Unter anderen Umständen: Im finsteren Tal

Fernsehfilm von Judith Kennel (2019)

Im finsteren Tal ist ein deutscher Fernsehfilm von Judith Kennel aus dem Jahr 2019. Es handelt sich um die 15. Folge der Krimiserie Unter anderen Umständen mit Natalia Wörner in der Hauptrolle.

Folge der Reihe Unter anderen Umständen
OriginaltitelIm finsteren Tal
ProduktionslandDeutschland
OriginalspracheDeutsch
Produktions-
unternehmen
Network Movie
im Auftrag des ZDF
Länge90 Minuten
AltersfreigabeFSK 12
EinordnungFolge 15 (Liste)
Deutschsprachige
Erstausstrahlung
21. Januar 2019 auf ZDF
Stab
RegieJudith Kennel
DrehbuchAndré Georgi
nach einer Vorlage von Gwendolyn Bellmann und Marianne Wendt
ProduktionJutta Lieck-Klenke
Dietrich Kluge
MusikJean-Paul Wall
KameraNicolay Gutscher
SchnittFriederike von Normann
Besetzung

HandlungBearbeiten

Der bisherige Dienststellenleiter der Schleswiger Mordkommission, Arne Brauer, hat sich zu seinem 57. Geburtstag in die Berge Österreichs zurückgezogen. Damit will er gleichzeitig einer persönlichen Demütigung entgehen, denn aufgrund einer Ausschreibung wurde seine Mitarbeiterin Jana Winter zur leitenden Kommissarin ernannt, was er noch nicht verziehen hat. Entsprechend ertränkt er seinen Frust im Alkohol und wird in diesem Zustand Opfer eines Attentats. Kaum bemerkt er, wie eine Person von einem Felsen in die Tiefe stürzt, wird auch schon auf ihn geschossen.

Als Jana Winter die Nachricht erreicht, zögert sie nicht nach Bad Gastein zu fahren und ihrem Kollegen beizustehen. Dort angekommen trifft sie auf Bezirksinspektor Franz Robanegg, der hier die Ermittlungen zu dem Vorfall leitet. Niemand kann sich erklären, warum auf Brauer geschossen wurde, doch nachdem eine Frauenleiche in der Schlucht gefunden wird, stellt Jana Winter einen Zusammenhang her. Brauer meint sich nach einiger Zeit daran erinnern zu können jemanden nach unten stürzen gesehen zu haben. Robanegg ist zunächst wenig begeistert, dass sich die deutsche Kommissarin in seine Arbeit einmischt, doch fügt er sich seinem Schicksal und arbeitet mit ihr zusammen. Dabei bleibt Jana nicht verborgen, dass ihr Robanegg nicht immer die ganze Wahrheit sagt. Der Grund dafür findet sich, als Winter feststellt, dass der halbe Ort miteinander verwandt zu sein scheint und so auch Robaneggs Frau mit zum Kreis der Verdächtigen gehört. Sie ist die Tochter des Hotelbesitzers Peter Kroll, der sich, als Patriarch, gerade schwer tut das Ruder der jüngeren Generation zu überlassen. Sein Sohn Georg hat vor, aufgrund der stetig sinkenden Übernachtungszahlen, das Hotel an einen englischen Investor zu verkaufen. Seinem Vater gefällt das überhaupt nicht, zumal ein aktuelles geologischen Gutachten zu den aktuellen Radonwerten in einem Bergwerkstollen der Region, den Verkaufswert der Immobilie stark vermindert. Wie sich nun herausstellt, ist die tote Frau aus den Bergen Geologin, deren Mann die Radon-Messungen vorgenommen hatte. Da er von dem neuen Investor bestochen wurde, die Werte so zu manipulieren, damit dieser finanzielle Vorteile beim Kauf des Hotels hat und seine Frau dies Georg Kroll, mit dem sie eine Affäre hatte, verraten wollte, gerät Geologe Thomas Ortlauer unter Tatverdacht. Doch schon bald ist klar, dass die Frau nicht im Gebirgsfluss ertrunken ist, sondern in einem Schwimmbad. Damit rücken die Eigentümer des Hotel in den Focus und als Georg Kroll erhängt aufgefunden wird, scheint dies als ein Schuldeingeständnis.

Vor Wut auf ihren Vater, von dem sie sich schon vor Jahren wegen seiner Gewalttätigkeit und Selbstgerechtigkeit losgesagt hatte und dem sie die ursächliche Schuld am Selbstmord ihres Bruders gibt, erschießt Feli Robanegg ihren Vater mit einem Jagdgewehr. Sie gibt an, ihrem Bruder bei der Entsorgung der Leiche geholfen zu haben. Nachdem die Geologin im Schwimmbad unglücklich gestürzt war, wollten sie deren Tod als Unfall im Gebirge tarnen. Als zufällig Arne Brauer den Weg in der Nacht entlang kam, hatte sie auf ihn geschossen.

HintergrundBearbeiten

Im finsteren Tal wurde vom 11. April bis zum 15. Mai 2018 in Schleswig gedreht und am 21. Januar 2019 im ZDF als Fernsehfilm der Woche gesendet.[1]

RezeptionBearbeiten

EinschaltquotenBearbeiten

Die Erstausstrahlung von Im finsteren Tal am 21. Januar 2019 im ZDF verfolgten 7,71 Millionen Zuschauer, dies entsprach Marktanteilen von 23,0 Prozent.[2]

KritikenBearbeiten

Harald Keller von Tittelbach.tv schrieb: „Hochgebirge statt Flachland, Bergbäche statt Meerblick – die Umstände sind tatsächlich einmal völlig anders im fünfzehnten Film der ZDF-Reihe, die eben diesen Namen trägt: ‚Unter anderen Umständen‘.“ „Autor André Georgi und Regisseurin Judith Kennel machen aus ‚Im finsteren Tal‘ eine subtil erzählte Familientragödie vor dem Hintergrund überkommender patriarchalischer Strukturen.“[2]

Die Kritiker der Fernsehzeitschrift TV Spielfilm vergaben die beste Wertung (Daumen nach oben) und schrieben: „Auf Nicht blöd, die Flachland-Kommissarin mal in einem anderen Umfeld zu zeigen. Der Fall reißt nicht so mit, er zeigt Jana Winter aber als empathische, gut beobachtende Ermittlerin.“ Fazit: „Winter im Süden: Krimi mit frischer Gastrolle.“[3]

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Unter anderen Umständen - Im finsteren Tal bei united.com, abgerufen am 14. April 2019.
  2. a b Harald Keller: Wörner, Obonya, Rubey, Kennel. Flachlandermittler im Gebirge – und in Hochform bei Tittelbach.tv, abgerufen am 14. April 2019.
  3. Kurzkritik bei tvspielfilm.de, abgerufen am 14. April 2019.