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RuhrtalRadweg

Radfernweg entlang der Ruhr in Nordrhein-Westfalen, Deutschland
(Weitergeleitet von Ruhrtalradweg)

Der RuhrtalRadweg ist ein 240 km langer Radweg entlang der Ruhr von der Quelle am Ruhrkopf bei Winterberg bis zur Mündung bei Duisburg-Ruhrort. Offiziell wurde der Radweg mit einem Eröffnungsfest auf dem Gelände der Zeche Nachtigall am 30. April 2006 eröffnet.

RuhrtalRadweg
Logo
Gesamtlänge 240 km
Lage
Flag of Germany.svg Nordrhein-Westfalen
Karte
Verlauf
Startpunkt Winterberg
Zielpunkt Ruhrmündung bei Duisburg-Mitte / Neuenkamp
Orte am Weg Winterberg, Olsberg, Bestwig, Meschede, Arnsberg, Wickede, Fröndenberg, Menden (Sauerland), Iserlohn, Schwerte, Dortmund, Herdecke, Wetter, Witten, Bochum, Hattingen, Essen, Mülheim an der Ruhr. Oberhausen, Duisburg
Bodenbelag meist asphaltiert, teils wassergebundene Wegedecke[1]
Höhendifferenz 621 Höhenmeter
Verkehrs­aufkommen meist autofrei[1]
Anschluss an
ADFC-Zertifizierung 4 von 5 Sternen[2]
Webadresse ruhrtalradweg.de

Inhaltsverzeichnis

AllgemeinesBearbeiten

Initiiert wurde der Radweg durch eine Kooperation der Tourismusorganisationen Sauerland-Tourismus e. V. und RTG Ruhr Tourismus GmbH. Am RuhrtalRadweg gibt es ein engmaschiges Netz radfahrspezifischer Dienstleistungen wie Fahrradvermietung, Vermietung von GPS-Navigationssystemen, Pannenhilfe, Gepäcktransport und spezielle Angebote für Menschen mit Behinderungen.

Als Serviceangebot werden, neben der Relation mit dem Sauerlandexpress mit vier Fahrradabteilen im Waggon, an den Wochenenden ab Dortmund zusätzlich Busse mit Fahrradanhängern eingesetzt, um die Masse der Radfahrer zu bewältigen.

Unter dem Namen TorTour de Ruhr wird seit 2008 alle zwei Jahre zu Pfingsten ein internationaler Ultramarathonlauf über die Gesamtstrecke des Ruhrtalradwegs veranstaltet. Die Läuferinnen und Läufer haben maximal 38 Stunden Zeit, die 230 Kilometer lange Strecke von der Ruhrquelle bis zur Mündung in Duisburg am Rheinorange zu bewältigen. Der Streckenrekord liegt derzeit bei 25:30:20 Stunden.[3]

BilderBearbeiten

StreckenprofilBearbeiten

Die Route deckt sich teilweise mit den Radwegen Kaiser-Route und Rundkurs Ruhrgebiet sowie dem Ruhrhöhenweg des Sauerländischen Gebirgsvereins. Von der Strecke entfallen etwa 50 % auf Radwege, 35 % auf Wirtschaftswege und Wohnstraßen sowie 15 % auf Hauptstraßen.

Die Route erstreckt sich über die Städte Winterberg, Olsberg, Bestwig, Meschede, Arnsberg, Wickede, Fröndenberg, Menden (Sauerland), Iserlohn, Schwerte, Dortmund, Herdecke, Wetter, Witten, Bochum, Hattingen, Essen, Mülheim an der Ruhr, Oberhausen und Duisburg. Davon werden Dortmund, Bochum und Oberhausen am Rande berührt.

Der RuhrtalRadweg ist 2006 neu ausgeschildert worden und wurde bereits 2007 zur Radroute des Jahres in NRW ernannt. Dabei wurde die Beschilderung in das Radverkehrsnetz NRW integriert. Infolgedessen gibt es neben den klassischen Routenwegweisern auch sogenannte Einschübe an Pfeilwegweisern, was zusammen eine lückenlose Ausschilderung ergibt. Deshalb lässt sich der Radweg ohne Weiteres ohne Kartenmaterial oder GPS-Navigation bewältigen. Im Verlauf der Streckenführung wird die Ruhr dabei insgesamt 36 mal überquert. Eine Überquerung in Witten in der Nähe der Burgruine Hardenstein entfällt dabei auf die Ruhrtalfähre Hardenstein, welche nicht das ganze Jahr hindurch betrieben wird.[4] Landschaftlich bietet der Weg sowohl naturnahe als auch verkehrsreiche Strecken. In Mülheim an der Ruhr und im Oberhausener Stadtteil Styrum führt der Weg knapp 1 km auf einem Radweg direkt an der Autobahn 40 entlang.

Im Rahmen der RUHR.2010 – Kulturhauptstadt Europas wurden von Mai 2010 an rund 20 Kunstwerke junger Nachwuchskreativer am Ruhrtal-Radweg als Projekt Kunstpfad Ruhr aufgestellt.[5]

AusbauvorhabenBearbeiten

Verlegung im Bereich NuttlarBearbeiten

Im Bereich Nuttlar bestehen Planungen den Ruhrtalradweg aus seiner derzeitigen unattraktiven Führung entlang der Bundesstraße 7 zu verlegen. Der Radweg soll dann in diesem Bereich entlang der Ruhr und der Halde des ehemaligen Schieferbergwerkes in Nuttlar verlaufen. Für die Maßnahme werden Kosten in Höhe von 540.000 Euro veranschlagt, die zu 70 Prozent durch das Land NRW förderfähig sind. Der Maßnahme wurde mit knapper Mehrheit im Entwicklungsausschuss der Gemeinde Bestwig zugestimmt.[6] Allerdings wurde der Haushaltsentwurf für das Jahr 2019 mit den Kosten für die Radwegverlegung abgelehnt.[7]

Verlegung in FreienohlBearbeiten

In Freienohl soll der Ruhrtalradweg bis 2020 von der Bahnbrücke bis zur Langelbrücke in den Ruhrauenbereich verlegt werden. Hierdurch würde auch die gefährliche Kreuzungssituation mit der L 541 zwischen Kurve und Ruhrbrücke, sowie die gemeinsame Führung mit dem Straßenverkehr im Ort entfallen. Der Radweg soll stattdessen unter der Ruhrbrücke geführt werden, wozu auch eine Verlegung der Ruhr notwendig ist. Der Radweg soll dann auf der Freifläche zwischen Ruhrbett und der Bebauung verlaufen. Für die Maßnahme werden Kosten in Höhe von 600.000 Euro kalkuliert.[8] Allerdings wurde im Planungsverlauf bekannt, dass die entstehenden Landflächen durch die Ruhrverlegung den angrenzenden Grundstückseignern zufallen. Sind die Grundstückseigner nicht bereit die verlandeten Flächen der Stadt Meschede für den Radwegbau zur Verfügung zu stellen, sieht diese aufgrund des Entfalls von Fördermitteln nur die Aufgabe des Projektes.[9][10]

Verlegungen in ArnsbergBearbeiten

In Niedereimer wird der Ruhrtalradweg im Jahr 2019 entlang der Sauerlandstraße auf die Ruhrseite verlegt. Hierdurch können vier Straßen- und zwei Gleisquerungen sowie der Zweirichtungsverkehr gemeinsam mit Fußgängern vermieden werden. In Arnsberg soll der Ruhrtalradweg zukünftig von der Uentroper Straße über die neue Ruhrbrücke und eine Fahrradstraße zum Bahnhof Arnsberg geführt werden. In Arnsberg-Bruchhausen soll die gefährliche Kurvensituation am Ende der Wagenbergstraße zwischen den Gewerbebetrieben entschärft werden. Der Abschnitt in Arnsberg zwischen Burgweg und Hammerweidebrücke soll verbreitert und mit einer neuen Fahrbahndecke versehen werden. Hierbei soll auch die enge Gefahrenstelle unter dem Bahnviadukt mit Querung der RLG-Gleise noch einmal grundlegend untersucht werden.[11] Hier kommt es immer wieder zu Unfällen, weil Radfahrer die RLG-Gleise in einem zu geringem Winkel queren und anschließend in der Spurkranzführung der Gleise hängen bleiben und dabei zu Fall kommen.[12]

Verlegung in OberhausenBearbeiten

Im August 2019 beginnen die Arbeiten zur Verlegung des Ruhrtalradweges in Alstaden und Styrum. Auf einer Länge von 1,1 Kilometer soll der Radweg an die Ruhr verlegt werden, entlang des Ruhrstadion und des Ruhrparks. Bislang wurde der Radweg in diesem Bereich über das städtische Straßennetz geführt. Durch die Maßnahme wird der Ruhrtalradweg um 700 Meter kürzer und an dieser Stelle autofrei geführt. Die Kosten betragen 750.000 Euro, wovon das Land NRW 80 % trägt und den Rest der Regionalverband Ruhr.[13]

Siehe auchBearbeiten

LiteraturBearbeiten

  • Ingrid Janssen, Gesa Delija: RuhrtalRadweg – von der Quelle bis zur Mündung, Kompakt-Spiralo, 1:50.000. Bielefelder Verlag BVA, 2010, ISBN 978-3-87073-476-3.
  • Ruhrtal-Radweg. Vom Sauerland an den Rhein (= bikeline Radtourenbuch), 1:50.000. Verlag Esterbauer, Rodingersdorf, 5. Aufl., 2010, ISBN 978-3-85000-060-4.

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b RuhrtalRadweg, auf adfc-radtourismus.de, abgerufen am 5. März 2019
  2. RuhrtalRadweg Ausgezeichnetes Revier (Memento vom 6. Februar 2018 im Internet Archive)
  3. Anja Tegatz gewinnt die TorTour de Ruhr, www.waz.de vom 17. Mai 2016, abgerufen am 5. Februar 2018
  4. ruhrtalFähre Hardenstein, auf ruhrtalradweg.de, abgerufen am 5. März 2019
  5. Kunstpfad Ruhr. (Nicht mehr online verfügbar.) RUHR.2010 – Kulturhauptstadt Europas, archiviert vom Original am 6. Januar 2011; abgerufen am 18. Juni 2018.
  6. Westfalenpost: Diskussion über Verlegung des Ruhrtalradwegs in Nuttlar, Frank Selter, 20. Juni 2018
  7. Westdeutsche Allgemeine Zeitung: SPD Bestwig lehnt Gemeindehaushalt für 2019 ab, Frank Selter, 19. Dezember 2018
  8. Westfalenpost: Ruhrtalradweg: Eine der teuersten Baustellen des Jahres 2019, Jürgen Kortmann, 14. Januar 2019
  9. Stadt Meschede, Vorlage, Sachstandsbericht zur Verlegung des Ruhrtalradwegs in Bereich der Brücke über die Ruhr in Freienohl; Abschnitt Mühlenberg, 27. Juni 2019
  10. WDR Lokalzeit Südwestfalen, Pläne für Ruhrtalradweg gestoppt, 3. Juli 2019
  11. Stadt Arnsberg, Berichtsvorlage, Radverkehrsförderung in Arnsberg - Arbeitsbericht 2018, 15. November 2018
  12. Westfalenpost: Ein böse Falle für Fahrradfahrer am Arnsberger Viadukt, Achim Gieseke, 26. Mai 2018
  13. Ausbau des Ruhrtalradweges in Oberhausen verzögert sich, Neue Rhein/Neue Ruhr Zeitung, Marcel Gruteser und Denise Ludwig, 30. März 2019