Hauptmenü öffnen

Der Tourismus ist einer der wichtigsten Wirtschaftsfaktoren Schleswig-Holsteins. Das nördlichste deutsche Bundesland wird wegen seiner geographischen Lage auch als ,,Land zwischen den Meeren bezeichnet‘‘. Aufgrund seiner Küsten an der Nordsee und Ostsee verfügt es über eine Vielzahl an Inseln, Badestränden und Wassersportmöglichkeiten. Ebenso bietet Schleswig-Holstein sowohl Strandurlaube mit der Familie, Erholung, Aktivurlaube mit dem Fahrrad, als auch Entdeckungs- und Erkundungsreisen von Stadt und Natur. Besonders das Wattenmeer als UNESCO Weltnaturerbe, die Leuchttürme an Nord- und Ostsee, Seebrücken und das Holstentor in Lübeck sind einige der vielen maritimen Hauptanziehungspunkte.

Die Tourismusbranche im Land weist ein stetiges Wachstum auf. Nicht nur im Sommer, sondern auch außerhalb der Hauptsaison steigen die Gäste- und Übernachtungszahlen an.[1] Schleswig-Holstein gewinnt dabei auch als Tagungs- und Kongressstandort zunehmend an Bedeutung. Das Land zählt zu den beliebtesten deutschen Reisezielen und erreichte im Ländervergleich in Deutschland im Jahr 2018 nach Mecklenburg-Vorpommern und Bayern den dritten Platz.[2]

Inhaltsverzeichnis

Bedeutende ReisezieleBearbeiten

StatistikBearbeiten

2018 standen in Schleswig-Holstein durchschnittlich insgesamt 206.125 Gästebetten zur Verfügung, die im selben Jahr von 8.595.190 Gästen zu 34.453.151 Übernachtungen genutzt wurden. 1.892.348 der Gäste (ohne Camping) kamen aus dem Ausland, das entspricht etwa 6,3 % aller Übernachtungsgäste. Die Bäder an der Ostsee hatten dabei fast doppelt so viele Gäste (4.213.025) wie die an der Nordsee (2.127.100), allerdings blieben die Nordseegäste länger (5,6 Tage) als die Gäste an der Ostsee (3,9), so dass der Unterschied zwischen der Anzahl der Übernachtungen nicht ganz so stark ausfällt. An der Ostsee wurden insgesamt etwa 36 % mehr Übernachtungen (16.323.566) gebucht als an der Nordsee (12.009.835). Touristisch weniger wichtig waren die Holsteinische Schweiz (233.142 Gäste mit 954.473 Übernachtungen) und das übrige Binnenland (2.021.923 Gäste mit 5.165.277 Übernachtungen). Die wichtigsten Städte und Gemeinden für den Fremdenverkehr waren, geordnet nach der Zahl der Übernachtungen (ohne Camping) im Jahr 2018:

 
Pfahlbau am Strand von St. Peter-Ording
  • Sylt, Nordsee: 2.989.691 Übernachtungen, 484.766 Gäste
  • Lübeck: 1.825.115 Übernachtungen, 754.190 Gäste
  • Sankt Peter-Ording, Nordsee: 1.513.481 Übernachtungen, 288.588 Gäste
  • Grömitz, Ostsee: 1.346.536 Übernachtungen, 235.988 Gäste
  • Timmendorfer Strand, Ostsee: 1.298.702 Übernachtungen, 320.276 Gäste
  • Fehmarn, Stadt, Ostsee: 1.190.592 Übernachtungen, 228.602 Gäste
  • Büsum, Nordsee: 1.169.527 Übernachtungen, 222.033 Gäste
  • Wyk auf Föhr, Nordsee: 892.569 Übernachtungen, 110.561 Gäste
  • Kiel: 805.038 Übernachtungen, 385.648 Gäste
  • Scharbeutz, Ostsee: 774.317 Übernachtungen, 175.990 Gäste
  • Wenningstedt, Sylt, Nordsee: 764.302 Übernachtungen, 112.241 Gäste
  • Heiligenhafen, Stadt: 629.018 Übernachtungen, 154.269 Gäste

Wichtigstes Seeheilbad war die Gemeinde Sylt mit 2.989.691 Übernachtungen, wichtigster Luftkurort Bad Segeberg mit 212.910 Übernachtungen.[3]

LandschaftenBearbeiten

 
Westerkoog in Dithmarschen

NordseeBearbeiten

 
Helgoland aus der Vogelperspektive

Ostsee und Holsteinische SchweizBearbeiten

Herzogtum Lauenburg und StormarnBearbeiten

BinnenlandBearbeiten

StädteBearbeiten

Regelmäßige Veranstaltungen (Auswahl)Bearbeiten

 
Windjammerparade während der Kieler Woche, 2007
Regattas und Hafenfeste mit Volksfestcharakter
Weitere Volksfeste und Großereignisse
Filmfestivals
Musikfestivals
Theaterfestivals
Karneval
  • Karneval in Marne mit Rosenmontagszug (22.000 Gäste im Jahr 2015)[8] von der Marner Karnevals Gesellschaft (MKG)
Kulinarische Festivals und Feste

Bedeutende MuseenBearbeiten

 
Bauernhäuser in Molfsee

Rad- und WanderwegeBearbeiten

Bedeutende FreizeiteinrichtungenBearbeiten

Übernachtung und GastronomieBearbeiten

ÜbernachtungBearbeiten

Schleswig-Holstein verfügt über eine Vielzahl an Hotels, Pensionen und auch Jugendherbergen. Übernachtungsmöglichkeiten in Strandnähe sind naturgemäß besonders beliebt. Auch Privatunterkünfte auf dem Land und Ferien auf dem Bauernhof werden angeboten. Wachsender Beliebtheit erfreuen sich ebensoHeuhotels, Schlafstrandkörbe und Hausboote. Daneben gibt es eine zahlreiche Ferienhäuser und Campingplätze.

EssenBearbeiten

Schleswig-Holstein ist ein Agrarland und auch Fischereistandort. Beides spiegelt sich in den Angeboten der heimischen Gastronomie wider.

Durch die Milchproduktion gibt es eine Vielfalt an heimischen Käsesorten.

Berühmt ist der Holsteiner Katenschinken. Auch andere geräucherte Speisen wie der Räucheraal haben hier eine alte Tradition. Eine lokale Besonderheit sind die (traditionell in Eckernförde hergestellten) „Kieler Sprotten“. Diese kleinen geräucherten Fische werden oft komplett verspeist, doch Kenner entfernen Kopf und Rückgrat mit einem geschickten Handgriff.

Das Krabbenpulen ist in den Fischereiorten an der Nordsee verbreitet. Dabei wird die Außenschale der Krabben entfernt (weggepult), um an das Innere zu gelangen. Nordseekrabben finden sich selbstverständlich in der heimischen Küche. Allerdings wurden viele bereits gepult erhältliche Krabben zwar in der Nordsee gefangen, aber tiefgekühlt etwa nach Polen oder Marokko verschifft, da dort das arbeitsintensive Pulen wesentlich billiger ist.

Auch heimische Miesmuscheln und Maischollen werden zur Saisonzeit angeboten.

Die Heringssaison führt viele Angler an die Meeresarme der Ostsee, wo sich die Heringe versammeln. Matjes ist hier ebenso beliebt wie der Bismarck-Hering.

Ein weiteres bekanntes norddeutsches Gericht ist der Labskaus. Das Gericht wird von Hamburg bis nach Flensburg regional unterschiedlich zubereitet, in Flensburg beispielsweise mit Matjes und Corned Beef. Kenner streiten sich, ob der Labskaus Fisch enthalten darf oder nicht sogar muss.

Weltberühmt ist das Lübecker Marzipan. Es wurde eigentlich aus der Not während einer Belagerung der Stadt Lübeck geboren, als die Bäcker kein Korn mehr hatten, aber reichlich Mandeln. Heute gilt es als das Mitbringsel aus Schleswig-Holstein, und der bekannte Hersteller Niederegger exportiert seine Marzipanprodukte weltweit. Zum Lübecker Marzipan passt ein Schluck Lübecker Rotspon.

In ganz Norddeutschland und Dänemark verbreitet ist die Rote Grütze.

TrinkenBearbeiten

Besonders an der Westküste gibt es eine dem Trinken von Ostfriesentee vergleichbare alte Tee-Tradition. Eine Besonderheit des Landes ist jedoch der Pharisäer, ein Kaffee mit Sahnehäubchen und einem kräftigen Schuss (Rum oder andere Spirituosen). Andere traditionelle alkoholhaltige Heißgetränke sind der Grog und der Punsch (mit oder ohne Schuss bzw. Köm, aber immer ein Glühwein).

Der Rum aus Flensburg ist ebenso bekannt wie der Bommerlunder, ein Aquavit (Kümmelschnaps). In den letzten 20 Jahren wurde die Flensburger Brauerei durch die Comicfigur Werner bundesweit bekannt. Das Flens genannte Bier wird überregional ausgeschenkt und kommt in einer charakteristischen Bügelflasche. Eine andere wichtige Brauerei ist die Dithmarscher Brauerei.

Siehe auchBearbeiten

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Daten Januar bis Dezember 2018 in Datei vom Dezember 2018 statistik-nord.de, abgerufen am 4. März 2019
  2. Top 10 Urlaubsreiseziele 2018 im Inland und Ausland[1] reiseanalyse.de, abgerufen am 7. März 2019
  3. Daten Januar bis Dezember 2018 in Datei vom Dezember 2018 statistik-nord.de, abgerufen am 4. März 2019
  4. Gunnar Dommasch: Nautics: Volkszählung im Minutentakt. In: Flensburger Tageblatt. 16. August 2010, abgerufen am 10. Juli 2014.
  5. Jens Bluhm: Holstenköste: Zum Jubiläum eine Sonnenköste. In: Holsteinischer Courier. 16. Juni 2014, abgerufen am 9. April 2015.
  6. Die Wiedergeburt des Tummelum. In: Flensburger Tageblatt. 17. März 2012, abgerufen am 10. Juli 2014.
  7. Janna Wilke: Die „Festmacher“ des Dampf-Rundum. In: Flensburger Tageblatt. 28. Juli 2009, abgerufen am 10. Juli 2014.
  8. Küsten-Karneval versetzt Marne in Ekstase. In: Ndr.de. 16. Februar 2015, abgerufen am 9. April 2015.
  9. Weltfischbrötchentag: Mit Matjes, ohne Gedöns. Spiegel Online, 10. Mai 2012, abgerufen am 5. März 2014.
  10. Weltfischbrötchentag: Kreativstes Brötchen gesucht. Fischmagazin, 31. Januar 2014, abgerufen am 5. März 2014.
  11. Weltfischbrötchentag - was bisher geschah... Ostsee-Holstein_Tourismus e.V., abgerufen am 5. März 2014.
  12. Tourismus Agentur Schleswig-Holstein: [www.sh-tourismus.de/aktivitaet/mit-dem-rad/eider-treene-sorge-radweg Eider-Treene-Sorge Radweg.] Tourismus Agentur Schleswig-Holstein, abgerufen am 7. März 2019.
  13. Fahrradstrecke Grenzroute. Landesprogramm Wirtschaft und das Land Schleswig-Holstein, abgerufen am 7. März 2019.
  14. Holsteinische Schweiz-Radtour. Tourismus Agentur Schleswig-Holstein, abgerufen am 7. März 2019.
  15. Elberadweg- Fernwege in Schleswig-Holstein. Tourismus Agentur Schleswig-Holstein, abgerufen am 7. März 2019.
  16. Iron Curtain Trail- Radfernwege in Schleswig-Holstein. Tourismus Agentur Schleswig-Holstein, abgerufen am 7. März 2019.