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Saint-Josse-ten-Noode/Sint-Joost-ten-Node

Gemeinde in Belgien
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Saint-Josse-ten-Noode (französisch) oder Sint-Joost-ten-Node (niederländisch) ist eine von 19 Gemeinden der zweisprachigen Region Brüssel-Hauptstadt in Belgien. Mit 27.032 Einwohnern (1. Januar 2018) auf nur 1,14 Quadratkilometern Fläche ist sie die flächenkleinste Gemeinde der Region Brüssel-Hauptstadt und zugleich die am dichtesten bevölkerte Belgiens mit rund 24.000 Einwohnern pro Quadratkilometer.[1]

Saint-Josse-ten-Noode
Sint-Joost-ten-Node
Sint-Joost-ten-Node wapen.svg Flag of Sint-Josse-ten-Noode.svg
Saint-Josse-ten-Noode Sint-Joost-ten-Node (Belgien)
Saint-Josse-ten-Noode Sint-Joost-ten-Node
Saint-Josse-ten-Noode
Sint-Joost-ten-Node
Staat: Belgien
Region: Brüssel-Hauptstadt
Provinz: (seit 01.01.1995 „entprovinzialisiert“)
Bezirk: Brüssel-Hauptstadtwub
Koordinaten: 50° 51′ N, 4° 22′ OKoordinaten: 50° 51′ N, 4° 22′ O
Fläche: 1,14 km²
Einwohner: 27.032 (1. Jan. 2018)
Bevölkerungsdichte: 23.712 Einwohner je km²
Postleitzahl: 1210
Vorwahl: 02
Bürgermeister: Emir Kir
Adresse der
Kommunalverwaltung:
Avenue de l’Astronomie 12–13
1210 Bruxelles

Sterrenkundelaan 12–13
1210 Brussel
Website: www.stjoost.irisnet.be

Saint-Josse-ten-Noode/Sint-Joost-ten-Node ist eine eigenständige Gemeinde und liegt am Rand der Brüsseler Innenstadt zwischen der eigentlichen Stadt Brüssel im Süden und Schaerbeek/Schaarbeek im Norden. Unmittelbar jenseits der Ringstraße, die die südwestliche Gemeindegrenze von Saint-Josse/Sint-Joost bildet, befindet sich die Rue Neuve/Nieuwstraat, die innerstädtische Fußgängerzone Brüssels.

In Saint-Josse-ten-Noode/Sint-Joost-ten-Node liegt unter anderem der Botanische Garten (Parc du Botanique/Kruidtuin) am Schaarbeeker Tor, zu dem auch ein Kulturzentrum gehört. Die Gemeinde hat Anteil an der repräsentativen Rue Royale/Koningsstraat, die vom königlichen Stadtschloss nach Schaerbeek/Schaarbeek verläuft.

BevölkerungBearbeiten

Die Gemeinde Saint-Josse-ten-Noode/Sint-Joost-ten-Node zählt landesweit den höchsten Anteil an Einwanderern – in Belgien Allochthone genannt. Der damalige Bürgermeister Jean Demannez äußerte 2003, dass nur noch 20 Prozent der Bevölkerung einen belgischen Großvater habe.[2] Der Anteil von Einwohner mit ausländische Pass liegt bei 42 % (2015), darunter vor allem Türken und Marokkaner und inzwischen auch Bulgaren und Rumänen.[3]

Saint Josse/Sint-Joost ist mit einem mittleren Pro-Kopf-Einkommen von 8.690 Euro (Stand: 2015) die ärmste Gemeinde Belgiens und liegt damit auch deutlich unter dem Durchschnitt der Region Brüssel-Hauptstadt, die mit 13.831 Euro (2015) die einkommensschwächste der belgischen Regionen ist.[4]

GeschichteBearbeiten

 
Neobarocke Kirche Saint-Josse/Sint-Joost von 1867, Aquarell von Léon van Dievoet.

Die ursprüngliche Gemeinde war mehr als doppelt so groß, musste jedoch im Rahmen des Ausbaus der Stadt Brüssel 1855 mit 142 ihrer damals 253 Hektar mehr als die Hälfte ihrer Grundfläche an die Stadt Brüssel abtreten, woraus das Quartier Léopold mit dem heutigen Europaviertel als Wohngegend der Brüsseler Bourgeoisie entstand.

PolitikBearbeiten

Guy Cudell war der langjährige Bürgermeister von Saint-Josse-ten-Noode/Sint-Joost-ten-Node, von 1953 bis zu seinem Tod 1999. Der Sozialist war einer der letzten Bürgermeister Belgiens, die noch Zweispitzhut trugen. Von 1999 bis 2012 übernahm Jean Demannez, ebenfalls Sozialist, das Amt. 2012 wurde Emir Kir zum neuen Bürgermeister gewählt; auch er ist Mitglied der Sozialistischen Partei und einer der ersten türkischstämmigen Bürgermeister Belgiens.

StädtepartnerschaftenBearbeiten

Sint-Joost listet folgende beiden Partnerstädte auf:[5]

Außerdem besteht eine Partnerschaft mit

Söhne und Töchter der StadtBearbeiten

SehenswürdigkeitenBearbeiten

  • Neobarocke St. Joostkirche von 1865
  • Museum Charlier
  • Der frühere Bahnhof an der Chaussée de Louvain/Leuvensesteenweg von 1885 ist denkmalgeschützt und beherbergt heute eine Begegnungsstätte für Jazzmusiker Jazz Station.
  • In der Gemeinde stand zwischen 1960 und 2001 das sogenannte Rogierzentrum, entworfen durch den Architekten J. Cuisenier. Der gigantische Komplex war einst Symbol des Nachkriegsmodernismus, wurde jedoch nach einer Phase der Verwahrlosung abgerissen. Zwischen 2002 und 2006 entstand an derselben Stelle das Hauptquartier der Dexia Bank.
  • Friedhof Saint-Josse-ten-Noode

WeblinksBearbeiten

  Commons: Saint-Josse-ten-Noode – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Saint-Josse-ten-Noode (Gemeinde, Region Brüssel) auf citypopulation.de
  2. Jean Demannez, Interview vom 24. November 2003 (Memento des Originals vom 5. Dezember 2012 im Webarchiv archive.today)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.opladis.be
  3. Sara de Sloover: Kir, de Emir van Sint-Joost Bruzz 2017, Ausgabe 1590 vom 27. Oktober 2017
  4. Einkommensverteilung im Jahr 2015 in den belgischen Regionen sowie ausgesuchten Gemeinden auf den Seiten von Statbel (niederländisch)
  5. Lokale & internationale solidariteit. Abgerufen am 18. März 2017.
  6. Comune di Verona – Grandi Eventi – Gemellaggi e Patti d’Amicizia. Abgerufen am 18. März 2015.