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GeschichteBearbeiten

Seit 2004 veröffentlichen die Verleger Leif Greinus und Sebastian Wolter sogenannte „Liveliteratur“, Bücher mit beigelegten CDs oder DVDs. Der Verlag ist nach Voland, dem Teufel aus Michail Bulgakows Der Meister und Margarita, und Quinten Quist aus Harry Mulischs Die Entdeckung des Himmels benannt.[1] Voland & Quist veröffentlicht junge zeitgenössische Prosa und Lyrik. Die Programmbereiche sind: Belletristik junger, deutschsprachiger AutorInnen, Lesebühnenliteratur, Spoken Word-Lyrik und Prosa junger osteuropäischer AutorInnen in der Reihe Sonar. Seit 2010 erscheinen zudem Kinderbücher.

Bei Voland & Quist erscheinen außerdem die immerwährenden Kalender Kalender des Scheiterns von Nico Semsrott und Der falsche Kalender von Marc-Uwe Kling, Musik-CDs von Bachmann-Preisträgerin Nora Gomringer, Anna Mateur und des The Fuck Hornisschen Orchestra sowie die Alois Nebel-Graphic Novels des tschechischen Zeichners Jaromír Švejdík.

2014–2018 brachte der Verlag die Kurzgeschichten-App A Story A Day heraus.

2018 wurde die Germanistin Karina Fenner in die Geschäftsführung aufgenommen. Mit ihr zog der größere Teil des Verlags nach Berlin-Schöneberg.

2019 erhielt der Verlag den Deutschen Verlagspreis.

 
Verlegerteam von Voland & Quist: (v.l.) Sebastian Wolter, Karina Fenner, Leif Greinus

V&Q BooksBearbeiten

Im September 2019 gab der Verlag die Gründung des Imprints V&Q Books bekannt. Ab Herbst 2020 werden darüber Bücher deutschsprachiger Autoren in englischer Erstübersetzung auf dem englischen und irischen Buchmarkt veröffentlicht. Bisher geplant sind Titel von Lucy Fricke, Sandra Hoffmann, Francis Nenik, Isabel Bogdan, Marcel Beyer und Ivana Sajko. Die Leitung des Imprints wird Katy Derbyshire übernehmen.[2]

Edition AzurBearbeiten

Ebenfalls im September 2019 wurde öffentlich, dass der Dresdner Verlag edition AZUR ab Januar 2020 Teil von Voland & Quist werden wird. Der bisherige Verleger, Helge Pfannenschmidt, wird weiterhin inhaltlich für das Programm der edition AZUR bei Voland & Quist verantwortlich bleiben.[3]

Wanderhuren-RechtsstreitBearbeiten

Im Frühjahr 2014 wurde Voland & Quist vom Verlag Droemer Knaur verklagt. Anlass war die Veröffentlichung des 2013 erschienenen Romans "Die schönsten Wanderwege der Wanderhure" von Julius Fischer. Das Buch bezieht sich parodistisch auf die Wanderhure-Romanreihe des Autorenduos Iny Lorentz. Droemer Knaur berief sich dabei auf eine Verletzung der Titelrechte. Das Oberlandesgericht Düsseldorf entschied im August 2014 in zweiter Instanz jedoch, dass die Parodie als eigenständiges Kunstwerk von der Kunstfreiheit geschützt ist.[4] Die Einnahmen der Crowdfunding-Kampagne zur Bewältigung der Prozesskosten spendete der Verlag dem Kurt-Tucholsky-Literaturmuseum.[5]

Autoren des Verlags (Auswahl)Bearbeiten

Voland & Quist BookingBearbeiten

Neben der klassischen Verlagsarbeit übernimmt der Verlag das Booking von folgenden Künstlern:

AktivitätenBearbeiten

Von 2006 bis 2017 fand der monatliche Literatursalon von Voland & Quist statt, dessen Route sich zuletzt auf die Städte Berlin, Chemnitz, Dresden, Leipzig, Potsdam und Jena erstreckte.

 
Verlagsstand von Voland & Quist auf der Leipziger Buchmesse 2019

2007 initiierte Voland & Quist zusammen mit dem Schriftsteller Michael Bittner das Festival Literatur Jetzt!, das seit 2019 durch einen eigenständigen Verein organisiert wird und sich als wichtigstes Literaturfestival in Mitteldeutschland etabliert hat.

2009 war der Verlag Mitinitiator der Hotlist, dem jährlich vergebenen Buchpreis der unabhängigen Verlage.

Seit 2015 ist Leif Greinus im Vorstand der Kurt Wolff Stiftung.

AuszeichnungenBearbeiten

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Jens Bisky: Sächsische Urbanität. In: Süddeutsche Zeitung, 15. März 2018
  2. Independent-Verlag vergrößert sich. Süddeutsche Zeitung, 1. September 2019, abgerufen am 23. September 2019.
  3. Voland & Quist gründet ein englisches Imprint und übernimmt 2020 die Edition Azur. Leipziger Internet Zeitung, 1. September 2019, abgerufen am 23. September 2019.
  4. Gerichtsurteil zu Buchtitel: "Wanderhure" darf weiterwandern. Spiegel Online, 5. August 2014, abgerufen am 18. Juni 2019.
  5. pro domo In: Jahresbrief des Kurt-Tucholsky-Literaturmuseums 2015
  6. Die Preisträger. Website des Deutschen Verlagspreises, abgerufen am 25. September 2019.