Santorin

griechische Insel im Norden Kretas

Santorin (neugriechisch Σαντορίνη [sandɔˈrini] (f. sg.), meist Santorini transkribiert; von italienisch Santa Irene) ist ein griechischer Archipel im Süden der Kykladen, gleichnamig mit dessen Hauptinsel, die im Griechischen zumeist Thira (neugriechisch Θήρα [ˈθira] (f. sg.), nach Transkription aus dem Altgriechischen Θήρα auch Thera) genannt wird. Santorin wurde 2011 von etwa 15.550 Einwohnern bewohnt. Seit der Verwaltungsreform 2010 ist es unter dem Namen Thira gleichzeitig eine Gemeinde (griechisch dimos) in der Region Südliche Ägäis.

Santorin
Santorin
Gewässer Ägäisches Meer
Archipel Kykladen
Geographische Lage 36° 25′ N, 25° 26′ OKoordinaten: 36° 25′ N, 25° 26′ O
Santorin (Griechenland)
Anzahl der Inseln 5
Hauptinsel Thira
Gesamte Landfläche 92,5 km²
Einwohner 15.550 (2011)
Luftbild des Archipels

Lage und GeographieBearbeiten

Die Santorin-Inselgruppe liegt im südlichen Ägäischen Meer etwa 120 km nördlich von Kreta. Die nächstgelegenen Inseln sind Anafi 22 km östlich und Ios 19 km nördlich; Milos liegt etwa 77 km nordwestlich.

Die ringförmig angeordneten Inseln Thira, Thirasia und Aspronisi bilden den Rand einer vom Meer gefluteten Caldera, in deren Zentrum die Inseln Palea Kameni und Nea Kameni liegen. Der gesamte Archipel hat einen Durchmesser von etwa 16 km. Die Gesamtfläche beträgt rund 92,5 km². Aufgrund der geologischen Entwicklung gehören auch die Christiana-Inseln und der Unterwasservulkan Kolumbos zum Santorin-Archipel.

 
Blick auf den Profitis Ilias, den höchsten Berg der Insel

Von der 150 bis 350 m hohen Caldera-Wand ist die Abdachung von Thira und Thirasia nach außen hin sanft. Lediglich im Südosten von Thira unterbricht das Profitis-Ilias-Massiv, mit 567 m die höchste Erhebung des Archipels, diesen sanften Abfall. Vielerorts bildet ein breiter schwarzer Lavastrand den Übergang zum Meer. An anderen Stellen reicht die Bimsdecke bis ans Meer und bildet dann Steilküsten. Auf Thira mit Ausnahme des Profitis-Ilias-Massivs und auf Thirasia prägen tiefe Erosionsrinnen in der weichen Bimsdecke, verursacht durch winterliche Regenfälle, die Topographie.

Die maximale Ausdehnung der sichelförmigen Hauptinsel Thira beträgt vom Kap Mavropetra (Ακρωτήριο Μαυρόπετρα Akrotirio Mavropetra) im Norden bis zum Kap Exomytis (Ακρωτήριο Εξωμύτης Akrotirio Exomytis) im Süden 17,4 km. Die Breite variiert zwischen 1,2 km im Norden bis etwa 6 km im Süden. Etwa 70 % der Inselfläche ist von teilweise massiven Bimssteinschichten bedeckt. Im Norden werden diese Schichten von älteren Vulkanen, im Süden von älteren Lavadomen unterbrochen. Jeweils 15 % entfallen auf Lava und Schlacken sowie auf das metamorphe Grundgebirge.

Die Caldera von Santorin umfasst eine Fläche von etwa 84,5 km², die Ausdehnung beträgt in Nord-Süd-Richtung etwa 11 km, in West-Ost-Richtung fast 8 km. Die absolute Höhe beträgt im Norden von Thira vom Meeresgrund etwa 700 m. Der Caldera-Boden besteht aus vier Teilbecken. Das nordöstliche Teilbecken erreicht eine Tiefe von nahezu 400 m und wurde vermutlich mit den Vorgängen der Minoischen Eruption gebildet.

f1  Karte mit allen Koordinaten: OSM | WikiMap

 
Santorin
Die einzelnen Inseln
Name griechischer Name Fläche
km²[1]
Höhe Lage
Thira Θήρα (f. sg.) 79,1940* 567 36° 24′ N, 25° 27′ O
Thirasia Θηρασία (f. sg.) 9,2460* 295 36° 26′ 8″ N, 25° 20′ 21″ O
Nea Kameni Νέα Καμένη (f. sg.) 3,3380* 127 36° 24′ 16″ N, 25° 23′ 50″ O
Palea Kameni Παλαιά Καμένι (f. sg.) 0,5250* 98 36° 23′ 52″ N, 25° 22′ 49″ O
Aspronisi Ασπρόνησι (n. sg.) 0,1420* 70 36° 23′ 1″ N, 25° 20′ 53″ O
Agios Nikolaos Άγιος Νικόλαος (m. sg.) 0,003*0 36° 27′ 27″ N, 25° 22′ 20″ O
Kimina Κίμινα (n. pl.) 0,0005* 36° 25′ 2″ N, 25° 19′ 26″ O

* Flächenangaben geschätzt

GeologieBearbeiten

Im Pliozän vor etwa drei Millionen Jahren verursachten Bewegungen an den Plattenrändern den Einbruch und die Überflutung des Kykladen-Massivs. Am Südrand führte die Subduktion der Afrikanischen Platte unter die Ägäische Platte zum Aufschmelzen des Krustenmaterials und zur Bildung eines vulkanischen Inselbogens. Der Santorin-Archipel liegt im zentralen Bereich dieses sogenannten Kykladenbogens.

 
Die Caldera-Wand zeigt die Schichtung des vulkanischen Gesteins

Die Basis des Santorin-Archipels bildet ein nichtvulkanisches Grundgebirge aus obertriassischen Riffkalken und tertiären Phylliten, die teilweise in Marmor umgewandelt sind. Bei Athinios ist im Obermiozän in diese metamorphen Gesteine Granit eingedrungen. Den Hauptteil des Santorin-Archipels bilden mehrere Vulkankomplexe, die das Grundgebirge teilweise überlagern.

Dieses Grundgebirge bildete als Rest des Kykladen-Massivs eine nicht-vulkanische Insel und reicht vom Profitis-Ilias-Massiv sowie den Gavrilos-Hügel im Südosten bis zur Caldera-Wand bei Athinios und dem Kap Thermia im Westen. Santorini liegt im Zentrum einer vulkanischen Kette, die sich von den Christiana-Inseln im Südosten über den Unterwasservulkan Kolumbos bis zur Kolumbo Vulkankette im Nordosten erstreckt. Dieses ca. 60 km lange Vulkanfeld liegt in einer Schwächezone und ist in vier Phasen entstanden, die im späten Pliozän mit der Entstehung Christianas ihren Anfang nahmen[2]. Seismische Studien zeigen, dass die vulkanischen Phasen in einem engen Zusammenhang mit der tektonischen Entwicklung der Schwächezone steht, die sich von Santorini bis zur Insel Amorgos im Nordosten zieht. Santorini ist dabei das Ergebnis der jüngeren Geschichte dieser Vulkankette, in der die Insel ihre Form und Größe wiederholt änderte.

Die vulkanische Tätigkeit auf Santorini setzte vor etwa 600.000 Jahren ein. Ein Eruptionszentrum südwestlich des Kykladen-Massivs bildete eine neue Insel (Akrotiri), die bestehende wurde teilweise überdeckt. Vor 500.000 Jahren entstand im Norden von Thira ein weiterer Vulkan (Peristeria), während durch weitere Aktivitäten im Süden die vulkanischen und die nicht-vulkanischen Inseln vereinigt wurden. Zwei gewaltige Eruptionen vor 200.000 und 180.000 Jahren förderten eine bis zu 70 m mächtige Bimssteinschicht und überlagerten die bisherigen Vulkane. Aufgrund der Entleerung der Magmakammer kam es zu einem vulkanotektonischen Einbruch und zur Bildung der ersten Caldera. Als Auslöser der Eruptionen wurde 2021 ein Sinken des Meeresspiegels um einen Wert von 40 m unter dem heutigen Niveau identifiziert. Durch eine geringere Überdeckung der Magmakammer mit Meer sinkt auch der Druck dessen Gewichts, der Vulkan bricht aus.[3]

Insgesamt förderten zwölf explosive Eruptionen mit einem VEI-Wert von 5 oder höher (für die Minoische Eruption wird ein VEI-Wert von 7 diskutiert) in den vergangenen 200.000 Jahren die Hauptmenge der vulkanischen Produkte. Aktiven Phasen folgten Ruheperioden, anhand verkohlter Pflanzenreste konnte die Bodenbildung während längerer Ruhephasen nachgewiesen werden. Die Gestalt des Archipels veränderte sich mehrfach. Kräftigen Eruptionen folgte viermal die Bildung einer Caldera. Dieser wiederholte Wechsel von Vulkanbildung und vulkanotektonischen Einbrüchen ist heute im nördlichen Teil der Caldera nachweisbar. Infolge von drei explosiven Eruptionen entstanden die Skaros-Caldera vor weniger als 100.000 Jahren, die Kap Riva-Caldera vor 21.000 Jahren und die heutige Caldera vor etwa 3600 Jahren, verursacht durch die Minoische Eruption. In deren Folgezeit setzten nahe dem Zentrum der Caldera unterseeische Eruptionen mit Lavaausflüssen ein und bauten in mehreren Phasen während der vergangenen 2200 Jahre den Kameni-Vulkan mit den gleichnamigen Inseln vom Caldera-Grund in 500 m Meerestiefe auf.

Mit drei Ausbrüchen im 20. Jahrhundert ist der Kameni-Vulkan der aktivste Vulkan (neben Nisyros) im östlichen Mittelmeer.

Historische und aktuelle Beobachtung der VulkanaktivitätenBearbeiten

 
Vulkanische Aktivität auf Nea Kameni im 19. Jahrhundert

Von vulkanischen Aktivitäten in der Caldera von Santorin und der Entstehung der Kameni-Inseln berichten bereits antike Gelehrte wie Strabon, Plutarch und Pausanias, zahlreiche Beobachtungen sind überliefert. Die Beschreibungen der Entstehung von Nea Kameni ab 1570 sind besonders gut bekannt. Der französische Geologe Ferdinand André Fouqué verfolgte 1866 mehrere Monate lang die Ausbrüche von Nea Kameni und verfasste darüber eine Monographie. Hans Reck gab ein umfassendes Werk über die Eruptionsperiode von 1925 bis 1928 heraus. Dagegen fanden die älteren Inseln Thira und Thirasia lange Zeit kaum Beachtung. Die Entdeckung und Ausgrabung von Akrotiri warf erste Fragen auf; seit den 1960er Jahren wird die Entstehung der älteren Inseln international erforscht.

Im Sommer 1995 nahm das Institut für Studium und Observation des Santorini Vulkans (I.S.M.O.SA.V.) im Rahmen eines von der EU finanzierten Forschungsprogramms zur Vulkanüberwachung die Arbeit auf.[4] Eine Gruppe von Forschern um Andrew Newman errichtete seit 2006 ein Netz aus zehn Seismographen und rund 20 GPS-Stationen.[5]

Mineralien und seltene GesteineBearbeiten

Durch seinen vielfältigen geologischen Aufbau ist Santorin reich an unterschiedlichen Gesteinen, die jeweils interessante Mineralien enthalten können.

In den vulkanischen Gesteinen Basalt, Dazit, Bims und Tuff gibt es Gasblasen, die Hohlräume zur Bildung von Mineralien anboten. Darin findet man unter anderem Quarzkristalle und Zeolithe (Natrolith, Chabasit).

In Vulkangesteinen, die hydrothermal verändert wurden und silikatreich sind, findet man Chalcedon, Quarz, Achat und Opal (meist als Hyalit).

 
kleine Achate und Chalcedone gefunden am roten Strand bei Akrotíri

Sehr selten können Nebengesteine in eine Magmakammer geraten sein und wurden dort metamorphosiert, wobei Skarn entsteht. Darin findet man Granat und Pyroxen-Kristalle (bis 3 cm).

Im Bereich der älteren Grundgesteine, die zum Beispiel am Hafen Athinios zu finden sind (Schiefer, Marmor und Dolomit), gibt es Vererzungen, die an alte tektonische Störungen gebunden sind. Diese sind durch deutliche schwarze oder rötliche Adern erkennbar. Dort gibt es folgende Mineralien: Galenit/Bleiglanz (bis zu 3 cm große Einsprenglinge), Cerussit, Linarit (sehr selten), Malachit, Dolomit-Kristalle, Kupferkies (meist als limonitisierte Pseudomorphosen).

FossilienBearbeiten

 
54.000 Jahre alte fossile Blattabdrücke von Olea europaea. Fundort: Fira/Santorin

In den Ascheschichten der Vulkanausbrüche haben sich manchmal Pflanzenreste erhalten, die bis vor kurzem im ehemaligen Bimssteinbruch bei Thira zu finden waren. Dazu gehörten Palmblätter, Terebinthenblätter und Olivenblätter. Diese Funde sind etwa 30.000 bis 60.000 Jahre alt. Derzeit wird die Fundstelle, die eigentlich ein schützenswertes Naturdenkmal von höchster Bedeutung ist, mit Müll zugeschüttet.

Die jüngsten Fossilien befinden sich in der Grenzschicht zur minoischen Vulkaneruption. Zum Beispiel hat Tom Pfeiffer dort einen verkohlten Olivenbaum gefunden, der bei der Datierung der minoischen Katastrophe half.

Viel älter sind dagegen die Fossilien am Profitis-Iias-Gipfel aus der Kreidezeit, wobei es dort hauptsächlich eine Tiefseefauna aus der Zeit um etwa 120 bis 150 Millionen Jahren gibt, beispielsweise mit Hippuriten.

KlimaBearbeiten

 
Der Ort Oia, 1997

Santorin weist (wie die Kykladen allgemein) die meisten Sonnenstunden in Griechenland auf. Während der Sommermonate Juni bis September sind kaum mehr als ein Regentag je Monat zu verzeichnen. Die durchschnittlichen Tagestemperaturen reichen im August bis zu 29 °C, die Wassertemperaturen erreichen den Höchststand von 25 °C ebenfalls im August. Die Hauptregenzeit fällt in die Zeit von Dezember bis Februar mit bis zu durchschnittlich neun Regentagen je Monat. Die Lufttemperaturen fallen bis auf durchschnittlich 11 °C in dieser Zeit.

NaturBearbeiten

Santorin liegt im Bereich des Winterregenklimas. Die Sommer sind von Trockenheit geprägt. Einen Feuchtigkeitsausgleich in Form von Taubildung schafft der regelmäßige, trockene und kühle Meltemi in Verbindung mit Verdunstung über dem umgebenden Meer. Mit Ausnahme der Steilküste nimmt auf Santorini Kulturland etwa 80 % der Inselfläche ein. Der Hauptteil entfällt auf Weinberge mit weitläufigen Terrassen und Trockensteinmauern. Kleinere Einheiten dienen dem Anbau von Gemüse und Obst für die Selbstversorgung. Wassermangel ist der begrenzende Faktor. Ganzjährige Wasserläufe existieren nicht. Ungünstige Standorte oder Brachflächen werden teilweise beweidet.

Trotz der vulkanischen Vergangenheit zeigt Santorin keine Verarmung von Flora und Fauna. Die Artenzahlen sind mit anderen Inseln der südlichen Ägäis vergleichbar. Die Möglichkeit zur Dokumentation von Einwanderungs-, Etablierungs- und Aussterbeprozessen bieten die Inseln in der Caldera.

FloraBearbeiten

Seit fast 200 Jahren wird die Flora von Santorin von zahlreichen Forschern untersucht und ist daher relativ gut bekannt. Erste Grundlagen schuf Theodor von Heldreich Ende des 19. Jahrhunderts.[6] Mit damals 240 verzeichneten Arten wurde die Flora als verarmt eingestuft. Nach moderner Auffassung wird die Inselgruppe als floristisch nicht gesättigt angesehen, von einem Anstieg der Artenzahl infolge eines andauernden Einwanderungsprozesses wird ausgegangen. Bisher wurden auf dem Santorini-Archipel insgesamt über 550 Arten von Farn- und Samenpflanzen, auf Palea Kameni 178 Arten und auf Nea Kameni 156 Arten nachgewiesen. Etwa 95 % der Pflanzenarten von Palea und Nea Kameni kommen ebenfalls auf den älteren Ringinseln vor, die Zuwanderung von dort wird vermutet.

Gehölzbildende Pflanzen sowie Olivenkulturen fehlen fast vollständig. Die Vegetation besteht zu etwa 97 % aus der typischen Phrygana in unterschiedlicher Kombination auf fast allen älteren Brachen, der Übergang auf jüngere Brachen ist nahtlos. Diesen Lebensraum bestimmen nur wenige Strauch bildende Arten wie Sarcopoterium spinosum, Coridothymus capitatus, Cistus creticus und Thymelaea hirsuta. Einige Phrygana-Standorte werden von Neophyten wie Opuntia ficus-indica, Agave americana oder dem auffällig gelb blühenden Aeonium arboreum dominiert. Auf sandigen und steinigen Habitaten, vor allem in Küstennähe sind mehrere Arten aus der in Südafrika beheimateten Familie der Mittagsblumengewächse ausgewildert[7], so u. a. Aptenia cordifolia, Delosperma cooperi, Carpobratus acinaciformis, Carpobratus edulis, Lampranthus sp., Malephora purpureocrocea, Mesembryanthemum crystallinum oder Mesembryanthemum nodiflorum. Auf den Kalksteinhängen des nördlichen Profitis Ilias und des Gavrilos ist die Artenzusammensetzung vielfältiger. Die Gipfelregion des Profitis Ilias ist reich an Geophyten und Flechten. An extreme Standorte der Bimssteinschicht ist Helichrysum sp. angepasst.

Besonders gut erforscht ist die Flora von Nea Kameni, sieben Sammelreisen seit 1911 erbrachten insgesamt 156 Arten von Farn- und Samenpflanzen. Durch Vulkanausbrüche in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts wurden die Bestände mehrmals dezimiert. Die tatsächliche Artenzahl liegt bei 130 Arten (1987). Entsprechend der vulkanischen Aktivitäten des 20. Jahrhunderts haben sich an unterschiedlichen Standorten verschiedenartige Pflanzengesellschaften entwickelt. Die dauerhafte Zuwanderung von Arten und Entwicklung begleitet ein Verdrängungsprozess von Pionierpflanzen. Abgesehen von einigen Ficus-carica-Bäumen, welche die vulkanischen Aktivitäten des 20. Jahrhunderts überlebten, prägen dichte Horste von Hyparrhenia hirta und die einjährige Lupinus angustifolius die steppenähnliche Vegetation. Der Entwicklungsbeginn einer Strauchvegetation ist seit Mitte der 1980er Jahre zu beobachten. Etabliert hat sich Atriplex halimus, erste Sämlinge von Pistacia lentiscus wurden nachgewiesen.

Von Palea Kameni sind 178 Arten von Farn- und Samenpflanzen bekannt. Die immergrüne Hartlaubvegetation, dominieren niedrige, windgeformte Büsche von Pistacia lentiscus begleitet von einigen Ballota acetabulosa, Calicotome villosa und Prasium majus, durchsetzt von Therophyten. In der Spritzwasserzone hat sich eine salzliebende Pflanzengesellschaft etabliert, die von Atriplex-halimus- und Lycium-intricatum-Sträuchern dominiert wird. Die Südostspitze wird von einer offenen niedrigwachsenden Limonium-graecum-Gemeinschaft besiedelt. Vereinzelte Farngesellschaften in unterschiedlicher Zusammensetzung wie Asplenium obovatum und Polypodium cambricum besetzen den Lebensraum hauptsächlich zwischen schattigen Felsspalten an der Nordküste und in der Mitte. Die nahezu nackten Felsen im Nordwesten werden zunehmend von Süden her besiedelt, inzwischen auch von ausdauernden Pflanzen wie Atriplex halimus, Helichrysum italicum, Hyparrhenia hirta, Phagnalon graecum und Pistacia lentiscus.

FaunaBearbeiten

Eine vollständige Aufnahme der Tierarten liegt nicht vor. Fünf Säugetierarten sind von Santorin bekannt. Neben Hausratte, Hausmaus und Wildkaninchen sind dies auch der Südliche Weißbrustigel sowie eine nicht näher identifizierte Fledermausart.[8]

Die Reptilienfauna Santorins ist artenärmer als die von Kykladeninseln vergleichbarer Größe,[9] sie besteht aus nur fünf Arten.[10] Die geringe Artenzahl und das Fehlen von Amphibien und Schildkröten sprechen für einen ozeanischen Charakter der Inselfauna. Podarcis erhardii naxensis eine Unterart der Kykladen-Mauereidechse kommt auf den großen Inseln Thira, Thirasia sowie den Kaimeni-Inseln vor. Die beiden Geckoarten Europäischer Halbfinger und Ägäischer Nacktfinger sind von Thira und letztere auch von Thirasia bekannt.[11] Auf Thira existieren die Europäische Katzennatter und die Leopardnatter, weitere Arten wie die Balkan-Springnatter und die Vierstreifennatter werden vermutet. Der endemische Santorin-Walzenskink Chalcides moseri konnte seit der Erstbeschreibung 1937 nicht mehr nachgewiesen werden.[12]

Zwischen 1905 und 1987 wurden auf Santorin nahezu 100 Vogelarten beobachtet, die meisten davon sind Durchzügler. Als Brutvogel sind die neun Arten Turmfalke, Chukarhuhn, Silbermöwe, Felsentaube, Haubenlerche, Samtkopf-Grasmücke, Haussperling, Kolkrabe und Nebelkrähe bekannt, weitere wie Steinkauz, Bienenfresser, Bachstelze, Weißbartgrasmücke, Mittelmeer-Steinschmätzer, Blaumerle und Feldsperling werden als Brutvogel vermutet.[13]

In der oberhalb von Kamari gelegenen Zoodochos-Höhle wurde die endemische Assel Schizidium beroni nachgewiesen.[14] Die Art ist in der Roten Liste Griechenlands als vom Aussterben bedroht (CR – Critically Endangered) eingestuft.[15]

NaturschutzBearbeiten

 
Ölsperren über dem Wrack der Sea Diamond (2015)

Die Inseln Nea und Palea Kameni sowie das Profitis-Ilias-Massiv wurden als GR4220003 Santorini: Nea und Palea Kameni – Profitis Ilias (Σαντορίνη: Νέα και Παλαιά Καμένη – Προφήτης Ηλίας) in das Natura-2000-Netz der Europäischen Union aufgenommen.[16]

UmweltproblemeBearbeiten

Die Müllentsorgung bereitet große Probleme. Müll und Schrott werden in die ehemaligen Bimssteinbrüche gekippt. Dadurch werden einmalige Fundorte fossiler Pflanzen und archäologische Reste für immer zerstört. Der steigende Verkehr mit Mietwagen und Motorrädern belastet die Inseln mit Lärm, Abgasen und Schrott. Eine rege Bautätigkeit zerstört das Landschaftsbild und wichtige natürliche Ressourcen.[17] Das am 6. April 2007 vor Thíra gesunkene Kreuzfahrtschiff Sea Diamond wurde am 24. Juni 2008 durch die EU-Kommission zu Müll erklärt, aber bis heute nicht geborgen.

Der Namen der InselBearbeiten

Nach der Sage entstand die Insel aus einem Klumpen Erde, der von Euphemos ins Meer geworfen wurde. Die Insel soll zunächst den Namen Καλλίστη Kallístē („die Schönste“, bei Pausanias und Herodot überliefert) getragen haben und von Phöniziern bewohnt gewesen sein. Laut Pausanias gründete Theras, Sohn von Autesion, acht Generationen später eine spartanische Kolonie und benannte sie nach sich selbst: altgriechisch Θήρα Thḗra, was als „die Wilde“ wiedergegeben werden kann. Aber auch andere griechische Herleitungen sind möglich: Aus θερίζω therízo „Sommersaat einbringen, ernten“, aus θέρος théros „Hitze, Sommer“ oder aus θήρ thḗr „wildes Tier“, von dem sich der Name der Göttin Potnia Theron ableitet – die „Herrin der wilden Tiere“. „Die Wilde“ könnte die Herkunft des Namens durch dorische Siedler im 11. Jahrhundert v. Chr. wiedergeben. Umgekehrt wird der Vorname Therese mit einer Herkunft von dieser Insel in Verbindung gebracht: „die von Thera kommt“ oder „Bewohnerin von Thera“.

Auch der Name Στρογγύλη Strongýle („die Runde“), der bei Plinius überliefert ist, wurde auf die Insel bezogen. Wahrscheinlich meinte er jedoch eine andere Vulkaninsel mit dem Namen, nämlich Stromboli. Zudem gibt es Vermutungen, dass die auf Tafeln in Knossos gefundene Bezeichnung qe-ra-si-ja eine in Santorin verehrte Göttin bezeichnet, die als Qe-ra-si-ja (Therasia, „die Göttin von Thera“) auch in Kreta verehrt wurde. Somit wäre der Name Thera älteren, vielleicht vorgriechischen Ursprungs.

 
Ausgrabung der Basilika der Heiligen Irene am Rand des heutigen Perissa

Die Venezianer nannten die Insel im 12. Jahrhundert Santa Irini, nach einer der Heiligen Irene (italienisch Santa Irene, mittelgriechisch Άγια Ειρήνη Aja Irini) geweihten frühchristlichen Basilika beim heutigen Perissa, die vermutlich der von Claudius Ptolemäus beschriebenen historischen Siedlung Eleusis entsprach.[18] Daraus wurde später Santorini, was im Deutschen analog zu Athen und Turin ohne Endvokal als Santorin wiedergegeben wurde.

Die Türken nannten die Insel Degelmenik, was soviel wie „wir kommen nicht zurück“ bedeutet, der Grund war die Furcht vor dem Vulkan.[19]

Nach der Gründung des modernen Griechenland erhielt die Insel wie viele Orte wieder ihren antiken Namen; die außerhalb Griechenlands bekanntere Bezeichnung Santorin wird jedoch weiter benutzt.

GeschichteBearbeiten

Minoische ZeitBearbeiten

Im Jahr 1867 wurden auf Santorin erstmals Ruinen aus minoischer Zeit (der Begriff „minoisch“ war damals noch nicht gebräuchlich, sondern wurde erst von Arthur Milchhoefer geprägt) vom französischen Geologen Ferdinand André Fouqué gefunden. Die Mauerreste wurden damals als Bauernhäuser gedeutet, die zu einem bescheidenen minoischen Außenposten gehörten.

 
Minoische Stadtansicht, Teil eines Freskos aus Akrotiri, späte Bronzezeit

Genau einhundert Jahre später grub der griechische Archäologe Spyridon Marinatos bei Akrotiri und fand unter meterdicken Ascheschichten eine nahezu perfekt erhaltene bronzezeitliche Stadt mit Überresten von Gebäuden, Straßen und Plätzen. Die ersten Spuren von Besiedlung stammen aus dem 5. Jahrtausend v. Chr., der Jungsteinzeit. Im frühen 2. Jahrtausend v. Chr. wurde Thera zu einem der bedeutendsten Häfen der Ägäis. Objekte aus Zypern, Syrien und Ägypten lassen auf ein weites Handelsnetz schließen. Den hohen Grad der Zivilisation bezeugen die an eine Kanalisation angeschlossenen Baderäume, die vielfältigen Handwerke und nicht zuletzt die faszinierenden 3500 Jahre alten Fresken. Um bzw. kurz vor 1500 v. Chr. – oder, falls sich das unten diskutierte Datum bestätigt, zwischen 1620 und 1600 v. Chr. – scheint die Epoche des blühenden minoischen Hafens auf Thera beendet.

Datum und Folgen des letzten großen Vulkanausbruchs sind bis heute Gegenstand der wissenschaftlichen Debatte. Populär war die erstmals von Auguste Nicaise formulierte Theorie, der Ausbruch des Santorin habe die minoische Kultur etwa um 1500 v. Chr. ausgelöscht. Doch die Theorie vom Zusammenhang des Untergangs der Kultur der Minoer mit einem Vulkanausbruch auf Thera kam ins Wanken, als minoische Keramik genauer typologisiert und datiert wurde. Auf Kreta gibt es noch Keramikstufen, die sich auf Thera nicht fanden. Folglich fand der Ausbruch mit der Verschüttung der minoischen Siedlung Akrotiri mindestens ein halbes Jahrhundert vor dem Zusammenbruch der minoischen Kultur statt.

Naturwissenschaftliche Methoden wie die Untersuchung der Eisschichten auf Grönland, C14-Daten von Samen aus den Zerstörungsschichten (VDL) auf Santorin selbst und dendrochronologische Untersuchungen sowie C14-Datierungen von Jahresringen zweier Olivenbaumäste, die beim Vulkanausbruch unter einer 60 Meter hohen Bimsschicht begraben wurde, ergaben Daten, die um nahezu 100 Jahre früher liegen, also um 1613 v. Chr. ± 13 Jahre.[20] Danach gab es einen friedlichen Kulturzusammenhang zwischen den Minoern und dem beginnenden Neuen Reich in Ägypten, während nach der physikalischen Datierung des Santorinausbruchs die von Asche begrabenen Schichten mit der Hyksoszeit korrelieren müssten, was sich archäologisch bisher nicht nachweisen ließ.[21] Ein direkter Zusammenhang zwischen der Eruption und dem Zusammenbruch der minoischen Kultur (etwa 1450 v. Chr.) existiert auch nach den archäologischen Erkenntnissen nicht.

 
Steilküste im Westen von Santorin

Dennoch glauben einige Forscher, dass eine solche Katastrophe nicht spurlos an den Minoern vorbeiging. Der Grund für das Verschwinden der minoischen Kultur könnten indirekte Folgen des Vulkanausbruchs von 1613 v. Chr. gewesen sein, welche die minoische Kultur stark in Mitleidenschaft zogen: Es wird spekuliert, dass der Vulkan einen Tsunami ausgelöst habe, dessen bis zu 12 m hohe Wellen Kretas Häfen im Norden sowie einen Teil der Schiffsflotte (Handelsschiffe und Fischerboote) zerstört haben könnte. Mittlerweile wurden Spuren der Flutwellen in einigen Orten an der Nordostküste Kretas identifiziert. So in Pseira, Palaikastro und Papadiokambos.[22]

Nach neueren Erkenntnissen war die Eruption noch wesentlich größer als bisher angenommen. Ging man früher davon aus, dass sie eine Stärke von 6 auf dem Vulkanexplosivitätsindex, der von 0 bis 8 reicht, hatte, wird mittlerweile sogar eine Stärke VEI 7 diskutiert. Statistisch ist ein Ausbruch dieser Stärke nur einmal pro Jahrtausend zu erwarten.

Die These, dass der Ausbruch des Vulkans der Ursprung von Platons Erzählung über den Untergang von Atlantis sei, gehört zu den vielfältigen Lokalisierungshypothesen zu Atlantis. Sie wird von verschiedenen Autoren vertreten, setzt aber voraus, dass mehrere der detaillierten Angaben Platons ignoriert werden müssen, da sie nicht auf Santorin passen.

Nach der Minoischen EruptionBearbeiten

 
Blick von Thira auf den vom Meer gefluteten Krater

Einige Zeit nach dem Ausbruch wurde Thera wieder von Minoern besiedelt, sie verschwanden dann jedoch etwa zeitgleich mit den Minoern auf Kreta (um 1450 v. Chr.). In den folgenden Jahrhunderten wurde die Insel von Phöniziern besiedelt.

Im 9. Jahrhundert v. Chr. wurde das Eiland von den Lacedaemoniern (Dorern) als Stützpunkt auf der Ost-West-Handelsroute in der Ägäis übernommen und ausgebaut. Die geographische Lage und die spezifische Geomorphologie machten die Insel zu einem idealen Marinestützpunkt. Die Siedler aus Sparta bauten die Stadt Alt-Thera auf einem Grat des Berges Messavouno.

Bis zum Ende der Perserkriege im Jahre 478 v. Chr. blieb Thera ein unabhängiger Staat des antiken Griechenlands. Nach Herodot existierten sieben Städte auf der Insel, die nach einer siebenjährigen Dürre Kolonisten unter anderem nach Nordafrika schickte. Diese gründeten dort das einst so mächtige Kyrene, das im Peloponnesischen Krieg auf Seiten der Spartaner stand. Nach Beendigung der Perserkriege regierte Athen auch über Thera. Von den folgenden wechselvollen Jahren blieb auch Santorin nicht verschont. Nach der Aufteilung des Reiches Alexanders des Großen geriet Thera in den Einflussbereich der Ptolemäer. Die Insel wurde zum Flottenstützpunkt, die Kapitäne und Offiziere errichteten luxuriöse Häuser in der Hauptsiedlung Alt-Thera.

Wie ganz Griechenland fiel auch Thera im Jahre 146 v. Chr. für einige Jahrhunderte unter römische Herrschaft. Die Insel hatte in der römischen Provinz Asia beträchtlichen Einfluss, es gab umfangreiche öffentliche Bauten in Alt-Thera und Beamte aus Santorin besetzten hohe Positionen, darunter zweimal das Amt des Provinzialoberpriesters. In byzantinischer Zeit ab dem 3. Jahrhundert wurde die Kirche Panagia Episkopi bei Mesa Gonia zum Bischofssitz, ursprünglich eine dreischiffige Basilika. 1100 wurde eine Kreuzkuppelkirche errichtet, die durch Architektur und Ausstattung bis heute herausragend ist.

Venezianische ZeitBearbeiten

 
Goulas in Emborio

Die Eroberung Konstantinopels infolge des Vierten Kreuzzuges führte zur Aufteilung des Byzantinischen Reiches. Die Republik Venedig erhob Ansprüche auf die südliche Ägäis. Im Jahr 1207 gründete Marco Sanudo das Herzogtum Archipelagos und übergab die Inseln Thira und Thirasia dem Venezianer Giacomo I. Barozzi zum Lehen. Nach der Rückeroberung Konstantinopels gelangten die Inseln von 1265 bis 1296 nochmals in den byzantinischen Einflussbereich. Danach wurde Giacomo II. Barozzi Herr von Santorini. Die Venezianer etablierten ein Feudalsystem und errichteten befestigte Siedlungen in Ia, Pyrgos, Emborio und Akrotiri. Der ebenfalls befestigte Skaros-Felsen nördlich des heutigen Fira wurde Hauptstadt und Sitz des römisch-katholischen Bistums Santorini. Die Feudalherren selbst lebten in den turmähnlichen Goulades, die als Turmburgen und als Lager der landwirtschaftlichen Erzeugnisse dienten.

Unter den Familien Sanudo und Pisani florierte das Herzogtum, bis 1383 die Familie Crispo einen Putsch unternahm. Die folgende Zeit war von Niedergang, Piratenüberfällen und kriegerischen Auseinandersetzungen mit der Republik Genua und dem expandierenden Osmanischen Reich geprägt. Für das Jahr 1470 wird eine Einwohnerzahl von nur noch 300 Personen auf der Insel angegeben.[23]

Nach der Eroberung der Ägäischen Inseln durch Khair ad-Din Barbarossa im Jahr 1537 blieben die Inseln bis 1566 unter der Herrschaft der Familie Crispo, wurde aber gegenüber dem Sultan Selim II. tributpflichtig. Danach wurde zunächst Joseph Nasi vom Sultan als Herzog von Naxos eingesetzt, nach dessen Tod 1579 übernahmen die Osmanen die Herrschaft auf Santorin.

Osmanische ZeitBearbeiten

Die endgültige Übernahme der Insel 1580 durch das Osmanische Reich unter Sultan Murad III. führte zur Verbesserung der sozialen und wirtschaftlichen Situation. Den Gemeinden wurde eine weitgehende Selbstverwaltung gewährt, Eingriffe in die Angelegenheiten der Insel reduziert. Durch die Abschaffung des Feudalsystems konnte die lokale Bevölkerung landwirtschaftliche Flächen erwerben. Dem Weinbau kam dabei eine besondere Bedeutung zu, aber auch Gerste und Tomaten wurden angebaut. Die Kontrolle des Weinbaus durch die Einheimischen in Verbindung mit einem deutlichen Rückgang der Piraterie hatte die Ausweitung des Handels zur Folge. Aufgrund des schlechten Zustands und der schweren Zugänglichkeit des venezianischen Skaros wurde die Hauptstadt nach Thira verlegt.

 
Santorin Ende des 18. Jahrhunderts, Guillaume-Antoine Olivier

Durch den wirtschaftlichen Aufschwung hatte Santorin einen stetigen Bevölkerungsanstieg zu verzeichnen von 7000 Menschen Mitte des 17. Jahrhunderts auf 10.000 Menschen Ende des Jahrhunderts und 12.000 Menschen gegen Ende des 18. Jahrhunderts. Wein war primäres Exportprodukt, und deshalb wurden Weinbauflächen und Handelsaktivitäten ständig erweitert. Die griechischen Reeder fuhren bis zur ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts überwiegend unter französischer Flagge.

Die Vertragsbestimmungen des Friedens von Küçük Kaynarca ermöglichte den griechischen Reedern unter russischer Flagge freien Handel in der Schwarzmeerregion. Die Beteiligung am Getreidehandel vom Süden Russlands ins westliche Mittelmeer unter russischem Schutz brachte der griechischen Handelsflotte einen kräftigen Aufschwung. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts war Santorini die drittgrößte Handelsflotte Griechenlands.

19. Jahrhundert, nach der Griechischen RevolutionBearbeiten

An der wirtschaftlichen Situation im neu gegründeten griechischen Staat, der in der Folge der Griechischen Revolution entstanden war, änderte sich zunächst wenig. Durch die erneute Ausweitung der Rebflächen zwischen 1835 und 1874 wurden die Erntemengen mehr als verdoppelt. Ende des 19. Jahrhunderts führte die Änderung des Weingeschmacks in Europa zu sinkender Nachfrage und hatte den raschen Preisverfall des Vinsanto zur Folge. Die vom Weinexport abhängige Handelsschifffahrt ging zurück und erlitt zusätzlich mit dem Aufkommen von Dampfschiffen einen Einbruch. Santorin war einem großen Strukturwandel und einer starken Abwanderung unterworfen, ein Wechsel zu größerer Vielfalt wurde in der Landwirtschaft unternommen.

20. JahrhundertBearbeiten

 
Auf den alten Dreschplätzen treten auch heute noch Esel die Fava
 
Heute werden Tomaten nur noch für den Eigenbedarf getrocknet

Neben Fava und weißen Auberginen verbreitete sich ab den 1880er Jahren der Anbau von Tomaten. Zunächst gingen die kleinen Familienbetriebe zur Produktion von Tomatenmark über, 1929 nahm die erste Fabrik die Arbeit auf, zum Höhepunkt der Tomatenproduktion Ende der 1940er Jahre existierten zwölf Verarbeitungsbetriebe auf Santorin. Daneben wurde Baumwolle angebaut, die in lokalen Textilfabriken verarbeitet wurden. Bedeutend war und ist der Weinanbau. Obwohl die Rebfläche ständig reduziert wurde, nahm bis Mitte des 20. Jahrhunderts die landwirtschaftlich genutzte Fläche mehr als 70 % der Inselfläche ein.

Dem Seebeben bei Amorgos am 9. Juli 1956 der Stärke 7,4 folgten 18 weitere Nachbeben mit einer Stärke über 4,1. Das stärkste Nachbeben erreichte Stärke 7,2, das Epizentrum lag unmittelbar vor der Nordostküste von Thira.[24] Ia und Fira waren am schwersten betroffen. Das Dorf Mesa Gonia wurde zunächst ganz aufgegeben, die Bewohner gründeten am Meer Kamari. Erst rund ein Jahrzehnt später wurden einige Häuser in Mesa Gonia wieder renoviert, und heute bilden Mesa Gonia und Exa Gonia zwei kleine Dörfer in zentraler Lage.

Bevölkerungsentwicklung der Insel Thira[25]
Jahr 1961 1971 1981 1991 2001 2011[26]
Thira 7.751 6.196 7.083 8.771 12.440 14.005
Ia 0.882 01.230 01.545
Summe 9.653 13.670 15.500

Nach dem Untergang des griechischen Kreuzfahrtschiffes Sea Diamond am 6. April 2007 in der Nähe des Hafens Athinos setzte sich eine Bürgerinitiative für die Bergung des Wracks ein. Immer wieder trat Öl aus, und es wurde eine erhöhte Schwermetallbelastung nachgewiesen. Am 24. Juni 2008 erklärte die EU-Kommission das Wrack zu Müll.[27] Im Juni 2009 wurde das Öl aus dem Wrack abgepumpt,[28] das Wrack wurde aber noch nicht geborgen.[29]

Verwaltungsgliederung und OrtschaftenBearbeiten

 
Blick auf den Ort Fira

Die Inselgruppe gliederte sich seit der griechischen Gemeindereform von 1997 in zwei Gemeinden. Der Norden der Insel Thira und Thirasia bildeten zusammen mit den Felseneilanden Agios Nikolaos und Kimina die selbstständige Landgemeinde Ia (Κοινότητα Οίας) mit dem gleichnamigen Hauptort (auch als Oia transkribiert), der Großteil der Insel Thira mit allen übrigen Inseln bildete die Gemeinde Thira (Δήμος Θήρας), mit dem Hauptort Fira. Durch die Verwaltungsreform 2010 wurden beide Gemeinden zur neuen Gemeinde Thira vereint, die nun die gesamte Inselgruppe Santorin umfasst. Die ehemaligen Gemeinden wurden zu Gemeindebezirken.

Zur Gemeinde Thira gehören ferner die etwa 18 km südwestlich der Hauptinsel gelegenen, unbewohnten Christiana-Inseln (Χριστιανά) Christiani (Χριστιανή), Askania (Ασκανιά) und Eschati (Εσχάτη), die den südlichsten Punkt der Präfektur Kykladen bilden, sowie die kleine Insel Anydros (Άνυδρος) oder Amorgopoula (Αμοργοπούλα), die knapp 25 km nordöstlich von Thira liegt.

Gemeindebezirk griechischer Name Code Fläche (km²) Einwohner 2001 Einwohner 2011 Stadtbezirke / Ortsgemeinschaften
(Δημοτική / Τοπική Κοινότητα)
Thira Δημοτική Ενότητα Θήρας 600101 71,174 12.440 14.005 Thira, Akrotiri, Vothonas, Vourvoulos, Emborios, Exo Gonias, Episkopi Gonias, Imerovigli, Karterados, Megalochori, Mesaria, Kallisti
Ia Δημοτική Ενότητα Οίας 600102 19,449 1.230 1.545 Ia, Thirasia
Gesamt 6001 90,623 13.670 15.500

KulturBearbeiten

Alle Kykladen-Inseln haben gemeinsam, dass sie lange unter Fremdherrschaft standen, aber durch ihre geringe Größe und geographische Isolation nur wenig Aufmerksamkeit der jeweiligen Herrschaft auf sich zogen.[30] Daher entwickelte sich eine Kultur der Autarkie und Selbstbezogenheit. Die Gesellschaften sind familienorientiert und konservativ. Für Santorin als die südlichste der Kykladeninseln gilt dies in besonderem Maße.

Die traditionelle Grundlage der Insel war die Landwirtschaft, Industrie hat sich abgesehen von der Erzeugung von Tomatenkonserven nie angesiedelt. Im 19. Jahrhundert kam der Abbau des Vulkangesteins hinzu. Kinder, die weder die Landwirtschaft übernahmen noch in den Steinbrüchen arbeiteten, mussten auswandern oder fuhren zur See. Zu den großen Familienfesten kehrten sie aber nach Möglichkeit immer zurück. Darunter ist in erster Linie das orthodoxe Osterfest zu nennen,[31] aber auch Taufen bringen die Familie und oft noch immer die ganze Dorfgemeinschaft zusammen.

Da die Oberfläche der Insel sowohl in der Vergangenheit als auch in der Gegenwart nicht für die Viehzucht geeignet ist, war die Landwirtschaft auf Feldfrüchte ausgerichtet. Neben kleinen Getreidefeldern für den Eigenbedarf wurden vor allem Tomaten und Bohnen angebaut. Pistazien und Oliven rund um die Häuser waren oft in großen Teilen der Insel die einzigen Bäume. Diese Tradition der Landwirtschaft zeigt sich noch heute in den Spezialitäten der Insel: Anders als in anderen Teilen Griechenlands haben vegetarische Speisen einen großen Anteil an der Ernährung. Darunter fallen vor allem die Psevdokeftedes, Bällchen aus Tomaten oder Kichererbsen, die die in der griechischen Küche sonst so beliebten Fleischbällchen ersetzen. Außerdem ist eine traditionelle Version des Melitzanosalata aus weißen Auberginen von besonderer Bedeutung und verschiedene Zubereitungen eines dicken, als Fava bezeichneten Pürees aus Platterbsen.[32]

Eine große Rolle spielt auf Santorin schon seit Jahrtausenden der Weinbau. Um die Weinstöcke auf dem vulkanischen Bimssteinboden vor Austrocknung zu schützen, werden sie nicht in die Höhe gezogen, sondern am Boden in kleinen Mulden zu runden Kränzen zusammengeflochten. Weingärten an den höheren Hängen der Insel, insbesondere am Berg Profitis Ilias, profitieren von einem speziellen Wetterphänomen. Weil das Meer durch die größere Tiefe in der Caldera dort kälter ist als auf der Außenseite der Insel, ziehen in der Mittagshitze leichte Nebelschwaden die Hänge hinauf und können sich unter günstigen Bedingungen als Tau ablagern.[33]

 
Café in Akrotiri

Die Bauten auf der Insel entsprechen weitgehend der kykladischen Architektur auf den Nachbarinseln. Die Hausformen entstanden in der typischen agglutinierenden Bauweise, bei der je nach Bedarf kubische Zellen aneinandergefügt werden, die zumeist einen Raum darstellen. Dadurch entstehen unregelmäßige Straßen, Plätze, Ecken und Winkel, und verbunden sind sie durch Treppen, Terrassen oder Höfe. Diese Bauweise hat offensichtliche Vorteile im Inselklima; die verwinkelten Gassen schützen vor Sturm und Sonneneinstrahlung. Außerdem waren die Siedlungen so leicht zu verteidigen.

Als Besonderheit der Insel Santorin gilt, dass es hier keine Bäume gab.[34] Deshalb werden die auf anderen Inseln vorkommenden Dachkonstruktionen durch Tonnengewölbe ersetzt. Sie sind aus dem leichten Bimsstein der Insel gefertigt, verbunden durch Santorinerde. Außerdem ist die Anordnung der Bauten in den Siedlungen an die spezifischen Geländestrukturen Santorins angepasst: Am Caldera-Rand erstrecken sich die Häuser entlang der Höhenlinien, mit vielen Treppen. In den Erosionstälern ziehen sie sich beidseitig die Hänge hoch. Die Höhensiedlungen im Zentrum der Insel orientieren sich rund um die Befestigungen der Venezianer. Die neuen Siedlungen an der Küste richten sich an einer langen, breiten Kaistraße aus. Seitenstraßen gehen von ihr gitter- oder fächerförmig ab. Abweichend von dieser vorherrschenden Insel-Architektur sind die sogenannten Herrenhäuser. Sie gehen auf Bauten der Venezianer zurück, wurden aber weitgehend im 19. Jahrhundert unter dem Einfluss des Klassizismus errichtet. Einzelne Herrenhäuser wurden in den Zentren fast aller Inselortschaften errichtet. Konzentriert stehen sie im katholischen Viertel der Inselhauptstadt.

Einige der Ausgewanderten oder Seefahrer sind zu Vermögen gekommen und haben einen Teil davon der Gemeinschaft auf der Insel zurückgegeben. In Mesa Gonia, nahe der Inselmitte, steht eine moderne Kirche im neo-byzantinischen Baustil, die dem Ágios Charálambos geweiht ist. Sie wurde nach dem Erdbeben 1956 durch einen von Santorin in die USA ausgewanderten Unternehmer gestiftet.[35] Der von der Insel stammende Reeder Pétros Nomikós gilt als der größte Mäzen Santorins: Er finanzierte den Bau der Seilbahn von Firas altem Hafen hinauf in die Stadt und legte den Grundstein für das nach ihm benannten Kongress- und Kulturzentrum direkt am Calderarand.

SehenswürdigkeitenBearbeiten

  • Ausgrabungen von Alt-Thera
  • Ausgrabungen von Akrotiri
  • Steilküstenweg von Fira nach Ia
  • Neues archäologisches Museum, das Gyzi-Museum und das alte archäologische Museum bei der Seilbahn Fira, das Santozeum ist ein Ausstellungs- und Kulturzentrum in Fira, das seit 2011 die Ausstellung detailgetreuer Repliken der Fresken aus Akrotiri zeigt.
  • Mineralien- und Fossilienmuseum in Perisa
  • Inseln im Krater (Palea Kameni und Nea Kameni)
  • Die ehemalige Bischofskirche Panagia Episkopi bei Mesa Gonia
  • Kirche Ieros Naos Agiou Ioannou tou Baptistou (1823)

Regelmäßige VeranstaltungenBearbeiten

Megaro Gyzi FestivalBearbeiten

Seit 1981 findet das Megaro Gyzi Festival jedes Jahr im August im Megaro Gyzi Kulturzentrum statt. Das Programm bietet Konzerte, Theateraufführungen und Gemäldeausstellungen.[36]

Internationaler Klavierwettbewerb The MuseBearbeiten

Die International Association of Art, The Muse veranstaltet seit 2005 die International Piano Competition. Der Wettbewerb wird Anfang September im Konzertsaal des Megaro Gyzi ausgetragen. Für Teilnehmer bis 17 Jahre fand 2009 erstmals der The Muse Junior in den Kategorien Klavier, Violine, Cello und Blasinstrumente statt.[37]

International Music Festival of SantoriniBearbeiten

Im Petros M. Nomikos Konferenzzentrum in Fira wird seit September 1989 das Internationale Musik Festival von Santorini (Διεθνές Μουσικό Φεστιβάλ Σαντορίνης) vom Kulturverein Freunde von Santorini (Πολιτιστικό Σωματείο Οι Φίλοι της Σαντορίνης) ausgetragen.[38]

Santorini Jazz Festival, KamariBearbeiten

Das Freiluftkino in Kamari ist seit 1997 Veranstaltungsort des Santorini Jazz Festival.[39]

WirtschaftBearbeiten

 
Perissa

Heute lebt die Insel nahezu ausschließlich vom Tourismus. Die Orte Perissa und Kamari im Südosten an der Außenseite der Insel setzen auf die flachen Strände und ziehen Badegäste an. Hier gibt es mittelgroße Hotelanlagen. In Fira, den benachbarten Orten Firostephani und Imerovigli, sowie Ia auf dem Kraterrand überwiegen kleine Hotels und Pensionen im höherpreisigen Segment. Beide Orte haben im Sommerhalbjahr umfangreiche Einkaufsmöglichkeiten, die sich an Touristen richten, darunter Filialen internationaler Mode-, Uhren- und Schmuckanbieter. Ein besonders stark wachsendes Segment des Tourismus auf Santorin sind Besucher aus China. Seit etwa 2010 wächst deren Zahl jedes Jahr im dreistelligen Prozentbereich, noch einmal verstärkt im Jahr 2015, nachdem 2014 der teilweise auf Santorin gedrehte Film Beijing Love Story der erfolgreichste Film des Jahres in China war.[40]

 
Maultiere bringen Touristen über eine Steintreppe auf die Insel hinauf

In der Landwirtschaft spielt heute nur noch der Weinbau im Anbaugebiet Santorin eine nennenswerte Rolle. Weiß- und Süßweine werden in der höchsten griechischen Qualitätsstufe OPAP (Onomasia proelefseos anoteras piotitos Ονομασία προελευσέως ανωτέρας ποιότητος) produziert. Bis in die 1980er Jahre war der gewerbliche Anbau von Tomaten verbreitet, die als Ketchup oder Konserven vermarktet wurden. Verarbeitet wurden vor allem kleine cocktailähnliche Tomaten, der Sorte Santorini. Heute gibt es nur noch einen kleinen Betrieb. Eine stillgelegte Konservenfabrik bei Vlichada beherbergt das Kraftwerk des staatlichen Energieversorgers ΔΕΗ. Der Fischfang dient vor allem den Restaurants der Insel. Fischerboote liegen vorwiegend in den kleinen Häfen bei Monolithos und Ammoudi bei Ia. Pistazien und Feigen werden in kleinem Rahmen angebaut. Die traditionsreiche Fava wird kaum mehr angebaut. Weitere Landwirtschaft dient nur noch dem Eigenbedarf. An mehreren Ortschaften gibt es noch öffentliche Dreschplätze.

Der Abbau von Santorinerde und anderen Formen des Bimssteins war seit dem 19. Jahrhundert das wichtigste Gewerbe der Insel. Der letzte Steinbruch schloss 1990, Reste der Rutschen und Verladekräne sind südlich von Fira noch zu sehen.

InfrastrukturBearbeiten

VerkehrBearbeiten

Der Flughafen Santorin hat Linienverkehr nach Athen und zu weiteren griechischen Zielen. Im Sommer gibt es internationale Charterverbindungen nach Santorin aus Deutschland, Österreich und anderen europäischen Staaten.

Santorin hat vier Häfen: Athinios, Ammoudi, einen Hafen bei Vlychada und einen kleinen unterhalb von Fira.

Tägliche Fährverbindungen bestehen nach Piräus, dem Hafen von Athen, über andere Inseln der Kykladen mit Blue Star Ferries oder mit den Schnellfähren der Hellenic Seaways (Tochtergesellschaft der Minoan Lines) und Seajets. Tägliche Verbindungen gibt es auch zu Nachbarinseln, nahezu täglich verkehren Schnellfähren nach Kreta. Der Fährverkehr wird seit Mitte der 1990er Jahre über den Hafen in Athiniós abgewickelt, der daher auch als neuer Hafen bezeichnet wird.

 
Kreuzfahrtschiffe in der Bucht vor Fira

Kreuzfahrtschiffe legen entweder im neuen Hafen an oder booten die Gäste in den alten Hafen von Fira aus, wo auch die Mehrzahl der Ausflugsboote ablegt. Vom Hafen führen eine Seilbahn und eine Treppe die rund 300 Höhenmeter zur Stadt Fira am Kraterrand. Zum Besteigen der Treppe wird der Ritt auf Eseln oder Maultieren angeboten.

Ausflugsboote fahren mehrmals täglich vom alten Hafen in Fira oder dem neuen Hafen nach Ia, Thirasia (Hafen Kórfos unterhalb des Hauptortes Manolas) und zu den Vulkaninseln im Inneren der Caldera. Weitere Boote in die Caldera legen unterhalb von Ia vom Hafen Ammoúdi ab. Dort gibt es auch eine Fußgängerfähre (lokal Lantza genannt) nach Thirasia, die dort neben Kórfos auch das im flachen Norden gelegene Ríva (Agía Eiríni) anläuft. Letzteres ist auch der Hafen für größere Fähren. Auf der Außenseite Santorinis verbindet eine Bootslinie die Badeorte Kamari, Perissa und Akrotiri und ihre Strände.

Das Straßennetz ist gut ausgebaut, hat aber stellenweise holprigen Belag. Die Hauptverbindungsroute führt entlang des Kraterrands von Ia bis Akrotiri mit einer Verbindung ins Inselinnere nach Messariá und Stichstraßen nach Kamari und zum Flughafen bei Monolithos, sowie einer Abzweigung nach Emborio und weiter nach Perissa. Die 1988 gegründete Busgesellschaft KTEL Thira (ΚΤΕΛ Θήρας) betreibt ein dichtes Liniennetz.

Der zentrale Busbahnhof befindet sich in Fira. Der öffentliche Busverkehr ist gut ausgebaut. Linien in alle Richtungen kreuzen sich auch in Messariá.[41]

WasserversorgungBearbeiten

Wie auf anderen Inseln der südlichen Ägäis ist auch auf Santorin die Menge an Süßwasser begrenzt; Grundwasser ist die ergiebigste Quelle.

Durch das anhaltende Niederschlagsdefizit der letzten 40 Jahre in Verbindung mit einer erhöhten Entnahme seit dem Tourismusboom der 1970er und 1980er Jahre ist Meerwasser in den Grundwasserleiter eingedrungen. Das Wasser ist von minderer Qualität, schmeckt leicht salzig und erfüllt nicht den griechischen Trinkwasserstandard.[42] und ist somit zum Kaffeekochen oder für Tees ungeeignet.

Vor dem Erdbeben 1956 dienten Niederschläge primär der Wasserversorgung. In Kamari wurde nach dem Erdbeben das erste Wasserversorgungsnetz der Insel angelegt und später auf die meisten Orte des Gemeindebezirks Thira ausgedehnt. Die anderen Orte werden von Tankfahrzeugen versorgt. Trinkwasser wird in Form von Einwegflaschen angeliefert. Ia wird aufgrund des Mangels an Grundwasservorkommen von einer Meerwasserentsalzungsanlage versorgt. Die Gemeinde Kamari bekommt 2022 eine neue Meerwasserentsalzungsanlage.

Das Defizit auf Thirasia wird von kostenintensiven Wassertransporten in Betriebswasserqualität vom Festland ausgeglichen. Der Betrieb einer Anlage zur Meerwasserentsalzung ist geplant, eine Rahmenvereinbarung zwischen dem Handelsschifffahrtsministerium und lokalen Behörden wurde 2009 unterzeichnet.[43]

TriviaBearbeiten

  • Während eines Ferien- und Studien-Aufenthaltes in Kamari vom 29. April bis zum 29. Mai 1984 schrieb der Schriftsteller Ernst Jünger zahlreiche Notizen zu Santorin, veröffentlicht in „Siebzig Verweht III“.[44] So notiert er beispielsweise am 9. Mai 1984:
"Santorin, 9. Mai 1984
Noch einmal hinauf nach Alt-Thera; diesmal nicht zu Fuß, sondern mit dem Autobus – eine wahre Achterbahnfahrt. Der Chauffeur mußte die Steilkurven haargenau ausfahren. Mich sollt es nicht wundern, läse ich darüber einmal in den Vermischten Nachrichten.
Im Bus entfällt das Botanisieren am Wegrand und die Freude an immer neuen Perspektiven während der Rast. Aber auch oben zwischen den Felsen und Trümmern blüht eine reiche Flora, darunter Disteln mit marmorierten Blättern und mannshoch die prometheische, leuchtend gelbe Ferula. Wir fuhren mit einer englischen Gesellschaft; ich war, meines Netzes wegen, »the butterfly-man«.
Wieder erstaunte mich die Ausdehnung der Bergfeste. Wenn man die Schwierigkeit der Versorgung, sogar mit Wasser, bedenkt, so erscheinen die Opfer, die für diesen Hochsitz gebracht wurden, außerordentlich. Sie werden vom, wie Burckhardt ihn nennt, »agonalen«, dem streitbaren, Menschen gebracht.
Ein Adlernest, doch geräumig; wir schritten es entlang der zum Teil noch erhaltenen Ringmauer ab. Natürlich fehlte es an Zisternen nicht. Bei einem flüchtigen Besuch wird die Übersicht dadurch erschwert, daß der Platz auch während der Ptolemäer- und der Kaiserzeit bewohnt war, also verschiedene Epochen sich durchdringen oder überlagern und zu unterscheiden sind. Doch was tuts – ein Blick von der Festung auf Kaimeni,[45] das ihr als Hafen gedient haben muß, hebt über das Vereinzelte hinweg. Ein Zirkumflex wird über Zeit und Erscheinung gesetzt.
Der Historiker Santorins ist Lois Knidlberger;[46] er hat seine gründliche Monographie dem Gedächtnis Hillers von Gaertringen gewidmet, obwohl er dessen Deutungen zuweilen widerspricht. So hielt Hiller ein durch einen gewaltigen Phallus kenntliches Haus an der Stadtmauer für ein Heiligtum des Dionysos, während Knidlberger dieser Lage und obszöner Einzelfunde wegen einfach auf ein Freudenhaus schließt. Vielleicht hätte Heraklit den Schiedsrichter machen können – nach ihm wären die Dionysosfeste skandalös, wenn es sich nicht um einen Kult handelte. Das betrifft die Grundfrage beim Streit um das Obszöne allgemein: inwiefern Göttliches an Werken und Taten beteiligt sei.
Abends im »Black Sandy«, einer nahe gelegenen Strandwirtschaft. Fischsuppe; Prunkstück war eine rote Meerbarbe.
Tiere, in Wilflingen zu bestimmen: ein großer, schwarzer Taucher, einfarbig, nur mit einer Blässe am Hals. Daß Taucher auch im Meere schwimmen, war mir bislang nicht bekannt.
Ein Fischer landete; er trug einen langen, bandförmigen Fisch. »Solfish«, sagte der Wirt. Ich habe die Art im Cuvier abgebildet gesehen. Nachschlagen. Endlich, um die Tamarisken kreisend, unerreichbar, ein südlicher Maikäfer. "
  • Der deutsche Dichter und Schriftsteller Theodor Däubler schreibt in dem 1946 posthum von Max Sidow herausgegebenen Band „Griechenland“ im Kapitel „Inseln im Sonnenmeer“ ausführlich über seine Reiseerlebnisse auf Santorin[47]:
    "... Nach etwa einer Woche, ich war wohlauf, lud man uns zum Panegyrikon der Allheiligen auf ein paar Tage nach Mégalochórion, ursprünglich Großdorf von Santorin, und der Perissa-Wallfahrtskirche ein. Schon früh, wir sollten erst abends eintreffen, ritten wir los, um zuerst den Leuchtturm und das Dorf Akrotiri anzusehn: wieder zu dritt; aber der Holländer war schon nach Kreta abgedampft, dafür gehörte nun ein Schweizer Baumeister zu uns.
    Unvergeßlicher Ausflug, um die Lese, durch Weinberge! Männern, laubbekränzt, mit noch leeren Riesenfässern, die sie kräftigst, aber dennoch fast zusammenbrechend, schleppen mußten, begegneten wir. Sie waren von Mühsal derart beansprucht, daß sie unsern Gruß nicht zu erwidern vermochten. Langsam kam dann ein Gruppe schwarzer Gestalten an uns, die wir gemächlich trabten, auf ungewöhnliche Art heran. Bald sahen wir, es war auf silberlich schimmerndem Samtesel, eine Trauernde; Kriegerwitwe, wie wir dann hörten, mit dahinwehenden Schleiern! Sie begab sich nach Kleinasien, ans Grab ihres gefallen Gatten, Still saß die junge Dame im Sattel, lispelte kaum Gebete, doch um sie, zu Fuß, zogen bis zum Schiff alte schwarzgekleidete Weiber, weinend, oft die Hände ringend. Als wir vor den Frauen etwas auswichen, die Unglückliche vorbeiliesen, nickte sie kaum mit dem Kopf, wohl ein wenig deutlicher mit der Hand, die ein weißes, schwarzgesäumtes Seidentuch hielt, doch Segenswünsche der Stöhnenden und auch der Wimmernden strömten sich, auf Augenblicke, über uns aus. Dann gings wieder mit Gezeter den umstürmten Kamm der Insel entlang, unserm Nachblicken enthuschend, in dem Staub des Lavaweges davon. Im Markt Akrotiri nahm uns, wie meistens, wo es verschaffte eine keine Herberge gibt, der Bürgermeister auf, genügende Mahlzeit, zeigte selbst den Merkmal und Stolz des Ortes; dann Frankenturm, ritten wir gleich dem Leuchtturm zu. Nun begleiteten uns kleine Knaben, die nebenher laufen wollten; ..."
  • Der deutsche Maler und Schriftsteller Richard Seewald reiste 1933 nach Griechenland und stellte aus seinen Tagebuchnotizen das 1937 in Erstauflage erschienene Buch „Zu den Grenzen des Abendlandes“ zusammen. In dem eigenen Kapitel über Santorin analysiert er[48]:
    "… Nähert man sich der Insel von außen, so erscheint sie nicht seltsam: von flachem Strand scheinen Gebirge sich sanft und ebenmäßig zu erheben, ständig ansteigend. Fährt man aber durch eine der Lücken hinein in den Ring, so bietet sich ein so seltsames Bild, daß man jäh erschrickt.
    Vielleicht zweihundert Meter hoch brechen Wände steil ab in die See, zerklüftet, zerrissen, in Schichten gewaltig gelagert, ohne jede Vegetation, schwarz, rot, braun, grau: so befremdlich gefärbt wie geformt, und oben gegen den Himmel zacken sich weiße Städte, blendende Haufen übereinander getürmter Häuser, aus denen gekuppelte Kirchen ragen. Endlose Treppen verbinden sie mit dem Ufer, wo ziemlich ohne Schutz wenige Segler ankern.
    Wer Positano kennt am Golf von Salerno und Ischia, kennt diese Bauart, die eigentlich Afrika anzugehören scheint: die flachen oder gekuppelten Dächer, die Tonnengewölbe, diese weißen Häuser, bei denen immer das Dach der einen Terrasse der darüberliegenden ist. Der tiefere Grund dieser Bauart ist der Mangel an Holz und der Mangel an Wasser. Zur Regenzeit schießt von all diesen schwach geneigten Ebenen, sorgsam von erhöhten Rändern umgeben, von den Gewölben und Kuppeln das kostbare Wasser hinab in die Zisternen, um Menschen und wenige Tiere vor dem Durst zu schützen. Bäume gibt es auf Santorin so gut wie keine, so auch keine Balken, Dächer zu tragen. - Ich beneide die Menschen, fröhliche Scharen von Touristen, die auf ihren Kreuzfahrten die Insel überschwemmen und alles »schön« finden. Mir legte sich zunächst diese Landschaft wie ein Alp auf die Brust. Der Abend kam. Eine blutige versank hinter den Zacken einer fernen Insel, links lag Sonne ein Wall von Wolken auf dem Meer, noch eine Mauer mehr als das Meer, das schon, von keinem Schiffe belebt, schweigend und abweisend rings um die Insel sich breitete. Die Häuser wurden weißer, kreidiger, die über mir sich zu Schemen auflösend gegen den gelblichen Himmel, gänzlich körperlos, da nun nicht mehr Schatten Kuben erkennen ließen, die unter mir, über deren Dächer ich sozusagen ging, wurden zu getünchten Gräbern. Die flache Kraterinsel war schwarz, eine unförmige, unheilvolle Masse. Am Tage hatte ich von oben zwei Mäuler gesehen; auch wie Geschwüre wirkten sie oder wie After der Erde, abscheulich. Das eine war schwefelgelb in dunkler Umrahmung. Auch wie böse Polypenaugen schauten sie einen an, und die breiig auseinandergelaufenen Massen des Auswurfs schienen die grausigen Arme zu sein, die unter dem Wasser sich ringelten, mit unzähligen Saugnäpfen besetzt: den schwarzen Lavablöcken, die die niederen Rücken bedecken. ..."
  • Der englische Schriftsteller und Literaturwissenschaftler Robert Liddell schreibt in den 1957 auf deutsch erschienen Reiseerinnerungen „Landschaft Apolls – Fahrten durch die Ägäische Welt“ in dem Kapitel über Santorin[49]:
    "... Es ist gewiß ein Vorteil, daß man jetzt nach Pyrgos fahren kann und sich so einen langen, heißen und langweiligen Ritt erspart. Von diesem wunderschönen Dorfe aus führt ein Ritt von vierzig Minuten zum Kloster des Propheten Elias auf dem Berggipfel. Abgesehen von seiner Lage ist das Kloster nicht sehr interessant: auf seiner Terrasse jedoch hat man einen prachtvollen Blick über den Nordteil der Insel. An diesem Aussichtspunkte versuchte ich mich zu entscheiden: ist Thera schön, oder nur «faszinierend in seiner Häßlichkeit»?
    Es hat keine schöne Vegetation, doch trifft dies auch für die Öden Inseln zu und sollte dem Liebhaber der ägäischen Landschaft nichts ausmachen, da er ja gewöhnlich sagen kann:
    « Si j’ai du goût ce n’est guère. Que pour la terre et pour les pierres.»[50]
    Doch wie die meisten vulkanischen Orte hat Thera auch keine schönen Farben in Erde oder Fels.
    Was bleibt? Licht und Linie. Das Licht so schön wie überall in der Ägäis, abgesehen vom strahlenden saronischen Golf oder dem apollinischen Delos und Mykonos. Die Linie ist zum mindesten phantastisch. Am frühen Morgen oder bei Sonnenuntergang sind allein Licht der und Linie von Bedeutung: die Beschaffenheit Oberfläche wird viel weniger wichtig. Und Santorin, die photogenste Insel, verdankt einen Großteil ihres Ruhmes der Photographie, die seinen Felsen und seiner bizarren Architektur manchmal mehr gerecht wird. Zudem ist die Verbindung dieser beiden Elemente äußerst glücklich: die weißen Dörfer schmücken die oberen Felsränder mit erstaunlich künstlerischem Effekt – trotz der zahlreichen Tonnengewölbe haben sie mehrheitlich Flachdächer und wirken wie alle Dörfer auf den Zykladen von unten gesehen besser, weshalb ihre hohe Lage ihnen zu einem Vorteil verhilft. Es ist schwer zu sagen, wieviel die Insel von ihrem Charme verlieren würde, wenn sie unbesiedelt wäre.
    Santorin ist sicherlich mehr merkwürdig als schön. Es ist die «schwarze Perle der Ägäis» genannt worden, und seine Schönheit mag wie diejenige einer schwarzen Perle umstritten sein. Mein eigenes Urteil fällt zu seinen Gunsten aus. ..."
  • Der griechische Dichter, Schriftsteller und Philosoph Nikos Kazantzakis, Autor des 1964 verfilmten teilweise autobiographischen RomansAlexis Sorbas“, bekam nach bravourös bestandenem Staatsexamen als Geschenk von seinem Vaters eine dreimonatige Pilgerfahrt durch Griechenland und schildert diese Erlebnisse in dem 1966 in deutscher Übersetzung erschienenen Buch „Im Zauber der griechischen Landschaft“[51]:
    „… Ich entschloß mich, zu reisen, damit ich mich in Geduld fasse und warte; ich fuhr mit einem Segelfrachter, der die anmutigen Inseln der Ägäis Santorin, Naxos, Paros, Mykonos anlief. Ich sagte es und sage es wieder: Eine der größten Freuden, deren der Mensch auf dieser Welt gewürdigt werden kann, ist, die Ägäis zu bereisen im Frühling, umhaucht von der leichten Brise; ich habe mir das Paradies niemals anders vorstellen können. Welche andere Freude im Himmel und auf Erden kann besser in Einklang mit dem Körper und der Seele des Menschen stehen? Diese Freude wächst sogar bis zu Verzückung, doch Gott läßt sie nicht weiterwachsen, so daß die geliebte sichtbare Welt nicht verschwindet; im Gegenteil, die unsichtbare Welt wird sichtbar und was wir Gott und ewiges Leben und Seligkeit nennen, kommt mit auf unser Schiff und begleitet uns auf der Reise. Schließ in der furchtbaren Stunde des Todes die Augen, und siehst du dann Santorin oder Naxos oder Paros oder Mykonos, so kommst du sicherlich ins Paradies, ohne daß die Erde dazwischentritt. Denn was sind Abrahams Schoß und die immateriellen Gebilde des christlichen Paradieses vor dieser griechischen Ewigkeit aus Wasser, Stein und frischer Sommerbrise! Ich freute mich, ein Mensch zu sein, ein Mensch und ein Grieche, und so konnte ich ohne die entstellende Intervention des abstrakten Gedankens instinktiv die Ägäis als die meinige spüren, als mein urväterliches Erbe, und zwischen den Inseln von Glück zu Glück weiterfahren, ohne die Grenzen meiner Seele zu sprengen. Wie die daunenzarte Brust des Rebhuhns erglänzten diese göttlichen Inseln und spielten und wechselten ihre Gestalt jeden Augenblick im Schatten und im Licht, schienen einmal dunkelbraun zu sein, ein anderes Mal mit Goldstaub bestäubt, morgens mit Rosen übersät, mittags mit Lilien und zur Stunde des Sonnenuntergangs mit Veilchen. Fünfzehn Tage lang dauerte diese Hochzeitsreise; keine intellektuelle Sorge hatte mich während dieser Zeit irregeleitet und kein Traum war in meinen Schlaf gekommen, um mich daran zu erinnern, daß ich schöpferische Nöte zu überwinden habe, die ich nicht lösen konnte; ich schaute, ich hörte, ich roch mit sorgloser Einfachheit die Welt; als wäre auch meine Seele Körper geworden, schaute sie mit, hörte und roch sie die sichtbare Welt mit Wonnegefühl. Welches waren die zwei antiken Maler, die miteinander wetteiferten, wer von beiden treuer die sichtbare Welt malen konnte? »Jetzt werde ich dir beweisen, daß ich der beste bin«, sagte der eine und zeigte einen Vorhang, den er gemalt hatte. »Ziehe nun den Vorhang zur Seite«, sagte der Rivale, »damit wir das Bild sehen.« - »Der Vorhang, ist das Bild«, antwortete der Maler lachend. Auf meiner ganzen Reise durch die Ägäis spürte ich tief, daß wirklich der Vorhang das Bild ist. Wehe dem, der den Vorhang zerreißt, um das Bild zu sehen; er wird nur das Chaos erblicken. Ich blieb noch einige Tage, versunken in der strengen Stille der Einsamkeit; es war Frühling, ich saß unter dem blühenden Zitronenbaum im Hof und wiederholte mit Freude ein Wort, das ich auf dem Heiligen Berg gehört hatte: »Bruder Mandelbaum, sprich mir von Gott.« Und der Mandelbaum bedeckte sich über und über mit Blüten. Wahrlich, das muß Gott sein, der mit Blüten, Vögeln, Menschen bestickte Vorhang; diese Welt ist nicht sein Kleid, wie ich einst dachte, sie ist er selbst; Form und Wesenskern ist ein und dasselbe. Ich war von meiner Ägäispilgerfahrt zurückgekehrt und hielt als kostbare Beute diese Sicherheit fest. …“
  • Der griechische Schriftsteller und Enkel des griechischen Königs Georg I. Prinz Michael von Griechenland schreibt über die düsteren und melancholischen Seiten der Insel[52]:
    „… Von weitem scheint kaum irgend etwas das antike Thera, das heutige Santorin von den übrigen Kykladeninseln zu unterscheiden. Wenn aber das Schiff sich nähert und in die Bucht eindringt, ist der Besucher von der Aggressivität des Ortes betroffen. Felsen fallen hochmütig und schnurgerade ins schlafende Meer ab. Die Erde, brutal zerfetzt, trägt ihre Eingeweide in übereinanderliegenden Schichten zur Schau. Mehr als 200 m hoch läuft die zweimal von Erdspalten unterbrochene Steinmauer in einem Kreisbogen und setzt sich auf der Zwillingsinsel Therasia fort. Therasia sperrt den Horizont. Kein Ausweg ins Weite, keine Öffnung auf andere Inseln, die der griechischen Landschaft den Anschein der Verkettung geben. Die Wände dieses gigantischen Trichters erwecken ein Gefühl der Bedrückung. In seiner Mitte liegen zwei Inselchen, schwarz, zerfetzt, versteinerte Lava. Diese beunruhigenden Zeugen erinnern daran, daß Santorin ein Vulkan und seine Bucht ein Krater ist. An die Reling des Schiffes gelehnt, erforscht der Besucher mit instinktivem Mißtrauen die Gewässer. Sie haben den Ruf, zu tief zu sein, als daß man dort ankern könnte. So ziehen es die abergläubischen Seeleute vor, von der Insel Abstand zu halten, die, obwohl vor dem stürmischen Wind geschützt, keine sichere Zuflucht bietet. Sie wissen, daß in der Tiefe der Bucht das Ungeheuer wacht. Zur Zeit ist es friedlich, aber die Rauchfahne, die einer der kleinen Inseln entströmt, erinnert an seine Anwesenheit. Die Liste seiner Untaten ist nicht abgeschlossen. Die Geschichte der Insel besteht aus Katastrophen, Ausbrüchen, Erdbeben die einen todbringender als die anderen. Das Dorf, zugleich Hauptstadt, trägt die erbarmungslosen Zeichen der letzten Erschütterungen. Vom Schiff aus erscheint es wie eine weiße Krone, deren Zacken sich im Himmel abzeichnen. Das Auge schafft es nicht, die Häuser von den gespenstischen Kalkablagerungen zu unterscheiden, die die Felsmauer auf ihrer ganzen Länge bedecken. Esel zur ›Touristen-Beförderung erwarten den Besucher am Kai, um ihn über schwindelerregende Pfade hinaufzutragen. Der ungewöhnliche Charakter des Dorfes beeindruckt sofort. Es ist zu neu. Es hat nichts von der unangetasteten und überalterten Unordnung der Hafen- und Adlernester der Ägäis. Es muß seit 1956 fast vollständig wiederaufgebaut worden sein. Zuweilen erinnert noch eine zerfallene Mauer an die Katastrophe. Aber nichts erinnert eindringlicher daran als die in der griechischen Provinz ganz unbekannte Kälte dieser allzu wohlhabenden und allzu sorgfältig aneinandergereihten Bauten. Mit dem Malerischen des Dorfes ist auch etwas von seiner Seele verlorengegangen. Beim Verlassen dieses schreiend grellen Modernismus verfügt sich der Besucher nur allzugern auf die offenen Felder. Hier stößt er auf ein Element, das ihn sofort überrascht und schockiert: das Grau des Bodens, das nirgendwo sonst in Griechenland vorkommt. Vulkanischer Staub bedeckt die Erde. Er macht den Boden fruchtbar. Doch das einheitliche Grau ist die Farbe des Todes. Auf der ganzen Insel Santorin gibt es den Hauch des Todes. Schön ist er, dieser abgesonderte Fels, sonderbar schön, aber ohne Vergleich und ohne Widerhall. Die Bewegung, die Griechenland eigen ist, erstarrt hier in einer trauernden Passivität. Die Leidenschaft Griechenlands wird hier bedrückende und diffuse Bedrohung. Der menschliche Schrei, der sich aus jedem Winkel Griechenlands erhebt, erlischt. Hier herrscht eine Stille, die angstvolle Erwartung verrät. Jeder Bewohner von Santorin spürt sie. Die unvergleichbare Opera buffa, der jedes griechische Dorf eine Bühne bietet, findet auch auf Santorin statt. Doch das Herz ist hier nicht ganz dabei. Die Bauern verbergen etwas, was der Resignation ähnlich ist. In einer für Griechenland ungewöhnlichen Weise scheinen sie sich vor dem Unentrinnbaren zu beugen. Der Tod hat sich bei ihnen oft und erst vor kurzem gemeldet. Sie wissen, daß er sich ein weiteres Mal melden wird, wie eine apokalyptische Überraschung. Düstere Mächte bewegen die unermeßliche Tiefe der Bucht. Eines Tages wird die Erde von neuem zerreißen, und der Vulkan wird seine Aktivität wiederfinden. Unglück und Verwüstung werden über Santorin fallen, über das Paradies der Vulkanforscher, die geliebte Hölle ihrer Bewohner. Wenige unter diesen Menschen wissen, daß ihre »Heimat« in der Antike die Szene eines gewaltigen Kataklysmus gewesen ist, des ersten und zugleich des wichtigsten unter denen, die sie in Trauer versetzten. …“
  • Der zweite Abenteuerfilm der Tomb Raider- Reihe Die Wiege des Lebens mit Angelina Jolie als Lara Croft in der Hauptrolle beginnt auf Santorin. Bei einem Erdbeben wird unter Wasser der Luna Tempel freigelegt und die Archäologin Lara Croft kommt, um diesen zu erforschen. Santorin wurde vor allem wegen seiner beeindruckenden Klippen gewählt, weil Jan De Bont glaubte, dass man besonders dort ein Erdbeben, welches einen Tempel verschluckt hat, glaubwürdig machen kann. Das im Film gezeigte Dorf konnte man nur über Treppen erreichen, d. h. man musste alle Requisiten hinauf tragen.
  • Der Roman Ein Gott der Frechheit von Sten Nadolny spielt im Santorin der 1990´er Jahre. Hier wird der von Hephaistos in den Fels gebannte Gott Hermes wieder zum Leben erweckt.
  • Der deutschstämmige US-amerikanische Schriftsteller Henry Miller schildert in seinem impressionistischen Reisebericht “Der Koloß von Maroussi” Ereignisse, Personen, Orte und Landschaften, denen er begegnete, als er neun Monate in Griechenland lebte, darunter auch Santorin. 1939 verließ er Paris, sein neunjähriges Zuhause, als der Ausbruch des Zweiten Weltkriegs drohte. Eingeladen wurde er von dem britischen Schriftstellers Lawrence Durrell, der auf Korfu lebte. nach Griechenland. Dieses 1941 erstveröffentlichte Buch wird häufig zu Millers besten Werken gezählt.
  • Der 2006 produzierte Fernsehfilm Das Wunder der Liebe mit Ruth Maria Kubitschek und Siegfried Rauch als Traumpaar in den Hauptrollen spielt vor malerischen Kulissen der Insel Santorin. Die TV-Romanze ist eine Verfilmung des 2004 erschienenen gleichnamigen Romans der deutsch-schweizerischen Schauspielerin Ruth Maria Kubitschek.
  • Der US-amerikanische Spielfilm Summer Lovers von Randal Kleiser aus dem Jahr 1982 spielt auf Santorin. In den Hauptrollen dieser Urlaubsromanze spielen Peter Gallagher, Daryl Hannah und Valérie Quennessen drei junge College-Absolventen.
  • Der 2015 erschienene Roman „Atlantis wird nie untergehen – die Geschichte von Santorin“ beschäftigt sich mit der These, daß Santorin identisch mit dem sagenumwobenen Atlantis ist und verbindet zwei sich kreuzende Handlungsstränge von Gegenwart und Antike, verwoben mit dem Handlungsort Akrotiri. Autor ist der 1973 in Athen geborene und auf Santorin lebende Giorgos Koukoulas.
  • Die Lyrikerin und Prosa-Autorin Margarete Hannsmann formulierte 1976 den Charme de Insel in ihrem gemeinsam mit dem Künstler HAP Grieshaber und dem Fotografen Rudolf René Gebhardt 1977 erschienenen Photo-Band „Santorin“ folgendermaßen:
"SANTORIN, eine Inselgruppe, dominierend in Schwarz und Weiß, Paradoxon aus Schönheit, Maß und Verwüstung, Chaos, Chtonischem, Todesaroma, gemischt aus Trauer und aus Aggressivität, aus zerfetzten Erdeingeweiden, Geborstenem, wieder Zusammengefügtem, zwischen Tertiär und heute, ausgehöhlt, zernagt, zerschmirgelt, Schichten wie nirgendwo. Kaum die Lava erstarrt, das Beben vorüber, bauten sie ihre Häuser, Kirchen, Treppen, Fluchtwege noch einmal, kühner die alten Tonnenwölbungen mit den aus Not in Tugend verwandelten neuen Strukturen verbindend: die Mauern, Söller, Loggien, Podeste, Terrassen, Dachkonstruktionen ineinandergeschoben, übereinander gestapelt, gestuft, sich durchdringend, miteinander verflochten, aneinander gepreßt und sich umklammernd, Ecken und Winkel und Gassen und Plätze gleichzeitig für alle und keinen, Paradoxie auch hier: Notwendigkeit des Aufeinanderangewiesenseins, Zwang, mit jeder Fläche, Mulde, Biegung, Neigung Wasser zu sammeln, wenn es vom Himmel fiel. trotzdem noch Raum einer anderswo längst verloren gegangenen Freiheit des Wohnens unter Menschen. Tuff und Bims mit dem jährlichen Kalkputz gehen Verbindungen ein, von denen sich unsere Architekten nur träumen lassen." … und weiter als lyrisches Fazit und Bekenntnis: "… ich kann nicht begreifen, daß die Welt andere Planeten sucht, statt was von der Sonne übrigblieb: Santorin, die mondsichelförmige, unterm Vulkanstaub, kristallisiert."

LiteraturBearbeiten

Geologie

  • Walter L. Friedrich: Feuer im Meer. Der Santorin-Vulkan, seine Naturgeschichte und die Atlantis-Legende. 2. Auflage. Elsevier, Spektrum Akademischer Verlag, München 2005, ISBN 3-8274-1582-9, S. 264.
  • H. Pichler, D. Günther, S. Kussmaul: Inselbildung und Magmen-Genese im Santorin-Archipel. In: Naturwissenschaften. Band 59, Nr. 5. Springer, Berlin/ Heidelberg Mai 1972, S. 188–197.
  • Timothy H. Druitt, V. Francaviglia: Caldera formation on Santorini and the physiography of the islands in the late Bronze Age. In: Bulletin of Volcanology. Nr. 54. Springer, Berlin/ Heidelberg 1992, S. 484–493.
  • Floyd W. McCoy, Grant Heiken: The Late-Bronze Age explosive eruption of Thera (Santorini), Greece – Regional and local effects. In: Volcanic Hazards and Disasters in Human Antiquity, Special Paper 345 of the Geological Society of America. Boulder 2000, ISBN 0-8137-2345-0, S. 43–70.
  • Michael Fytikas, Georges E. Vougioukalakis: The South Aegean Active Volcanic Arc, Present Knowledge and Future Perspectives. Milos Conference Center, Milos island, Greece 2005, ISBN 0-444-52046-5.

Geschichte und Archäologie

  • Christian Michlits: Die Geschichte Theras in hellenistischer und römischer Zeit. Diplomarbeit, Universität Wien, 2008, Volltext (PDF; 10,5 MB)
  • Christian Michlits: Die archäologischen Zeugnisse Theras aus hellenistischer und römischer Zeit. Diplomarbeit, Universität Wien, 2012 (auch im Volltext online: Archäologie Theras; PDF; 29,0 MB)
  • Günther Kehnscherper: Kreta Mykene Santorin. Urania-Verlag Leipzig Jena Berlin, 1973 (1. Aufl.). VLN 2212-475/6/73
  • Christos G. Doumas: Thera / Santorin – Das Pompeji der alten Ägäis. Koehler & Amelang. Berlin Leipzig, 1991, ISBN 3-7338-0050-8.
  • C. G. Doumas, C. Palyvou, A. Devetzi, C. Boulotis: Akrotiri. Thera 17th century BC – a cosmopolitan harbour town 3,500 years ago. Centre Culturel Hellénique Paris, Athen 2015, ISBN 978-960-98269-8-3.
  • C, Doumas, K. Palyvou, A. Devetzi, C. Boulotis: Akrotiri auf Thera – eine riesige Stadt der Bronzezeit. Gesellschaft zur Unterstützung der Forschungen zum prähistorischen Thera, 2021, ISBN 3-7338-0050-8.

Natur

  • Helmut Schmalfuss: Santorin – Leben auf Schutt und Asche. Ein naturkundlicher Reiseführer. Verlag Margraf, Weikersheim 1991, ISBN 3-8236-1124-0.
  • Thomas Raus: Vascular plant colonization and vegetation development on sea-born volcanic islands in the Aegean (Greece). In: Vegetatio. Band 77, Nr. 1–3. Kluwer Academic Publishers, November 1988, S. 139–147, doi:10.1007/BF00045759.
  • Burkhard Biel: Contributions to the flora of the Aegean islands of Santorini and Anafi (Kiklades, Greece). In: Willdenowia. Band 35, Nr. 1, 2005, S. 87–96, doi:10.3372/wi.35.35106.

Allgemein

  • Jürgen Schug: Mythos Santorin – Von der Atlantis-Sage bis heute. Eulen Verlag, Freiburg i. Br. 1999, ISBN 3-89102-450-9.
  • Dirk Schönrock: Santorini. Michael Müller Verlag, Erlangen 2022, ISBN 978-3-96685-063-6.
  • Katja Ebershaus: Santorini: Notizen für Reisende. Norderstedt 2022, ISBN 978-3-7557-9961-0.
  • Klaus Bötig: Santorin. Reisen mit Insidertipps., 2. Auflage. Marco Polo Verlag, Ostfildern 2004, ISBN 3-8297-0325-2.
  • Cornelia Ziegler: InselTrip Santorin/ Santorini – Reiseführer mit Insel-Faltplan. Reise Know-How Verlag Peter Rump, Bielefeld 2020, ISBN 978-3-8317-3367-5.
  • Nicoletta Adams: Santorin. 5., aktualisierte Auflage. DuMont Buchverlag, Köln 2000, ISBN 3-7701-2883-4.
  • Lois Knidlberger: Santorin – Insel zwischen Traum und Tag. 2., erweiterte Auiflage. Landsberger Verlagsanstalt, Landsberg am Lech 1981, ISBN 3-920216-38-5.
  • Zacharias Durazzo-Morosini: Santorin – die fantastische Insel. mit Beiträgen von Friedrich Hiller v. Gaertringen, Hans Reck und Friedrich Bode. Verlag Gebr. Mann, Berlin 1936.
  • Rudolf René Gebhardt, Margarete Hannsmann, HAP Grieshaber: Santorin. Verlag Die Brigg, Augsburg 1977.
  • Alfred Boettcher (Hrsg.), Bild einer Insel – Santorin. Mayer´sche Buchhandlung, Aachen (o. J.)

Bücher mit Reiseaufzeichnungen in die ganze Region und Kapiteln über Santorin

  • Theodor Däubler: Griechenland. (hrsg. von Max Sidow). Karl H. Henssel, Berlin 1946, S. 201–233.
  • Richard Seewald: Zu den Grenzen des Abendlandes – Das Tagebuch eines Malers von einer Reise nach Stambul und Palästina, Zypern und Rhodos, Griechenland und dem Archipelagus. 3. Auflage. Walter-Verlag, Olten 1948, S. 181–196.
  • Robert Liddell: Landschaft Apolls – Fahrten durch die Ägäische Welt. Fretz & Wasmuth, Zürich/ Stuttgart 1957, S. 155–168.
  • Konrad Helbig, Toni Schneiders: Archipelagus – Die Inselwelt der Ägäis. Leibniz-Verlag, Hamburg 1973, S. 161–176.
  • Evi Melas (Hrsg.): Die griechischen Inseln – Ein Reisebegleiter zu den Inseln des Lichts, Kultur und Geschichte. Du Mont, Köln 1989, ISBN 3-7701-0877-9, S. 174–202.

Karten

  • Karte 10.24, Σαντορίνη Santorini, 1:40.000. Anavasi, Athen, ISBN 960-8195-34-9.
  • Karte 108, Σαντορίνη Santorini, 1:35.000. Road Editions, Athen, ISBN 960-8481-04-X.
  • Karte GEO-01a, Σαντορίνη Santorini volcano, 1:6.000. Spiros I. Staridas, Athen 2013, ISBN 978-6-18803872-1.
  • Karte 103, Σαντορίνη Santorini, 1:35.000. GeckoMaps, Hinteregg, Schweiz, ISBN 978-3-906593-26-5.

Filme / DVDs

  • Terra X – Wo lag Atlantis Teil 1 & 2, EAN: 4026411189635
  • Weltweit – Santorini & Mykonos, mit Bonusfilm Griechenland, 60 min.+ 30, min; Komplett-Media; 2007; EAN: 9783831267958

WeblinksBearbeiten

Commons: Santorin – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien
Wikivoyage: Santorin – Reiseführer

Wissenschaftliche ArtikelBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Charles Arnold (Hrsg.): Die Inseln des Mittelmeers. Ein einzigartiger und vollständiger Überblick. 2. Auflage. marebuchverlag, Hamburg 2008, ISBN 978-3-86648-096-4.
  2. J. Preine, J. Karstens, C. Hübscher, P. Nomikou, F. Schmid: Spatio-temporal evolution of the Christiana-Santorini-Kolumbo volcanic field, Aegean Sea. In: Geology. 8. Oktober 2021, ISSN 0091-7613, doi:10.1130/G49167.1 (geoscienceworld.org [abgerufen am 15. Dezember 2021]).
  3. Nadja Podbregar: Santorini: Meeresspiegel beeinflusst Ausbrüche.Auf: Scinexx, 3. August 2021.
  4. Institute for the Study and Monitoring of the Santorini Volcano (I.S.M.O.SA.V.). Auf: santorini.net, abgerufen am 10. September 2019.
  5. Georgia Tech: Geodetic Network at Santorini (abgerufen am 20. August 2021)
  6. Theodor von Heldreich 1899: Die Flora der Insel Thera. In: Friedrich Hiller von Gaertringen: Thera: Untersuchungen, Vermessungen und Ausgrabungen in den Jahren 1895–1898. S. 127–140., Verlag Georg Riemer, Berlin.
  7. Helmut Schmalfuss: Leben auf Schutt und Asche. Ein naturkundlicher Reiseführer. Verlag Margraf, Weikersheim 1991, ISBN 3-8236-1124-0, S. 111.
  8. Schmalfuss: Santorin – Leben auf Schutt und Asche S. 92.
  9. Frör, Beutler The herpetofauna of the oceanic islands in the Santorini-archipelago S. 306.
  10. Schmalfuss: Santorin – Leben auf Schutt und Asche. S. 89.
  11. Franz Tiedemann, Michael Häupl: Cyrtodactylus kotschyi (STEINDACHNER 1870) in the Santorin archipelago. In: Amphibia-Reptilia. Vol. 3, Nr. 4. Brill, 1982, S. 377–381.
  12. Emil Frör, Axel Beutler: The herpetofauna of the oceanic islands in the Santorini-archipelago, Greece (Reptilia). In: Spixiana. Nr. 1. Kluwer Academic Publishers, 1978, S. 301–308.
  13. Schmalfuss: Santorin – Leben auf Schutt und Asche S. 89–92.
  14. Helmut Schmalfuss: The terrestrial isopods (Isopoda: Oniscidea) of Greece. 21st contribution: Genus Schizidium (Armadillidiidae). In: Staatliches Museum für Naturkunde, Stuttgart (Hrsg.): Stuttgarter Beiträge zur Naturkunde. Nr. 681, 2005, ISSN 0341-0145, S. 1–38 (naturkundemuseum-bw.de [PDF]).
  15. Α. Λεγάκις, Π. Μαραγκού: Το Κόκκινο Βιβλίο των Απειλούμενων Ζώων της Ελλάδας (Rote Liste gefährdeter Tiere Griechenlands). Hrsg.: Ελληνική Ζωολογική Εταιρεία – Griechische Zoologische Gesellschaft, Υπουργείο Περιβάλλοντος, Ενέργειας και Κλιματικής Αλλαγής Υ.Π.Ε.Κ.Α. – Ministerium für Umwelt, Energie und Klimawandel. Athen 2009, ISBN 978-960-85298-8-5, Ασπόνδυλα (Wirbellose), S. 459.
  16. Filotis. Datenbank der natürlichen Umwelt Griechenlands, NTUA.
  17. Other Supporting Recommendations. (PDF) Plan for the Future of Santorini. University of Cincinnati, 2005, S. 2, abgerufen am 17. April 2011 (englisch).
  18. tovima.gr Η Santa Irene της Σαντορίνης, 14. April 2001.
  19. Robert Liddell: Landschaft Apolls – Fahrten durch die Ägäische Welt. Fretz & Wasmuth, Zürich/ Stuttgart 1957, S. 155.
  20. Walter L. Friedrich u. a.: Santorini Eruption Radiocarbon Dated to 1627–1600 B. C. (PDF; 132 KB). In: Science, 28. April 2006 (englisch).
  21. Gottfried Derka: Hundert verlorene Jahre. In: EPOC. Nr. 6, 2008, ISSN 1865-5718, S. 82 ff. (wissenschaft-online.de).
  22. Walter L. Friedrich: Santorini – Volcano, Natural History, Mythology. Aarhus University Press, 2009, ISBN 978-87-7934-505-8, S. 95.
  23. Dimitri Philippides: Greek Traditional Architecture. Vol 2 – Cyclades (Hellēnikē paradosiakē architektonikē / 2: Kyklades, übersetzt von Alexandra Doumas, David Hardy, Philip Ramp). Melissa publishing 1983, S. 147.
  24. Documentary and Geological Records of Tsunamis in the Aegean Sea Region of Greece and their Potential Value to Risk Assessment and Disaster Management
  25. Griechisches Statistisches Amt ELSTAT, Digitale Bibliothek (griechisch)
  26. Ergebnisse der Volkszählung 2011, Griechisches Statistisches Amt (ΕΛ.ΣΤΑΤ) (Memento vom 27. Juni 2015 im Internet Archive) (Excel-Dokument, 2,6 MB)
  27. Kreuzerwrack vor Santorin: Touristenidylle mit Zeitbombe. Auf: sueddeutsche.de vom 8. Juli 2008.
  28. Sea Diamond: Ολοκληρώθηκε η απάντληση καυσίμων (Memento vom 6. März 2012 im Internet Archive) Tageszeitung H Ναυτεμπορική, 16. Juni 2009.
  29. Parlamentarische Anfrage beim Europäischen Parlament, 26. Januar 2010
  30. Nicoletta Adams: Santorin. DuMont 2002, ISBN 3-7701-5930-6, S. 42.
  31. Nicoletta Adams: Santorin. DuMont 2002, ISBN 3-7701-5930-6, S. 46.
  32. Nicoletta Adams: Santorin. DuMont 2002, ISBN 3-7701-5930-6, S. 57.
  33. Nicoletta Adams: Santorin. DuMont 2002, ISBN 3-7701-5930-6, S. 59.
  34. Nicoletta Adams: Santorin. DuMont 2002, ISBN 3-7701-5930-6, S. 50–52.
  35. Nicoletta Adams: Santorin. DuMont 2002, ISBN 3-7701-5930-6, S. 131.
  36. Megaro Gyzi Festival (Memento vom 9. Oktober 2009 im Internet Archive)
  37. International Piano Competition, The Muse (Memento vom 30. März 2010 im Internet Archive)
  38. International Music Festival of Santorini (Memento vom 25. September 2009 im Internet Archive)
  39. Up Living Project: The Famous Santorini Festivals
  40. Greek Travel Pages: Greece Eyes Big Growth in Chinese Tourists This Year 10. März 2015.
  41. KTEL Thira (ΚΤΕΛ Θήρας)
  42. Zachary W. Duvall: A Sustainable Water Supply for Santorini: Creating a Model for Islands of the Aegean Sea. University of Cincinnati, Design, Architecture, Art and Planning: Community Planning, 2006, S. 71.
  43. Μονάδες αφαλάτωσης σε νησιά του Αιγαίου (Memento vom 5. März 2016 im Internet Archive), ΣΚΑΪ νέα, 11. Juni 2009 (griechisch).
  44. Ernst Jünger: Siebzig Verweht III. Klett-Cotta, Stuttgart 1993, ISBN 3-608-93194-5, S. 283–296.
  45. hier liegt wohl ein Fehler vor, gemeint ist wahrscheinlich Kamari, da Nea Kameni keinen Sinn macht !
  46. Buchtitel siehe unter Literaturliste
  47. Theodor Däubler: Griechenland. Hrsg.: Max Sidow. Karl H. Henssel, Berlin 1946, S. 214.
  48. Richard Seewald: Zu den Grenzen des Abendlandes – Das Tagebuch eines Malers von einer Reise nach Stambul und Palästina, Zypern und Rhodos, Griechenland und dem Archipelagus. 3. Auflage. Walter-Verlag, Olten 1948, S. 183.
  49. Robert Liddell: Landschaft Apolls – Fahrten durch die Ägäische Welt. Fretz & Wasmuth, Zürich, Stuttgart 1957, S. 163.
  50. das heißt soviel wie: „Ich habe kaum Leidenschaften für etwas, außer für die Erde und die Steine“
  51. Nikos Kazantzakis: Im Zauber der griechischen Landschaft. Herbig, München, Berlin 1976, ISBN 3-7766-0745-9, S. 74.
  52. Michael von Griechenland: Santorin oder Die Legende besiegt den Tod. In: Evi Melas (Hrsg.): Die griechischen Inseln – Ein Reisebegleiter zu den Inseln des Lichts, Kultur und Geschichte. 10. überarbeitete Auflage. DuMont Buchverlag, Köln 1989, ISBN 3-7701-0877-9, S. 174.