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Tarussa (russisch Таруса, deutsch auch Tarusa) ist eine Kleinstadt in Russland und das Verwaltungszentrum des gleichnamigen Rajons in der Oblast Kaluga. Tarussa liegt an der Mündung des Flusses Tarussa in die Oka, etwa 70 km von der Gebietshauptstadt Kaluga entfernt, und hat 9660 Einwohner (Stand 14. Oktober 2010)[1].

Stadt
Tarussa
Таруса
Wappen
Wappen
Föderationskreis Zentralrussland
Oblast Kaluga
Rajon Tarussa
Oberhaupt Jewgeni Malzew
Erste Erwähnung 1246
Stadt seit 1776
Fläche 12 km²
Bevölkerung 9660 Einwohner
(Stand: 14. Okt. 2010)[1]
Bevölkerungsdichte 805 Einwohner/km²
Höhe des Zentrums 140 m
Zeitzone UTC+3
Telefonvorwahl (+7)48435
Postleitzahl 249100, 249101
Kfz-Kennzeichen 40
OKATO 29 238 501
Website tarusa.ru
Geographische Lage
Koordinaten 54° 43′ N, 37° 11′ OKoordinaten: 54° 43′ 0″ N, 37° 11′ 0″ O
Tarussa (Europäisches Russland)
Red pog.svg
Lage im Westteil Russlands
Tarussa (Oblast Kaluga)
Red pog.svg
Lage in der Oblast Kaluga
Liste der Städte in Russland
An der Oka

Tarussa ist ein wichtiges russisches Kulturzentrum, das nicht nur wegen seiner landschaftlich schönen Lage am hohen Ufer der Oka immer wieder Künstler, Dichter, Schriftsteller und andere Kulturschaffende angezogen hat, sondern auch, weil es knapp mehr als die 100 Kilometer von Moskau entfernt war; dies war während der Sowjetzeit die Distanz, welche Personen, die aus politischen Gründen verurteilt worden waren, zu den Metropolen einzuhalten hatten.[2]

GeschichteBearbeiten

Tarussa wurde 1246 erstmals erwähnt und gehörte seit dem 14. Jahrhundert zum Großfürstentum Moskau. Während des Stehens an der Ugra diente die Stadt als Stützpunkt des Heeres des Moskauer Großfürstentums unter Iwan III. Tarussa wurde im Verlauf seiner frühen Geschichte mehrfach von Krim-Tataren angegriffen. Bereits im 16. Jahrhundert wurde die Stadt zur Verteidigung des Oka-Ufers befestigt und diente damit auch als Festung zum Schutz der südlichen Flanke Moskaus. Während des Vaterländischen Krieges gegen die napoleonische Armee war Tarussa die nächste Stadt im Moskauer Hinterland, über die die russischen Truppen mit Lebensmitteln versorgt wurden.

BevölkerungsentwicklungBearbeiten

Jahr Einwohner
1897 1989
1926 1943
1939 3994
1959 5413
1970 6025
1979 6284
1989 8795
2002 9893
2010 9660

Anmerkung: Volkszählungsdaten

Bürger der StadtBearbeiten

Tarussa ist vor allem dadurch bekannt, dass hier eine ganze Reihe berühmter russischer Dichter, Schriftsteller und Künstler gelebt oder sich zumindest öfter oder längere Zeit hier aufgehalten haben, darunter die folgenden:

Russlandweit bekannt wurde die Stadt auch dadurch, dass hier etliche sowjetische oder russische Filme gedreht wurden. In Tarusa erscheint die deutschsprachige Onlinezeitung Russland.ru mit dem angeschlossenen Web-TV Russland.tv.

Sehenswürdigkeiten und VeranstaltungenBearbeiten

 
Im Zentrum von Tarussa
  • Peter- und Paulskirche (18. Jahrhundert)
  • Kirche Christi Auferstehung (17. Jahrhundert)
  • Gemäldegalerie
  • Heimatmuseum
  • Gedenkstein an der Stelle, wo Marina Zwetajewa gern beerdigt worden wäre
  • Grab von Konstantin Paustowski (Städtischer Friedhof)
  • Polenowo (Anwesen des Malers Wassili Polenow, auf der gegenüberliegenden Seite der Oka)
  • Trickfilmfestival (jährlich)
  • Musikfestival der Swjatoslaw-Richter-Stiftung

WeblinksBearbeiten

  Commons: Tarussa – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b Itogi Vserossijskoj perepisi naselenija 2010 goda. Tom 1. Čislennostʹ i razmeščenie naselenija (Ergebnisse der allrussischen Volkszählung 2010. Band 1. Anzahl und Verteilung der Bevölkerung). Tabellen 5, S. 12–209; 11, S. 312–979 (Download von der Website des Föderalen Dienstes für staatliche Statistik der Russischen Föderation)
  2. Nach Rückschlägen passt man besser in die Landschaft, FAZ, 18. Februar 2018
  3. Radio Free Europe: Swiss Carpenter Finds New Vocation In Russia (Memento des Originals vom 12. November 2011 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.rferl.org (englisch)
  4. Raduga: Stiftung Raduga Tarusskaja (Memento des Originals vom 28. Oktober 2011 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.raduga-stiftung.com (deutsch)