Tatort: Stirb und werde

Episode der Fernsehserie Tatort

Stirb und Werde ist ein Fernsehfilm aus der Krimireihe Tatort und wurde am 10. Oktober 2004 auf Das Erste zum ersten Mal gesendet. Es handelt sich um den 3. Fall des Kieler Ermittlers Klaus Borowski.

Episode der Reihe Tatort
OriginaltitelStirb und Werde
Produktionsland Deutschland
Originalsprache Deutsch
Produktions-
unternehmen
NDR
Länge 89 Minuten
Altersempfehlung ab 12[1]
Einordnung Episode 574 (Liste)
Erstausstrahlung 10. Oktober 2004 auf Das Erste
Stab
Regie Claudia Garde
Drehbuch Orkun Ertener
Produktion Martina Mouchot
Musik Jörg Lemberg
Kamera Martin Farkas
Schnitt Angelika Strelczyk
Besetzung

Er muss einen Serienmörder finden, bevor ein verschwundener zwölfjähriger Junge auch noch zu dessen Opfer wird.

HandlungBearbeiten

Eine Gruppe Musikschüler betritt einen Konzertsaal und entdeckt die seltsam arrangierte Leiche eines jungen Mädchens am Konzertflügel. Aufgrund einer Vermisstenmeldung findet man schnell heraus, dass es sich um die siebzehnjährige Schülerin Rita Köhler handelt, die vor einigen Jahren einen Musikwettbewerb gewonnen hatte. Ihre Schwester Heike vermutet, dass sie sich selbst umgebracht hat, da sie bereits zweimal einen Suizidversuch unternommen hatte. Der Rechtsmediziner findet zwar ein Betäubungsmittel im Blut der Toten, aber auch jede Menge Formaldehyd, als ob sie jemand konservieren wollte. Als am nächsten Tag der Heimbewohner Karl Hahnemann in ähnlicher Weise aufgefunden wird, ist sich Borowski sicher, dass er es mit einem Psychopathen zu tun hat. Zudem ist nicht auszuschließen, dass es weitere Opfer geben kann. Daher möchte Borowski, dass alle Vermisstenfälle umgehend an ihn weitergeleitet werden. Es dauert auch nicht lange, da wird ein querschnittsgelähmter Sportler vermisst und kurz darauf tot aufgefunden.

Borowski findet heraus, dass alle Opfer als Gemeinsamkeit ein außerordentliches Talent besaßen. Rita war eine begabte Pianistin, Karl ein begnadeter Schachspieler und das dritte Opfer ein Ausnahmeschwimmer – und alle litten an einer Krankheit. Ein Serientäter liegt nahe: ein Mann, der sich talentierte Menschen auswählt, die jedoch ihre Begabung nicht nutzen können. Schon am nächsten Tag verschwindet der zwölfjährige, hochbegabte Björn Jacobs, der unter Muskeldystrophie leidet.

Das ist ein Alarmsignal für die Ermittler. Fieberhaft versuchen sie, den Jungen zu finden, ehe er zum vierten Opfer wird. Straßensperren werden errichtet und die Medien eingeschaltet. Der Täter, Stefan Gärtner, hält sein Auto an und versteckt den Entführten in einem leeren Frachtcontainer am Hafen. Der Zugang zu diesem wird im Zuge der täglichen Verladearbeiten durch andere Container blockiert. Somit kann Gärtner sein Ziel nicht erreichen und die Ermittler gewinnen Zeit. Allerdings braucht Björn lebenswichtige Medikamente, die ihm jetzt fehlen, so dass sein Leben auch aus medizinischer Hinsicht bedroht ist.

Plötzlich meldet sich der Täter bei der Presse mit einer Videobotschaft. Er erklärt, er wäre kein Monster, sondern der Erlöser: „Jetzt sind sie das, was sie immer sein wollten,“ sind seine Worte. Borowski kommt auf die Idee, bei der Kunstakademie nachzufragen und ist auf der richtigen Spur. Die Professorin erinnert sich an Stefan Gärtner, einen extrem auffälligen Studenten, mit dem sie vor über zwanzig Jahren zusammen studiert hatte und der schon damals in der Dänischen Festung Leichen fotografiert und kunstvoll balsamiert hatte. Umgehend sehen sich Borowski und Zainalow dort um. Sie werden fündig und entdecken Gärtners Werkstatt mit Spuren von Blut und Formaldehyd. Daraufhin observieren sie seine Wohnung in der Hoffnung, dass er sie zu Björn führt. Zusätzlich greifen sie zu einer List: Im Radio lassen sie vermelden, dass man den Jungen letzte Nacht wohlbehalten aufgefunden hätte. Unverzüglich begibt sich Gärtner zum Containerhafen und die Polizei folgt ihm. Doch Gärtner bemerkt, dass er verfolgt wird und stoppt. Kurzerhand setzt sich Borowski zu ihm in seinen Wagen und verwickelt ihn in ein psychologisches Gespräch. Doch kann er ihn damit nicht aus der Reserve locken. Erst als Borowski das Auto mit hoher Geschwindigkeit auf das Wasser zu fährt und Gärtner Todesangst bekommt, erklärt er, in welchem der Container sich der Junge befindet. Daraufhin kann Björn befreit werden.

HintergrundBearbeiten

Der Film wurde von Studio Hamburg und dem Norddeutschen Rundfunk produziert und in Kiel und Umgebung gedreht.[2]

RezeptionBearbeiten

EinschaltquotenBearbeiten

Die Erstausstrahlung von Stirb und Werde am 10. Oktober 2004 wurde in Deutschland insgesamt von 8,52 Millionen Zuschauern gesehen und erreichte einen Marktanteil von 23,1 Prozent für Das Erste.[2]

KritikBearbeiten

Rainer Tittelbach von tittelbach.tv urteilt: „Im Tatort ‚Stirb und Werde‘ bekommt es Kommissar Borowski mit einem ebenbürtigen Gegner zu tun. Matthias Brandt spielt diesen vermeintlichen Erlöser auch optisch mit Milberg-Touch. Was auf der Film- und Bildebene gut funktioniert, ist psycho- wie kriminologisch wenig plausibel, und besonders spannend ist der gut inszenierte Film von Claudia Garde auch nicht. Die offene Führung des Täters bekommen einige "Borowskis" der 00er Jahre dramaturgisch sehr viel besser hin!“[3]

Bei Moviesection.de vergibt Thomas Ays vier von fünf möglichen Sternen und schreibt zu „diesem brisanten und aufregenden Fall“: „Regisseurin Claudia Garde nutzt das von Orkun Erteneras toll geschriebene Drehbuch und liefert einen absolut packenden und spannenden Kieler "Tatort" ab. Es ist nur als schade zu bezeichnen, dass ihr dabei logische Fehler passieren, die diesem Krimi erheblich schaden. Da wird beispielsweise eine geheime Verfolgung des mutmaßlichen Täters aufgenommen und sage und schreib vier (!) Nobelkarossen dazu benötigt. Da muss selbst dem dümmsten und unvorsichtigsten Mann auffallen, dass er observiert wird - und es ist auch nicht verwunderlich, wenn dies tatsächlich geschieht.“ Lob gibt es für die schauspielerischen Leistungen, so ist „Matthias Brandt als verwirrter Psychopath […] genauso genial besetzt, wie Maren Eggert als Psychologin Frieda Jung oder Mehdi Moinzadeh als Borowskis Kollege Alim Zainalow. […] Fantastisch und im Mittelpunkt des Ganzen ist und bleibt jedoch Axel Milberg als Ermittler Klaus Borowski. Er gibt seinen Part authentisch und absolut überzeugend – Großartig!“[4]

Die Kritiker der Fernsehzeitschrift TV-Spielfilm beurteilen diesen Tatort mit seinem „schrullige[n] Humor, Thrill und famose[n] Bilder[n]“ als einen „Top-Nordlichtkrimi mit Wallander-Touch“[5]

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Freigabebescheinigung für Tatort: Stirb und werde. Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft, April 2010 (PDF; Prüf­nummer: 122 325 V).
  2. a b Produktionsdetails und Einschaltquote auf tatort-fundus.de, abgerufen am 7. März 2014.
  3. Rainer Tittelbach Filmkritik auf tittelbach.tv, abgerufen am 7. März 2014.
  4. Thomas Ays Filmkritik (Memento vom 5. März 2016 im Internet Archive) auf moviesection.de, abgerufen am 31. August 2019.
  5. Kurzkritik auf tvspielfilm.de, abgerufen am 7. März 2014.