Hauptmenü öffnen
Steag-Zentrale 2011
Gesamtkomplex, Blick von Norden

Die Steag-Zentrale (auch Verwaltungsgebäude Ruhrkohle) ist ein Ende der 1950er Jahre im Essener Südviertel errichteter Bürokomplex, der seit 1992 unter Denkmalschutz steht.[1] Er wurde nach Plänen des Architekten Egon Eiermann errichtet.

Inhaltsverzeichnis

GeschichteBearbeiten

Der deutsche Architekt Egon Eiermann (1904–1970) errichtete das Gebäude als Stahlbetonkonstruktion im Stil der Nachkriegsmoderne in den Jahren 1956 bis 1960 mit einer auffallenden Fassade aus keramischen, schwarzen Fliesen und außen bündig abschließenden Fenstern. Die kubischen Fenster sind dicht gestaffelt und ergeben in ihrer additiven Anordnung ein klares Raster, ein typisches Gestaltungsmerkmal Eiermanns. Ein weiteres Merkmal ist die Anbindung der Querbauten durch gläserne Brücken und die Abstimmung der Gebäudehöhen untereinander. Durch den Abstand des Gebäudes zur Straße, die geordnete Gestaltung und die vielen Fenster wirkt das Gebäude weniger repräsentativ als vielmehr proportioniert und transparent. Das Verwaltungsgebäude zählt zu Eiermanns wichtigsten Bauten.

„"Die dem Architekten gestellte Aufgabe war ..., daß das Haus in seinem Charakter und seinen äußeren Eindruck Rücksicht nimmt auf die Schwere der Arbeit der Bergleute unter Tage. Das hieße also: In jedem Fall Vermeidung des recht üblen sogenannten "repräsentativen Charakters".“

Egon Eiermann selbst zu seinem Entwurf: zitiert aus der Denkmalliste der Stadt Essen (PDF-Datei; 721 kB)

Bauherr war die damalige Essener Steinkohlenbergwerke AG als eine von fünf Gründergesellschaften der Steag, der Steinkohlen-Elektrizität AG, im Jahre 1937.

Das teils sieben-, teils achtstöckige Hauptgebäude diente der Zechenverwaltung. Im rechten Winkel schließt sich ein fünfgeschossiger Gebäudeflügel mit separatem Eingang zu weiteren Büros der Verkaufsgesellschaften an.

Das Essener Architekturbüro Kohl & Kohl veränderte und erweiterte Anfang der 1990er Jahre das Gebäude geringfügig.

Das Gebäude heuteBearbeiten

Heute ist der Sitz der 2007 gegründeten RAG-Stiftung,[2] die den sozialverträglichen Anpassungsprozess des deutschen Steinkohlenbergbaus steuert, im Steag-Haus beheimatet. Sie ist Eigentümerin der RAG Aktiengesellschaft und Gesellschafterin von Evonik Industries.

Mitte 2011 wurde die Steag aus der Evonik Steag durch Verkauf von 51 Prozent an das Stadtwerke-Konsortium Rhein-Ruhr ausgegliedert, seitdem ist auch das Logo der Steag wieder an ihrem Firmensitz befestigt.[3]

Das Gebäude zählt seit 2011 zur Route der Industriekultur. Vor ihm befindet sich die vier Meter hohe Bronzeskulptur Dynamik des rumänischen Bildhauers Ladis Schwartz.

LiteraturBearbeiten

  • Matthias Kitschenberg: Das ehem. Verwaltungsgebäude der Essener Steinkohlenbergwerke AG von Prof. Egon Eiermann. In: Denkmalpflege im Rheinland. Nr. 4, 1992, ISSN 0177-2619, S. 163–168.

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Verwaltungsgebäude Ruhrkohle in der Denkmalliste der Stadt Essen (PDF-Datei; 721 kB); abgerufen am 7. Juli 2017
  2. RAG-Stiftung; abgerufen am 7. Juli 2017
  3. Firmeneigene Pressemeldung: STEAG heißt jetzt wieder STEAG, 8. Juni 2011 (Memento des Originals vom 6. Juni 2012 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.steag.com, offline

Koordinaten: 51° 26′ 33,5″ N, 7° 0′ 29″ O