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Sielow, niedersorbisch Žylow, ist ein Ortsteil der Stadt Cottbus in Brandenburg.[2]

Stadt Cottbus
Koordinaten: 51° 47′ 59″ N, 14° 18′ 10″ O
Höhe: 63 m ü. NHN
Einwohner: 3559 (31. Okt. 2018)[1]
Eingemeindung: 6. Dezember 1993
Postleitzahlen: 03044, 03055
Vorwahl: 0355
Karte
Lage von Sielow in Cottbus
Dorfkirche
Dorfkirche

GeografieBearbeiten

Der Ort liegt fünf Kilometer nordnordwestlich von Cottbus. Nachbarorte sind Maiberg und Döbbrick im Nordosten, Skadow und Masnick's Häuslergut im Osten, Saspow, Schmellwitz, Windmühlensiedlung und Brunschwig im Südosten, Ströbitz im Süden, Zahsow und Gulben im Südwesten, Ruben im Westen sowie Briesen, Alte Schäferei, Striesow und Dissen im Nordwesten.[3]

Geschichte und EtymologieBearbeiten

Sielow wurde vermutlich im Jahr 1300 gegründet. Die erste urkundliche Erwähnung findet sich in einer Urkunde vom 12. Juli 1449. Der Name eitet sich aus dem Wort Žyta ab, was in der sorbischen Sprache so viel wie Wasserader bedeutet. Die Gemeinde vermutet diese geographische Besonderheit auch als Grundlage für die Ansiedlung.[4] Über viele Jahrhunderte lebten die Einwohner vorwiegend von der Landwirtschaft. Im Dreißigjährigen Krieg fiel der Ort nahezu wüst. Doch bereits aus dem Jahr 1644 sind neue Ansiedelungen überliefert.

Am 21. Mai 1899 wurde der Abschnitt Burg–Cottbus Westbahnhof der Spreewaldbahn eröffnet. Eine Betriebsstelle dieser Schmalspurbahn war am Kilometer 46,37 der Bahnhof Sielow, eine Haltestelle mit Überholungsgleis. Der Ort profitierte von dem Erstarken der Textilindustrie im nahegelegenen Cottbus. Ab dem 23. Januar 1921 war Sielow Standort eines preußischen Konzentrationslagers, indem „unerwünschte Ausländer“ inhaftiert waren.[5] Nach zwei Jahren wurde das Lager aufgrund der dort herrschenden unmenschlichen Bedingungen wieder geschlossen.

Sielow war eine selbstständige Gemeinde im Landkreis Cottbus und später im Kreis Cottbus. Nach der Wende wurden große Teile der LPG in ein Agrarunternehmen umgewandelt. Zum 6. Dezember 1993 wurde Sielow nach Cottbus eingemeindet und dort Ortsteil.[6]

Sehenswürdigkeiten und KulturBearbeiten

PersönlichkeitenBearbeiten

  • Jurij Koch (* 1936), Schriftsteller; lebt in Sielow
  • Reinhard Lauck (1946–1997), Fußballspieler und Nationalspieler der DDR, Goldmedaillengewinner bei den Olympischen Sommerspielen 1976; in Sielow geboren
  • Horst Krautzig (* 1952), Fußballspieler; in Sielow geboren

LiteraturBearbeiten

  • Harald Großstück: Die Spreewaldbahn – eine Chronik. Reihe Aus der Heimatgeschichte der Stadt Cottbus und Umgebung, Heft 1. Stadtarchiv Cottbus, Deutscher Modelleisenbahn-Verband der DDR, AG 2/15 „Spreewaldbahn“ (Hrsg.). Cottbus 1988.

WeblinksBearbeiten

  Commons: Sielow/Žylow – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Einwohner nach Ortsteilen. In: cottbus.de. Stadtverwaltung Cottbus – Fachbereich Bürgerservice, 31. Oktober 2018, abgerufen am 16. Februar 2019.
  2. Kreisfreie Stadt Cottbus – Ortsteile nach § 45 Kommunalverfassung – Wohnplätze. In: service.brandenburg.de. Ministerium des Innern und für Kommunales des Landes Brandenburg, abgerufen am 26. April 2016.
  3. BrandenburgViewer der Landesvermessung und Geobasisinformation Brandenburg (LGB)
  4. Informationstafel Unser Sielow, aufgestellt westlich der Kirche, März 2019.
  5. Preußen. Chronik eines deutschen Staates. Rundfunk Berlin-Brandenburg, abgerufen am 29. Januar 2019.
  6. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Gemeinden 1994 und ihre Veränderungen seit 1. Januar 1948 in den neuen Ländern. Metzler-Poeschel, Stuttgart 1995, ISBN 3-8246-0321-7.