Tatort: Fluch des Bernsteinzimmers

Episode der Fernsehserie Tatort

Fluch des Bernsteinzimmers ist ein Fernsehfilm aus der Kriminalreihe Tatort der ARD, des ORF und SRF. Der Film wurde vom MDR unter der Regie von Hans-Werner Honert produziert und am 31. Oktober 1999 erstmals ausgestrahlt. Es handelt sich um die Tatort-Folge 426. Für den Kriminalhauptkommissar Bruno Ehrlicher und seinen Kollegen Kain ist es der letzte Fall, den sie in Dresden ermitteln.

Episode der Reihe Tatort
OriginaltitelFluch des Bernsteinzimmers
Produktionsland Deutschland
Originalsprache Deutsch
Produktions-
unternehmen
MDR
Länge 88 Minuten
Einordnung Episode 426 (Liste)
Erstausstrahlung 31. Oktober 1999 auf Das Erste
Stab
Regie Hans-Werner Honert
Drehbuch Hans-Werner Honert
Produktion Hans-Werner Honert
Jan Kruse
Musik Klaus Doldinger
Kamera Jürgen Heimlich
Schnitt Margrit Schulz
Besetzung

HandlungBearbeiten

Herzog Georg von Sachsen-Gronau erscheint zusammen mit seinem Rechtsanwalt Jan Müller bei Ehrlicher und Kain. Er gibt an, bedroht zu werden, und bittet um Polizeischutz. Ihm wurde ein Fehdehandschuh zugeschickt, und er vermutet, dass es jemandem nicht passt, dass er vor kurzem das Versteck des Bernsteinzimmers gefunden habe.

Schon am nächsten Tag wird der Herzog zusammen mit seiner Gattin erschossen in ihrem Auto aufgefunden. Da Schmauchspuren an der Hand gefunden werden, ist ein Selbstmord möglich, erscheint Ehrlicher aber wenig plausibel. Auch der Butler des Herzogs hält es für ausgeschlossen, dass sein Herr sich selbst getötet hat. Als Alleinerbin gilt nach dem Testament die Tochter Mary. Allerdings sieht es bis jetzt so aus, als ob die Gronaus hoch verschuldet seien. Der Anwalt, der zugleich mit Mary verlobt ist, hat ihr abgeraten, das Erbe anzutreten, doch Mary will es übernehmen. Vom Verwalter Ross erfährt sie schon bald, dass ihre Familie in Polen große Besitztümer hat, von denen niemand etwas weiß.

Heinz Sur wendet sich hilfesuchend an seine Exfrau Frederike. Er hat mitbekommen, dass sie jetzt mit einem Polizisten befreundet ist, und sucht ihren Rat. Er sei da in eine Geschichte hineingeraten, die ihm über den Kopf wachse. Er hätte zusammen mit dem Herzog einen Stollen entdeckt und hat große Bedenken, dass sich dort geheime Unterlagen befinden, die noch heute einigen Leuten nicht gefallen dürften.

Nach der gerichtsmedizinischen Untersuchung kann tatsächlich von Mord ausgegangen werden, da der Schusskanal dafür spricht. Als Täter kommen nach Ehrlichers Vermutung nur drei Leute in Frage, die zum unmittelbaren Umfeld des Herzogs gehören. Der Verwalter Klaus Ross, der als erster am Tatort war, Heinz Sur, der zusammen mit dem Herzog nach dem Bernsteinzimmer sucht und der Rechtsanwalt Jan Müller, der in Tatortnähe war. Während die Kommissare Indizien suchen, die konkret gegen einen der drei sprechen, werden sie selber zum Ziel eines Mordkomplotts. Jan Müller steht in den Diensten von Mahrs, einem alten SS-General, der alles daran setzt, dass die alten Unterlagen in dem Stollen nicht an die Öffentlichkeit gelangen. Nachdem Jan den Herzog und dessen Frau bereits getötet hat, soll er nun alle zum Schweigen bringen, die von dem Zugang im Berg wissen. So lauert er Ehrlicher auf und schlägt ihn nieder, und auch Klaus Ross fällt ihm zum Opfer. Heinz Sur verführt er dazu, unter Alkoholeinfluss Auto zu fahren, woraufhin jener tödlich verunglückt. Ehrlicher konnte ihn hingegen täuschen und überlebt nur leicht verletzt den Anschlag. Zusammen mit Kain stellt er Jan Müller und muss ihn am Ende sogar erschießen, um Kain zu retten. Mahrs wird festgenommen, da er an der Ermordung zahlreicher Juden im KZ beteiligt war und sich dafür auch heute noch verantworten muss. Inwiefern er als Anstifter zu den aktuellen Morden belangt werden kann, bleibt offen.

HintergrundBearbeiten

Fluch des Bernsteinzimmers wurde von der Saxonia Media Filmproduktion GmbH produziert und in Leipzig und Dresden gedreht. Die Nachtaufnahmen und Untertageszenen wurden in Zschorlau, in und um das Besucherbergwerk St. Anna am Freudenstein gedreht. Nach 20 Fällen kommt Ehrlicher das erste Mal in seiner Laufbahn als Kommissar in die Verlegenheit, einen Menschen zu erschießen. Annekathrin Bürger hat ihr Debüt als Frederike und neue Serienfigur der Ehrlicher-und-Kain-Tatorte.

RezeptionBearbeiten

EinschaltquotenBearbeiten

Bei seiner Erstausstrahlung am 31. Oktober 1999 wurde die Folge Fluch des Bernsteinzimmers in Deutschland von 8,07 Millionen Zuschauer gesehen, was einem Marktanteil von 24,0 Prozent entsprach.[1]

KritikBearbeiten

Rainer Tittelbach von tittelbach.tv meint zu diesem Tatort: „Ein Verdächtiger nach dem anderen stellt sich im herzoglichen Schloss ein. Das erinnert ein wenig an die Krimis von Agatha Christie. Und sie scheinen fast alle ein Geheimnis zu haben, und einige plagt eine Obsession. Je mehr sich die Handlungsfäden zusammenziehen, umso spannender wird dieser ‚Bernsteinzimmer‘-Krimi.“[2]

Trotz der überdurchschnittlichen Einschaltquote bewerten die Kritiker der Fernsehzeitschrift TV Spielfilm den Film nur mittelmäßig und meinen es sei insgesamt ein „konfuser Fall, [aber] immerhin mit Wortwitz (Der Adel ist eine sterbende Klasse, aber doch nicht so!).“[3]

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Einschaltquote bei tatort-fundus.de, abgerufen am 4. Januar 2016.
  2. Rainer Tittelbach: Sodann, Lade, Weitzenböck, Honert. Auf der Fährte des verlorenen Schatzes Filmkritik bei tittelbach.tv, abgerufen am 4. Januar 2016.
  3. Behäbiger Ermittler- und Motiv-Wirrwarr. Kurzkritik bei tvspielfilm.de, abgerufen am 4. Januar 2016.