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Hengstey

Teil des Hagener Stadtteils Boele
Blick auf Hagen-Hengstey
Blick in die Seestraße

Hengstey ist eine ehemals selbständige Siedlung, die heute zum Ortsteil Boele der kreisfreien Großstadt Hagen im östlichen Ruhrgebiet gehört. Die Siedlung liegt im Ruhrtal im südlichen Uferbereich des Hengsteysees auf 108 m Höhe auf der unteren Mittelterrasse der Ruhr und grenzt im Norden an Dortmund.

GeschichteBearbeiten

Hengstey wurde erstmals 1229 als Hemstede in dem Güter- und Einkünfteregister des Frauenkonvents und späteren adligen Damenstifts Herdecke erwähnt.[1] Später gehörte Hengstey den Adelsfamilien von Volmarstein und von der Recke. In deren Lehnsbüchern werden zwischen 1313 und 1432 Eintragungen über ein Gut, mehrere Höfe und Kotten in Hemsteden aufgeführt. Für Ende des 14. Jahrhunderts ist urkundlich Lehnsbesitz über „Gut und Hof“ im Ort „Hemsteden“ (Hengstey) im Kirchspiel Boele nachgewiesen.

Die Bauerschaft Hengstey gehörte im Kirchspiel und Gericht Hagen zur Grafschaft Mark. Im Schatzbuch der Grafschaft Mark von 1486 werden in der Burschop Hemsteden 8 steuerpflichtige Hofbesitzer mit einer Abgabe zwischen 1 oirt (¼ Gg) und 6 Goldgulden genannt. Darunter auch der Hofbesitzer Hanß eyn huyß (Einhaus), nachdem heute in Hengstey eine Straße benannt ist.[2]

Vor der Flutung des Hengsteysees lag gegenüber von Hengstey auf der anderen Seite der Ruhr, durch einen befestigten Dammweg zu erreichen, das im 17. Jahrhundert erbaute Haus Niedernhofen, dessen Vorläufer aber urkundlich bereits aus dem 14. Jahrhundert überliefert sind.

Im Jahr 1705 gehörte Hengstey als selbständige Gemeinde zum Gericht Hagen, Amt Wetter, ab 1753 zum Kreis Wetter. 1809 war Hengstey Teil der Munizipalität Boele, Kanton und Arrondissement Hagen. Seit 1817 gehörte es zur Bürgermeisterei Boele, Kreis Hagen. Seit dem 1. August 1929 gehört Hengstey zur kreisfreien Stadt Hagen.[3]

In Hengstey befand sich in der Zeit von 3. September 1939 bis April 1945 ein Reichsarbeitsdienst-Lager der Organisation Todt, in dem bei der Lagerauflösung 350 Personen untergebracht waren: 276 Holländer, 1 Italiener, 8 Jugoslawen, 65 Ungarn, die für den Bau der Reichsautobahn abgestellt waren.

In Hengstey befindet sich heute eins von zwei Hagener Freibädern, das im Jahr 2002 32.572 Besucher verzeichnete.

PersönlichkeitenBearbeiten

WeblinksBearbeiten

  Commons: Hengstey – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Ralf Blank / Stephanie Marra / Gerhard E. Solbach: Hagen – Geschichte einer Großstadt und ihrer Region, Klartext Verlag, Essen 2008, Seite 89
  2. A. Meister (Hrsg.): Die Grafschaft Mark, Dortmund 1909, Seite 50 und 51
  3. Stephanie Reekers: Die Gebietsentwicklung der Kreise und Gemeinden Westfalens 1817–1967. Aschendorff, Münster Westfalen 1977, ISBN 3-402-05875-8, S. 244.

Koordinaten: 51° 24′ N, 7° 28′ O