Inhaltsverzeichnis

GeographieBearbeiten

Waldenburg hat Anteil an den Naturräumen Schwäbisch-Fränkische Waldberge und Hohenloher-Haller Ebene.[2]

StadtgliederungBearbeiten

Waldenburg besteht aus Waldenburg selbst und den Ortsteilen Obersteinbach (173 Einwohner Stand 31. März 2006) und Sailach (222 Einwohner).

Zu Obersteinbach gehört das Dorf Obersteinbach, der Weiler Sailach und der Wohnplatz Hinterziegelhalden. Zu Waldenburg die Stadt Waldenburg, die Weiler Goldbach, Großlindig, Hohenau, Kleinlindig, Obermühle, Tommelhardt, Untermühle und Ziegelhütte, die herzogliche Domäne Hohebuch, die Höfe Laurach und Rebbigshof (teilweise, auch zu Neuenstein) und die Wohnplätze Bahnhof Waldenburg, Buchhaus, Fischhaus, Kelterrain, Neumühle und Streithof. Abgegangen ist der Wohnplatz Fasanenmühle.[3]

FlächenaufteilungBearbeiten

 

Nach Daten des Statistischen Landesamtes, Stand 2014.[4]

GeschichteBearbeiten

Vom 13. bis zum 20. JahrhundertBearbeiten

Waldenburg wurde erstmals 1253 urkundlich erwähnt und 1330 als Stadt bezeichnet. Mit der hohenlohischen Landesteilung 1553 wurde Waldenburg Residenz der Grafen und späteren Fürsten von Hohenlohe-Waldenburg. Pest und Kriegswirren dezimierten die Bevölkerung im dreißigjährigen Krieg deutlich. Die Stadt lag als Teil Hohenlohes im Fränkischen Reichskreis. Als Folge der Rheinbundakte fiel die Stadt 1806 an das Königreich Württemberg. Zunächst dem Oberamt Neuenstein zugeordnet, war Waldenburg ab 1809 bei der nunmehr als Oberamt Öhringen bezeichneten Verwaltungseinheit. Am 4. August 1862 erhielt Waldenburg mit der Eröffnung der Strecke von Heilbronn nach Hall Anschluss an das Schienennetz der Württembergischen Eisenbahn. 1938 kam Waldenburg zum Landkreis Öhringen und wurde mit diesem 1945 Bestandteil des Landes Württemberg-Baden.

In den letzten Kriegstagen im April 1945 wurde Waldenburg, das ursprünglich gar nicht verteidigt werden sollte, von einer einrückenden deutschen Einheit zur „Festung“ erklärt und infolgedessen von amerikanischen Artillerieeinheiten beinahe gänzlich zerstört.[5] Waldenburg wurde daraufhin unter Berücksichtigung moderner Aspekte wieder im historischen Gewand aufgebaut.[6]

Seit 1952 ist Waldenburg Teil des Bundeslandes Baden-Württemberg. 1957 wurde das erste Albert-Schweitzer-Kinderdorf in Waldenburg durch Margarethe Gutöhrlein gegründet.

Am 1. Januar 1971 wurde Obersteinbach eingemeindet.[7]

ReligionenBearbeiten

In Waldenburg existieren evangelische, katholische und neuapostolische Kirchengemeinden.

Die katholische Kirchengemeinde „Mariä Unbefleckte Empfängnis“ bildet zusammen mit den Kirchengemeinden „St. Petrus und Paulus“ von Pfedelbach und „St. Stephan“ Bretzfeld eine Seelsorgeeinheit.

EinwohnerentwicklungBearbeiten

  • 1648: 0640 Einwohner
  • 1961: 1823 Einwohner, davon 334 in Obersteinbach
  • 1970: 2204 Einwohner, davon 351 in Obersteinbach
  • 1991: 2977 Einwohner
  • 1995: 3062 Einwohner
  • 2000: 3079 Einwohner
  • 2005: 3083 Einwohner
  • 2010: 3008 Einwohner
  • 2015: 3046 Einwohner

PolitikBearbeiten

GemeinderatBearbeiten

Die 15 Mitglieder des Gemeinderats gehören zwei Wählervereinigungen an; nach der Kommunalwahl am 25. Mai 2014 stellt die Bürgervereinigung Waldenburg neun und die Freie Wählergemeinschaft Waldenburg sechs Gemeinderäte.[8]

Seit 1992 gibt es auch einen Jugendgemeinderat in der Stadt. Er ist Sprachrohr und Interessenvertretung der Jugendlichen. Wahlberechtigt sind alle 13- bis 19-Jährigen, die in Waldenburg wohnen. Die letzte Wahl fand am 6. Juli 2012 statt.[9]

BürgermeisterBearbeiten

  • Friedrich Ebel (Juni–November 1945)
  • Franz Gehweiler (November 1945–März 1978)
  • Gerhard Lauth (März 1978–August 1990)
  • Roland Weinschenk (Dezember 1990–April 2004)
  • Markus Knobel (seit 26. Juli 2004)

Wappen und FlaggeBearbeiten

Die Blasonierung des Waldenburger Wappens lautet: In geteiltem Schild oben in Gold auf grünem Boden drei grüne Tannen, unten in Silber ein schreitender, rot bewehrter hersehender schwarzer Löwe (Leopard) mit untergeschlagenem Schweif. Die Flagge der Stadt ist Rot-Weiß.

Das in den Siegeln Waldenburgs seit dem 16. Jahrhundert nachweisbare Wappen greift in der oberen Hälfte den Stadtnamen auf und zeigt in der unteren Hälfte mit dem Leoparden das hohenlohische Wappentier. Die Stadtfarben sind die hohenlohischen Hausfarben.[10]

PartnerschaftenBearbeiten

Waldenburg hat seit 1970 eine Partnerschaft mit Sierck-les-Bains in Lothringen, Frankreich. Außerdem bestehen freundschaftliche Beziehungen mit den gleichnamigen Gemeinden Waldenburg in Sachsen und Waldenburg in der Schweiz.

Wirtschaft und InfrastrukturBearbeiten

VerkehrBearbeiten

Waldenburg liegt an der Bundesautobahn 6 und der Bundesstraße 19.

Der Bahnhof Waldenburg (Württ) befindet sich im Gebiet des HNV und liegt an der Bahnstrecke Heilbronn–Crailsheim. Alle zwei Stunden verkehrt ein Regionalexpress Heilbronn–Crailsheim, in den Stunden dazwischen die Regionalbahn ÖhringenSchwäbisch Hall-Hessental.

Ansässige UnternehmenBearbeiten

Der Gewerbepark Hohenlohe ist ein Zweckverband der Kommunen Waldenburg, Kupferzell und Künzelsau und hat eine Fläche von 230 ha, wovon 135 ha erschlossen sind. Er befindet sich am Fuß der Waldenburger Berge in unmittelbarer Nähe des Waldenburger Bahnhofs, der Bundesautobahn 6 und der Bundesstraße 19.

Im Gewerbegebiet haben unter anderem die folgenden Unternehmen ihren Sitz oder eine Produktionsstätte:

Soziale EinrichtungenBearbeiten

Kultur und SehenswürdigkeitenBearbeiten

MuseenBearbeiten

  • Seit 1971 beherbergt das Schloss ein Museum mit Sammlungen von Siegeln seit dem frühen Mittelalter.[11]
  • Ein 1978 anlässlich von Saurierfunden beim Bau der A 6 im Rathaus eingerichtetes Urweltmuseum ist Stand 2016 geschlossen und soll in anderer Form wieder eröffnet werden.[12]

BauwerkeBearbeiten

NaturBearbeiten

 
Der Rößlesmahdsee
  • Nahe beim Siedlungsplatz Goldbach liegen die Naturschutzgebiete Rößlesmahdsee mit Pfaffenklinge und Östlicher Goldbachsee.[14]
  • Zwischen Obersteinbach und dem Weiler Tommelhardt liegen die Naturschutzgebiete Obere Weide und Entlesboden, die die naturnahe Vegetation alter Hutewälder zeigen.[14]

FreizeitBearbeiten

  • Bewegungsgarten des Albert-Schweitzer-Kinderdorfes.

PersönlichkeitenBearbeiten

  • Rosinus Lentilius (1657–1733), geboren in Waldenburg, Leibarzt des Herzogs Eberhard Ludwig in Stuttgart und Mitglied der Gelehrtenakademie „Leopoldina
  • Karl von Raiffeisen (1820–1888), geboren in Waldenburg, evangelischer Theologe, Generalsuperintendent von Heilbronn
  • Hans Hege (1885–1983), Pächter Domäne Hohebuch, Pflanzenzüchter und Landtagsmitglied Baden-Württemberg
  • Hans-Ulrich Hege (* 1928), Diplomlandwirt, Pflanzenzüchter, Maschinenbauer und Pächter in Hohebuch

LiteraturBearbeiten

  • Karlheinz Englert: Waldenburg. Bild einer Stadt in Hohenlohe. Geiger, Horb am Neckar 2003, ISBN 3-89570-862-3.

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Statistisches Landesamt Baden-Württemberg – Bevölkerung nach Nationalität und Geschlecht am 31. Dezember 2018 (CSV-Datei) (Hilfe dazu).
  2. Naturräume Baden-Württembergs. Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg, Stuttgart 2009.
  3. Quelle für den Abschnitt Stadtgliederung:
    Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band IV: Regierungsbezirk Stuttgart, Regionalverbände Franken und Ostwürttemberg. Kohlhammer, Stuttgart 1980, ISBN 3-17-005708-1. S. 217–220
    Zusätzliche Quellen zu Wohnplätzen in Neuenstein und Waldenburg:
    Website der Stadt Neuenstein zu Kesselfeld (Memento des Originals vom 10. Oktober 2010 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.neuenstein.de (abgerufen am 12. Juni 2011)
    Der Hohenlohekreis. Hrsg. vom Landesarchiv Baden-Württemberg in Verbindung mit dem Hohenlohekreis. Thorbecke, Ostfildern 2006, ISBN 3-7995-1367-1, Band 2, S. 345 und 426 (Baden-Württemberg – Das Land in seinen Kreisen)
    Karlheinz Englert: Waldenburg. Bild einer Stadt in Hohenlohe. Geiger, Horb am Neckar 2003, ISBN 3-89570-862-3, S. 82–83, 99, 109.
  4. Statistisches Landesamt, Fläche seit 1988 nach tatsächlicher Nutzung für Waldenburg.
  5. http://www.waldenburg-hohenlohe.de/fileadmin/Dateien/Dateien/HistorischeWegeWaldenburg_300.pdf waldenburg-hohenlohe.de
  6. Geschichte auf der Webseite der Stadt Waldenburg
  7. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 467.
  8. Gemeinderäte auf der Webseite der Stadt Waldenburg
  9. Jugendgemeinderat auf der Webseite der Stadt Waldenburg
  10. Heinz Bardua: Die Kreis- und Gemeindewappen im Regierungsbezirk Stuttgart. Theiss, Stuttgart 1987, ISBN 3-8062-0801-8 (Kreis- und Gemeindewappen in Baden-Württemberg, 1), S. 136.
  11. Siegelmuseum auf der Webseite der Stadt Waldenburg
  12. Juliane Renk: Urweltmuseum schließt – Neues Konzept gesucht. In: Hohenloher Zeitung, 16. November 2015
  13. Lachnersturm auf burgenstrasse.de
  14. a b Siehe Geoportal Baden-Württemberg (Hinweise), Karten der Landesanstalt für Umwelt, Messungen, Naturschutz (LUBW).