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Die „Super Prestige Pernod“-Wertung war ein Jahresklassement im Profi-Straßenradsport, das von 1961 bis 1987 bestand, um die vielseitigsten und insgesamt erfolgreichsten Radrennfahrer zu küren. In die Wertung gingen die wichtigsten Eintagesrennen und Rundfahrten der Radsportsaison mit (je nach ihrer Bedeutung) unterschiedlichen Punktzahlen ein. Sponsor der Wertung war die französische Pastismarke Pernod.

Die Super Prestige Pernod wurde 1961 offiziell eingeführt und setzte damit eine ähnliche Jahreswertung, die sogenannte Challenge Desgrange-Colombo, fort. Diese war, von 1948 bis 1958 ausgetragen, nach Streitigkeiten zwischen den französischen und italienischen Organisatoren jedoch eingestellt worden.

Ende der 1980er Jahre wurde in Frankreich ein Verbot des Sportsponsoring durch Alkohol-Marken verabschiedet. Unter diese Regelung fiel auch die Super Prestige Pernod-Wertung, die dann nach der Saison 1987 abgeschafft wurde. Parallel hatte sich seit 1984 die UCI-Weltrangliste als allgemeiner Index für die Einordnung der Radsportler durchgesetzt. 1989 wurde zusätzlich der Rad-Weltcup eingeführt, eine Serie der zehn wichtigsten Eintagesrennen des Jahres.

Die Super Prestige Pernod-Wertung wurde naturgemäß von den besten Radsportlern ihrer jeweiligen Generation dominiert: Eddy Merckx gewann das Jahresklassement – eine beeindruckende Demonstration der „Ära Merckx“ – insgesamt siebenmal in Folge von 1969 und 1975. Die Franzosen Jacques Anquetil und Bernard Hinault siegten je viermal. In den letzten Jahren der Wertung dominierten zwei Iren: Sean Kelly gewann von 1984 bis 1986, Stephen Roche die letzte Wertung 1987.

Eine Wertung für Frauen wurde 1985 eingeführt und dann dreimal von Jeannie Longo gewonnen.

SiegerlisteBearbeiten

Jahr Sieger Zweiter Dritter
1961 Frankreich  Jacques Anquetil Frankreich  Raymond Poulidor Belgien  Rik Van Looy
1962 Niederlande  Jo de Roo Belgien  Jef Planckaert Belgien  Emile Daems
1963 Frankreich  Jacques Anquetil Vereinigtes Konigreich  Tom Simpson Frankreich  Raymond Poulidor
1964 Frankreich  Raymond Poulidor Niederlande  Jan Janssen Frankreich  Jacques Anquetil
1965 Frankreich  Jacques Anquetil Vereinigtes Konigreich  Tom Simpson Belgien  Edouard Sels
1966 Frankreich  Jacques Anquetil Italien  Felice Gimondi Frankreich  Raymond Poulidor
1967 Niederlande  Jan Janssen Belgien  Eddy Merckx Italien  Felice Gimondi
1968 Belgien  Herman Van Springel Italien  Felice Gimondi Niederlande  Jan Janssen
1969 Belgien  Eddy Merckx Italien  Felice Gimondi Frankreich  Raymond Poulidor
1970 Belgien  Eddy Merckx Belgien  Herman Van Springel Spanien  Luis Ocaña Pernía
1971 Belgien  Eddy Merckx Spanien  Luis Ocaña Pernía Niederlande  Joop Zoetemelk
1972 Belgien  Eddy Merckx Frankreich  Raymond Poulidor Frankreich  Cyrille Guimard
1973 Belgien  Eddy Merckx Spanien  Luis Ocaña Pernía Italien  Felice Gimondi
1974 Belgien  Eddy Merckx Belgien  Roger De Vlaeminck Belgien  Frans Verbeeck
1975 Belgien  Eddy Merckx Belgien  Roger De Vlaeminck Italien  Francesco Moser
1976 Belgien  Freddy Maertens Italien  Francesco Moser Niederlande  Joop Zoetemelk
1977 Belgien  Freddy Maertens Belgien  Roger De Vlaeminck Frankreich  Bernard Hinault
1978 Italien  Francesco Moser Frankreich  Bernard Hinault Niederlande  Joop Zoetemelk
1979 Frankreich  Bernard Hinault Italien  Giuseppe Saronni Niederlande  Joop Zoetemelk
1980 Frankreich  Bernard Hinault Belgien  Alfons De Wolf Italien  Francesco Moser
1981 Frankreich  Bernard Hinault Belgien  Roger De Vlaeminck Niederlande  Jan Raas
1982 Frankreich  Bernard Hinault Italien  Giuseppe Saronni Italien  Silvano Contini
1983 Vereinigte Staaten  Greg LeMond Irland  Sean Kelly Italien  Giuseppe Saronni / Niederlande  Jan Raas
1984 Irland  Sean Kelly Frankreich  Bernard Hinault Australien  Phil Anderson
1985 Irland  Sean Kelly Australien  Phil Anderson Vereinigte Staaten  Greg LeMond
1986 Irland  Sean Kelly Vereinigte Staaten  Greg LeMond Belgien  Claude Criquielion
1987 Irland  Stephen Roche Irland  Sean Kelly Belgien  Claude Criquielion

Super-Prestige Pernod FrauenBearbeiten

Jahr Siegerin
1985 Frankreich  Jeannie Longo
1986 Frankreich  Jeannie Longo
1987 Frankreich  Jeannie Longo

Weblinks und QuellenBearbeiten