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Sexau

Gemeinde in Deutschland
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Sexau
Sexau
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Sexau hervorgehoben
Koordinaten: 48° 6′ N, 7° 55′ O
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Freiburg
Landkreis: Emmendingen
Höhe: 232 m ü. NHN
Fläche: 16,3 km2
Einwohner: 3362 (31. Dez. 2017)[1]
Bevölkerungsdichte: 206 Einwohner je km2
Postleitzahl: 79350
Vorwahl: 07641
Kfz-Kennzeichen: EM
Gemeindeschlüssel: 08 3 16 039
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Dorfstraße 61
79350 Sexau
Webpräsenz: www.sexau.de
Bürgermeister: Michael Goby (parteilos)
Lage der Gemeinde Sexau im Landkreis Emmendingen
FrankreichOrtenaukreisLandkreis Breisgau-HochschwarzwaldLandkreis Breisgau-HochschwarzwaldFreiburg im BreisgauSchwarzwald-Baar-KreisBahlingen am KaiserstuhlBiederbachBiederbachBiederbachDenzlingenElzachEmmendingenEndingen am KaiserstuhlForchheim (Kaiserstuhl)Freiamt (Schwarzwald)Gutach im BreisgauHerbolzheimKenzingenMalterdingenMalterdingenReute (Breisgau)Rheinhausen (Breisgau)Riegel am KaiserstuhlSasbach am KaiserstuhlSexauSimonswaldTeningenVörstettenWaldkirchWeisweilWinden im ElztalWyhl am KaiserstuhlKarte
Über dieses Bild

Sexau ist eine Gemeinde im Landkreis Emmendingen in Baden-Württemberg etwa 15 Kilometer nördlich von Freiburg im Breisgau. Sexau liegt am Beginn des Brettenbachtals am Übergang des Schwarzwalds in die Rheinebene.

Inhaltsverzeichnis

GemeindegliederungBearbeiten

Zur Gemeinde Sexau gehören das Dorf Sexau, die Weiler Lörch und Vordersexau, die Zinken Obersexau, die Höfe Eberbächle, Mühlebächle, Reichenbächle und Staudenhöfe und die Wohnplätzen Am Horn, Am Schloßberg und Lindenhof. Im Gemeindegebiet liegen die abgegangenen Ortschaften Berlinsberg und Tehsmer.[2]

 
Sexau, evangelische Dorfkirche

GeschichteBearbeiten

Der Name Sexau beruht auf der ursprünglichen Einteilung der Gemeinde in „sechs Auen“.

Urkundlich erstmals erwähnt wurde Sexau im Jahr 862 als Geschenk König Ludwigs des Deutschen an seinen Sohn Karl. Später kam der Ort über die Markgrafen von Baden-Hachberg in den Besitz der Markgrafen von Baden, die 1783 die Leibeigenschaft aufhoben. Sitz der Baden-Hachberger war die Hochburg oberhalb von Sexau. Während des Dreißigjährigen Kriegs wird Sexau 1634 und 1635 geplündert und zerstört. 1718 zerstörten französische Soldaten die Kirche in Sexau-Dorf. Im Jahr 1801 hatte der Ort mit mehreren Überschwemmungen und einem Erdbeben zu kämpfen. Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs marschierten am 20. April 1945 französische Soldaten in den Ort ein, womit der Krieg in Sexau zu Ende war. 1962 feierte Sexau sein 1.100-jähriges Jubiläum. Zwischen 1971 und 1976 baute man das Neubaugebiet Zehnerhaag-Wegacker. In den 1970er Jahren folgte das Gewerbegebiet Untere Ziel, zwischen 1981 und 1982 das Neubaugebiet Halde, 1985 das Wohngebiet Belchenstraße, zwischen 1992 und 1993 das Wohngebiet Löwengarten und zwischen 1993 und 1995 das Gewerbegebiet Im Grün. Ab 1996 erschloss man das Wohngebiet Moos II. Zwischen 2002 und 2003 folgte das Baugebiet Mühlebächle.[3]

Die Reformation wurde – wie in ganz Baden-Durlach – 1556 in Sexau eingeführt. Auch heute noch ist der Ort vorwiegend evangelisch geprägt.

 
Blick von der Hochburg auf Sexau
 
Rathaus von Sexau

PolitikBearbeiten

GemeinderatBearbeiten

Die Kommunalwahl am 25. Mai 2014 führte bei einer Wahlbeteiligung von 59,9 % (− 1,2) zu folgendem Ergebnis:[4]

SPD 37,1 % − 0,6 % 4 Sitze ± 0
CDU 31,0 % − 0,2 % 4 Sitze ± 0
FWG 31,9 % + 0,8 % 4 Sitze ± 0

BürgermeisterBearbeiten

Bürgermeister Michael Goby ist seit 2001 im Amt. Bei der Bürgermeisterwahl am 8. März 2009 wurde er ohne Gegenkandidaten mit 98,8 Prozent der abgegebenen gültigen Stimmen bei einer Wahlbeteiligung von 53 Prozent für eine zweite Amtszeit bestätigt.[5]

WappenBearbeiten

Blasonierung: In gespaltenem Schild vorne in Gold ein roter Schrägbalken, hinten in Silber auf grünem Dreiberg eine grüne Staude mit sechs Eicheln.

GemeindepartnerschaftBearbeiten

Die französische Gemeinde Andlau im benachbarten Elsass (Département Bas-Rhin) ist Sexaus Partnergemeinde.

Wirtschaft und InfrastrukturBearbeiten

VerkehrBearbeiten

Sexau ist durch die 12 km entfernte Bundesautobahn 5 und die Rheintalstrecke der Bundesbahn mit den Hauptverkehrsadern der Region verbunden. Es bestehen auch stündliche Busverbindungen in die Nachbarstädte Emmendingen und Waldkirch und ins benachbarte Denzlingen.

BildungBearbeiten

Sexau verfügt über eine eigene Grund- und Werkrealschule.

Kultur und SehenswürdigkeitenBearbeiten

MedienBearbeiten

Im Jahre 2011 wurde in Sexau die schwäbische Mundartkomödie „Die Kirche bleibt im Dorf“ gedreht. Drehorte waren die Hochburg und die Seilerhöfe im hinteren Teil der Gemarkung Sexau.

Sexau verfügt über ein Amtsblatt namens „Sexauer Bote“.

In den Medien wird immer wieder von entwendeten Ortsschildern berichtet. Das "Sex" im Namen Sexau scheint Schilderdiebe anzulocken. Und 2013 kam es laut Bericht des Schwäbischen Tagblatts auch zu wiederholten Hackerangriffen auf die Gemeindehomepage.[6]

MuseenBearbeiten

In der Hochburg befindet sich ein kleines Museum mit verschiedenen Gegenständen aus dem Mittelalter.

MusikBearbeiten

Sexau verfügt über eine kleine Anzahl an regional oder überregional bekannte Musiker oder Liedermacher.

BauwerkeBearbeiten

SportBearbeiten

Sexau verfügt über einen Fußballclub, einen ortsansässigen Tennisclub und einen Turnverein.

Regelmäßige VeranstaltungenBearbeiten

In Sexau findet jedes Jahr die Fasnacht durch den Fasnachtsclub Sexau e.V. statt. Sie verfügt über eine Schulbefreiung, einen Umzug, und 4 größere Veranstaltungen, wie zum Beispiel die Große Narrensitzung oder die Kinderfasnet.

In jedem ungeraden Jahr findet das Buckfest statt.

AuszeichnungenBearbeiten

Die evangelische Kirchengemeinde vergibt seit 1981 den Sexauer Gemeindepreis für Theologie an akademisch lehrende Theologinnen und Theologen, die sich in ihrem Wirken und Publizieren durch besondere Gemeindenähe auszeichnen.

KuriosumBearbeiten

Am 1. April 2017 meldete die Badische Zeitung, dass Facebook alle Profile aus Sexau aufgrund des Ortsnamens gelöscht hätte.[7] Am Tag darauf löste die Zeitung bzw. Bürgermeister Michael Goby die Meldung als einen Aprilscherz auf.[8] Noch Tage später hielt eine Kommentatorin der Tagesschau die Meldung für echt.[9]

LiteraturBearbeiten

  • Hans Scheer und Albert Köbele: Ortssippenbuch Sexau, Landkreis Emmendingen in Baden, 1709–1973. Grafenhausen: Köbele 1974 (= Badische Ortssippenbücher 32)

WeblinksBearbeiten

  Commons: Sexau – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

QuellenBearbeiten

  1. Statistisches Landesamt Baden-Württemberg – Bevölkerung nach Nationalität und Geschlecht am 31. Dezember 2017 (CSV-Datei) (Hilfe dazu).
  2. Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band IV: Regierungsbezirk Freiburg Kohlhammer, Stuttgart 1978, ISBN 3-17-007174-2. S. 225–226
  3. http://www.sexau.de/pb/,Lde/514655.html Geschichte Sexaus
  4. Statistik Baden-Württemberg – Gemeinderatswahlen 2014
  5. Staatsanzeiger Nr. 9 vom 13. März 2009, Seite 12
  6. 'Nicht nur Ortsschild-Diebe - Sexau lockt die Hacker an' in: Schwäbisches Tagblatt, 12. Juli 2013.
  7. Florian Kech: Südwest: Zensur: Daumen runter: Facebook löscht alle Profile aus Sexau. Badische Zeitung, 1. April 2017, abgerufen am 6. April 2017.
  8. bz: Südwest: Angebliche Löschaktion: April, April! Sexauer Facebook-Profile bleiben online. Badische Zeitung, 2. April 2017, abgerufen am 6. April 2017.
  9. Gabriele Intemann: Audio: Kommentar: Lasst die Richter zu Hasskommentaren entscheiden. Tagesschau, 5. April 2017, abgerufen am 6. April 2017.