Thomas Hacker

deutscher Politiker und Mitglied des Bayerischen Landtags
Thomas Hacker 2020

Thomas Hacker (* 9. Oktober 1967 in Bayreuth) ist ein deutscher Politiker (FDP) und Diplom-Kaufmann. Von 2008 bis 2013 war er MdL des Bayerischen Landtags und dort Vorsitzender der FDP-Landtagsfraktion. Seit 2017 ist er Mitglied des Deutschen Bundestages.

LebenEdit

Nach Abitur und Wehrdienst absolvierte Hacker einer Ausbildung zum Bankkaufmann und studierte anschließend Betriebswirtschaftslehre mit den Schwerpunkten betriebswirtschaftliche Steuerlehre sowie Finanzwirtschaft und Bankbetriebslehre an der Universität Bayreuth. Von 2002 bis 2016 war er Sozietätspartner einer Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungskanzlei mit Sitz in Kulmbach und Niederlassungen in Bayreuth, Bamberg, Hof, Plauen, Kemnath und Weiden in der Oberpfalz.

Thomas Hacker ist Kirchenvorsteher der Erlöserkirche Bayreuth und Mitglied der Synode des Dekanatsbezirks Bayreuth in der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern. Dort war er von 2008 bis 2014 im Dekanatsausschuss. Des Weiteren war von 2000 bis 2019 Vorsitzender des 1. FC Bayreuth von 1910 e.V. Hacker ist außerdem Mitglied der überparteilichen Europa-Union Deutschland, die sich für ein föderales Europa und den europäischen Einigungsprozess einsetzt. Er ist Vorstandsmitglied der Parlamentariergruppe Europa-Union.

PolitikEdit

Seit 1995 ist Hacker Mitglied der FDP.

KommunalpolitikEdit

Von 1997 bis 2009 war er Vorsitzender des FDP-Kreisverbandes Bayreuth. Von 1998 bis 2006 war er Schatzmeister des FDP-Bezirksverbandes Oberfranken. Vom 18. September 2006 bis 16. November 2016 war er Vorsitzender dieses Bezirksverbandes[1].

Seit der bayerischen Kommunalwahl im März 2008 ist Hacker Mitglied des Stadtrates seiner Heimatstadt Bayreuth und war dort stellvertretender Fraktionsvorsitzender der Fraktionsgemeinschaft Junges Bayreuth/FDP. 2014 wurde er erneut in den Stadtrat gewählt und amtiert dort seither als Fraktionsvorsitzender der Fraktion FDP/Die Unabhängigen.

Im Jahr 2018 wurde durch einen Pressebericht bekannt, dass es 2016 bei Mietzahlungen der FDP-Bezirksgeschäftsstelle an Hacker zu „Ungereimtheiten“ kam, bei dem aber kein finanzieller Schaden entstand. In diesem Rahmen akzeptierte er am 4. Oktober 2017 eine Geldstrafe des Amtsgerichts Bayreuth.[2]

LandespolitikEdit

Thomas Hacker zog 2008 über die Wahlkreisliste Oberfranken in den Bayerischen Landtag ein. Er wurde dort zum Rechnungsprüfer seiner Fraktion gewählt. Bei der gemeinsamen Sitzung von FDP-Landesvorstand Bayern und der FDP-Landtagsfraktion Bayern am 27. Oktober 2008 wurde er als Nachfolger von Martin Zeil (der Bayerischer Staatsminister für Wirtschaft, Infrastruktur, Verkehr und Technologie sowie stellvertretender Ministerpräsident wurde) im Amt des Fraktionsvorsitzenden nominiert. Am 31. Oktober wählte ihn die FDP-Fraktion einstimmig in dieses Amt. Als Fraktionsvorsitzender der FDP im Bayerischen Landtag war er Mitglied im Ältestenrat sowie im Koalitionsausschuss von CSU und FDP. Am 28. September 2012 wurde er zum Sprecher der FDP-Fraktionsvorsitzendenkonferenz (FVK) gewählt.[3]

Von April 2011 bis November 2013 war Hacker zudem stellvertretender Landesvorsitzender der FDP Bayern. Beim Bundesparteitag der FDP in Rostock vom 13. bis 15. Mai 2011 wählten ihn die Delegierten als Beisitzer in den neuen FDP-Bundesvorstand.[4] Im Dezember 2011 übernahm Hacker dann das Amt des Präsidenten der FDP-nahen Thomas-Dehler-Stiftung, weil der bisherige Stiftungspräsident Max Stadler überraschend verstorben war.

Im Oktober 2013 schied aus dem Landtag aus, da die FDP bei der Landtagswahl an der Fünf-Prozent-Hürde scheiterte. Nach dem darauf folgenden Rücktritt der FDP-Landesvorsitzenden Sabine Leutheusser-Schnarrenberger kandidierte Hacker für dieses Amt, verlor am 23. November 2013 aber überraschend mit 157 zu 205 Stimmen gegen Albert Duin.

BundespolitikEdit

Für die Bundestagswahl 2017 kandidierte Hacker als FDP-Kandidat im Wahlkreis Bayreuth und zog über Platz 10 der Landesliste der FDP Bayern in den 19. Deutschen Bundestag ein. Dort ist er Mitglied im Ausschuss für die Angelegenheiten der Europäischen Union und Obmann im Ausschuss für Kultur und Medien.[5] Im letzteren ist er medienpolitischer Sprecher der Fraktion.[6] Seine Fraktion vertritt er im Beirat der Stasi-Unterlagenbehörde.

AuszeichnungenEdit

WeblinksEdit

Commons: Thomas Hacker – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseEdit

  1. Thomas Hacker nicht mehr Vorsitzender | Nordbayerischer Kurier. In: Nordbayerischer Kurier. Abgerufen am 22. November 2016.
  2. nordbayern.de: Thomas Hacker akzeptiert Strafe des Amtsgerichts Bayreuth. 4. März 2018, abgerufen am 14. August 2019.
  3. Thomas Hacker leitet Konferenz der FDP-Fraktionschefs. Freie Demokraten. Abgerufen am 10. November 2017.
  4. FDP setzt auf Thomas Hacker. Nordbayern. 10. Dezember 2012. Abgerufen am 10. November 2017.
  5. Pressemitteilung: Besetzung Bundestagsausschüsse. In: fdpbt.de. Fraktion der Freien Demokraten im Deutschen Bundestag, 14. Januar 2018, abgerufen am 25. Januar 2018.
  6. Besetzung Sprecher. In: fdpbt.de. FDP-Fraktion, 30. Januar 2018, abgerufen am 1. Februar 2018.