The French Angel

französischer Wrestler

Maurice Tillet (* 23. Oktober 1903 im Uralgebirge, Russisches Kaiserreich; † 4. September 1954 in Chicago, Illinois) war ein französischer Wrestler, der ab den 1940er-Jahren unter dem Namen „The French Angel“ auftrat und wiederholt den Titel des Schwergewichtsmeisters der American Wrestling Association trug.

Maurice Tillet FrankreichFrankreich
Fotografie von Tillet aus dem Jahr 1940

Fotografie von Tillet aus dem Jahr 1940

Daten
Ringname The French Angel
Namenszusätze Unstoppable
Körpergröße 173 cm[1]
Kampfgewicht 127 kg
Geburt 23.10.1903
Ural, Russisches Kaiserreich
Tod 04.09.1954
Chicago, Illinois
Trainiert von Karl Pojello
Debüt 1937
Ruhestand 1953

LebenBearbeiten

Maurice Tillet wurde 1903 im Uralgebirge im Russischen Kaiserreich geboren, wo seine aus Frankreich stammenden Eltern arbeiteten, seine Mutter als Lehrerin, sein Vater als Lokomotivführer. Tillets Aussehen während seiner Kindheit war noch unauffällig. Wegen seines Gesichtes wurde er von seiner Mutter „Engelchen“ genannt, was zu seinem späteren Ringer-Namen führte. Sein Vater starb als er noch ein Kleinkind war. Im Jahr 1917 zog er zusammen mit seiner Mutter nach dem Ausbruch der Russischen Revolution wieder zurück nach Frankreich, wo sie sich in Reims niederließen. Im Alter von 20 Jahren bemerkte Maurice Tillet das Anschwellen seiner Hände und Füße sowie seines Kopfes. Ein Arzt, den er deswegen aufgesucht hatte, diagnostizierte Akromegalie, die zu Riesenwuchs führte. Der angestrebte Beruf eines Rechtsanwaltes war durch die Erkrankung hinfällig geworden, weshalb er mehrere Jahre als Maschinist bei der Französischen Marine Dienst tat, bis er seine Wrestling-Karriere begann.[2]

Wrestling-KarriereBearbeiten

 
Maurice Tillet bei einem Kampf mit Lou Thesz, 1940
 
Radio-Interview mit Tillet in Montreal, 1940.

Im Februar 1937 lernte Tillet in Singapur den professionellen Wrestler Karl Pojello kennen, der ihn überzeugte, ebenfalls eine solche Laufbahn einzuschlagen. Gemeinsam trainierten die beiden in der Folgezeit in Paris. Bis zum Ausbruch des Zweiten Weltkrieges stand Tillet zwei Jahre Lang sowohl in Frankreich, als auch in England im Ring. Danach emigrierte er gemeinsam mit Pojello in die Vereinigten Staaten. Dort promotete ihn ab 1940 Paul Bowser aus Boston unter dem Namen „The French Angel“ und baute ihn zur Hauptattraktion der Kämpfe auf. Seine Wrestling-Shows waren große Erfolge und er selbst wurde als „Unstoppable“ vermarktet. In den arrangierten Kämpfen ging er neunzehn Monate ohne Unterbrechung als Sieger hervor. Von Mai 1940 bis Mai 1942 trug Tillet den Titel eines Schwergewichtsmeisters der American Wrestling Association. Nach einem Ausflug in die kanadische Liga 1942 führte er den Titel erneut bis 1944. Sein Erfolg führte dazu, dass sich mehrere andere Wrestler ähnliche Ringnamen gaben:

  • Paul Olaffsen (Swedish Angel) – er litt ebenfalls an Akromegalie
  • Tony Angelo (Russian Angel)
  • Tor Johnson (Super Swedish Angel)
  • Jack Rush (Canadian Angel)
  • Wladislaw Tulin (Polish Angel)
  • Stan Pinto (Czech Angel)
  • Clive Welsh (Irish Angel)
  • Jack Falk (Golden Angel)
  • Gil Guerrero (Black Angel)
  • Jean Noble (Lady Angel)
 
Maurice Tillet, 1953

Ab dem Jahr 1945 hatte Tillet zunehmend gesundheitliche Probleme und wurde nicht mehr als „Unstoppable“ promotet. Ab 1950 freundete er sich mit dem Bildhauer Louis Linck an, der mehrere Gipsabdrücke von seinem Gesicht nahm. Eine der daraus entstandenen Abgüsse befindet sich heute im International Museum of Surgical Science in Chicago. Tillet willigte ein, seine Karriere bei seinem letzten Ringkampf am 14. Februar 1953 gegen Bert Assirati mit einer Niederlage zu beenden.[3]

TodBearbeiten

Tillet starb am 4. September 1954 in Chicago an Herzbeschwerden, nachdem er von dem Tod seines Trainers erfahren hatte. Er wurde auf dem Lithuanian National Cemetery in Justice, Illinois südlich von Chicago beigesetzt.

Kultureller EinflussBearbeiten

Mehrere Autoren haben darüber spekuliert, ob Maurice Tillets Aussehen als Vorlage für den Trickfilm-Helden Shrek diente und verhalfen Tillet so zu posthumen Ruhm bei Cineasten. Diese Vermutungen wurden von DreamWorks allerdings nie offiziell kommentiert.

WeblinksBearbeiten

Commons: Maurice Tillet – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Steckbrief bei genickbruch.com, aufgerufen am 4.10.2019
  2. Biogramm in der IMDb, aufgerufen am 4. Oktober 2019
  3. Übersicht der wichtigsten Karriere-Stationen bei OWN, aufgerufen am 4. Oktober 2019