Imprint

zu einem Verlag gehörige Marke, die im Buchhandel selbst wie ein Verlag behandelt wird

Ein Imprint ist im Verlagswesen die Wortmarke eines Verlags, die im Buchhandel wie ein eigenständiger Verlag mit eigenem Layout und eigenem Logo auftritt. Imprints dienen primär dem Marketing gegenüber Buchhändlern und Lesern der zielgruppenspezifischen Ansprache.[1][2] Den tatsächlichen Verlag nennt immer das Impressum.

Große Verlage setzen Imprints ein, um ihr Verlagsprogramm in mehrere Segmente aufzuteilen. Imprints werden meist mit eigener Programmvorschau und weiteren Marketingmaßnahmen präsentiert; so lässt sich bei Händler und Lesern größere Aufmerksamkeit erzeugen als mit einer einzigen Programmvorschau. Viele Verlage bedienen sich Imprints, um einen neuen Programmbereich im Handel zu etablieren, ohne das Verlagsprofil zu sehr aufzuweichen: Piper verwendet den historischen Namen des Malik-Verlags als Imprint für Reise- und Abenteuerbücher.[3], der Reclam-Verlag bot Romane und populäre Sachbücher unter dem Imprint Reclam Leipzig an, die Eulenspiegel Verlagsgruppe bietet die Edition Ost als Imprint für ehemals SED-nahe Leserkreise an, und der Schulbuchverlag Klett produziert Wörterbücher unter dem Imprint PONS. Das Verlagshaus Deutscher Wissenschafts-Verlag (DWV) gründete sein Imprint German University Press, das auf Hochschulschriften spezialisiert ist. Über Imprints lassen sich Werbeeffekte bündeln und eine differenzierte Preispolitik betreiben. So kann ein Verlag mit überwiegend hochpreisigen Büchern einen Billig-Imprint einsetzen und damit das niedrigpreisige Moderne Antiquariat bedienen, ohne die eigene Marke zu beschädigen (z. B. Dorling Kindersley mit dem Imprint Coventgarden).

Großkonzerne führen aufgekaufte oder im eigenen Besitz befindliche, vormals eigenständige Verlage als Imprint weiter, um im Handel Kontinuität zu demonstrieren. Die Verlagsgruppe Random House (Bertelsmann) führt beispielsweise als Imprints u. a. die Verlage C. Bertelsmann Verlag, Heyne, Goldmann, DVA, Südwest, Manesse und Falken mit ihrem eingeführten Verlagsprofil weiter[4][5]

„[…] die Gruppen Bertelsmann und Holzbrinck kaufen Verlage auch als sog. Imprint-Verlage auf: Der alte Verlag bleibt dem Namen nach bestehen; abgesichert – oder angeleitet – durch den Konzern, können für den Aufkäufer imagefördernde Projekte umgesetzt werden.“[6]

Der Begriff Imprint wird auch für die Platzierung eines fremden Firmenlogos auf einer Veröffentlichung verwendet. Druckereien bieten beispielsweise das Imprint als Preisoption an; hier wird der Druck vergünstigt angeboten und im Gegenzug das Logo der Druckerei prominent auf der Veröffentlichung präsentiert.

Siehe auchBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Neue Imprints und große Hoffnungen am Markt. Abgerufen am 23. Februar 2020.
  2. Marktspiegel. Abgerufen am 23. Februar 2020.
  3. Impressum des Piper Verlags - "Unsere Verlage". Abgerufen am 23. Februar 2020.
  4. Wolfgang Seidel: Die ältesten Familienunternehmen Deutschlands., FBV, 2019, Kapitel: Von der Pietisten Presse zum Weltmedienmulti
  5. Unsere Verlage - "Unsere Verlage". Abgerufen am 23. Februar 2020.
  6. Ralf Schnell (Hrsg.): Metzler Lexikon Kultur der Gegenwart: Themen und Theorien, Formen und Institutionen seit 1945. J. B. Metzler, 2000, S. 520.