Sparda-Bank (Deutschland)

Unternehmensgruppe von Genossenschaftsbanken in Deutschland

Die Sparda-Banken in Deutschland sind elf Genossenschaftsbanken, die im Verband der Sparda-Banken e. V. zusammengeschlossen sind. Sie sind traditionell spezialisiert auf das Privatkundengeschäft. Die elf rechtlich eigenständigen Banken arbeiten grundsätzlich nach dem Regionalprinzip, das heißt, dass jede der einzelnen Banken für ein festgelegtes Geschäftsgebiet zuständig ist und nur Kunden aus diesem Gebiet annimmt.

  Verband der Sparda-Banken e. V.
Logo
Staat Deutschland Deutschland
Sitz Frankfurt am Main
Rechtsform eingetragener Verein
Website www.sparda.de
Leitung
Vorstand Florian Rentsch, Vorsitzender
Uwe Sterz

Entwicklung Bearbeiten

Die älteste Sparda-Bank wurde am 6. Mai 1896 als Spar- und Vorschuss-Verein der badischen Eisenbahnbeamten in Karlsruhe gegründet.[1] Nach diesem Vorbild wurden auch andernorts gleichartige Genossenschaften gegründet, die sich im Frühjahr 1906 zum Revisionsverband der Eisenbahn-Spar- und Darlehnskassen in Kassel zusammenschlossen.[2]

 
Logo der Sparda-Banken bis 2003.

Vom Jahr 1969 an öffneten sich die Eisenbahner-Sparkassen zunächst anderen Beschäftigten im öffentlichen Dienst und ab 1974 allen Arbeitnehmern (regelmäßiger Zahlungseingang auf das Gehaltskonto wird erwartet). Die Zuständigkeitsbereiche der einzelnen Eisenbahnsparkassen waren bis zum Anfang der 1970er Jahre deckungsgleich mit den Grenzen der Bundesbahndirektionen. Als die dann anstehende Reform auch vorsah, Bundesbahndirektionen aufzulösen, fassten die Eisenbahnsparkassen am 20./21. Oktober 1970 in Aachen den Beschluss, ihre eigene Organisation beizubehalten und nicht an die neuen Direktionsgrenzen anzupassen.[3]

Seit 1978 nennen sich die Eisenbahnsparkassen einheitlich Sparda-Banken.[2] 1990 wurde die Reichsbahnsparkasse der DDR (Sitz: Ost-Berlin)[4] in die Sparda-Bank Berlin umgewandelt. Die Reichsbahnsparkasse basierte im Kern auf dem 1875 in Schwerin gegründeten Spar- und Vorschuss-Verein für die Beamten der Mecklenburgischen Friedrich-Franz-Eisenbahn.[5]

Im Mittelpunkt der Geschäftstätigkeit steht das standardisierte Privatkundengeschäft. Die Kunden erwerben mindestens einen Genossenschaftsanteil (die Höhe und die maximale Anzahl von zeichenbaren Anteilen wird von jeder Sparda-Bank individuell durch die Satzung festgelegt) und sind dadurch zusammen mit anderen Kunden Mitglied und Miteigentümer der Bank. Auf die Genossenschaftsanteile wird eine jährliche Dividende ausgezahlt (bei der Sparda-Bank Südwest zurzeit 3 Prozent,[6] bei der Sparda-Bank Baden-Württemberg 3,5 Prozent[7]).

Girokonto Bearbeiten

Das Girokonto mit Bankkarte ist bei manchen Sparda-Banken gebührenfrei. Allerdings erheben die Sparda-Banken (außer in Hessen) seit 2015 unterschiedlich hohe jährliche Gebühren für die Bankkarte.[8][9][10][11]

Verbund Bearbeiten

Folgende Sparda-Banken sind im Verband der Sparda-Banken e. V. zusammengeschlossen, der für diese die Pflichtprüfungen als Prüfungsverband im Sinne des Genossenschaftsgesetzes vornimmt:

Die Sparda-Banken sind Mitglied im Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR) und dessen Sicherungseinrichtung.

Gemeinsam mit anderen Banken gehören die Sparda-Banken dem Cashpool an, der den Kunden seiner Mitglieder institutsübergreifend kostenfreien Bezug von Bargeld ermöglicht. Einzelne Sparda-Banken haben zudem Vereinbarungen zur kostenlosen Geldabhebung an Postbank-Geldautomaten.[12] Außerdem besteht auch die Möglichkeit, an Geldautomaten des Bankcard-Servicenetzes der deutschen Volks- und Raiffeisenbanken Bargeld-Verfügungen zu vergünstigten Gebühren vorzunehmen.

Geschäftszahlen Bearbeiten

Die zusammengefasste Bilanzsumme aller Sparda-Banken belief sich 2022 auf 84,9 Milliarden Euro. Ende 2022 betrug die Mitgliederzahl der Sparda-Banken rund 3,2 Millionen.[13]

Literatur Bearbeiten

  • Rainer Olten: Zeitreise 1906–2006: 100 Jahre Verband der Sparda-Banken e.V.; eine Chronik. Verband der Sparda-Banken, Knapp, Frankfurt am Main 2006, ISBN 3-8314-0788-6.
  • Dieter Hein: Im Zug der Zeit – 100 Jahre SPARDA-Bank in Frankfurt am Main 1903–2003. München: Piper, 2002. ISBN 3-492-04480-8.
  • Rainer Olten: Den Grundsätzen treu und offen für die Zukunft: 100 Jahre Sparda-Bank Kassel eG; von der Eisenbahn-Spar- und Darlehnskasse E.G.M.B.H. zum modernen Dienstleistungsunternehmen. Hessische Forschungen zur geschichtlichen Landes- und Volkskunde Bd. 32, Verein für Hessische Geschichte und Landeskunde, Kassel 1997, ISBN 3-925333-32-0.

Weblinks Bearbeiten

Commons: Sparda-Bank – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise Bearbeiten

  1. Geschichte. Sparda-Bank Baden-Württemberg eG, archiviert vom Original am 6. Juni 2014; abgerufen am 3. November 2012.
  2. a b Sparda: Mit der Eisenbahn gewachsen. Handelsblatt, 31. März 2006, abgerufen am 3. November 2012.
  3. Bundesbahndirektion Mainz (Hg.): Amtsblatt der Bundesbahndirektion Mainz vom 12. März 1971, Nr. 11. Mitteilung der Eisenbahnsparkasse Mainz, S. 75–28 (76).
  4. Lexikon der Eisenbahn, transpress-Verlag, Berlin, 1980
  5. Blätter für Genossenschaftsgeschichte, BfGG, 5, Juli 2015 (Sonderausgabe).
  6. https://www.sparda-sw.de/genossenschaften.php, Stand: 25. Juni 2015
  7. https://www.sparda-bw.de/spardagiro_konditionen.php, Stand 2015
  8. Carla Neuhaus: Banken erhöhen die Gebühren: Kostenlos ist nicht umsonst, Der Tagesspiegel, 12. Februar 2015
  9. Steffen Preißler: Banken: Der Abschied vom Gratiskonto freut die Hamburger Sparkasse, Hamburger Abendblatt, 3. Mai 2016
  10. Janet Lindgens: Sparda-Bank West führt eine Gebühr für die EC-Karte ein, Der Westen, 9. Januar 2016
  11. Sparda-Bank Hessen eG: Das kostenlose Girokonto der Sparda-Bank Hessen. Abgerufen am 10. März 2022 (deutsch).
  12. https://www.sparda-bw.de/spardagiro.php
  13. Sparda Report 2023