Vinland Saga

Manga-Serie

Vinland Saga (jap. ヴィンランド・サガ, Vinrando Saga) ist eine historisch inspirierte Manga-Reihe von Makoto Yukimura, die seit 2005 erscheint und bislang über 3.000 Seiten umfasst. Die Geschichte beginnt mit dem jungen Isländer Thorfinn, der sich einer Bande von Wikingern anschloss, um deren Anführer, dem Mörder seines Vaters, im Zweikampf zu besiegen, und somit den Tod seines Vaters zu rächen.

Vinland Saga
Originaltitelヴィンランド・サガ
TranskriptionVinrando Saga
Vinland Saga logo.svg
Genre Abenteuer, Historiendrama, Shōnen/Seinen
Manga
Land JapanJapan Japan
Autor Makoto Yukimura
Verlag Kodansha
Magazin Shōnen Magazine, Afternoon
Erstpublikation 2005 – …
Ausgaben 23
Anime-Fernsehserie
Produktionsland JapanJapan Japan
Originalsprache Japanisch
Jahr 2019
Studio Wit Studio
Länge 25 Minuten
Episoden 24
Regie Shūhei Yabuta
Musik Yutaka Yamada
Erstausstrahlung 7. Juli 2019 auf NHK General TV

2019 wurde eine Animeumsetzung der Reihe durch Wit Studio veröffentlicht. Auf deutsch untertitelt ist diese bei Prime Video zu sehen.

InhaltBearbeiten

Historischer HintergrundBearbeiten

Yukimura setzt seine Geschichte ins Europa des frühen 11. Jahrhunderts und verknüpft dabei Fiktion mit historischen Personen, Schlachten und anderen Gegebenheiten. So erzählt er unter anderem von der Invasion der Wikinger unter Dänenkönig Sven Gabelbart in England und der dort geführten Schlachten, von den Jomswikingern und den Entdeckungsfahrten Leif Erikssons. Dabei geht er über den reinen geschichtlichen Rahmen hinaus und versucht die damalige Zeit detailliert wiederzugeben. Dabei geht es auch um den ursprünglichen heidnischen Glauben der Wikinger und die fortschreitende Christianisierung.

Im Manga tauchen auch verschiedene historische Persönlichkeiten auf. Darunter Leif Eriksson, der in Island als Geschichtenerzähler auftritt, und Sigvald von Seeland als König der Jomswikinger. Auch Thorkell, König Sweyn I. und Prinz Canute gehören zu den historischen Persönlichkeiten.

HandlungBearbeiten

Im Jahre 1002 ist Thorfinn sechs Jahre alt und lebt mit seiner Familie in einer kleinen Siedlung auf Island. Das Leben mit seinem Vater Thors, seiner Mutter Helga und seiner älteren Schwester Ylfa dort ist zwar hart, aber unbeschwert. Sein Vater, der den Beinamen „Troll von Joms“ trägt, täuschte in einer Schlacht vor Norwegen seinen Tod vor, um von den Jomswikingern desertieren zu können, und verschwand mit seiner Frau nach Island. Seine Mutter ist eine Tochter König Sigvaldis. Die einzigen Abenteuer bringen die Geschichten des belächelten Leif Eriksson, der von der Entdeckung des sagenumwobenen Vinlands berichtet.

Doch dies ändert sich, als ein Kriegsschiff in den Hafen einläuft. An Bord ist Floki, ein Gesandter König Sigvaldis von Jomsburg, der Thorfinns Vater dazu erpresst, sie in der Schlacht um England zu unterstützen. Dieser, ein ehemaliger Kriegsheld, der dem Töten aber lange abgeschworen hat, willigt widerstrebend ein und macht ein Schiff nach Jomsburg klar. Mit einigen übereifrigen jungen Männern des Dorfes und in Begleitung von Leif bricht er auf. Thorfinn versteckt sich heimlich an Bord. In der Zwischenzeit erteilt Floki auf den Färöer-Inseln dem Anführer einer Söldnertruppe, Askeladd, den Auftrag Thors zu töten.

So kommt es bald zum Duell zwischen Askeladd und Thors, wobei Thorfinns Vater der Sieger ist. Dieser verliert aber dennoch sein Leben, als er jenes seines Sohnes zu schützen versucht. Einzig vom Wunsch nach Rache getrieben, schließt sich Thorfinn daraufhin Askeladd an, um diesen eines Tages in einem fairen Duell zu besiegen.

Sechs Jahre später überfallen Wikinger unter Dänenkönig Sweyn England, darunter auch Askeladd und seine Truppe. Thorfinn übernimmt die Schmutzarbeit für Askeladd, um sich dadurch das Recht auf fortwährende Duelle zu verschaffen. Im Jahr 1013 scheint der Krieg für England verloren. Nur London hält unter der Führung des Jomswikingers Thorkell den Belagerern stand. Nach einem weiteren gescheiterten Angriff, in dessen Folge es zum Kampf zwischen Thorfinn und Thorkell kommt, ziehen sich die Dänen zurück und König Sweyn schickt seinen jüngsten Sohn, Knut, die Belagerung fortzusetzen, doch auch dieser scheitert.

Der Prinz und sein Treuer Ragnar werden daraufhin von Thorkell gejagt. In der Folge gelingt es Askeladd und seiner Truppe des Prinzen habhaft zu werden. Askeladd nutzt Canute zunächst als politische Marionette; opfert sich jedoch, um Canute den Thron zu sichern. Seiner Rache beraubt attackiert Thorfinn den Prinzen, wird aber überwältigt und als Sklave an einen Farmer verkauft. Dort sinnt Thorfinn über den zukünftigen Inhalt seines Lebens, während Canute durch Intrigen die Herrschaft über England erlangt.

VeröffentlichungenBearbeiten

Von April bis Oktober 2005 erschien Vinland Saga jede Woche als Fortsetzungsgeschichte im Shōnen Magazine, einem der auflagenstärksten Manga-Magazine. Seit Dezember 2005 wird der Manga monatlich im sich an eine ältere Zielgruppe richtenden Afternoon fortgeführt, weil Yukimura den wöchentlichen Erscheinungsrhythmus nicht einhalten konnte. Der Kōdansha-Verlag bringt die im Magazin vorher veröffentlichten Einzelkapitel auch in Sammelbänden (Tankōbon) heraus, von denen bislang 21 erschienen sind.

Der Manga wurde ins Chinesische, Koreanische, Italienische, Spanische, Englische und Französische übersetzt. Carlsen Comics veröffentlicht den Manga in Deutschland seit März 2012 in bisher 23 Bänden.

AnimeBearbeiten

Eine 24-teilige Anime-Fernsehserie von Wit Studio wurde von Juli bis Dezember 2019 im NHK General TV ausgestrahlt.

SynchronisationBearbeiten

Rolle japanischer Sprecher (Seiyū)
Askeladd Naoya Uchida
Thorfinn Yuuto Uemura
Canute Kensho Ono
Thorkell Akio Ootsuka
Thors Kenichirou Matsuda

RezeptionBearbeiten

Die Reihe gewann 2012 den Kōdansha-Manga-Preis in der Allgemeinen Kategorie.[1] Außerdem war die Serie kommerziell erfolgreich, so verkaufte sich der 19. Band in den ersten drei Wochen nach Erscheinen über 120.000 mal.[2]

Die deutsche Zeitschrift Animania schreibt, der Autor erwecke „mit erstaunlicher Faktentreue eine bewegende zeitgeschichtliche Epoche voller tiefgreifender politischer und gesellschaftlicher Umwälzungen zum Leben“ und biete „eine stimmige Darstellung der damaligen Rituale, Bräuche und Lebensumstände“. Die realistischen Bilder blieben „trotz blutig-expliziter Kampfszenen ohne den reißerischen Voyeurismus eines Berserk“. Trotz der historisch genauen Darstellung, die oft Bezug auf archäologisch verbürgte Kleidung und Gebäude nimmt, würden „die Charaktere in ihren Handlungsmotiven für den heutigen Leser dennoch greifbar“.[3]

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. 36th Annual Kodansha Manga Awards Announced. In: Anime News Network. 10. Mai 2012, abgerufen am 10. Mai 2012 (englisch).
  2. Japanese Comic Ranking, May 1-7. Anime News Network, 10. Mai 2017, abgerufen am 7. Juli 2017.
  3. Animania 04–05/2012, S. 54.