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Fachverlag

Verlag, der Informationen für die beruflich bedingte Nutzung verlegt

Ein Fachverlag oder auch Fachbuchverlag ist ein Verlag, der vorwiegend oder ausschließlich Fachbücher bzw. Fachliteratur verlegt,[1][2] die sich an „ein Fach­publikum meist mit Blick auf die professionelle Anwendung oder die Gewinnung neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse“ richtet.[3] Spezialisierte Unternehmensformen eines Fachverlags sind im engeren oder weiteren Sinn z. B. Universitätsverlage, Wissenschaftsverlage oder auch Unternehmensverlage.

GeschäftsmodellBearbeiten

Das Verlagsprogramm eines Fach- oder Fachbuchverlags kann neben Fachbüchern auch Hochschulschriften sowie Fachinformationen in weiteren Fachmedien, wie Zeitschriften, Loseblattwerke, Formulare, Newsletter, Software, CD-ROMs, DVDs, E-Books, Online-Angebote und Seminare umfassen.

Während namhafte Fachbuchverlage wie der Fachbuchverlag Leipzig oder der Fachbuchverlag Pfanneberg auch Bestseller im Verlagsprogramm haben, müssen viele andere Fach- oder Fachbuchverlage im Gegensatz zu einem Publikumsverlag per se einkalkulieren, dass die von ihnen verlegten Werke meist nur in einer geringen Auflagenhöhe produziert werden können.[4] Ein Gewinn kann somit nicht allein durch einen den Produktionskosten entsprechend hohen Verkauf von Exemplaren eines Fachbuchs erzielt werden, sondern bedarf einer Absatzgarantie durch Abonnenten[5] und – vor allem in Deutschland – in Form von Druckkostenzuschüssen, d. h. durch eine Beteiligung der Autoren an den Druckkosten.

Unter den Fachverlagen gibt es inzwischen die „sogenannten Wissenschaftsverlage, die außer dem reinen Druck der Dissertationen in hoher Stückzahl kaum andere Dienstleistungen anbieten“.[4][6] Anfang 2014 ist u. a. durch den Berliner Tagesspiegel bekannt geworden, dass die von derartigen Fachverlagen abverlangten Beteiligungen bzw. Druckkostenzuschüsse der Autoren für eine Dissertation „bis zu 10.000 Euro“[4] betragen können. Somit ist es fraglich, inwieweit derartige Fachverlage per se noch zu den Verlagen bzw. laut Eduard Schönstedt und seiner Untergliederung der Zuschussverlage[7] noch zu den „Druckkostenverlagen“ oder zu den „Herstellkosten“- und „Selbstkostenverlagen“ im Sinne von Dienstleistungsunternehmen für Selbstpublikationen zu zählen sind.

OrganisationenBearbeiten

Der Verein Deutsche Fachpresse vertritt die Interessen der Fachmedien-Anbieter in Deutschland und repräsentiert rund 350 Mitgliedsverlage.

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Duden: Fachverlag, online unter duden.de
  2. Duden: Fachbuchverlag, online unter duden.de
  3. Sigrid Pohl, Konrad Umlauf: Warenkunde Buch. Strukturen, Inhalte und Tendenzen des deutschsprachigen Buchmarkts der Gegenwart. 2., erneuerte Auflage. Harrassowitz Verlag, Wiesbaden 2007, ISBN 978-3-447-05622-9, S. 117 ff. (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche [abgerufen am 18. April 2013] 345 Seiten, broschiert).
  4. a b c Gemma Pörzgen: Doktor Digital – Die eigene Dissertation in einem Verlag unterzubringen, verschafft ihr Prestige. Doch das Internet ist preiswerter und schneller. Digitales Publizieren hängt auch vom Fach ab. online in Der Tagesspiegel vom 18. Februar 2014
  5. Bettina Wonschik: Kundenorientierung: Bedeutung und Realisation in Fachverlagen. Harrassowitz Verlag, Wiesbaden 1994. Siehe S. 34. (Volltext in der Google-Buchsuche) ISBN 978-3-447-03517-0.
  6. Die Bezeichnung „Wissenschaftsverlag“ ist im Duden nicht aufgeführt.
  7. Eduard Schönstedt: Der Buchverlag, Stuttgart 1991, S. 60–62.; siehe Seite 21 u. 22, Fußnote 44 in: Jong-Rak Shin: Selbstverlag im literarischen Leben des Exils in den Jahren 1933–1945; Dissertation, Juni 2007, PDF-Datei mit 220 Seiten (793 kB)