Buchverlag

häufigste Form des Verlages

Der Buchverlag ist die häufigste Form des Verlages. Buchverlage stellen Druckwerke her, vereinbaren mittels Verlagsverträgen Rechteübertragungen mit den Autoren und sorgen für die Werbung und den Vertrieb der edierten Bücher. Der moderne Buchverlag nutzt für seine Druckausgaben neben dem Offsetdruck inzwischen vermehrt Book on Demand und vertreibt seine Titel auch in Form von E-Books oder/und als Hörbücher auf CD und DVD oder zum Download.

BuchverlagsartenBearbeiten

Bei „klassischen“ Buchverlagen bzw. den Publikumsverlagen unterscheidet man nach deren Hauptausrichtung der Gattungsspektren Belletristik (Literatur, darunter u. a. auch Kinder- und Jugendliteratur) oder/und Sachbuch.

Daneben gibt es Fachbuchverlage, die vorwiegend oder ausschließlich Fachbücher bzw. Fachliteratur verlegen,[1][2] die sich an „ein Fach­publikum meist mit Blick auf die professionelle Anwendung oder die Gewinnung neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse“ richtet,[3] und deshalb wegen eher geringer Umsatzerwartungen meist in Form eines Zuschussverlags bzw. Druckkostenverlags für die Erstellung ihrer Publikationen Druckkostenzuschüsse erheben. Auf wissenschaftliche Publikationen haben sich innerhalb der Fachbuchverlage die Wissenschaftsverlage spezialisiert.

Als „Spezialverlage“ sind u. a. dann noch Kalenderverlage, Kartenverlage, Kunstverlage, Musikverlage und Postkartenverlage zu nennen.

In Abgrenzung zum regulären Buchverlag unterscheiden sich Selbstverlag sowie die Dienstleistungsformen Selbstkostenverlag und Self-Publishing-Plattform dadurch, dass hierbei allein der Autor das Geschäftsrisiko einer Veröffentlichung trägt, er mit den Dienstleistern keine Verlagsverträge, sondern Werkverträge abschließt und seine Veröffentlichungen somit als Selbstpublikationen gelten.

EntwicklungenBearbeiten

Mit der Entwicklung der digitalen Datenverbreitung hat auch das Buchverlagswesen in den letzten Jahren seine Angebote erweitert und ist nicht mehr wie in früheren Jahrhunderten an das Papier als physischen Datenträger gebunden. Zuvor traditionell in Heftform gebundene Verlagsvorschauen sind inzwischen auch online abzurufen.

Die meisten Buchverlage sind noch mittelständische Unternehmen, doch gibt es eine starke Tendenz zur Bildung von Verlagsgruppen. Die Konzentration in der Verlagsbranche stieg beispielsweise 2006 um insgesamt mindestens zehn Prozent auf über 150 Übernahmen an. Vor allem große, marktbewegende Übernahmen haben deutlich zugenommen (am meisten im Bereich Fachinformation). Ein kleiner, gegenläufiger Trend sind die Independent-Verlage. Zum Beispiel gab es 1997 in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen 161 derartige Verlage, 2008 waren es bereits 316.

Um am Markt zu bestehen oder Entlassungen zu vermeiden, bringen Verlage mittlerweile häufiger von ihrem Profil Abweichendes heraus. Der im Branchenjargon alte Begriff „Schnellschuss“ steht für eher schlecht recherchierte und redigierte Neuerscheinungen, die in eine unvorhergesehene Marktlücke passen. Eine Umfrage im Auftrag des Murmann Verlags zeigte 2018 jedoch, dass ein klares inhaltliches Profil eines Verlags heutzutage als weniger wichtiger Aspekt für einen guten Buchverlag betrachtet wird als beispielsweise ein gutes Programm, also eine gute Auswahl an Themen und Autoren, sowie inhaltlich sorgfältig entwickelte Bücher[4].

Siehe auchBearbeiten

LiteraturBearbeiten

  • Dokumentation deutschsprachiger Verlage. 15. Ausgabe. Mit CD-ROM. Hrsg. von Curt Vinz, Günter Olzog und Johann Hacker. Verlag moderne Industrie, Landsberg 2004, ISBN 978-3-636-03019-1 (Von der Erstausgabe 1962 bis zur 13. Ausgabe 1998 erschien diese Dokumentation alle drei Jahre neu im Olzog Verlag, München, ab der 14. Ausgabe 2001 im Verlag moderne Industrie, Landberg am Lech; die 15. Auflage von 2004 war die letzte).
  • Hans-Helmut Röhring, Klaus-W. Bramann (Hrsg.): Wie ein Buch entsteht. Einführung in den modernen Buchverlag. 9., überarbeitete und aktualisierte Auflage, Primus, Darmstadt 2011, ISBN 978-3-89678-735-4.
  • Michael Schickerling, Birgit Menche, Sybil Volks, Klaus-W. Bramann: Bücher machen: ein Handbuch für Lektoren und Redakteure; Programmplanung, Projektmanagement, Manuskriptbearbeitung, E-Books, rechtliche Aspekte, Herstellung, Vertrieb, Werbung und Öffentlichkeitsarbeit, Berufsbild Lektor, freie Mitarbeiter in Verlagen; Adressen, Literaturtipps, Checklisten. 3., aktualisierte und erweiterte Auflage. Bramann, Frankfurt am Main 2012, ISBN 978-3-934054-52-3.
  • Eduard Schönstedt, Thomas Breyer-Mayländer: Der Buchverlag: Geschichte, Aufbau, Wirtschaftsprinzipien, Kalkulation und Marketing. 3., vollständig überarbeitete und erweiterte Auflage. Metzler, Stuttgart / Weimar 2010, ISBN 978-3-476-02258-5.

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Duden: Fachverlag, online unter duden.de
  2. Duden: Fachbuchverlag, online unter duden.de
  3. Sigrid Pohl, Konrad Umlauf: Warenkunde Buch. Strukturen, Inhalte und Tendenzen des deutschsprachigen Buchmarkts der Gegenwart. 2., erneuerte Auflage. Harrassowitz Verlag, Wiesbaden 2007, ISBN 978-3-447-05622-9, S. 117 ff. (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche [abgerufen am 18. April 2013] 345 Seiten, broschiert).
  4. Umfrage zu Büchern: So wichtig ist das Internet für die Buchbranche. In: Murmann Magazin. 10. Oktober 2018 (murmann-magazin.de [abgerufen am 22. Oktober 2018]).